Was versteht man unter der Scharia?

EuropeNews (13. Juli 2012 Original: What is Sharia?)
Von Prof. Hans Jansen
Übersetzung: Liz

9. Juli, 2012
 Europäisches Parlament, Brüssel

Was versteht man unter Scharia, woher kommt sie und warum ist dies so wichtig?

Die islamische Scharia ist ein Rechtssystem. Sie ist eine Sammlung von Verboten, Ermahnungen und Befehlen zu menschlichen Verhaltensweisen. Die Scharia ist keine interne Angelegenheit, die nur den Islam und die Muslime betrifft. Die Scharia umfasst eine große Anzahl an Bestimmungen über Menschen, die keine Muslime sind. Diese Regeln sind normalerweise Verbote die schwerste Strafen nach sich ziehen, wenn sie verletzt werden. Diese Regelungen der Scharia machen das Leben unsicher und unbestimmt für diejenigen, die unter dem Schariarecht leben und die keine Muslime sind.

Nach dem Schariarecht besitzt keiner, der kein Moslem ist, unveräußerliche Rechte. Wenn ich damit falsch liege, wäre ich erleichtert und glücklich, wenn man mich verbessert und wenn ich Ihre Emails erhalte, die mir verraten warum ich mich geirrt habe. Aber wenn ich Recht habe, dann hat ein Gefangener in Guantánamo mehr Rechte als ein Jude oder Christ, der unter dem Schariarecht lebt.

Anders als die Rechtssysteme der meisten modernen Nationalstaaten ist die Scharia nicht Gegenstand demokratischer Überwachung. Wie das internationale und das rabbinische Recht ist die Scharia eine akademische Angelegenheit: Experten diskutieren und debattieren über die Regeln bis sie zu einem Ergebnis kommen.

Hans Jansen speaks at the Brussels Conference July 9 2012

Schariarecht kennt kein Parlament oder eine Regierung, die als Gesetzgeber fungiert, sondern die Regeln der Scharia treten in Kraft, indem Experten sich untereinander einigen, das bedeutet islamische, religiöse Führer, professionelle Muslime, die Ulama, Ayatollahs oder wie auch immer die Würdenträger genannt werden.

Die meisten von Ihnen werden, so wie ich, oberflächlich Bescheid wissen, wenn es um internationales Recht geht. Die Ansprüche des internationalen Rechts sind bisher noch nicht dem Test einer freien und demokratischen Abstimmung unterworfen worden.

Es war gelinde gesagt interessant zu beobachten, wie oft die Ankläger von Geert Wilders in den Jahren 2010 und 2011 an etwas appellierten, was sie als im Allgemeinen anerkanntes internationales Recht bezeichneten, um Geert Wilders zum Schweigen zu bringen.

Dieses internationale Recht demonstriert, wie Gemeinschaften akademischer Spezialisten in ihrer Isolation die Tendenz haben ein Maß an Pedanterie zu entwickeln, das ein gewählter Gesetzgeber sich niemals leisten könnte. Bis zu einem gewissen Grad ist dies genau das was mit der Scharia passiert.

Religionen sind nicht demokratisch, auch wenn sie manchmal über Demokratie predigen, oder diese tolerieren. Deshalb ist die Art in der die Regeln des islamischen Gesetzes entstehen, undemokratisch.

Dies impliziert, dass, wenn man zulässt, die Scharia oder Teile von ihr, in einer westlichen Nation zum Landesgesetz werden, dies ihren demokratischen Charakter vermindern wird. Dies bedeutet, dass man die gesetzgebende Macht an ungewählte, selbsternannte Männer abgibt, die unbekannt und anonym sind, die in Moscheen weit entfernt in Pakistan oder Afghanistan operieren.

In einer Demokratie ist dies keine ideale Konstellation. Man mag legitime religiöse Gründe dafür haben solch ein Konstrukt nichtsdestoweniger zu bevorzugen, es hat aber etwas Schlimmeres zur Folge als Besteuerung ohne Mitspracherecht: Es bringt eine Gesetzgebung ohne Mitspracherecht mit sich.

