scharia

Der Weg zur nie versiegenden Wasserstelle

Entsprechend der wirklichen Natur der Dinge muss man das Menschliche mit dem Göttlichen in Übereinstimmung bringen und nicht das Göttliche mit dem Menschlichen. Seyyed Hossein Nasr
Reliance of the Traveller

1. Definition

Wie nachfolgende Definition ausführt, regelt die islamische Rechtsordnung alle Belange des Menschen und zwar sowohl im öffentlichen als auch im privaten Bereich. Das umfasst sowohl Bestimmungen zur Körperpflege, den familiären Verhaltenskodex, die peinliche Reglementierung aller religiösen Aufgaben als auch Bestimmungen zu Handels- Familien- und Strafrecht. „Das islamische Recht (scharia) ist ein integraler Bestandteil des Islam und ein konstituierendes Element der umma. Es enthält die von Allah gesetzte Schöpfungsordnung, die endgültig durch Mohammed, den letzten Propheten als eine Anrede (hitab) an die Rechts- und Pflichtunterworfenen (mukallafun) offenbart wurde und bis zum Jüngsten Gericht, prinzipiell für die ganze Welt, gültig ist. Es regelt das bewusste Verhalten des zurechnungsfähigen Menschen als eines „Gehilfen“ Allahs, und zwar in seinen praktischen Beziehungen zum Schöpfer, zu den Mitgeschöpfen und überhaupt zu allen Kreaturen, die Allah für die Menschen geschaffen hat:

Sure 2, Vers 29: Er ist’s, der für euch alles auf Erden erschuf; alsdann stieg Er zum Himmel empor und bildete ihn zu sieben Himmeln; und Er hat Macht über alle Dinge.

Es gibt keine Trennung dieser Beziehungen in einen religiösen/sakralen und einen profanen/säkularen Bereich. Schöpfungsordnung bedeutet Gottesdienst:

Sure 51, Vers 56: Und die Dschinn und die Menschen habe Ich nur dazu erschaffen, daß sie mir dienen.

Da Allah vollkommen ist, nützt ihm weder Gehorsam, noch schadet ihm Ungehorsam. Der Dienst ist eine Prüfung im Interesse der Menschen und wird mit Lohn und Strafe entgolten, teils im Diesseits, teils im Jenseits.“ (Lexikon der islamischen Welt, 3. Band, Kohlhammer, Stuttgart, Berlin, Köln, Mainz, 1974, Seite 56 f)

► scharia in Osterreich
► Was versteht man unter der Scharia?

2. Herleitung

Zur Herleitung des Begriffes „scharia“ schreibt T. Nagel: „Die Vorstellung, der gesamte Lebensvollzug des Menschen sei nach den Vorschriften der Scharia zu regeln, ist dem Islam nicht von Anfang an eigen. Im Koran kommt der Begriff „Scharia“ im Sinne von „Gesetz“ überhaupt noch nicht vor. Nur an einer Stelle taucht das Wort auf:

Sure 45, Vers 18: … haben Wir dich … auf einen Weg (shari’a) (zur Errettung) festgelegt.

wird dem Propheten versichert. Die ursprüngliche Bedeutung des Wortes, nämlich die nie versiegende Wasserstelle im ausgedörrten Land bzw. der Weg, der zu ihr hinführt, ist hier noch zu erkennen. Das Heil, zu dessen Erwerb Gott die Gelegenheit bietet, gleicht einer Tränke in der Wüste.“ (T. Nagel, Das islamische Recht, WVA-Verlag Skulima, Westhofen, 2001, Seite 4)

