Das Tötungsverbot im Islam

„Auch wenn es die meisten Muslime nicht wahrhaben wollen, der Terror kommt aus dem Herzen des Islams, er kommt direkt aus dem Koran. Er richtet sich gegen alle, die nicht nach den Regeln des Korans leben und handeln, also gegen Demokraten, abendländisch inspirierte Denker und Wissenschaftler, gegen Agnostiker und Atheisten. Und er richtet sich vor allem gegen Frauen.“     Zafer Senocak, türkischer Schriftsteller

Zusammenfassung

Im Koran ist Mord und Selbstmord als schwere Sünde ausgewiesen. Mord muss hienieden mittels Blutrache vergolten werden. Über die letale Vergeltungsforderung im Diesseits hinaus hat Allah im Jenseits für den Delinquenten ein grosses Feuer angezündet.

Im Zusammenhang mit Mord muß allerdings auf zwei gewichtige Spezialitäten der islamischen Heilslehre verwiesen werden:

1. Der Koran fordert an mehreren Stellen ganz klar: „ein Gläubiger darf keinen Gläubigen töten“ womit gesagt wird, daß das islamische Tötungsverbot eigentlich nur zwischen muslimen Geltung hat.

2. Sogar schon in den meisten Koranversen, die vom Tötungsverbot handeln und den dazugehörenden exegetischen Erläuterungen als auch in unzähligen weiteren Stellen des Dogmas werden die Ausnahmen klar umschrieben:

– Apostasie
– Unzucht (außerehelicher Geschlechtsverkehr und Homosexualität)
– Blutrache
– Verderben stiften auf Erden
– Liquidierung politischer Gegner (Lynchjustiz)
– Die Bestrafung der Heuchler
– Blasphemie
– Kampf gegen Gläubige, die “sich vergehen”
– Unglaube („Heiliger Krieg“)

Ist im islamischen Dogma überhaupt ein Tötungsverbot ausformuliert? Hat Allah das Töten generell untersagt oder gibt es dazu Ausnahmen? Beinhaltet der Koran womöglich sogar die explizit festgelegte Verpflichtung zum Töten? Wenn ja – wer soll oder muß umgebracht werden?

Wie die folgenden Ausführungen belegen, untersagt Allah im Koran an verschiedenen Stellen den Mord, welcher, wie auch der Selbstmord, eigentlich als schwere Sünde angesehen wird. Mord wird nicht nur im Diesseits sondern auch im Jenseits bestraft:

ein Gläubiger darf keinen Gläubigen töten“:

Das hier zitierte Tötungsverbot aus dem 92. Vers von Sure 4 weist allerdings schon auf die folgenreichste Auswirkung der zweigleisigen moralischen Logik im Islam hin: die Zweiteilung der Menschheit in Gläubige (Rechtgeleitete) und Ungläubige (Menschen zweiter Klasse) mit allen sozialpolitischen und juristischen Konsequenzen.

Entsprechend der Dualität oder Zweigleisigkeit der islamischen Lehre beziehen sich die Bestimmungen zum Schutze des Lebens im Wesentlichen nur auf muslime. Da Ungläubige (kuffar) subhumane Wesen sind, stellt das islamische Dogma im Falle von Mord für sie andere Ausführungsbestimmungen bereit:

3.2. Ungläubige

Gemäß der dualistischen Betrachtungsweise im Islam können zwei logisch und moralisch sich widersprechende Anweisungen nebeneinander stehen und beide können für sich Gültigkeit beanspruchen – je nach Sachlage.

Das Studium des politischen Islam
Der „wirkliche“ Mohammed, islamische Dualität und die absolute Unterwerfung

Das Tötungsverbot im Islam, bzw. die substantiellen Ausnahmen dazu, sind von der Logik dieser Zweiteilung beherrscht. In den Fällen von:

  • – Apostasie
    – Unzucht (außerehelicher Geschlechtsverkehr und Homosexualität)
    – Blutrache
    – Verderben stiften auf Erden
    – Liquidierung politischer Gegner (Lynchjustiz)
    – Die Bestrafung der Heuchler
    – Blasphemie
    – Kampf gegen Gläubige, die „sich vergehen“

wendet sich die letale Konsequenz des islamischen Dogmas gegen die muslime selber. Entsprechend dem universalen/totalitären Anspruch des Islam werden im Falle von Blasphemie und Liquidierung politischer Gegner (Lynchjustiz) allerdings nicht nur Rechtgeleitete sondern auch Ungläubige zur tödlichen Rechenschaft gezogen.

Ferner ist zu beachten, daß sich die Trennlinie zwischen einem Gläubigen und einem Ungläubigen auch fließend ausgestalten kann. In diesem dogmatischen Unschärfenbereich verfängt sich ein muslim, wenn er den absolut geforderten Gehorsam gegenüber Allah und Seinem Gesandten verletzt und damit den Zorn des Allmächtigen und, für diesen stellvertretend, der mit Bestrafungsbefugnis ausgestatteten umma (islamische Gemeinde) auf sich zieht.

Die zahlenmäßig umfangreichsten Ausnahmen zum Tötungsverbot umfassen allerdings all die Kampfbefehle, die Allah zur weltweiten Installation des einzig richtigen Glaubens, dem „Heiligen Krieg“, erlassen hat.

Koranverse zum „Heiligen Krieg“ mit Exegese

In diesen Zusammenhang ist auch die Legitimierung von Selbstmordattentaten als Mittel zum Zweck zu stellen.

Al-Qaradhawi zu Selbstmordattentaten
Schrecken in die Herzen werfen
► Selbstmordattentate und Islam

A. Die koranischen Grundlagen:

Das Verbot zu töten wird in folgenden Koranversen formuliert:

1. Sure 4, Vers 29
2. Sure 4, Vers 92
3. Sure 4, Vers 93
4. Sure 5, Vers 27 bis Vers 33
5. Sure 6, Vers 151  und  Sure 17, Vers 33
6. Sure 25, Vers 68

Hier die Verse im Einzelnen, teilweise mit Erläuterungen aus den ahadith, dem Tafsir al-Jalalayn oder der Exegese von Maududi:

1. Vers 29 aus Sure 4 verbietet, je nach Lesart und Übersetzung, den Selbstmord wie auch den Mord. Er beinhaltet auch allgemeine Anweisungen darüber, daß Geschäfte nicht in betrügerischer Absicht erfolgen sollen; Ibn Abbas und Maududi erläutern diese Forderungen in den untenstehenden Exegesen:

Sure 4, Vers 29: O ihr, die ihr glaubt, fresset nicht euer Gut unter euch in Nichtigkeiten, es sei denn im Handel nach gegenseitiger Übereinkunft; und begeht nicht Selbstmord; siehe, Allah ist barmherzig gegen euch. (Übersetzung M. Henning)
Sure 4, Vers 29: Ihr Gläubigen! Bringt euch nicht untereinander in betrügerischer Weise um euer Vermögen! – Anders ist es, wenn es sich um ein Geschäft handelt, das ihr nach gegenseitigem Übereinkommen abschließt. – Und bringt nicht eure eigenen Glaubensgenossen um (w. tötet nicht euch selber)! Gott verfährt barmherzig mit euch. (Übersetzung nach R. Paret)

Tafsir Ibn Abbas 4,29: Oh ihr, die ihr glaubt; verschwendet unter euch nicht Güter in falscher Weise, indem ihr Gesetze überschreitet durch widerrechtliche Aneignung, falsches Zeugnis, Meineid oder andere ungesetzliche Mittel – es sei denn sie sind durch gegenseitige gütliche Übereinkunft in einem Handelsgeschäft erworben. Und bringt euch nicht ohne berechtigten Grund gegenseitig um. Allah ist gütig wenn Er euch verbietet euch ohne derartige Berechtigung gegenseitig umzubringen.

Maududi Kommentar 51: Dieser Vers kann entweder als Ergänzung zum vorherigen oder als unabhängiges Statement betrachtet werden. Im ersteren Fall ist seine Bedeutung die folgende: wenn jemand das Eigentum von anderen auf unrechte Weise verbraucht ist dies dem Flirt mit seinem persönlichen Untergang gleichzusetzen. Solche Praktiken korrumpieren eine Gesellschaft derartig, daß auch die Gewitztesten nicht um die zerstörerischen Konsequenzen herumkommen. Dies addiert sich noch zu der empfindlichen Bestrafung auf, welcher solche Täter im nächsten Leben gewißlich anheimfallen werden. Als unabhängiges Statement bedeutet es, daß man weder Mitmenschen noch sich selber töten soll. Die benützten Wörter sowie die Sequenz in welche sie von Allah in diesem Vers plaziert worden sind lassen alle drei Bedeutungen nebeneinander bestehen. (Quelle)

2. Vers 92 aus Sure 4 fordert ganz klar: „ein Gläubiger darf keinen Gläubigen töten“. Das Tötungsverbot wird also ganz explizit nur für muslime gefordert. Auf den Unterschied zwischen einem Mord an einem Gläubigen und einem Ungläubigen wird in den folgenden Kapiteln eingegangen. Ferner wird in diesem Vers festgelegt wie zu verfahren ist, wenn doch ein Mord verübt wird: Allah bestätigt die vorislamische arabische Usanz der Blutrache in Seinem Lehrgebäude, sie wird im Koran damit sakral legitimiert. Somit steht die irdische Strafe für Mord im schariatischen Rechtssystem fest.

Sure 4, Vers 92: Ein Gläubiger darf keinen Gläubigen töten, es sei denn aus Versehen; und wer einen Gläubigen aus Versehen tötet, der soll einen gläubigen Nacken (einen Gefangenen) befreien, und das Sühngeld soll seiner Familie gezahlt werden, es sei denn, sie schenken es als Almosen. Und so er ein Gläubiger ist aus einem feindlichen Volk, so befreie er einen gläubigen Nacken; ist er aber aus mit einem euch verbündeten Volk, so zahle er das Sühngeld an seine Familie und befreie einen gläubigen Nacken. Und wer nicht die Mittel findet, der faste zwei Monate hintereinander. Dies ist eine Busse von Allah, und Allah ist wissend und weise.

Wie erwähnt, bezieht sich, entsprechend der Dualität der islamischen Lehre die Bestimmung zum Schutze des Lebens im Wesentlichen nur auf muslime.

Der Mord an einem Ungläubigen wird anders gerichtet ► Blutrache und ist unter bestimmten Voraussetzungen („Heiliger Krieg“) nicht nur straffrei, sondern wird im Jenseits sogar mit dem direkten Eintritt ins Paradies belohnt.