Westliche politische Entscheidungsträger nehmen das Schariarecht nicht allzu Ernst weil es eine akademische und religiöse Sache ist, ein Rechtssystem, das nicht der Staatsmacht entspringt, sondern dem Verstand religiöser Gelehrter. In der muslimischen Welt ist im Gegensatz dazu die Autorität der Scharia überwältigend.

Das kolossale Prestige der Scharia in der Welt des Islams ist leicht zu erklären: Die islamische Ideologie identifiziert Schariarecht mit dem Willen Gottes und Schariaspezialisten sind die religiösen Führer der islamischen Gemeinschaft. Keine Regierung in der muslimischen Welt kann es sich leisten, diese Spezialisten des Religionsrechts auszugrenzen wenn man an der Macht bleiben will.

Jedes einzelne islamische Land nährt sein eigenes Gleichgewicht zwischen seiner Regierung und seinen religiösen Spezialisten. Dieses ständig wechselnde Gleichgewicht ist Material für Promotionen und Dissertationen. Nichtsdestoweniger besitzen die meisten islamischen Länder Rechtssysteme, die beeinflusst, aber nicht identisch sind, mit traditionellem Schariarecht. Für die Führer der radikalen islamischen Bewegungen ist dieses nicht-identifizieren des nationalen Rechts eine permanente Quelle des Ärgers.

Die kleinste Diskrepanz zwischen Schariarecht und Landesrecht ist permanenter Zündstoff, um ihre Propagandamaschinen anzuheizen, denn dieser Unterschied bietet den Beweis, dass ein menschlicher Gesetzgeber an Gottes Stelle treten will und versucht Gottes Werk zu verbessern, dies ist Blasphemie, da Gott der einzige Gesetzgeber bleiben muss.

Das Schariarecht ist kein praktisches Rechtssystem, das vor Gericht entwickelt wurde. Es ist ein Produkt der Überlegungen der Gelehrten und nicht aus den praktischen Bedenken von Richtern, Anwälten, Staatsanwälten oder Verteidigern entstanden.

Aus diesem Grund ist die Scharia schwach im Verfahren. Sie ist ein theoretische, abstraktes Rechtssystem, das in Akademien ausgedacht wurde wurde. Dies erklärt die meisten ihrer Schwächen. Nichtsdestoweniger behaupten die muslimischen Theologen, dass das Schariarecht heilig sei. Wenn unbekannte, neue Fragen entstehen, auf die das Schariarecht keine Antwort bieten kann, dann schlagen Schariaspezialisten, zumindest theoretisch, eine Lösung vor, die auf den vier Prinzipien oder ‚Wurzeln‘ der Scharia beruht. Diese vier Prinzipien werden in allen Diskussionen über die Scharia immer und immer wieder auftauchen. Es sind Koran, Hadith, Analogie und Vereinbarung.

Die vierte Wurzel, Vereinbarung oder Konsens, ist für alle praktischen Zwecke das wichtigste Kriterium. Wenn ein Konsens ein Mal erreicht wurde wird es unnötig die anderen Quellen herbeizuziehen.

Theorie und Theologie jedoch ordnen den größten Autorisierungswert der ersten dieser vier Wurzeln zu, dem Koran, aber in der Praxis kann der Wortlaut des Korans durch die anderen Quellen ergänzt oder interpretiert werden, oder durch einen anderen Wortlaut aus dem Koran selbst.

Hier begegnen wir einem wichtigen Prinzip sowohl des Schariarechts als auch der Koraninterpretation. Dieses Prinzip der ‚Abrogation‘ naskh in Arabisch, wird oft missverstanden. ‚Abrogation‘ bedeutet, dass ein Vers aus dem Koran, der zu einem frühen Zeitpunkt offenbart wurde, widerrufen oder ‚aborgiert‘ wird durch einen Vers, der zu einem späteren Zeitpunkt geschrieben wurde. Manchmal kann sogar ein Element aus einer der anderen drei Quellen den Inhalt eines Verses aus dem Koran abrogieren. Muslimische Gelehrte analysieren alle möglichen Zweifelsfälle.