Bei der scharia handelt es sich also nicht um einen Gesetzeskodex, welcher von Allah als solcher in vollständigem Umfang offenbart wurde. Vielmehr ist das islamische Rechtssystem lange nach dem Tode Mohammeds aus verschiedenen Quellen zusammengestellt worden: „Der endgültige Abschluss der Offenbarung mit dem Tode des Propheten 632, die sprunghafte Erweiterung des islamischen Territoriums, die Massenübertritte zum Islam besonders von Angehörigen hoch entwickelter Zivilisationen stellten die muslimische Führung, die sich zu einer Staatsregierung erst entwickeln musste, vor die Aufgabe, die individuellen und die gesellschaftlichen Probleme einer vielschichtigen Bevölkerung mit einem lückenhaften Repertoire von offenbarten und überkommenen Verordnungen, deren Geltungsbereich noch gar nicht feststand, zu lösen, Weisungen, die so be- und angereichert werden mussten, daß die Verwaltung des Riesenreiches funktionierte und daß die islamische Eigenart des Gemeinwesens nicht unterging. Man füllte die Lücken nach eigenem Ermessen und durch Vergleich mit von früheren Autoritäten gelösten Fällen.“ (Lexikon der islamischen Welt, 3. Band, Kohlhammer, Stuttgart, Berlin, Köln, Mainz, 1974, Seite 62 f)

Zu dieser späteren, von Menschen unternommenen Herausbildung des islamischen Gesetzes aus den vorhandenen unvollständigen dogmatischen Unterlagen schreibt T. Nagel weiter: „In der Zeit vom 8. bis 10. Jahrhundert nimmt das Wort Scharia die Bedeutung „von Gott gesetztes Recht“ an … Der von Gott den Menschen eröffnete Weg zur nie versiegenden Wasserstelle des Heils wird von da an als die Einhaltung der kultischen Pflichten und die Beachtung von Bestimmungen für den profanen Alltag verstanden, die als der gesetzgebende Wille des Schöpfers gedeutet werden … „ (T. Nagel, ebenda, Seite 5) Dieses Fehlen umfassender dogmatischer Unterlagen hatte zur Folge, daß weitere Methoden/Verfahrensweisen zur Herleitung eines vollständigen Gesetzeskodexes entwickelt werden mussten, wie im folgenden Kapitel dargelegt wird.

3. Die Grundlagen der scharia

Wie im vorangegangenen Kapitel angedeutet wurde, muss im Islam jedes Gesetz, jede praktische Anwendung und jede ideologisch begründete Bestimmung bis zu „usul al-fiqh“, den „Wurzeln der Rechtswissenschaft“ zurückverfolgt und von dort hergeleitet werden. Dies sind dem Wichtigkeitsgrad nach:

  • – der Koran
  • – die sunna (das Vorbild/Beispiel des Propheten) ► sunna
  • – der Analogieschluß (qiyas)
  • – die Übereinkunft (ijma) der ► umma, (der islamischen Gesamtgemeinde), insbesondere
  • jedoch der ► ulema (alle gegenwärtigen und vergangenen Rechtsgelehrten).

Auf dieser Basis ruht die gesamte islamische Gesetzgebung.

1. Der Koran ist das Fundament des Islam. Die Muslime nehmen an, daß die Worte des Korans von Allah inspiriert worden sind. Der traditionelle Islam lehrt, der Text des Korans stamme verbatim von einem ungeschaffenen und ewigen Buch / einer Tafel im Himmel, welche den identischen Wortlaut auf Arabisch – der himmlischen Sprache – enthalte.

Urschrift

Wegen der Stellung des Korans als das Wort Allahs werden alle darin enthaltenen Gesetze als raumzeitlich transzendent und somit für alle Zeiten verbindlich betrachtet. Die meisten muslime lassen das Argument nicht gelten, die Gesetze im Koran bezögen sich lediglich auf das 7. Jahrhundert und müßten uminterpretiert werden, falls sie in der heutigen Zeit Gültigkeit beanspruchen wollten. Also sind alle Gesetze und Verbote, welche im Koran gefunden werden – und es gibt zahlreiche davon – als wortwörtlich zu übernehmen; sie sind das göttliche Fundament der scharia-Gesetzgebung. So verbietet der Koran beispielsweise explizit und ausnahmslos den Verzehr von Schweinefleisch (Sure 5, Vers 3) bis zum heutigen Tag.

2. Die sunna des Propheten urteilt laut dem Koranvers:

Sure 33, Vers 21: Wahrlich, in dem Gesandten Allahs hattet ihr ein schönes Beispiel für jeden, der auf Allah und den Jüngsten Tag hofft und oft Allahs gedenkt.