Die Gewißheit, ins Paradies einzugehen

3. Im Diesseits wird die Straftat des Mordes an einem muslim d.h. „einem Gläubigen“ entsprechend den Regelungen zur Blutrache geahndet. Aber auch die jenseitige Strafe scheint gewiß zu sein, wie uns der folgende Vers 93 aus Sure 4 und die Belege aus der Exegese versichern. Ganz ausdrücklich wird hier nur die Strafe für das Umbringen eines Muslims abgehandelt:

Sure 4, Vers 93: Und wer einen Gläubigen mit Vorsatz tötet, dessen Lohn ist Dschahannam; ewig soll er darin verweilen, und Allah zürnt ihm und verflucht ihn und bereitet für ihn gewaltige Strafe.

Tafsir al-Jalalayn 4,93: Wer einen Gläubigen vorsätzlich mit einer schädlichen Waffe umbringt im Wissen darüber, daß das Opfer ein gläubiger Muslim ist, dem wird der Aufenthalt in der Hölle gewiß sein. Er hat die Wut und den Fluch Allahs auf sich gezogen und ist aus Seiner Gnade gefallen. Allah hat ein mächtiges Feuer für seine Bestrafung vorbereitet …. Es wäre jedoch nichts Neues, wenn diese Drohung als nichtig erklärt würde denn Allah sagt, daß Er außer Götzendienst alles verzeihen kann, wenn Er will:

Sure 4, Vers 48: Siehe, Allah vergibt nicht, daß man Ihm Götter beigesellt; doch verzeiht Er, was außer diesem ist, wem Er will. Und wer Allah Götter beigesellt, der hat eine gewaltige Sünde ersonnen.

Ibn Abbas (siehe unten) berichtet, daß der Vers so stehen gelassen werden muß und er somit andere Verse, die mit Vergebung/Vergeltung zutun haben, abrogiert:

Sure 2, Vers 178: O ihr, die ihr glaubt, vorgeschrieben ist euch die Wiedervergeltung im Mord: Der Freie für den Freien, der Sklave für den Sklaven, und das Weib für das Weib! Der aber, dem von seinem Bruder etwas verziehen wird, bei dem lasse man Güte walten, doch Entschädigung sei ihm reichlich. Dies ist eine Erleichterung von eurem Herrn und eine Barmherzigkeit. Und wer sich nach diesem vergeht, den treffe schmerzliche Strafe.

Dieser Vers zeigt deutlich auf, daß derjenige, welcher vorsätzlich tötet ebenfalls getötet werden soll. Falls er begnadigt wird, muß er das Blutgeld bezahlen. In der sunna wurde klar herausgearbeitet, daß es zwischen dem absichtlichen und dem unabsichtlichen Töten noch eine dritte Variante gibt, die als „quasi-absichtlich“ eingestuft wird und in welcher der Mörder ein Instrument benutzt hat, dessen Einsatz im Allgemeinen nicht zum Tod führt. Hier gilt das Vergeltungsrecht nicht und es muß lediglich das Blutgeld bezahlt werden. Ein solcher Mord wird also als beabsichtigt beschrieben, aber nicht dergestalt geahndet. Vielmehr werden die Bezahlungsart, die Frist und die Verteilung der Last innerhalb des Stammes des Schuldigen festgelegt. In einem solchen Fall wie auch beim vorsätzlichen Morden ist die Vergeltung viel dringlicher als bei einer unbeabsichtigten Tötung.

Wie der zitierte exegetische Beleg erläutert, steht die jenseitige Strafe durch ewiges Einsitzen in dschahannam (Hölle) eigentlich fest, es sei denn, daß Allah Gnade vor Recht ergehen läßt. Diese Option ist offenbar umstritten.

tauhid und die absolute Transzendenz Allahs

Wenn Allah also im Falle von Mord von ewigwährender Strafe absehen kann wäre das folgende Zitat von Bukhari nicht gültig:

Bukhari V6 B60 N114 berichtet von Said bin Jubair: Die Leute von Kufa diskutierten über den obenstehenden Vers und waren nicht mit ihm einverstanden. Also ging ich zu Ibn Abbas und fragte ihn danach. Er sagte: „Dieser Vers: Und wer immer einen Gläubigen mit Absicht tötet – dessen Lohn ist Dschahannam. wurde zum Thema Mord als letzter offenbart und durch keinen weiteren mehr abrogiert.“

4. Vers 27 bis 33 von Sure 5 geben die koranische Version des Mordes Kains an seinem Bruder Abel wieder. Kain erschlägt seinen Bruder Abel aus Eifersucht, weil seine Opfergabe – im Gegensatz zur Opfergabe Abels – von Allah nicht angenommen wurde. Vers 28 aus Sure 5 erzählt davon, daß Abel auf Gewalt verzichtet und sogar Notwehr unterlassen hat. Dieser Bericht von Verzicht auf Gewalt und Vergeltung bleibt aber ohne dogmatische Relevanz, denn er wird im weiter unten diskutierten 32. Vers durch zwingende Bestimmungen ersetzt:

Sure 5, Vers 27: Und verkünde ihnen die Geschichte der beiden Söhne Adams der Wahrheit gemäß, als sie ein Opfer opferten. Angenommen ward es von einem von ihnen, und nicht angenommen von dem anderen. Er sprach: „Wahrlich, ich schlag dich tot!“ Der andere sprach: „Siehe, Allah nimmt nur von den Gottesfürchtigen an.
Sure 5, Vers 28: Wahrlich, streckst du auch deine Hand zu mir aus, um mich totzuschlagen, so strecke ich doch nicht meine Hand zu dir aus, um dich zu erschlagen; siehe, ich fürchte Allah, den Herrn der Welten.“

Der folgende letzte koranische Vers zu Kain und Abel wird von muslimischen Apologeten unermüdlich zitiert, um die Friedfertigkeit des islamischen Dogmas zu belegen. Er richtet sich allerdings ganz explizit an die Juden und nicht an die muslime, d.h. er erzählt, was Allah den Juden verordnet hat. Darüber hinaus behandelt er nicht nur das Verbot des Tötens sondern beinhaltet auch all die Hinweise auf die zwingenden Ausnahmen zum Tötungsverbot :

Sure 5, Vers 32: Aus diesem Grunde haben Wir den Kindern Israel verordnet, daß wer eine Seele ermordet, ohne daß dieser einen Mord oder eine Gewalttat im Lande begangen hat, soll sein wie einer, der die ganze Menschheit ermordet hat. Und wer einen am Leben erhält, soll sein, als hätte er die ganze Menschheit am Leben erhalten. Und es kamen zu ihnen Unsere Gesandten mit den deutlichen Zeichen; dann aber waren viele von ihnen ausschweifend auf Erden.

Tafsir al-Jalalayn 5,32: Wegen Kains Tat haben Wir den Kindern Israels verordnet, daß, wer immer eine Seele nicht in Vergeltung für eine andere Seele erschlägt (Blutrache) oder wegen dem Verderben stiften auf Erden, Unglaube, Ehebruch, Straßenraub oder ähnlicher Vergehen, für den gelten soll, als ob er die ganze Menschheit umgebracht hätte. Jeder hingegen, der eines anderen Menschen Leben rettet, indem er davon absieht, diesen umzubringen, für den soll gelten, als ob er die ganze Menschheit gerettet hätte. Ibn Abbas sagte, es gehe bei diesem Vers um Gewaltanwendung respektive um Schutz bezüglich der Heiligkeit des Lebens. Unsere Gesandten haben den Kindern Israels bereits mit klaren Beweisen und Wundern aufgewartet und trotzdem verüben viele von ihnen noch immer Ausschweifungen im Land, indem sie unsere moralisch abgesteckten Grenzen durch Unglaube und Morden etc. überschreiten.

Koran und Exegese aus dem Tafsir al-Jalalayn legen noch einmal alle die Ausnahmen zum Tötungsverbot fest, die wir schon Eingangs aufgelistet haben:

  • – Apostasie
    – Unzucht (außerehelicher Geschlechtsverkehr und Homosexualität)
    – Blutrache
    – Verderben stiften auf Erden
    – Liquidierung politischer Gegner (Lynchjustiz)
    – Die Bestrafung der Heuchler
    – Blasphemie
    – Kampf gegen Gläubige, die „sich vergehen“

und fügen noch ein weiteres entscheidendes Element hinzu:

  • – Unglaube

vergleiche:  ► Sure 5, Vers 32 im Kontext

Ganz klar wird dann das Tötungsverbot schon im nächst folgenden Vers aufgehoben. Verschiedene illegale Umtriebe und Vergehen wie Strassenraub, Gefährdung der umma, Beleidigung des Propheten oder staatsfeindliche Umtriebe werden anhand dieses Verses sanktioniert:

Sure 5, Vers 33: Siehe, der Lohn derer, welche Allah und Seinen Gesandten befehden und Verderben auf der Erde betreiben, ist nur der, daß sie getötet oder gekreuzigt oder an den Händen und Füßen wechselseitig verstümmelt oder aus dem Lande vertrieben werden. Das ist ihr Lohn hienieden, und im Jenseits wird ihnen schmerzliche Strafe.

Wir haben diesen Vers detailliert untersucht im Kapitel:

Verderben stiften auf Erden

Die Geschichte von Kain und Abel, so wie sie der Koran darstellt, verkennt in dramatischer Weise den originalen biblischen Beleg im ersten Buch Mose, Kapitel 4:

1. Mose, Kapitel 4, Vers 10: Er aber sprach: Was hast du getan? Die Stimme des Bluts deines Bruders schreit zu mir von der Erde. 11: Und nun verflucht seist du auf der Erde, die ihr Maul hat aufgetan und deines Bruders Blut von deinen Händen empfangen. 12: Wenn du den Acker bauen wirst, soll er dir hinfort sein Vermögen nicht geben. Unstet und flüchtig sollst du sein auf Erden. 13: Kain aber sprach zu dem HERRN: Meine Sünde ist größer, denn daß sie mir vergeben werden möge. 14: Siehe, du treibst mich heute aus dem Lande, und ich muß mich vor deinem Angesicht verbergen und muß unstet und flüchtig sein auf Erden. So wird mir’s gehen, daß mich totschlage, wer mich findet. 15: Aber der HERR sprach zu ihm: Nein; sondern wer Kain totschlägt, das soll siebenfältig gerächt werden. Und der HERR machte ein Zeichen an Kain, daß ihn niemand erschlüge, wer ihn fände. 16: Also ging Kain von dem Angesicht des HERRN und wohnte im Lande Nod, jenseits Eden, gegen Morgen.