Das bekannteste Beispiel einer Abrogation betrifft jeden, der kein Muslim ist: Die Abrogation der Sure 109, einer Sure aus der mekkanischen Periode, die religiöse Toleranz predigt. Diese Sure wird durch spätere Verse aus Medina abrogiert, die den Muslimen befehlen gegen die Ungläubigen zu kämpfen und sie zu töten wann immer sie sie finden.

Welchem Problem auch immer die Schariagelehrten gegenüber stehen, in ein paar Generationen werden sie eine Übereinkunft erzielt haben und dann kann man Mohammeds Direktive anwenden dass ‚Gott [seinem] Volk nicht gestatten wird einem Irrtum zuzustimmen‘, lan tagtami? ummatii ?alaa dalaal.

Diese wichtige Direktive spielt im Schariasystem eine zentrale Rolle. Ihre Anwendung hat eine Menge unvorhergesehener Konsequenzen. Wenn man eine Schariaregel abschaffen will, auf die man sich zuvor geeinigt hatte, dann beinhaltet dies, dass Mohammeds Umma einen falschen Weg gegangen ist.

Aber nach Angaben des Propheten war dies nicht so. Deshalb ist es völlig unmöglich zu den Regeln zurückzukehren, wenn man sich einmal darauf geeinigt hat. Fälle dieser Art, wo Schwierigkeiten und Peinlichkeiten entstehen, sind zahlreich: Denken Sie an die Schariastrafen für Apostasie, Ehebruch oder Diebstahl. Ein bekanntes Beispiel einer Abrogation ist das Verbot von Wein. In den frühen Versen spricht der Koran gut vom Wein, später verbietet er ihn. Aber woher wissen wir welcher Vers zuerst da war? Dies können wir nur von den Schariaexperten erfahren. Aber woher wissen sie das?

Nun, da Wein verboten ist, dann muss der Vers, der Wein verbietet später sein als derjenige, der den Wein lobt. Aussenstehende werden hier eine argumentative Zirkularität vermuten, aber für die traditionellen Muslime erfreut sich all dies der Unterstützung durch den Allerhöchsten und es bestätigt sie, dass sie verloren wären ohne die Gelehrten und das Wissen der Experten, die die religiöse Autorität im Islam verkörpern.

Die Freunde des Islams erkennen die angebliche Flexibilität des islamischen Gesetzes als Zeichen seines humanen und liberalen Charakters. Dies ist jedoch ein Fehler. Flexible Gesetze sind nicht human sondern gefährlich, weil die Bürger nicht wissen wofür sie eingesperrt und hingerichtet werden können. Islamisches Recht, obwohl man ihm nachsagt, dass es flexibel sei, ist in einer großen Anzahl an Fällen einmütig.

Übereinkunft, Konsens, darauf ist das System aufgebaut. Keine wichtigen Meinungsverschiedenheiten über diejenigen Punkte des Gesetzes, die wichtig sind für diejenigen, die nicht muslimisch sind, egal was die Freunde des Islams sagen mögen.

Wenn man die Erhabenheit von Mohammed, dem Propheten des Islams nicht anerkennt, dann wird dies generell als Kapitalverbrechen betrachtet. Wenn das Gericht oder die Regierungen den Angeklagten nicht hinrichten, werden sich spontan informelle Freiwillige dazu berufen fühlen diese Last auf ihre Schultern zu nehmen, was auch immer dies persönlich für sie kosten mag.

Moderne, westliche Gelehrte haben die Ursprünge der Scharia in Frage gestellt. Sie glauben, dass die Scharia eine Fortsetzung des römischen Provinzrechts sei, das im Römischen Reich im Nahen Osten kurz vor den Eroberungen der Araber galt.