Der Begriff sunna kann Beispiel, Muster oder auch Brauch bedeuten. Letztendlich stammt die Wichtigkeit der sunna direkt von der Funktion Mohammeds als dem Gründer des Islam ab. Die ahadith enthalten abertausende von Aussagen und Taten, welche Mohammed zugeschriebenen werden. Die sunna hängt von der Authentizität dieser ahadith ab. Teile davon wurden in der scharia-Gesetzgebung kodifiziert.

Die sunnitischen muslime erhielten ihren Namen von dieser zweitwichtigsten Wurzel der islamischen Gesetzgebung. Sie beschäftigten sich intensiv mit den Worten und Taten von Mohammed und strengen sich an, es ihrem Propheten gleichzutun. Manchmal folgten sie wortwörtlich seinem Beispiel wie etwa der hoch angesehene Schriftgelehrte Ibn Hanbal, der Gründer einer der vier sunnitischen rechtswissenschaftlichen Schulen. Er aß deshalb keine Wassermelonen, weil er in den ahadith keine Stellen gefunden hatte, wo ein „Wassermelonen essender Mohammed“ erwähnt wurde. Es ist also für muslime äußerst wichtig herauszufinden, wie Mohammed in einer gegebenen Situation gehandelt hat.

3. Die dritte Wurzel der islamischen Rechtswissenschaft ist eigentlich eine Methode, nämlich der Analogieschluß: qiyas. Dazu möge ein Beispiel dienen. Basierend auf dem Koran und der sunna ist es den muslimen verboten, Wein zu trinken. Weder der Koran noch die sunna verbieten jedoch expressis verbis den Konsum von Bier, weil es offenbar im 7. Jahrhundert in Arabien noch unbekannt war. Durch den Prozeß der Analogie werden nun Bier sowie auch alle anderen alkoholischen Getränke verboten (zudem auch alle anderen berauschenden Drogen). Dies wird folgendermaßen begründet: da der Koran und die sunna offensichtlich Wein verboten haben weil er ein alkoholisches Getränk ist und deshalb berauschende sowie schädliche Qualitäten hat, müssen auch alle andere Arten von alkoholischen Getränken (und berauschenden Drogen) verboten werden. (Ayman Al-Zawahiri benützt diese rechtmäßige Interpretationsmethode, um Selbstmordattentate in seiner Abhandlung „Jihad, Märtyrertum und das Töten von Unschuldigen“ zu rechtfertigen.)

4. Die vierte und letzte Quelle der Rechtswissenschaft ist ebenfalls eine Methode: ijma, die übereinstimmende Meinung oder Konsens der ulema. Wenn sowohl im Koran als auch in der sunna keine Antwort auf eine bestimmte Frage gefunden werden kann und somit keine Analogie daraus abgeleitet werden kann, wird die Entscheidung von der Meinung der Mehrheit der ulema gefällt und zwar entsprechend dem hadith:

„Meine Gemeinde wird sich niemals über einen Irrtum einigen können“

Dieser Prozess kann jedoch nicht als demokratisch bezeichnet werden, denn der Konsens tritt nur als letzte Instanz in Kraft, falls der Koran und die sunna schweigen oder sich widersprechen. Die Autorität des Korans oder der sunna kann mit anderen Worten niemals von einem Konsens ersetzt oder abrogiert werden obwohl letzterer oft benützt wird, um die beiden Werke zu interpretieren. Überdies ist es letztlich der Konsens der ulema, welcher Gewicht hat, denn sie kennt die scharia-Gesetzgebung. Verfügungen, die von der muslimischen ulema aufgrund eines Konsensus erlassen werden, sind deshalb in der Regel verbindlich.

Die scharia-Gesetzgebung ist demzufolge unwiderruflich durch diese vier Quellen der Rechtswissenschaft begründet. Die scharia ist allumfassend und totalitär. Das Konzept der Trennung von Kirche und Staat ist dem Islam vollständig fremd. Es gibt kein säkulare, von Menschen geschaffene Gesetzgebung.