In der Bibel (hier nach Luther) finden sich keine von Gott explizit verfügten Ausnahmen zum Tötungsverbot, wie sie Koran und Koranexegese angeben. Die biblische Aussage beinhaltet das genaue Gegenteil. Gott behütet das Leben Kains trotz seiner Schuld und versieht ihn sogar mit einem schützenden Kennzeichen.

Einmal mehr muß ein biblisches Original der ► Verfälschung der Schrift zum Opfer gefallen sein. Der seit Anbeginn feststehende Wille Allahs betreffend Legitimität der Blutrache wurde offenbar von unwissenden und dreisten jüdischen und christlichen Schriftverfälschern korrumpiert und durch eine völlig falsche Darstellung der Ereignisse ersetzt.

Der Koran als Teil der Urschrift

5. Eigentlich sprechen auch Vers 151 aus Sure 6 und Vers 33 aus Sure 17 von der Unantastbarkeit des Lebens. Aber wie die schon zitierten Verse zum Tötungsverbot weisen auch sie auf die Ausnahmen hin: „es sei denn mit gerechtem Grund“ und „es sei denn um der Gerechtigkeit willen“. Auch hier ist die Exegese, was die Ausnahmen angeht, nicht vollständig, bzw. umschreibt nur einen Teil davon, die zudem lediglich für die Kaste der muslime Geltung hat:

Sure 6, Vers 151: Sprich: „Kommet her, verkünden will ich, was euer Herr euch verboten: Ihr sollt Ihm nichts an die Seite stellen, und den Eltern sollt ihr Gutes tun; und nicht sollt ihr eure Kinder aus Armut töten. Wir werden euch und sie versorgen; und nähert euch nicht Schändlichkeiten, den öffentlichen und geheimen; und tötet kein Leben, das Allah verwehrt hat, es sei denn mit gerechtem Grund (Im Krieg gegen die Ungläubigen). Das hat Er euch geboten, vielleicht begreift ihr es.“

Tafsir al-Jalalayn 6,151: Komm, ich will dir erzählen, was dir Allah zur heiligen Pflicht gemacht hat: du sollst Ihm keine anderen Götter beigesellen, du sollst deinen Eltern ergeben sein, du sollst deine Kinder nicht aus Angst vor Armut lebend begraben, denn Wir werden sie und dich versorgen. Ferner sollst du keine Unzucht begehen wie zum Beispiel die schwere Sünde des Ehebruchs, und zwar weder in der Öffentlichkeit noch im Geheimen. Töte niemanden, denn Allah hat das Leben heilig gemacht. Außer in Fällen von Vergeltung (Blutrache) oder als vorgeschriebene Strafe bei Apostasie und der Steinigung bei Ehebruch. Dies schärfen wir dir ein; vielleicht wirst du es verstehen wenn du darüber nachdenkst.

Sure 17, Vers 33: Und tötet keinen Menschen, den euch Allah verwehrt hat, es sei denn um der Gerechtigkeit willen. Ist aber jemand ungerechterweise getötet, so geben Wir seinem nächsten Anverwandten Gewalt. doch sei er nicht maßlos im Töten (des Mörders) siehe, er findet Hilfe.

6. Praktisch identisch zu den schon zitierten Belegen gebietet auch Vers 68 aus Sure 25 „nicht die Seele zu töten, die Allah verboten hat, es sei denn nach Gebühr“ bzw. „niemand töten, den zu töten Allah verboten hat“ bzw. „die Seele nicht zu ermorden, die Allah verboten hat umzubringen – es sei denn mit hinreichender Rechtfertigung“ In diesem Vers wird eine der „hinreichenden Rechtfertigungen„, welche zur Aufhebung des Tötungsverbotes führen sogar noch explizit erwähnt: Unzucht betreiben.

Sure 25, Vers 68: Und diejenigen, welche neben Allah nicht einen andern Gott anrufen und nicht die Seele töten, die Allah verboten hat, es sei denn nach Gebühr, und nicht huren; und wer dieses tut findet Strafe.                             (Übersetzung M. Henning)
Sure 25. Vers 68: und die neben Allah keinen anderen Gott anrufen, niemand töten, den zu töten Allah verboten hat, außer wenn sie dazu berechtigt sind, und keine Unzucht begehen. Wer dies tut, wird dafür zu büßen haben.    (Übersetzung: R. Paret)

Tafsir al-Jalalayn 25,68: und diejenigen, die neben Allah keinen anderen Gott anrufen und auch die Seele nicht ermorden, die Allah verboten hat umzubringen – es sei denn mit hinreichender Rechtfertigung, und wer keine Unzucht betreibt – denn jeder, der eine dieser drei Handlungen ausführt wird seiner Strafe zugeführt werden.

B. Die Ausnahmen

Wie die oben zitierten Verse und die dazugehörigen exegetischen Erläuterungen besagen, ist das Tötungsverbot im Islam weit davon entfernt, absolute Gültigkeit zu haben.

Um seine Ausnahmen zu legitimieren, muß nicht auf das dogmatische Mittel der ► Abrogation zurückgegriffen werden. Das Tötungsverbot behält seine Gültigkeit zu jeder Zeit, es wird jedoch von einer Unmenge an Ausnahmeregelungen durchlöchert.

Auch beim Thema Mord und dessen Vergeltung sind die drei grundlegenden Prinzipien des islamischen Dogmas klar erkennbar:

  • – Das koranische Prinzip der dualistischen Logik: Zwei Bestimmungen können sich im islamischenDogma problemlos widersprechen.
    – Das islamische Dogma beinhaltet nicht nur ein (moralisches) Verhaltensreglementarium für den einzelnen Gläubigen sondern legt klare weltliche Gesetzesvorschriften fest, die einzuhalten sind.
    – Das islamische Dogma beinhaltet eindeutige Aussagen zu Menschen (muslimen) und Untermenschen (kuffar = Ungläubigen).

Was bei den Ausnahmen zum Tötungsverbot in sehr deutlicher Weise sichtbar wird, ist also die politische Dimension der islamischen Heilslehre. Hier werden gesellschaftliche und juristische Direktiven dazu auserkoren, das religiöse Wohlverhalten bzw. seine Sanktionierung zu gewährleisten.

Hier folgt die vollständige Liste der Ausnahmen:

1. Abfall vom Glauben

Abfall vom Glauben / Apostasie

2. Unzucht

Vorehelicher Sexualverkehr und Ehebruch
Homosexualität

3. Blutrache

quisas-Vergehen Blutrache wird an mindestens drei Stellen im Koran abgehandelt:

Sure 17, Vers 33: Und tötet keinen Menschen, den euch Allah verwehrt hat, es sei denn um der Gerechtigkeit willen. Ist aber jemand ungerechterweise getötet, so geben Wir seinem nächsten Anverwandten Gewalt. Doch sei er nicht maßlos im Töten (des Mörders) siehe, er findet Hilfe.

Sure 4, Vers 92: Ein Gläubiger darf keinen Gläubigen töten, es sei denn aus Versehen; und wer einen Gläubigen aus Versehen tötet, der soll einen gläubigen Nacken (Sklave) befreien, und das Sühnegeld soll seiner Familie bezahlt werden, es sei denn, sie schenken es als Almosen. Und so er ein Gläubiger ist aus einem feindlichen Volk, so befreie er einen gläubigen Nacken; ist er aber aus einem euch verbündeten Volk, so zahle er das Sühngeld an seine Familie und befreie einen gläubigen Nacken. Und wer nicht die Mittel findet, der faste zwei Monate hintereinander. Dies ist eine Busse von Allah, und Allah ist wissend und weise.

Tafsir al-Jalalayn 4,92: Ein Gläubiger soll keinen Gläubigen töten, außer dies geschehe auf unbeabsichtigte Weise. In einem solchen Fall – wenn jemand beim Jagen oder Bogenschießen aus Versehen einen Mitmenschen trifft – soll er verpflichtet werden, einen gläubigen Sklaven freizulassen und den betroffenen Erben Blutgeld zu bezahlen, außer sie lassen davon ab und schenken es als Almosen. In der sunna wird dieses Blutgeld mit 100 Kamelen gleichgesetzt; 20 trächtigen, 20 weiblichen und 20 männlichen säugenden Tieren, 20 Jungtieren die nicht über 5 Jahre alt sein dürfen sowie 20 älteren Exemplaren. Es wird weiter vorgeschrieben, daß dies als Pflicht der Familie des Mörders väterlicherseits obliegt, und zwar über eine Zeitspanne von 3 Jahren verteilt. Die reichen Betroffenen müssen einen halben Dinar pro Jahr bezahlen, die weniger gut betuchten nur einen Vierteldinar. Falls das Soll nicht erfüllt werden kann, müssen sie mit ihren persönlichen Wertsachen herausrücken oder sonst muß der Mörder selber in die Tasche greifen.

Falls der Getötete ein Gläubiger aus dem Feindeslager ist und es herrscht Krieg, so muß der Mörder als Sühneopfer zwar einen gläubigen Sklaven freilassen, es muß jedoch der Familie kein Sühnegeld bezahlt werden. Falls der Ermordete ein dhimmi – ein Jude oder ein Christ – ist und zwischen ihm und euch also ein Schutzabkommen herrscht, so muß seinen Hinterbliebenen einen Drittel des Blutgeldes welches an die Familie eines ermordeten Gläubigen ginge, bezahlt werden. Ist der Ermordete jedoch ein Magus (Mitglied der zoroastrischen Priesterkaste), muß für ihn 2/3 eines Zehntels bezahlt werden und der Mörder muß ebenfalls einen gläubigen Sklaven freigelassen. Fall er das aus welchen Gründen auch immer nicht kann, dann muß er als Sühnenopfer 2 Monate hintereinander fasten. Allah ist in dem Fall nicht nachgiebig und erwähnt die mögliche Alternative, Nahrungsmittel an Bedürftige zu verteilen welche für andere Vergehen angewendet wird, nicht.

Die Ausführungsbestimmungen zum Thema Blutrache sind sehr komplex, wie auch folgende Verse mit den ziselierten exegetischen Betrachtungen belegen:

Sure 2, Vers 178: O ihr, die ihr glaubt, vorgeschrieben ist euch die Wiedervergeltung im Mord: Der Freie für den Freien, der Sklave für den Sklaven, und das Weib für das Weib! Der aber, dem von seinem Bruder etwas verziehen wird, bei dem lasse man Güte walten, doch Entschädigung sei ihm reichlich. Dies ist eine Erleichterung von eurem Herrn und eine Barmherzigkeit. Und wer sich nach diesem vergeht, den treffe schmerzliche Strafe.
Sure 2 Vers 179: Und in der Wiedervergeltung liegt Leben für euch, o ihr Leute von Verstand; vielleicht werdet ihr gottesfürchtig.