Ein Anzahl von Gelehrten des 20. Jahrhunderts haben über die Beziehung zwischen römischem und islamischem Recht geschrieben. Es ist leicht zu erkennen, dass die Figur des Mufti eine Weiterentwicklung des rechtswissenschaftlichen Gelehrten ist, bekannt aus dem römischen Recht und weitere Beispiele sind reichlich vorhanden.

Die starken Einflüsse des talmudischen, rabbinischen Rechts auf die Scharia sind unverkennbar und kein Wunder, denn der Talmud und die Scharia entstanden im Irak ungefähr in derselben Periode, 7. bis 9. Jahrhundert n. Chr. Die Fatwas sind natürlich ein exakt funktionierendes Äquivalent zu den rabbinischen Teshuvot und der Responsa des römischen Rechts.

Die Muslime glauben, dass ihre religiösen Spezialisten die Regeln der Scharia aus ihren vier Quellen entwickelt haben: Koran, Hadith, Analogie und Konsens. Moderne westliche Gelehrte jedoch haben erkannt, dass die Regeln der Scharia sich nicht aus den vier ‚Wurzeln‘ entwickelt haben, sondern dass die Regeln und Vorschriften in diese vier ‚Wurzel‘ im Nachhinein verankert wurden.

Aber auch dies ist wieder Stoff für Doktorarbeiten. Jedoch sollten diese akademischen Fragen uns hier nicht aufhalten, wir haben eine wichtigere Pflicht: Zu erklären warum wir uns auf die Scharia konzentrieren sollten und nicht auf den Koran oder auf Mohammed, wenn wir uns gegen den Ansturm des Islams wehren wollen.

Moderne westliche Forschungen über den Koran und das Leben Mohammeds hat seit der Jahrhundertwende große Fortschritte gemacht. Konsequenterweise haben sich die traditionellen Positionen hinsichtlich Mohammed und dem Koran als unhaltbar erwiesen. Ob Mohammed wirklich existiert hat ist unsicherer als jemals zuvor. Zwei Jahrhunderte geduldiger Forschungen haben ernsthafte Zweifel an der Historizität des Propheten des Islams erschaffen. Diese Zweifel werden nicht mehr verschwinden egal wie klein und unbedeutend die Zahl der Akademiker ist, die auf diesem Gebiet arbeiten.

Das allgemeine Bild, das der Koran und die islamischen Überlieferungen anbieten über den Hintergrund auf dem Mohammed gewirkt hat, zuerst als ein Prophet, dann als Prophet und Staatsmann, das generelle Bild von Mekka und Medina Anfang des 7. Jahrhunderts, wird nicht von den Ergebnissen der archäologischen Untersuchungen und Inschriften bestätigt soweit sie vorhanden sind.

Dies kann sich natürlich ändern, wenn die Forschungen weiter voranschreiten, aber es ist kein gutes Zeichen insbesondere, weil das was gefunden wurde auf den ersten Blick den traditionellen Ansichten widerspricht.

Die literarische Überlieferung über Mohammeds Biographie sieht wie eine unsystematische Sammlung sich gegenseitig widersprechender Predigten aus, die nichtsdestoweniger alle ihr Publikum davon überzeugen wollen, dass ein gewisser Mohammed der Bote Gottes sei. Das literarische Material, das niemals in Stand gehalten wurde, sieht ganz und gar nicht wie ein historisches Dokument aus.

Dies ist nicht notwendigerweise verhängnisvoll, aber es ist kein gutes Zeichen. Numismatiker bestätigen nicht die Version des Islams der frühen Geschichte des Islams. Dies ist alleine noch nicht schlüssig, aber es ist auch kein gutes Zeichen. Es gibt Unterschiede zwischen dem, was wir wissen über den antiken arabischen Kalender und die berichteten Geschichten über Mohammed. Dies muss noch nicht schlimm sein, aber es ist recht nahe daran schlimm zu sein.