Jede erdenkliche Handlung wird im irdischen Leben eines muslims bewertet und zwar ist sie entweder

  • – verbindlich / pflichtgemäß (halal)
  • – empfohlen / wünschenswert
  • – neutral / erlaubt
  • – ungern gesehen / missbilligt / verpönt
  • – verboten / tabu (haram)

oder mit den Worten von T. Nagel: „Jetzt erörterte man die Frage, ob es überhaupt einen Ort und einen Augenblick im Dasein des Menschen geben könne, der nicht einer Bewertung nach den Kategorien des göttlichen Rechts unterliege.“ (T. Nagel, ebenda, Seite 6)

Es folgen zwei Beispiele (aus Tausenden) welche die von T. Nagel erwähnte vollständige Reglementierung des Lebens eines gläubigen Muslims bzw. einer gläubigen muslimin durch die Bestimmungen der scharia belegen.

1. Gesichtshaare bei Frauen

w51.1 Der Prophet sagte: „Möge Allah diejenigen Frauen verdammen, die sich für andere mit falschem Haar schmücken, sich tätowieren, sich Gesichtshaare oder Augenbrauen auszupfen oder um der Schönheit willen die Schneidezähne voneinander trennen. Durch all diese Prozeduren verändern sie das, was Allah geschaffen hat.

w51.2. (Ibn Hajar `Asqalani:) Nawawi sagt, daß „eine Ausnahme von diesem Verbot gemacht werden kann, wenn die Frau einen Bart oder einen Schnauz hat, oder wenn zwischen ihrer Unterlippe und dem Kinn Haare wachsen. In diesen Fällen ist es nicht gesetzeswidrig, wenn sie diese Haare entfernt, sondern es wird sogar eher empfohlen.“ Diese Bewilligung wird unter der Voraussetzung erteilt, daß ihr Ehemann davon weiß und seine Zustimmung dazu gibt. Das heißt, es ist verboten, wenn er seine Zustimmung nicht gibt, und zwar wegen der Täuschung, welche diese Tat beinhalten würde.

Quelle: Ahmad ibn Naqib al-Misri, Reliance of the Traveller, Amada Publications, Beltsville, USA, 1994

2. Rituelle Waschung mit Staub aus dem Teppich

Fatwa-Nr. 17356: Verrichtung der (ersatzweisen) rituellen Waschung mit dem Staub des Teppichs (anstelle von Wasser)

Das Ritual (der Waschung) darf mit allem durchgeführt werden, was vom Boden Staub aufwirbelt.

Von dem muslimischen Geistlichen Abdul-Karim bin Abdullah al-Khadeer (Institut für Islamfragen, dh, 21.04.2007) (Quelle)

Frage: Darf man mit dem Staub des Teppichs die (ersatzweise) rituelle Waschung (arab. tayammum) verrichten, so daß man mit den Händen auf die Erde schlägt (wo sich der Staub befindet)?

Antwort: „Ursprünglich wurde die (ersatzweise) rituelle Waschung mit Erde verrichtet, d. h. mit dem Staub, der von der Erde aufgewirbelt wurde (nachdem man mit den Händen darauf geschlagen hatte). Deshalb sind sich viele (muslimische) Gelehrte einig, daß man nur mit Erde die (ersatzweise) rituelle Reinigung verrichten dürfe, die Staub erzeugt. Andere sind jedoch der Meinung, man dürfe diese Reinigung mit allem, was auf der Erde liegt, verrichten. Infolge dessen ist das Verrichten dieses (Rituals) auf dem Teppich oder Matratzen, die Staub enthalten, gültig.