Tafsir al-Jalalayn 2,178: Oh ihr Gläubigen, euch sind im Falle eines Mordes Vergeltungsmaßnahmen eins zu eins vorgeschrieben und zwar sowohl betreffend dem Status des Ermordeten als auch der Art und Weise des Verbrechens: ein freier Mann für einen ebensolchen und nicht für einen Sklaven, ein Sklave für einen Sklaven, eine Frau für eine Frau. In der sunna wird jedoch erklärt, daß auch ein Mann für eine Frau umgebracht werden kann und daß die religiöse Zugehörigkeit ebenfalls eine Rolle spielt. Ein Muslim kann also – auch wenn er ein Sklave ist – nicht für einen Ungläubigen getötet werden auch wenn dieser ein freier Mann war. …
Tafsir al-Jalalayn 2,179: Oh ihr Leute von Rückgrat und Verstand: In der Wiedervergeltung findet ihr Leben, eine großartige Langlebigkeit. Denn wenn der potentielle Mörder weiß, daß er als Vergeltungsmaßnahme wiederum getötet wird, wird er von einer solchen Tat absehen und sowohl sich selber als auch seinem potentiellen Opfer das Leben schenken. Also werden euch diese Vergeltungsmaßnahmen durch das Gesetz auferlegt, damit ihr euch vor dem Morden scheut weil ihr Vergeltung fürchtet.

Wiederum sind wir mit der Zweigleisigkeit des islamischen Dogmas konfrontiert: die Vergeltung bei Mord sind für muslime und Ungläubige nicht gleich festgesetzt. Auch hier zeigt sich das islamische Klassendenken und Kastenwesen: Ungläubige sind subhumane Wesen, sogar muslimische Sklaven werden höher eingestuft.

3.1. muslime

Entweder hat die Familie des Opfers das Recht, den Mörder umzubringen, oder es steht ihr die Einforderung von Blutgeld zu. Das heißt, die Familie des Geschädigten kann Milde vor Recht ergehen lassen, und auf Vergeltung durch die Ermordung des Täters verzichten. Dann kann sie aber grundsätzlich reichlich Blutgeld fordern. Das kann sie auch, wenn der Mörder einen Gläubigen versehentlich getötet hat. In diesem Falle soll er zusätzlich zum Blutgeld „einen Nacken (Sklaven) befreien“

Sklaven im Koran

Wenn ein Gläubiger einen feindlichen muslim umgebracht hat, ist weder Blutrache noch das Einfordern von Blutgeld möglich. Dann soll als Sühneleistung lediglich ein gläubiger Sklave befreit werden.

Wenn dem Mörder die finanziellen Mittel zur Befreiung eines Sklaven fehlen, d.h. wenn er keinen Sklaven besitzt und auch keinen kaufen kann, soll er zwei Monate fasten, um die (weltliche) Schuld abzutragen.

3.2. Ungläubige

In den oben erwähnten exegetischen Ausführungen werden im Zusammenhang mit Sühneleistungen nur die „Leute des Vertrages“, die dhimmis, also Christen, Juden und Zoroastrier erwähnt.

dhimmitude und Schutzgelderpressung

Für umgebrachte Christen und Juden sind 1/3 des Blutgeldes geschuldet. Die Erben eines ermordeten Zoroastriers sind allerdings wesentlich schlechter gestellt, sie können lediglich 2/3 eines Zehntels des Blutgeldes fordern, das für einen muslim zu bezahlen wäre. Ferner ist ein gläubiger Sklave zu befreien oder zwei Monate zu fasten.

Heiden (Götzenanbeter, Hindus, Buddhisten, Atheisten etc.) werden im Zusammenhang mit Sühneleistungen überhaupt nicht erwähnt. Für sie ist, wie auch für die „Leute des Vertrages“, Blutrache gegenüber einem Muslim gar nicht möglich.

Im schon erwähnten Beleg:

Sure 4, Vers 93: Und wer einen Gläubigen mit Vorsatz tötet, dessen Lohn ist Dschahannam; ewig soll er darin verweilen, und Allah zürnt ihm und verflucht ihn und bereitet für ihn gewaltige Strafe.

legt Allah fest, daß für den muslimischen Mörder die Höllenstrafe nur vorgesehen ist, wenn er einen anderen muslim umbringt. Das Umbringen von Ungläubigen zieht offenbar keine jenseitige Strafe nach sich.

Inhaltlich sehr ähnlich wird die Wiedervergeltung in folgendem hadith-Beleg abgehandelt:

Bukhari V6 B60 N25 berichtet von Ibn Abbas: Das Gesetz von quisas (das heißt Wiedervergeltung) wurde den Kindern Israel verordnet, aber diya (Blutgeld) wurde ihnen nicht erlaubt. Allah sagte zu Seiner Nation der Muslime: „O ihr Gläubigen! Das Gesetz der Wiedervergeltung ist euch vorgeschrieben im Falle von Mord: Der Freie für den Freien, der Sklave für den Sklaven und die Frau für die Frau. Aber wenn die Verwandten der umgebrachten Person dem Mörder vergeben, können sie Blutgeld fordern, dies in einem vernünftigen Maß und der Mörder muß es mit Dankbarkeit bezahlen. Dies ist eine Erleichterung und Barmherzigkeit von Allah (im Vergleich zu dem, was den Völkern vorher verschrieben war). Deshalb, wer immer die Grenzen überschreitet indem er den Mörder umbringt, nachdem er schon das Blutgeld genommen hat – für ihn wird schreckliche Strafe folgen.“

„The Wall Street Journal“ erläuterte in seiner Ausgabe vom 9. April 2002 das Konzept des Blutgeldes in Saudi-Arabien, so wie es noch heute (!) Geltung hat, folgendermaßen:

Wenn eine Person umgebracht wurde oder durch die Hand eines Anderen gestorben ist, hat diese letztere in Kompensation wie folgt Blutgeld zu zahlen:

  • 100,000 riyals wenn das Opfer ein muslim war
    50,000 riyals wenn das Opfer eine muslimische Frau war
    50,000 riyals wenn das Opfer ein Christ war
    25,000 riyals wenn das Opfer eine Christin war
    6,666 riyals wenn das Opfer ein Hindu war
    3,333 riyals wenn das Opfer eine Hindufrau war

Entsprechend dieser Hierarchie ist das Leben eines Muslims 33 mal mehr wert als das Leben einer Hindufrau. Diese Hierarchie folgt den Definitionen der „Islamischen Menschenrechte“ und hat seine Wurzeln im Koran und der scharia. Wie können wir von Demokratie sprechen, wenn das Prinzip der Gleichberechtigung im Islam inexistent ist? (Quelle)

4. Verderben stiften auf Erden

Damit sind schwerer Straßenraub in Tateinheit mit Totschlag gemeint, welcher als Kampf/Widerstand gegen Allah und Seinen Propheten interpretiert wird. Diese Bestimmung bezieht sich auf eine Begebenheit aus der Biographie Mohammeds.

Die Abschiedswallfahrt

Die Offenbarung Allahs zu diesem Ereignis aus der Biographie Mohammeds und damit die koranische Legitimation dieser schariatischen Strafbestimmung findet sich in:

Sure 5, Vers 33: Siehe, der Lohn derer, welche Allah und Seinen Gesandten befehden und Verderben auf der Erde betreiben, ist nur der, daß sie getötet oder gekreuzigt oder an den Händen und Füssen wechselseitig verstümmelt oder aus dem Lande vertrieben werden. Das ist ihr Lohn hienieden und im Jenseits wird ihnen schmerzliche Strafe.

Dazu die exegetischen Ausführungen:

Tafsir al-Jalalayn 5,33: Folgendes wurde offenbart als eine Gruppe der Arniyyun an einer Krankheit leidend nach Medina kam und der Prophet ihnen die Erlaubnis erteilte, den Urin und die Milch der Kamele zu trinken. Nachdem sie wieder gesund waren, töteten sie den Kamelhirten und stahlen dessen Herde: wahrlich die einzige Vergeltung derer, welche gegen Allah, seinen Propheten und die Muslime kämpfen indem sie eilig herumziehen, uns auflauern und Verderben verbreiten, ist, daß sie abgeschlachtet oder gekreuzigt werden sollen. Als Alternative soll ihnen wechselseitig die Hände und die Füße abgehackt oder sie sollen in die Verbannung geschickt werden. Todschlag gilt für jene, welche nur getötet haben und Kreuzigung gilt für die Mörder, welche gleichzeitig auch Diebe waren. Das wechselseitige Abschneiden von Extremitäten ist für diejenigen bestimmt, welche Diebe aber nicht Mörder sind. In die Verbannung werden hingegen die geschickt, welche eine allgemeine Bedrohung darstellen. Die obigen Ausführungen wurden von Ibn Abbas gemacht. Al-Shafii vertrat zudem die vernünftigere Meinung, daß die Kreuzigung 3 Tage lang nachdem der Tod des Mörders eingetreten ist, andauern soll. Die andere Meinung war, daß sich die Kreuzigung kurz vor dem Tode des Mörders ereignen soll. Zudem wurden der Verbannung noch weitere Bestrafungen wie das Einkerkern etc. angehängt. Diese erwähnten Formen von Vergeltung sind eine Erniedrigung und eine Demütigung für die Delinquenten im Diesseits und im Jenseits wartet eine riesige Züchtigung auf sie, nämlich die Bestrafung durch das (Höllen)Feuer.

Im folgenden Beleg von Bukhari zum Thema „Verderben stiften“ werden die Protagonisten ausgewechselt: es sind nicht mehr Vertreter der Banu Arniyyun sondern Stammesangehörige der Ukil, die nach Medina kamen:

Bukhari V8 B82 N794 berichtet von Anas: Einige Vertreter der Banu Ukil kamen zum Propheten und nahmen den Islam an. Das Klima in Medina bekam ihnen nicht, weshalb der Prophet sie anwies, zu einer Herde von Milchkamelen zu gehen und dort deren Milch und Urin als Medizin zu trinken. Nachdem sie so gehandelt hatten, und von ihrer Krankheit genesen waren wurden sie abtrünnig d.h. wendeten sich vom Islam ab. Sie brachten den Hirten um und trieben die Kamele fort. Der Prophet ließ sie verfolgen und sie wurden gefangen und zurückgebracht. Der Prophet befahl, ihre Hände und Beine abzuschneiden und sie mit glühendem Eisen zu blenden. Die Wunden der Amputationen durften nicht versorgt werden und die Beduinen verbluteten.