Die wahren Muslime jedoch teilen diese Zweifel über ihren geliebten Propheten nicht. Die Gilde der muslimischen, religiösen Führer auf der anderen Seite wird weiter gehen als diese Zweifel nicht zu teilen: Sie werden empört sein, wenn die modernen westlichen Gelehrten die muslimische Version der frühen Geschichte des Islams als eine Erzählung entlarven, die aus theologischen Notwendigkeiten heraus erschaffen wurde, als Predigten, die als Geschichte getarnt wurden. Selbstverständlich werden viele Muslime bereit sein zu den schweren Waffe zu greifen, um ihre Religion gegen solche Angriffe zu verteidigen.

Es gibt jedoch einen Punkt beim Eintritt in die islamische Bewaffnung, der so fromm klingt und so islamisch, wie diese Dinge nun mal sind. Er mag sogar effektiv sein. Der Koran stellt unzweifelhaft fest, dass er in klarer arabischer Sprache geschrieben wurde, lisaan Aarabii mubiin. ‚Nun‘, wird man sich fragen, ‚Warum, falls dies wahr ist, benötigen wir Korankommentare, die sich auf Tausende von Seiten belaufen?‘

Schon die Frage ist merkwürdig, aber wir müssen noch eine peinlichere Frage stellen, bei der es um die Autorität der antiken Gründerväter der Scharia geht: die vier Giganten al-Shaafi’ii, abu Haniifa, Malik und Ahmad ibn Hanbal, alle etwa um 800 n. Chr., außer Malik, geografisch dem Gebiet des Irak zugeordnet:

‚Warum benötigen wir diese vier Schariagelehrten, um uns darüber aufzuklären, welche Taten im Islam verboten und welche vorgeschrieben sind?‘ ‚Wenn der Koran klar ist, warum benötigen wir diese Koryphäen? Was wussten sie über das, was Mohammed wusste, hinaus? Was wussten sie, das aus den Versen des Korans nicht klar hervorgeht?‘

Diese Fragen verärgern nicht notwendigerweise den muslimischen Laien. Nichtsdestoweniger wird es die islamischen Schariagelehrten in Rage versetzen. Denn es sind diese Männer, die die Rolle des Klerus im Christentum spielen, sie sind eine Macht mit der man rechnen muss.

Sie sind ohne Zweifel eine spirituelle Kraft, aber einige ihrer jugendlichen Unterstützer kümmern sie nicht allzu sehr um die Trennung zwischen Seele und Körper und sie zögern nicht alle notwendigen Schritte zu unternehmen, um eine Übereinstimmung mit den Wünschen dieser Männer des Klerus zu erzwingen.

Muslimische Laien pflichten in der Regel allem bei was die professionellen Muslime lehren und predigen. Die Macht, die diese Gilde der islamischen Schariaexperten über ihre Herde ausübt ist erstaunlich und hat in der Geschichte nichts Gleichwertiges. Sie basiert auf sozialem Druck. Es funktioniert auf die einfachste vorstellbare Weise:

Die Ausführung der Vorschriften der eigenen Religion erschafft ein Prestige unter den Mitwirkenden an dieser Religion. Dies ist in allen religiösen Systemen so. Daher auch im Islam. Die Muslime bewundern jeden, der islamisch handelt. Wer definiert wie dies funktioniert? Es ist der islamische Klerus der die letztendliche Autorität darüber ausübt, welches Verhalten islamisches Verhalten darstellt.

Das würde für uns keine Rolle spielen, wenn der Islam sich nicht damit brüsten würde willens und in der Lage zu sein den Westen zu zerstören. Um den Westen gegen den Islam zu verteidigen, muss man diese Kette, die Prestige und Autorität garantiert angreifen und dieser Angriff findet am besten an deren schwächstem Punkt statt: Der Basis der Autorität des Klerus.

Diese klerikale Autorität basiert auf der Scharia. Die Autorität der Scharia jedoch beinhaltet, dass Mohammed, der Prophet des Islams, mehr oder weniger ein Einfaltspinsel war und dass der Koran ein vages und simplizistisches Stück frommer Prosa ist, dem es an Informationen fehlt, die Menschen benötigen, um vor den Feuern der Hölle gerettet zu werden – nur der Klerus weiß, wie die Menschen gerettet werden können nur durch diese Tugend ihres Wissens der Scharia, nicht durch die Tugend ihres Wissens des Korans.