4. ijtihad

Ein wichtiger und zentraler Begriff der islamischen Rechtswissenschaft ist ► ijtihad die selbständige Rechtsfindung. Grundsätzlich steht es jedem Gläubigen frei, durch Studium der verbindlichen islamischen Schriften zu einem Rechtsproblem eine Lösung zu finden. Tatsächlich wurde das Verfahren der Rechtsfindung aber ausschließlich von Vertretern der ulema wahrgenommen. Die Anforderungen an die dafür ausgewählten islamischen Rechtsgelehrten sind hoch: ijtihad ist der Prozess der Entscheidungsfindung für ein spezifisches islamisches Gesetz durch das Studium des Korans und der sunna. Seit den Anfängen des Islam war das autoritative Studium solcher Quellen für eine auserwählte Anzahl von Schriftgelehrten, welche sich durch gewisse Qualifikationen auszeichnen, reserviert. Diese Qualifikationen beinhalten eine umfassende Kenntnis von Koran und sunna, das Wissen über die Prinzipien analogen Denkens (qiyas), durch dessen Anwendung Gesetze hergeleitet werden, sowie Kenntnis des Konsens (ijma) über beliebige Fragen im Zusammenhang mit Mohammed, seinen nächsten Gefährten und der Schriftgelehrten der Vergangenheit. Zu dieser Liste kommt noch die Forderung nach einer untadeligen Lebensführung dazu. Die Begründer der islamischen Rechtsschulen sind in dieser kleinen Gruppe von Schriftgelehrten, den mujtahedin zu finden. Nur sie sind qualifiziert, ijtihad auszuüben. Sie alle lebten jedoch vor langer Zeit. Während vieler Jahrhunderte ist den muslimen abgeraten worden, das eigenständige Studium von Koran und sunna zu pflegen. Es wurde und wird vielmehr von ihnen erwartet, daß sie sich an die Regeln dieser etablierten Schulen halten. Seit dem Tod von Ahmed ibn Hanbal (nach ihm wurde die Schule gleichen Namens benannt) im Jahre 855 A.D. wurde niemand mehr von der Gemeinde der Sunniten als ein herausragender mujtahid anerkannt. Das heißt als jemand, der qualifiziert ist, eigene Gesetzgebungen zu erlassen, welche direkt auf dem Koran und der sunna und nicht auf den Entscheidungen von früheren mujtahedin basieren.

Der islamische Schriftgelehrte Cyril Glasse bemerkt, daß „das Tor von ijtihad schon seit 900 Jahren geschlossen ist und daß seither die Rechtswissenschaft (fiqh) lediglich Kommentare über Kommentare und Marginalien geliefert hat.“ (Quelle)

Was die islamische Rechtswissenschaft zum zentralen Thema unserer Internetseite, zum „Heiligen Krieg“ zu sagen hat steht in:

Der „Heilige Krieg“ und das Tor des ijtihad

5. Das islamische Strafrecht

Vergleiche: Die scharia – Eine Einführung http://www.igfm.de/?id=463

Neben dem Ehe- und Familienrecht ergeben sich beim islamischen Strafrecht im Vergleich zu westlichen Menschenrechtsvorstellungen die größten Differenzen. Das islamische Strafrecht basiert auf einer Dreiteilung in

  • – Grenzvergehen (hadd-Vergehen)
  • – Wiedervergeltungsvergehen (quisas-Vergehen)
  • – Ermessensvergehen (taczir-Vergehen)

Zur Dokumentation:

Strafgesetze der islamischen Republik Iran – Verderben stiften
Strafgesetze der islamischen Republik Iran – Sexualdelikte

A. hadd-Vergehen (Plural: hudud)

„Grenzvergehen“ sind Straftaten, welche göttliches Recht verletzen. Es sind deshalb Kapitalverbrechen. Zu ausgesuchten Bereichen offenbarte Allah im Koran unabänderliche Rechtssetzungen – eben göttliches Recht – welches somit unbedingt einzuhalten ist und natürlich nicht verändert werden kann. Nicht nur das Strafmaß, sondern auch das Beweisverfahren ist im Koran und in der sunna vorgegeben. hadd-Vergehen umfassen folgende Bereiche:

  • – Ehebruch und Unzucht
  • – Verleumdung wegen Unzucht
  • – Schwerer Diebstahl
  • – Schwerer Straßen- und Raubmord
  • – Der Genuß von Wein (Alkohol und Drogen)

Die Überlieferungen (ahadith) benennen unter den Kapitalverbrechen zudem Homosexualität und Vergewaltigung, allerdings sind sich die muslimischen Theologen über das Strafmaß uneins. Auch der Abfall vom Glauben und Blasphemie verlangen nach Auffassung aller Rechtsschulen die Todesstrafe.

Apostasie
 Blasphemie

Die Voraussetzung für eine Verurteilung wegen eines Kapitalverbrechens ist entweder ein Geständnis oder die Aussage von zwei männlichen Augenzeugen – bei Ehebruch, Unzucht und Vergewaltigung sogar das von vier männlichen Zeugen.