Man kann annehmen, daß die delinquenten Beduinen Mohammed mit ihrer Konversion zum Islam bewußt getäuscht hatten und ihre Glaubensübernahme nur ein Lippenbekenntnis war, welches nach der Möglichkeit zum Beutemachen wieder zurückgenommen wurde. Vielleicht waren die Beduinen sogar mit dem Plan nach Medina gekommen, sich illegal zu bereichern?

Der hadith von Bukhari zu Sure 5 Vers 33 verhängt zwei Tatbestände miteinander: Schwerer Straßenraub in Tateinheit mit Totschlag und Apostasie.

Der vorliegenden Vers 5 aus Sure 33 bildet die Grundlage für Bestimmungen zur Ahndung von:

  • – schwerem Straßenraub in Tateinheit mit Totschlag
  • – subversiver staatsfeindlicher Tätigkeit

im Strafgesetzbuch der islamischen Republik Iran: ► Strafgesetze der islamischen Republik Iran – Verderben stiften

Eine weitere exegetische Interpretation zu Sure 5, Vers 33 liefert Ibn Abbas. Jetzt sind es Angehörige von Hilal Ibn Uwaymir, die von Mohammed massakriert wurden. Sie hatten die Banu Kinanah überfallen, ausgeraubt und umgebracht; letztere waren ihrerseits nach Medina unterwegs, um den Islam anzunehmen:

Tafsir Ibn Abbas 5,33: Dieser Vers wurde betreffend des Stammes von Hilal Ibn Uwaymir offenbart, welche eine Gruppe der Banu Kinanah umgebracht hatten. Letztere wollten nach Medina auswandern um den Islam anzunehmen. Sie wurden jedoch alle getötet und ihre Habe als Beute in Besitz genommen. Allah erklärte nun die Bestrafung der Banu Hilal, welche Polytheisten waren, folgendermaßen:

Die einzige Belohnung und Vergeltung für diejenigen, welche Allah und Seinem Gesandten den Krieg erklären sowie für die, welche nicht an Allah und Seinen Gesandten glauben und darauf aus sind, Verderben zu stiften sowie sich versündigen, indem sie andere unberechtigterweise töten und deren Besitz in Anspruch nehmen ist, daß sie umgebracht werden.

Allah sagt: die Bestrafung für einen, der jemand umbringt, jedoch nicht dessen Besitz als Beute konfisziert ist, daß er getötet oder gekreuzigt wird.

Allah sagt: die Bestrafung für einen, der jemand umbringt und dessen Besitz konfisziert, ist, daß er gekreuzigt wird oder seine Hände und Füße wechselseitig abgehackt werden (z.B. die rechte Hand und das linke Bein).

Allah sagt: die Bestrafung für einen, der den andern zwar nicht umbringt, sich jedoch an dessen Besitz vergreift, ist, daß ihm eine Hand und ein Bein abgehackt werden sollen, daß er verbannt oder ins Gefängnis geworfen werden soll, bis er rechtgeleitetes Verhalten an den Tag legt und seine Reue offensichtlich geworden ist.

Allah sagt: die Bestrafung für einen, welcher als Straßenräuber die Leute terrorisiert, der jedoch weder mordet noch den Besitz anderer konfisziert, ist, daß er eingekerkert werden soll.

Alles, was Ich (Allah) aufgezählt habe, wird sie (die Täter) erniedrigen und ihre Strafe hienieden sein. Und im Jenseits erwartet sie schreckliches Verderben, schlimmer als was sie auf Erden an Bestrafung erlitten haben, außer sie seien sich (ihrer Missetaten) reuig.

Wie untenstehender Artikel belegt, werden drakonische Strafen für „Verderben stiften auf Erden“ auch heute noch gefordert – in Ägypten. Dies unter dem Titel „Verbrechen gegen die Gesellschaft“

Ägypten: Amputationsstrafen – IGFM kritisiert Gesetzesentwurf


Der Gesetzesentwurf sieht unter anderem das Abtrennen von Händen und Füßen aber auch die Hinrichtung als Strafe für Diebstahl oder „Verbrechen gegen die Gesellschaft“ vor.Kairo/Frankfurt am Main (21. März 2012)  Quelle

Das ägyptische Parlament berät derzeit über die Einführung von Amputationsstrafen. Wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) berichtet, sieht der Gesetzesentwurf unter anderem das Abtrennen von Händen und Füßen aber auch die Hinrichtung als Strafe für Diebstahl oder „Verbrechen gegen die Gesellschaft“ vor. Eingebracht wurde der Gesetzentwurf von  Adil el-Asasi, einem Abgeordneten der fundamentalistischen Nour-Partei der ägyptischen Salafisten. IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin sieht darin einen Vorstoß, Ägypten in einen totalitär-islamischen Staat zu verwandeln.


Dr. Hamdi Abdel Rahman, Experte für Zivilrecht der Ain Schams Universität, behauptete, dass die derzeitige prekäre Sicherheitslage in Ägypten eine Einführung dieses koranischen Gesetzes notwendig mache. Mit den geltenden Strafen sei eine abschreckende Wirkung unmöglich. „Man könnte aber überlegen, das Gesetz nicht auf Christen anzuwenden“, so Abdel Rahman.

Der aktuelle Gesetzesentwurf mit dem Titel „Had al-Haraba“ (auf Deutsch in etwa „Eine Grenze dem Verbrechen“) kann zunächst wegen eines formalen Fehlers nicht angenommen werden. Die IGFM befürchtet aber, dass der Entwurf in Kürze neu eingebracht wird.

Die IGFM appelliert daran, die Situation in Ägypten weiter aufmerksam zu beobachten. Der Umstand, dass das von Muslimbrüdern und Salafisten dominierte Parlament sich mit der Einführung von Amputationsstrafen und der weiteren Einschränkung von Frauenrechten befasst, zeige nach Einschätzung der IGFM den Ernst der Lage.

5. Der Prophet läßt politische Gegner liquidieren

Mohammed ließ in Medina Widersacher nach Bedarf umbringen. Wie viele es wirklich waren ist nicht bekannt, dokumentiert sind mindestens 10 Fälle. Bei der Eroberung von Mekka wurden weitere mißliebige ideologische Feinde auf seinen Befehl hin eliminiert. Es handelt sich hier ganz eindeutig um Lynchjustiz – angeordnet und/oder verübt von einem Religionsstifter. Die Vorliebe muslimischer Meuchelmörder für das Abschlagen von Köpfen – praktiziert während der ganzen 1400 jährigen bisherigen Geschichte des Islam – kann direkt auf das nachahmenswerte Vorbild des Propheten zurückgeführt werden.

Auftragsmorde an politischen Gegnern

Wie die mannigfachen Strafaktionen Mohammeds gegen seine Gegner belegen, ist das Recht, Islamkritiker ohne Gerichtsverfahren umzubringen durch die Vorbildfunktion des Gesandten Allahs bestens legitimiert. Die Möglichkeit dazu beschränkt sich natürlich nicht nur auf muslime die ideologisch „aus dem Ruder laufen“. Vielmehr werden auch Ungläubige entsprechend bestraft.

Für muslime ist zudem, entsprechend der inhärenten Logik der Apostasie, die Grenze zwischen Kritik am Dogma und Glaubensabfall fließend.

Islamkritische Autorin in Schweden aufgenommen (sda/dpa)


Die in ihrer Heimat Bangladesch verfolgte Schriftstellerin Taslima Nasrin bekommt in der schwedischen Universitätsstadt Uppsala eine Wohnung und ein Stipendium zur Verfügung gestellt.Wie die Zeitung «Upsala Nya Tidning» berichtete, will die Stadt nördlich von Stockholm zwei Jahre lang die Kosten einer «sicherer Heimstatt» für die islamkritische Autorin tragen. Nasrin hatte im März ihren mehrjährigen Aufenthaltsort Indien verlassen und war unter strenger Geheimhaltung nach Schweden gereist.

Sie gab dafür neben gesundheitlichen Gründen auch zunehmende Bedrohungen durch gewalttätige Proteste radikaler muslime in ihrer Wahlheimat Kalkutta an. Gegenüber Medien hatte Nasrin geklagt, daß sie unter ihrem faktischen Hausarrest leide.

Quelle; NZZ 2. Juni 2008

So wird nicht nur in islamischen Ländern jegliche Kritik unter dem Titel „Blasphemie“ unterbunden. Auch im Westen sind Bedrohung und Abschlachtung von Kritikern mittlerweile bestens bekannte Phänomene.

6. Die Bestrafung der Heuchler

Die koranische Forderung nach Bestrafung der niederträchtigen Heuchler durch Tötung hat auch in der islamischen „Erklärung der Menschenrechte“ ihren Niederschlag gefunden.

Die Heuchler Hier die koranischen Belegstellen:

Sure 9, Vers 73: O du Prophet, streite wider die Ungläubigen und Heuchler und verfahre hart mit ihnen. Und ihre Herberge ist Dschahannam, und schlimm ist die Fahrt dorthin.

Sure 33, Vers 60: Wahrlich, wenn die Heuchler und diejenigen, in deren Herzen Krankheit ist, und die Aufwiegler in Medina nicht aufhören, so werden Wir dich gegen sie anspornen. alsdann sollen sie nicht darinnen als deine Nachbarn wohnen, es sei denn nur für eine kurze Zeit.

Tafsir al-Jalalayn 33,60: Falls die Heuchler und diejenigen in deren Herzen Krankheit ist die sie dazu drängt zu ehebrechen, und die Angstmacher in der Stadt, welche die Gläubigen erschrecken indem sie sagen: „Der Feind steht vor den Toren, eure Razzienbande wurde abgeschlachtet!“ oder: „Sie wurden besiegt!“ nicht damit aufhören: wahrlich, Wir werden euch anspornen, gegen sie vorzugehen. Wir werden euch gegen sie beeinflussen, damit sie nicht mehr eure Nachbarn sind und in eurer Nähe wohnen bleiben, außer für eine kurze Zeit, bis sie von dannen ziehen.

Sure 33, Vers 61: Verflucht, wo immer sie gefunden werden, sollen sie ergriffen und niedergemetzelt werden.

Tafsir al-Jalalayn 33,61: Sie sollen verflucht und von der Gnade verbannt sein. Wo immer sie sich aufhalten sollen sie gepackt und abgeschlachtet werden. Dies ist das Gesetz welches sie betrifft und das als Befehl an den Propheten gilt.

Heuchler müssen also nicht nur damit rechnen, dereinst auf der untersten, siebten Stufe der islamischen Hölle zu schmoren.

dschahannam

Auch hienieden sind sie an Leib und Leben gefährdet und können von Rechtgläubigen eliminiert werden. „Heuchelei“ wird mit Glaubensabfall gleichgesetzt.