Die herausgehobene Stellung der Scharia in der Welt des Islams, so könnten wir argumentieren, kann man nur verstehen als Verniedlichung des Korans und Mohammeds.

Wenn wir ein Mal unseren muslimischen und Dhimmi Gegnern dies begreiflich machen können, dann haben wir sie vielleicht beeinflusst. Die Frage, die wir stellen sollten sobald man sich auf das Schariagesetzbuch bezieht sollte lauten: ‚Was wissen die muslimischen Schriftgelehrten und Gelehrten, die alle menschlich sind, keiner von ihnen ist ein Prophet, mehr als Mohammed und Seine Gefährten wussten?‘

Erlauben Sie mir ein Beispiel, wie die Scharia und der Klerus arbeiten. Im Jahr 2006/2007 bekam ein holländischer Comedian Ärger mit einem islamischen Aktivisten wegen des Attentats auf Theo van Gogh. Der Comedian hatte, auf eigene Initiative hin, dann einen Amsterdamer Imam aufgesucht und den Vorstand der Moschee und er fragte sie geradeheraus, ob sie ihn töten wollten.

Der Imam sah ihn streng an und sagte nichts, tat so, als verstände er kein Holländisch – was er vielleicht auch nicht tat. Jedoch versicherte ein lächelndes Mitglied des Vorstands dem Comedian, dass sie keine Pläne hätten ihn zu töten, denn ‚für solche Dinge haben wir die Radikalen‘. Dies beschreibt auf perfekte Weise die Situation.

Die Mehrheit schweigt, der Imam selbst beschränkt sich darauf würdevoll zu schauen, seine direkten Anhänger bringen schlechte Nachrichten und die Elitesoldaten, die wahren Kommandos, die wahren Mujaheddin, sie machen die schmutzige Arbeit.

Die Regierungen zögern sich diesen Kommandos entgegenzustellen, jene, die angegriffen werden müssen sich üblicherweise selbst verteidigen. Das beste ist indirekt zurückzukämpfen und zu versuchen die Muslime dahingehend zu beeinflussen, dass sie erkennen, dass im Verlauf der Jahrhunderte sich ein immer größer werdender Spalt geöffnet hat zwischen dem, was sie ehrlich und manchmal naiv als Islam betrachten und den angehäuften Vorschriften und Restriktionen, die der Klerus angewendet wissen will.

Wir sollten die muslimische Laien immer wieder fragen, was die menschlichen Schreiber des Schariahandbuchs mehr wissen als der Erzengel Gabriel als er Mohammed den Koran offenbarte?

Der Koran bringt jedem schlechte Nachrichten, der sich dem Islam nicht unterwerfen will, aber so deutlich wie die Scharia ist er nicht. Wir können darüber hinaus die vor kurzem mit Kommentaren versehenen und überarbeiteten Schariahandbücher frei kritisieren, keine Gesetze oder Sitten verbieten es uns dies zu tun.

Wenn man jedoch einen antiken Text kritisiert, kann man schlecht als unzivilisiert hingestellt werden. Die zahlreichen zeitgenössischen Schariahandbücher sind im Gegensatz dazu ein leichtes Spiel. Deren Autoren sind nur Menschen, Menschen wie Sie und ich. Aber die Autoren der Handbücher behaupten sicherlich mehr zu wissen als alle Propheten und Erzengel in einem.