Das Zeugenrecht in der scharia

Ein Geständnis muss freiwillig erfolgen, der Geständige muss mündig und geistig gesund sein sowie vorsätzlich gehandelt haben.

hadd-Strafen sind:

  • – Steinigung
  • – Kreuzigung
  • – Enthauptung
  • – Abschneiden von Händen und Füssen (wechselseitig)
  • – Auspeitschung
  • – Verbannung

B. quisas-Vergehen

Verbrechen mit Wiedervergeltung richten sich gegen Leib und Leben. Mord und Totschlag verletzen nach Auffassung der scharia nur menschliches Recht und gehören nicht zu den Kapitalverbrechen.

Verbrechen mit Wiedervergeltung erfordern die Zufügung derselben Verletzung bzw. die Tötung des Schuldigen unter Aufsicht des Richters. Falls der Berechtigte darauf verzichtet, kann dies in Zahlung von Blutgeld oder in eine religiöse Bußleistung umgewandelt werden. Die Blutrache bzw. die Entrichtung von Blutgeld ist eine vorislamische Institution, die von Allah im Koran übernommen wurde und somit eine sakrale Legitimierung erhalten hat.

C. taczir-Vergehen

Ermessensvergehen sind alle Straftaten, die nicht zu den Kapitalverbrechen und nicht zu den Verbrechen mit Wiedervergeltung gerechnet werden. Das Strafmaß ist dem Ermessen des Richters anheim gestellt. Dazu gehören unter anderem:

  • – Aufruhr
  • – Beleidigung
  • – Bestechung
  • – Urkundenfälschung
  • – Unterschlagung
  • – Verkehrsverstöße
  • – Betrug
  • – Erpressung
  • – Kidnapping

Der Richter kann harte Strafen verhängen wie langes Einkerkern, Verbannung, Auspeitschung, Geldstrafen und sogar die Todesstrafe. Dies vor allem bei Gewohnheitstätern ohne Aussicht auf Besserung: Homosexuelle, Häretiker, welche die islamische Gemeinschaft spalten, Rauschgifthändler und Spione.

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Die dogmatischen Grundlagen zum Sexualstrafrecht

In der folgenden Zusammenstellung zu unerlaubtem sexuellem Verhalten, seinem Nachweis und seiner Bestrafung werden wiederum die drei grundlegenden Werke der islamischen Trilogie verwendet:

  • – Koran
  • – sunna
  • – Sirat Rasul Allah (Biographie von Mohammed)

Weitergehende Berücksichtigung einzelner rechtlicher Codices würde Rahmen und Sinn dieser Textanalyse sprengen. Lediglich die Bestimmungen zum Sexualstrafrecht der islamischen Republik Iran wurden zur Verdeutlichung beigefügt.

Strafgesetze der islamischen Republik Iran – Sexualdelikte

Im Islam gelten Ehebruch, vorehelicher Geschlechtsverkehr, Homosexualität und auch Selbstbefriedigung als Unzucht: „Unter Unzucht (zina) versteht das islamische Recht jede Form illegitimer sexueller Kontakte, also aller derjenigen, die ausserhalb der Ehe oder der Beziehung zwischen einem Besitzer und seiner Sklavin stattfinden.“ (Digitale Bibliothek: A. T. Khoury, L. Hagemann, P. Heine: Lexikon des Islam, S. 1371, Verlag Herder, 2004)

I) Vorehelicher Sexualverkehr und Ehebruch

A. Die koranischen Grundlagen zur Festlegung des Strafmasses

Gemäß den koranischen Bestimmungen ist der Geschlechtsverkehr Männern nur mit den eigenen Ehefrauen und den eigenen Sklavinnen erlaubt.

Sexueller Mißbrauch von Sklavinnen und weiblichen Kriegsgefangenen

Sure 4, Vers 24: Und verboten sind euch die ehrbaren Ehefrauen, außer was ihr an Ehefrauen als Sklavinnen besitzt. Dies ist euch von Gott vorgeschrieben … (Übersetzung nach R. Paret)

Ehefrauen haben das sexuelle Glück ausschliesslich bei ihren Ehemännern zu suchen. Für sie ist im Koran nicht vorgesehen, daß sie sich für die Befriedigung ihrer sexuellen Bedürfnisse Sklaven halten können.

Vorehelicher Sexualverkehr ist verboten.