7. „Heiliger Krieg“

Die wohl wichtigste Ausnahme zum koranischen Tötungsverbot ist die Verpflichtung jedes muslims, „mit Gut und Blut“ die Verbreitung des Islams zu unterstützen

jihad

An dieser Stelle kann deshalb nur auf die hier vorliegende Arbeit als Ganzes verwiesen werden. Eine Zusammenfassung der Ideologie des „Heiligen Krieges“ und der Blutspur, die der Islam in der Geschichte bis heute hinterlassen hat findet sich in

Der Islam will die Welteroberung
 1400 Jahre islamische Expansion 

Keine andere Religion hat ihren Gläubigen die politisch zu verstehende Verpflichtung aufgetragen, für die Ausbreitung des Glaubens Gewalt einzusetzen und zu töten. Keine andere Religion verspricht ihren Gläubigen den direkten Eintritt ins Paradies, wenn sie im Krieg gegen die Ungläubigen selber getötet werden. (Märtyrertod)

8. Selbstmordattentate

 

Jeder einzelne gläubige muslim wird von Allah nicht nur zu Gewalt im Sinne des „Heiligen Krieges“ legitimiert, sondern ausdrücklich dazu aufgerufen und verpflichtet.

Das Gewaltmonopol
Gesamteinsatz zur Erlangung des Heils

 

Im Verweigerungsfall wird er als „Heuchler“ abgestempelt und hat mit dem Tod zu rechnen. Der politische Auftrag, die umma zu schützen – in Verbindung mit der islamischen Märtyrerideologie des „Heiligen Krieges“ – kann dahingehend interpretiert werden, daß auch Selbstmordaktionen als legitimes Mittel zum Zweck angesehen werden.

 

Dies nicht nur wegen der systemimmanenten Logik des Gewaltdogmas sondern auch deshalb, weil das islamische Recht keinen Unterschied zwischen Angehörigen der Armee und Zivilisten macht.

Der „Heilige Krieg“ als immerwährende Pflicht

Zu diesen Schlüssen gelangte auch der Europäische Rat für Fatwa und Forschung unter Vorsitz von Scheich Yousef Al-Qaradhawi in seiner Verlautbarung vom 24. Juli 2003 zur Legitimation von Selbstmordattentaten, wobei dort sinnigerweise von Märtyreroperationen gesprochen wird. In diesen Ausführungen wird klar unterschieden zwischen Selbstmord und Märtyrereinsatz: „Im Gegensatz zum Selbstmörder, welcher kein Ziel hat außer der Flucht vor der Konfrontation, besitzt der Märtyrer eine klare Zielsetzung, nämlich Allah zu gefallen.“

Al-Qaradhawi zu Selbstmordattentaten

Die oberste Autorität der Al-Azhar Universität in Kairo, Großscheich Mohammed Sajjid Tantawi erachtet Märtyreraktionen, Selbstmord-Attentate im Zusammenhang mit dem Krieg gegen ungläubige Besatzer als legitim.

► Selbstmord-Attentate sind erlaubt

vergleiche auch:

 

Zusätzlich zur höchstmöglichen aller Taten für den Glauben – den Tod als Märtyrer für die Sache Allahs zu sterben – hat Er Seine mujahidun (heiligen Krieger) noch aufgefordert, Schrecken in die Herzen der Ungläubigen werfen. Das ist eine weitere Möglichkeit, Terror zu verbreiten.

Schrecken in die Herzen werfen

9. Ehrenmorde

vergleiche: ► Ehrenmord

Ehrenmorde sind nicht eine rein islamische Erscheinung, kommen aber in Ländern mit islamischer Mehrheit oder in westlichen Nationen mit muslimischen Immigranten besonders häufig vor: „Allerdings gehen in islamisch geprägten Gesellschaften angestammte Ehrvorstellungen mit gesellschaftlich akzeptierten religiösen Werten eine enge Verbindung ein, da der Koran und die Überlieferung für das sittsame Verhalten der Frau zahlreiche Vorschriften enthalten.“ (Quelle)

Köln – Grausamer Fund am Freitagmorgen in Köln!   /  Quelle
EXPRESS 6. Januar 2017   (jba)

In Buchheim wurde eine junge Frau (19) tot in einer Garage aufgefunden. Nach bisherigem Stand der Ermittlungen erhielt die Polizei Köln am Freitagvormittag gegen 7.30 Uhr vermutlich vom Vater (44) der tot aufgefundenen 19-Jährigen Hinweise zum Fundort der Toten per Telefon.

Der 44-Jährige ist verdächtig, seine Tochter getötet zu haben. Der Aufenthaltsort des Irakers ist derzeit unbekannt.

Im Verlauf des Einsatzes an der Wichheimer Straße fanden die alarmierten Beamten das Mädchen am Freitagmorgen tot in einer Garage. In den Tagen davor waren laut Aussagen der Nachbarn immer mal wieder Schreie aus der Wohnung der Familie zu hören.

Nach EXPRESS-Informationen soll das Mädchen erwürgt worden sein. Ihre Leiche wurde in dem von der Polizei sichergestellten Mazda-Familienvan gefunden.

Bei der Toten handelt es sich um eines von fünf Kindern einer irakischen Familie, die seit acht Jahren in ihrer 5- Zimmer-Wohnung in Buchheim lebt. Die junge Frau soll außerdem verheiratet gewesen sein, so Nachbarn.

Die Familie soll zurückgezogen leben. Die Kinder sollen jedoch öfter laut gewesen sein.

Angehörige werden befragt

Eine Mordkommission hat die Ermittlungen aufgenommen. Hinweise deuten auf ein Gewaltverbrechen hin. Die Hintergründe sind derzeit jedoch noch völlig unklar. Angehörige der Toten werden derzeit von Beamten der Mordkommission befragt.

Ehrenmorde werden meistens an Frauen begangen. Die Aufforderung zur Verübung einer solchen Tat ist – als in diesem Sinne formuliertes Gebot – im Koran nicht festgeschrieben. Die durch Koran und sunna gesetzte islamische Rechtsnorm ► scharia enthält allerdings eine ganze Reihe von zwingenden Bestimmungen, die nicht nur den menschlichen, gesellschaftlichen und rechtlichen Minderwert der Frau festschreiben (Eherecht, Erbrecht, Zeugenrecht, Scheidungsrecht), sondern auch explizit zu Gewalt gegen Frauen aufrufen:

Sure 4, Vers 15: Und wer von euren Weibern eine Hurerei begeht, so nehmet vier von euch zu Zeugen wider sie. Und so sie es bezeugen, so schließet sie ein in die Häuser, bis der Tod ihnen naht oder Allah ihnen einen Weg gibt.

Sure 4, Vers 34: Die Männer sind den Weibern überlegen wegen dessen, was Allah den einen vor den anderen gegeben hat, und weil sie von ihrem Geld für die Weiber auslegen. Die rechtschaffenen Frauen sind gehorsam und sorgsam in der Abwesenheit ihrer Gatten, wie Allah für sie sorgte. Diejenigen aber, für deren Widerspenstigkeit ihr fürchtet – warnet sie, verbannet sie in die Schlafgemächer und schlaget sie. Und so sie euch gehorchen, so suchet keinen Weg wider sie; siehe, Allah ist hoch und groß.

Die Frau wird als Besitz des Mannes definiert, weshalb auch der Mann für die Einhaltung der ihr auferlegten Verhaltensnormen, und damit für die „Ehre“ der Familie verantwortlich ist. Die Bewahrung von Scham und Jungfräulichkeit ist zentrales Gebot. Nur der Frau sind solche einschränkenden Bestimmungen auferlegt:

Sure 24, Vers 31: Und sprich zu den gläubigen Frauen, daß sie ihre Blicke niederschlagen und ihre Scham hüten und daß sie nicht ihre Reize zur Schau tragen, es sei denn, was außen ist, und daß sie ihren Schleier über ihren Busen schlagen und ihre Reize nur ihren Ehegatten zeigen oder ihren Vätern oder den Vätern ihrer Ehegatten oder ihren Söhnen oder den Söhnen ihrer Ehegatten oder den Brüdern oder den Söhnen ihrer Brüder oder den Söhnen ihrer Schwester oder ihren Frauen oder denen, die ihre Rechte besitzt (Sklaven), oder ihren Dienern, die keinen Trieb haben (Eunuchen), oder Kindern, welche die Blöße der Frauen nicht beachten. Und sie sollen ihre Füße zusammenschlagen, damit nicht ihre verborgene Zierat bekannt wird. Und bekehret euch zu Allah allzumal, o ihr Gläubigen; vielleicht ergeht es euch wohl.

Eine prägnante Einführung in das Thema findet sich unter:

Der Ehrenmord
► Ehrenmorde haben sehr wohl etwas mit dem Islam zu tun
► Kultureller Rabatt für Ehrenmord

10. Kampf gegen Gläubige, die „sich vergehen“

Die Opfer dieser weiteren Ausnahme zum Tötungsverbot im schariatischen Regelwerk sind ebenfalls die muslime selber. Entsprechend

Sure 49, Vers 9: Und wenn zwei Parteien der Gläubigen miteinander streiten, so stiftet Frieden unter ihnen; und wenn sich die eine gegen die andere vergeht, so kämpfet gegen die, welche sich verging, bis sie zu Allahs Befehl zurückkehrt. Und wenn sie zurückkehrt, so stiftet Frieden unter ihnen in Billigkeit und übt Gerechtigkeit. Siehe, Allah liebt die Gerechtigkeit Übenden.

richtet sich die Aggression nicht gegen einzelne Fehlbare sondern gegen ganze Gruppen von irrenden und/oder rebellierenden muslimen.

Maududi schreibt in seiner ausführlichen Exegese zu diesem Vers 9 aus Sure 49 im unten angegebenen Link: „*17. Obiger Vers ist die eigentliche Basis des islamischen Gesetzes betreffend kämpferischen Auseinandersetzungen zwischen Muslimen.“

Kampf gegen Gläubige, die „sich vergehen“

Wie in diesem Kapitel dargelegt wird, sollen Unstimmigkeiten und Zwist innerhalb der islamischen Gemeinde mittels Gewalt geregelt werden, wenn keine friedliche Übereinkunft zwischen zwei verfeindeten Gruppen möglich ist. Gewalt kann selbstredend auch das Töten der Kontrahenten zur Folge haben. Das Thema wird auch im Werk von Majid Khadduri über den jihad behandelt:

Der jihad gegen die Rebellen (al-baghi)

11. Blasphemie

Weitere Informationen und fatwas zum Thema Blasphemie:

Im Falle der Beleidigung des Islam (Blasphemie)

Nicht nur in islamischen Ländern wird jegliche Kritik an Mohammed und dem islamischen Dogma unter dem Titel „Blasphemie“ unterbunden. Auch im Westen sind Bedrohung und Ermordung von Kritikern mittlerweile bestens bekannte Phänomene. Die Hinrichtung von Theo van Gogh und die Gewaltdemonstrationen im Zusammenhang mit den Mohammedkarikaturen gehören dazu wie auch die sich häufenden Todesdrohungen gegen den islamkritischen holländischen Politiker Geert Wilders.