Hier werden die Freunde des Islams klugerweise versuchen unsere Glaubwürdigkeit zu unterminieren. Wenn wir gegen ein antikes klassisches Schariahandbuch angehen und darauf hinweisen wie blutrünstig und detailliert sein Inhalt ist, dann werden sie sagen: ‚Oh, nun, es ist ein altes Buch, heute nicht mehr relevant, kein normaler Durchschnittsmuslim kennt dieses Buch‘. Wenn wir moderne zeitgenössische Quellen derselben Art zitieren werden sie sagen:

‚Nun, dies ist eine neue Erfindung, die keinerlei Bedeutung hat für das Gesamtbild des Islams‘. Wenn wir beides zitieren, alte und neue Quellen, dann werden sie sagen, dass wir sie langweilen, indem wir diese verschiedenartigen Unwichtigkeiten immer wiederholen. Ein unempfindlicher Magen ist ein unverzichtbares Requisit für jeden, der sich an solchen Debatten beteiligt.

Eines unserer Probleme mit dem Islam ist das westliche Verständnis von Religionsfreiheit. Die meisten Menschen im Westen erkennen dies nicht, aber Religionen sind nicht gleich. Jede Tat, die man sich vorstellen kann, ist entweder verboten oder wird zur Pflicht gemacht von mindestens einer der vielen Hundert Religionen, mit denen unser Planet gesegnet ist.

Deshalb ist Religionsfreiheit, wenn dies bedeutet, dass jede einzelne Religion einbezogen werden kann, nicht möglich. Als mein Professor in meinem ersten Jahr auf der Universität dies erklärte habe ich ihm nicht geglaubt und ihn gefragt, ob etwas, das so harmlos ist wie ein Glas Wasser aus dem Wasserhahn zu trinken, Gegenstand eines religiösen Verbots sein könnte. Er antwortete, dass er kein Beispiele wisse, aber gleichzeitig versicherte er mir, dass ich wenn ich suchen würde, bestimmt eines finden werde. Und er hatte Recht: Im Hinduismus gibt es eine Kaste, die nur Wasser trinken darf aus einer Quelle in einem Tonbecher. Sie betrachten das Trinken aus dem Wasserhahn als haram.

Jedoch in Europa und Amerika sind die übriggebliebenen Religionen vergleichsweise ähnlich und normalerweise irgendwie mit der Bibel verbunden. Deshalb pflegen die Europäer und Amerikaner zu glauben, dass es nicht schadet, wenn man einer Religion freien Lauf lässt denn ‚im tiefen Innern sind alle Religionen gleich‘. Dies ist ein Missverständnis. Es gibt nichts Gemeinsames bei allen Religionen.

Religionsfreiheit in dem Sinne, dass jede Form der Religion sich entfalten darf, ist ein Rezept für einen Bürgerkrieg. Was unsere weisen Vorväter meinten, als sie die Religionsfreiheit befürworteten, sollte neu formuliert werden. was sie meinten kann nur die Meinungsfreiheit und die Freiheit der Anbetung gewesen sein.

Denn sie waren andere Religionen, die grundsätzlich anders waren, nicht gewohnt und da sie müde waren einen neuen Krieg zu führen über andere Glauben oder Formen der Anbetung und da sie mit dem vollen Spektrum der globalen religiösen Verschiedenartigkeiten nicht vertraut waren, formulierten sie ihre Überzeugungen, so richtig sie waren, auf eine Weise, die heutzutage verwirrend ist und ernsthafte Probleme für Freiheit, Wissenschaft, Justiz, Gesundheit und Politik hervorruft.

Nicht alles ist gut, aber viele, wenn nicht sogar die meisten Muslime, sind zu human um willens zu sein alle Befehle, die die Scharia ihnen auferlegt, zu befolgen.

Lassen Sie uns ihnen helfen, indem wir aufzeigen, dass der Koran gut das Wort Gottes sein kann – dies ist letztlich nicht nachprüfbar, aber dass die Scharia das Werk von Menschen ist, sogar nach den Lehren des Islams.

Um frei zu bleiben von der Scharia müssen wir sie bekämpfen, aber letztlich gibt es die Freiheit nicht umsonst.

Prof. Dr. Hans Jansen ist ein holländischer Gelehrter für Arabisch und Nahoststudien. Er war Gutachter der Verteidigung im Geert Wilders Prozess vor zwei Jahren.

 

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