„Der Vorwurf der „Beleidigung des Islam“ ist aus islamischer Sicht eines der schwersten Verbrechen, das ein Mensch begehen kann. Nach der islamischen Überlieferung habe Muhammad die Tötung einiger Menschen erlaubt, weil diese ihn (Muhammad) beleidigt hätten, wie z. B. die Jüdin Assama Bat Merwan und eine hochangesehene ältere Dame, Umm Qirfa. Nach mehreren Quellen des Islam sei letztere auf grausame Weise hingerichtet worden.

Mohammed und Assma Bat Merwan
Zeid bin Haritha und die Hinrichtung von Umm Qirfa

Die vier sunnitischen und die schiitische Rechtsschulen des Islam sind sich einig, daß eine vorsätzliche Beleidigung des Islam einem Abfall von Islam gleichkommt, der mit dem Tod zu bestrafen ist. Zwar kommt ein solches Urteil kaum je per Gerichtsbeschluß zustande, es prägt aber das Rechtsbewußtsein vieler Menschen.“ (Quelle)

Die erwähnten vier sunnitischen Rechtsschulen sind:

  • – Schafiiten (Gründer: Idris as-Safi’i)
  • – Hanbaliten (Gründer: Ahmad bin Hanbal)
  • – Malikiten (Gründer: Malik bin Abbas)
  • – Hanefiten (Gründer: Abu Hanifa)
Zwei ägyptische Christen verhaftet und der Beleidigung des Islam bezichtigt


Sie gehören zu der Organisation „Christen des Mittleren Ostens“ und müssen mit dem Schlimmsten rechnen. (Institut für Islamfragen, dh, 13.09.2007) (Quelle)

Unruhe in den ägyptischen Kirchen soll vor kurzem die von ägyptischen Sicherheitskräften veranlaßte Verhaftung von Adel Fauzi und Peter ‚Issat ausgelöst haben. Die Verhafteten sollen der „Beleidigung des Islam“ und der „Herstellung eines gefälschten Korans“ bezichtigt worden sein.

Dieser Vorwurf wurde von Seiten der ägyptischen Christen jedoch für nichtig erklärt. Papst Shenouda III, das Oberhaupt der koptischen Kirche von Alexandria, soll den Verhafteten gegenüber seine Unterstützung mit den Worten zum Ausdruck gebracht haben: „Die Kirche läßt ihre Kinder in Zeiten der Not nicht im Stich“. Dazu habe Papst Shenouda III den Verhafteten jeweils eine Medaille ins Gefängnis geschickt. Diese habe die Form eines Kreuzes, das an das Leiden Jesu Christi erinnert.

Die absolute Gehorsamspflicht gegenüber Allah und Seinem Gesandten

Entsprechend dem Universalanspruch des Islam hat die Bestrafung auch für Ungläubige Geltung. Das Rechtssystem der letzteren und deren kulturelle Werte werden ausgehebelt.

Behead all those who insult the prophet  (Sydney 2010)

T. Nagel führt dieses von allen vier Rechtsschulen erarbeitete schariatische Gebot zur Bestrafung von Blasphemie (Beleidigung des Propheten) noch genauer aus, und weist auf zwei interessante Tatsachen hin:

  1. Die dem Verdikt der Todesstrafe bei Blasphemie zugrundeliegenden Koranverse sehen eigentlich nur die jenseitige Bestrafung der Übertreter durch Allah vor. Die islamische Rechtssprechung verlegt die Bestrafung aber schon ins Diesseits. Die Logik leitet sich aus dem unhinterfragbaren Gehorsamsgebot ab.
  2. Der im folgenden zitierte qadi Ijad Al-Jahsubi (geb. 1083) wirkte im andalusischen Spanien und war Rechtsgelehrter (faqih) und Richter (qadi) der malikitischen Rechtsschule, innerhalb welcher er als Autorität auch heute noch einen hohen Rang einnimmt. Er war Autor verschiedener Werke zur scharia:

„ … erst in den spätmedinensischen Suren 9 und 33 droht man all denen, die den Gesandten Allahs beleidigen, eine schwere Jenseitsstrafe an. Allah wird all die, die sich dergestalt gegen ihn und seinen Propheten erfrechen im Diesseits wie im Jenseits verfluchen und hält für sie eine erniedrigende Ahndung ihres Verbrechens bereit:

Sure 33, Vers 57: Siehe, diejenigen, welche Allah und Seinen Gesandten verletzen, verfluchen wird sie Allah in der Welt und im Jenseits und bereitet hat Er ihnen schändende Strafe.

Sure 9, Vers 61: Und einige unter ihnen gibt’s, welche den Propheten kränken und sprechen: „Er ist Ohr“. Sprich: „Ein Ohr des Guten für euch. Er glaubt an Allah und glaubt den Gläubigen und ist eine Barmherzigkeit gegen die Gläubigen unter euch.“ Wer aber den Gesandten Allahs kränkt, denen soll sein schmerzliche Strafe.

Diese Androhung fällt in eben jene letzten Lebensjahre Mohammeds, in denen ihn seine Überhöhung … in den Bereich des Übermenschlichen entrückt:

Sure 33, Vers 53: … Und es geziemt euch nicht, dem Gesandten Allahs Verdruß zu bereiten noch nach ihm je seine Gattinnen zu heiraten. Siehe, solches wäre bei Allah ein gewaltig Ding.

Allahs Fluch im Diesseits und Jenseits und eine strenge Strafe nach dem Tag des Gerichts sollen den treffen, der mit Mohammed seinen Spott treibt. So steht es im Koran. Der Qadi Ijad leitet seine Überlegungen hierzu mit den folgenden Sätzen ein: In den ersten Teilen seines Buches habe er erörtert, welche Verehrung und Achtung der Prophet laut Koran, sunna und Consensus der muslime zu beanspruchen habe; „demgemäß verbot Allah in seinem Buch, den Propheten zu beleidigen, und die Glaubensgemeinschaft ist geschlossen zu der Ansicht gelangt, daß der Muslim, der ihn herabsetzt und beschimpft, zu töten ist.“

Wieder beobachten wir, daß eine im Koran als endzeitlich vorgestellte Maßnahme Allahs in das Diesseits, in die Gegenwart hineinverlegt wird: Die muslime müssen jeden Glaubensgenossen, der den Propheten verächtlich macht, umbringen. Wie weit diese Strafandrohung reicht, das schärft der Qadi Ijad dem Leser ein, indem er vor ihm eine juristische Definition der einschlägigen Tatbestände ausbreitet: „Jeder, der den Propheten beschimpft, entehrt, ihm einen Mangel hinsichtlich seiner Person, seiner Genealogie, seiner Glaubenspraxis oder irgendeiner anderen Gegebenheit nachsagt, ihn betreffend herabsetzende Andeutungen macht oder ihn mit irgend etwas vergleicht, um ihn zu beschimpfen, verächtlich zu machen, seine Bedeutung zu verringern, sein Ansehen zu schädigen oder ihn zu schmähen, verunglimpft ihn und unterliegt deshalb dem Urteil, das die scharia über den fällt, der Mohammed beschimpft: Er wird getötet … „ Die meisten Gelehrten, so erfahren wir, erkannten bei Vorliegen derartiger Delikte auf die Todesstrafe, unter ihnen Malik bin Abbas, Ahamd bin Hanbal und auch as-Safi’i; diese Rechtsmeinung stütze sich auf einen Ausspruch Abu Bakrs, demzufolge die Buße (at-tauba) aller, die eines solchen Deliktes überführt wurden, nicht angenommen werden dürfe. Abu Hanifa, und einige andere Rechtsgelehrte der frühen Abbasidenzeit setzen die Verunglimpfung Mohammeds mit dem Abfall vom islamischen Glauben gleich und verweisen deswegen auf die diesbezüglichen Bestimmungen; diese sehen vor, daß man den Apostaten zur Buße und damit verbunden zur Rückkehr zum Islam auffordert; kommt er dem nach, dann rettet er sein Leben. Der qadi Ijad schätzt dese Rechtsmeinung überhaupt nicht und zitiert viele Gelehrte, die seine strenge Haltung bekräftigen. Malik bin Anas und seine Schülerschaft, zu der sich der qadi zählt, fassen ihre Meinung dahingehend zusammen, daß jeder, der den Propheten schmäht oder auch nur mit Worten bedenkt, die ein Muslim als Herabsetzung verstehen mag, des Todes sei, handle es sich um einen Muslim oder einen „Ungläubigen“. Der muslimischen Obrigkeit ist es lediglich freigestellt, ihn entweder hinzurichten oder ihn wie einen politischen Aufrührer ans Kreuz zu schlagen:

Sure 5, Vers 33: Siehe, der Lohn derer, welche Allah und Seinen Gesandten befehden und Verderben auf der Erde betreiben, ist nur der, daß sie getötet oder gekreuzigt oder an Händen und Füssen wechselseitig verstümmelt oder aus dem Lande vertrieben werden. Das ist ihr Lohn hienieden und im Jenseits wird ihnen schmerzliche Strafe.

(Tilman Nagel, Allahs Liebling, Oldenbourg, München, 2008, Seite 180 ff)

Der hier vom qadi Ijad zitierte Vers 33 aus Sure 5 ist mannigfach verwendbar, Er wird auch zugezogen, um das „Verderben stiften auf Erden“ nachhaltig abzustrafen. ► Kapitel 4

Die Legitimation zur Liquidierung von Gegnern, welche den Propheten beleidigen ist offenbar erst in den späten Versen offenbart worden. Das Mittel des Auftragsmordes zur Entfernung unliebsamer Widersacher hat Mohammed allerdings schon angewendet, nachdem er in Medina die nötige politische Macht erlangt hatte. ► Kapitel 5

Deutscher Verlag zieht aus Angst vor Islamisten ein Buch zurück


Aus Angst vor islamistischer Rache hat ein Düsseldorfer Verlag einen Ehrenmord-Krimi aus dem Programm genommen.Der Düsseldorfer Droste-Verlag verzichtet aus Angst vor islamistischen Bedrohungen auf den Verkauf eines Ehrenmord-Krimis. Der Roman «Wem Ehre gebührt» von der unter dem Pseudonym W.W. Domskay schreibenden Autorin Gabriele Brinkmann sollte laut Verlagsvorschau im August erscheinen und wird jetzt zurückgezogen. Brinkmann zeigte sich in der «Bild am Sonntag» empört über die Entscheidung des Verlags.

Wie «Der Spiegel» berichtete, hat Verleger Felix Droste das Buch vorab von einer Expertin auf «Stellen prüfen lassen, welche die Sicherheit meiner Mitarbeiter und meiner Familie beeinträchtigen könnten». Dabei sei eine Textpassage am Ende des Buches als gefährlich identifiziert worden, berichtet das Nachrichtenmagazin unter Berufung auf einen Schriftwechsel zwischen Droste und Brinkmanns Agentin. «Spätestens seit den Mohammmed-Karikaturen weiß man, daß man Sätze oder Zeichnungen, die den Islam diffamieren, nicht veröffentlichen kann, ohne ein Sicherheitsrisiko einzugehen» wird Droste zitiert.

Dem Bericht zufolge weigerte sich die Autorin, bestimmte Dialogpassagen zu ändern. «Da geht es mir ums Prinzip», sagte Brinkmann der «Bild am Sonntag» zufolge. Sie nannte es einen «Skandal, daß ein Verleger bei so etwas den Schwanz einzieht. Das ist vorauseilender Gehorsam». (oku/ap)

(Quelle: baz.online 04.10.2009)

 

Ägyptischer Scheich: Diejenigen, welche Allah kränken werden aufgerufen, Buße zu tun – Diejenigen, welche den Propheten beleidigen, müssen getötet werden Aus dem arabischen übersetzt von Al Mutarjim (Quelle)

Dieser Videoklipp stammt aus einem Interview mit Scheich Abu-Ishaq al-Huwayni, welches am 7. Juli 2011 vom ägyptischen Satellitenfernsehsender Al-Hikma gesendet wurde. Darin erklärte er, daß derjenige welcher Mohammed beleidigt, auch wenn er es im nachhinein bereut, getötet werden muß.

In einem späteren Zeitpunkt des Interviews setzte er das vorangegangene Szenario dem Fall, daß jemand Allah kränkt gegenüber. Er sagte, daß jemand, der Allah kränkt, dadurch gezwungenermaßen zum Ungläubigen wird. Darin seien sich alle islamischen Gelehrten einig – derjenige, welcher Allah kränkt, wird nicht getötet – er muß lediglich Reue zeigen. Der Grund dafür ist, daß auch wenn die ganze Welt Allah beleidigt, es ihm nichts ausmacht – es ihm nicht weh tut.

Nachdem al-Huwayni einen hadith zitiert hatte, in welchem Mohammed durch Spottlieder der Quraisch verhöhnt worden war, meinte er, daß es „durchaus in Mohammeds Autoritätsbereich gelegen hätte, auf sein Recht, diejenigen zu töten, welche ihn verspottet hatten zu verzichten, daß ein (nachfolgender) Herrscher jedoch nicht die Autorität habe, dieses Recht des Propheten zu beanspruchen.“ Al-Huwayni sagte weiter, daß Mohammed auf dieses Recht verzichten konnte, wann immer er wollte, daß er aber dieses Recht quasi mit ins Grab genommen habe. Niemand konnte also dieses Recht an seiner Statt haben. Darum müssen nun diejenigen, welche Mohammed posthum verspotten, getötet werden.

Er erzählte dann einen anderen hadith in welchem Abu Bakr, der erste rechtgeleitete Kalif des Islam über jemanden aufgebracht war, weil dieser ihn verspottet hatte. Abu-Barza bot sich an, diesen Spötter von Abu Baker zu töten. Letzterer erklärte jedoch, daß dieses Recht (jemanden, der den Herrscher verspottet hatte zu töten) nach Mohammed niemandem mehr erteilt wurde. Mit anderen Worten hatte nur Mohammed das Recht seine Spötter zu töten.

All dies erzählte al-Huwayni im Zusammenhang mit der Kontroverse bezüglich des christlichen Geschäftsmannes Naguib Sawiris, einem Milliardär und Gründer der ägyptischen Freien Partei. Dieser stellte gegen Ende Juni 2011 das Bild eines Mickey Mouse Charakters, welcher einen muslimischen Bart und einen jilbab sowie einer Minnie Mouse, welche einen niqab trug ins Netz. (Quelle)

Dies wurde als Verspottung des Islam betrachtet. Al-Huwayni sagte nicht explizit, Sawiris müsse dafür getötet werden, daß er den Islam verspottet habe; er meinte jedoch, man solle alle seine Firmen boykottieren, auch wenn er nur 10% Anteil daran habe.

Wer also den Propheten beleidigt – auch wenn er sich später dafür entschuldigt sowie die Füße des Herrschers küßt und sagt: „Ich will daß alle muslime, auch der hinterletzte sich umdrehen und mich mit ihren Fußsohlen treten“ – hat der Herrscher dann das Recht dies zu akzeptieren? Ich bringe dieses Thema auf, denn ich wurde danach gefragt. Die Antwort ist: Es ist niemandem erlaubt, dies zu akzeptieren. Was sollen wir also mit ihm machen? Wir töten ihn. Er hat dir aber gesagt, daß er es bereue. Wir töten ihn dennoch, auch wenn er es bereut!

Die Bedrohung und Ermordung islamkritischer Denker im Hause des Friedens (dar al-islam) wie auch im Hause des Krieges (dar al-harb) ist die logische Konsequenz der islamischen Doktrin.

Blasphemiegesetz trifft Minoritäten und islamisiert das Land, sagt ein pakistanischer Priester


Die Mitglieder der Taliban wollen die Demokratie zerstören und ihre fundamentalistische Ideologie verbreiten, sagt Pater Bonnie Mendes. Eine kleine Randgruppe kämpft gegen den Extremismus, hat aber „keine einheitliche Strategie.“ Die Christen leben in einem Klima der Angst; sie werden jedoch dringend aufgefordert, stärker zu werden.

Rom (AsiaNews) Blasphemiegesetze sind ein Mittel, welches die Fundamentalisten einsetzen um „die Minoritäten im Land und diejenigen, welche sich nicht ihrem Willen (der Taliban) unterwerfen, zu treffen,“ sagt Pater Bonnie Mendes gegenüber AsiaNews. Er verurteilt „den spezifischen Plan der Taliban irgendwo und irgendwann anzugreifen um Pakistan zu islamisieren.“

Letzte Woche startete AsiaNews eine Informationskampagne betreffend Pakistans Blasphemiegesetzen, welche denjenigen zu einer lebenslänglichen- oder Todesstrafe verurteilen, welcher den Koran entheiligt oder Mohammeds Namen beschmutzt.

Der siebzigjährige Pater Mendes kennt die Geschichte Pakistans genau und es ist ihm völlig bewußt, wie sich die fundamentalistische Ideologie im Land verbreitet.

Er kann sich bestens an die vor ein paar Monaten geäußerte Bemerkung von Sufi Muhammad, dem spirituellen Oberhaupt der TNSM Bewegung (Tahrik-e-Nifaz Shariat Muhammadi) erinnern, deren Ziel es ist, „Demokratie weltweit zu zerstören.“

„Extremismus ist nicht nur ein Problem für die pakistanische Regierung, er ist vielmehr weltweit verbreitet und muß deshalb weltweit angegangen werden,“ meint er. Etwa 25% der Bevölkerung sympathisieren mit den Taliban. „Letztere haben sogar die Armee und das politische System infiltriert.“

„Sie machen den Leuten durch ihre dauernde Gewalt Angst, welche Stadtzentren, (Geschäftshäuser), Polizeiposten und gewöhnliche Bürger treffen kann.

„Es gibt Regierungsvertreter, welche die Situation ändern wollen, sie können sich jedoch nicht untereinander einigen,“ bedauert der Priester.

Pater Mendes, ehemaliger Vorstandssekretär der nationalen katholischen Kirchenkommission für Gerechtigkeit und Frieden Pakistans (NCJP), kritisiert auch die Vertreter der Gerichtshöfe, in welchen die Blasphemiefälle abgeurteilt werden.

„Weitverbreitete Korruption ist das Problem Nummer eins,“ sagt er. „Die Regierung ist jedoch unfähig, diese auszurotten. Gewöhnlich sind die Richter, welche über die Blasphemiefälle urteilen, muslime. Weil sie Angst um ihre Sicherheit haben, wagen sie es nicht, sich diesem Gesetzesvollzug offen gegenüberzustellen.“

Es gibt aber kleine Hoffnungsschimmer. Manche Randgruppen innerhalb der Regierungselite „wollen Änderung.“ Sogar unter den muslimischen Religionsführern „werden oppositionelle Stimmen gegen die Blasphemiegesetze laut.“

… (Quelle)

 

C. Epilog

Wie die Erörterungen über die Ausnahmen zum Tötungsverbot belegen, gehen die Begründungen für die jeweils geforderte Todesstrafe in den Kapiteln

  • 1. Apostasie
  • 4. Verderben stiften auf Erden
  • 5. Der Prophet läßt politische Gegner liquidieren
  • 6. Die Bestrafung der Heuchler
  • 9. Ehrenmorde
  • 10. Kampf gegen Gläubige, die „sich vergehen“
  • 11. Blasphemie

teilweise fast nahtlos ineinander über. Jedenfalls liegt ihnen dieselbe Logik zugrunde: Nicht nur jegliche Kritik am Dogma oder am Propheten, sondern auch jegliche andere Weltdeutung und religiöse Vorstellung sowie alle Handlungen, die nur schon im Entferntesten als Schädigung der umma gedeutet werden können, sind mit dem Tod des oder der Renegaten zu bestrafen. Diese mörderische Unerbittlichkeit hat ihren Grund in der koranischen Forderung nach der unhinterfragbaren Gehorsamspflicht aller Gläubigen:

Die absolute Gehorsamspflicht gegenüber Allah und Seinem Gesandten

Zusammen mit den Bestimmungen zum „Heiligen Krieg“ entsteht ein Gewaltdogma, das seinesgleichen sucht.

Der Islam sieht sich beständig bedroht und verfügt mit entsprechenden Geboten in seiner heiligen Schrift über ein äußerst effizientes Abwehrszenario gegen jegliche Abweichung und Kritik. Das ist einer der Gründe für das virulente Gewaltpotential und die ausgesprochene Intoleranz dieser Ideologie.

Das Tötungsverbot, das im Koran gefordert wird, hat eigentlich nur zwischen muslimen Geltung. Es wird allerdings, auch für muslime, zu einem wesentlichen Teil ebenfalls im Koran außer Kraft gesetzt.

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