In Mekka sah Allah für Unzucht noch keine Strafe vor, Er warnte die Gläubigen aber vor dieser „üblen Handlungsweise“, die „etwas Abscheuliches“ sei:

Sure 17, Vers 32: Und laßt euch nicht auf Unzucht ein! Das ist etwas Abscheuliches – eine üble Handlungsweise! (Übersetzung nach R. Paret)

Tatsächlich ist im Islam aber jeglicher vorehelicher und ausserehelicher Geschlechtsverkehr verboten und er ist zu bestrafen. Die Anweisungen dazu wurden von Allah aber erst in Medina erlassen, sie sind allerdings nicht eindeutig:

Einerseits finden wir im Koran folgenden Vers, der jedoch nur die Bestrafung von delinquenten Frauen regelt:

Sure 4, Vers 15: Und wenn welche von euren Frauen etwas Abscheuliches begehen, so verlangt, daß vier von euch (Männern) gegen sie zeugen! Wenn sie (tatsächlich) zeugen, dann haltet sie im Haus fest, bis der Tod sie abberuft oder Gott ihnen eine Möglichkeit schafft (ins Leben zurückzukehren)! (Übersetzung nach R. Paret)

In diesem Vers werden zwei Forderungen aufgestellt:

1.wenn welche von euren Frauen etwas Abscheuliches begehen“ muß dies von vier Männern bezeugt werden.

Das Beweisprozedere zum Nachweis von Unzucht

2. Wenn dies erfolgreich geschehen ist, sind die delinquenten Frauen im Hause festzuhalten, bis sie sterben oder bis Allah „ihnen eine Möglichkeit schafft„. Was man unter dieser Formulierung verstehen soll, erläutert folgende exegetische Ausführung aus dem Tafsir al-Jalalayn:

Tafsir al-Jalalayn 4,15: Für diejenigen eurer Frauen, welche sich lüstern benehmen und Unzucht betreiben sucht vier muslimische Männer als Zeugen, und wenn sie es bezeugen, haltet sie im Hause fest, und verhindert es, daß sie noch weiterhin mit Menschen zusammenkommen bis die Todesengel sie hinwegnehmen oder Allah ihnen eine Möglichkeit aus dieser Situation schafft. Diese Bestimmung wurde in den Anfängen des Islam erlassen, später wurde dann „der Weg aus ihrer Situation“ genauer definiert und die Bestimmungen dieses Verses damit abrogiert: unverheiratete Frauen sollen 100 Peitschenhiebe erhalten und ein Jahr verbannt werden, verheiratete Frauen aber gesteinigt. Diese Bestrafung wurde im Hadith (siehe unten) erklärt: „Kommt und hört! Kommt und hört! Allah hat ihnen jetzt einen Weg aus ihrer Situation gegeben!“

Den in diesem Tafsir erwähnten hadith finden wir in der Sammlung von Muslim:

Muslim B17 N4192 berichtet von Ubada bin as-Samit: Wann immer der Prophet Allahs eine Offenbarung erhielt wurde er davon erfaßt und seine Gesichtsfarbe änderte sich. Eines Tages geriet er wieder in diesen Zustand. Nachdem er die Offenbarung erhalten hatte, fühlte er sich besser und sagte: Kommt und hört folgendes: Allah hat den Frauen, welche Unzucht betreiben jetzt einen Weg aus ihrer Situation gewiesen: Wenn ein verheirateter Mann mit einer verheirateten Frau Unzucht betreibt und ein lediger Mann mit einer ledigen Frau Unzucht betreibt dann soll im Falle der verheirateten Personen die Strafe aus einhundert Peitschenhieben und darauf folgender Steinigung bestehen. Im Falle von ledigen Personen soll die Strafe mit einhundert Peitschenhieben und anschließender einjähriger Verbannung abgegolten werden.

Der hier als erster koranischer Beleg aufgeführte Vers 15 aus Sure 4 kann eine weitere juristische Konnotation erhalten, wenn man ihn mit dem ihm nachfolgenden Vers zusammen liest:

Sure 4, Vers 15: Und wenn welche von euren Frauen etwas Abscheuliches begehen, so verlangt, daß vier von euch (Männern) gegen sie zeugen! Wenn sie (tatsächlich) zeugen, dann haltet sie im Haus fest, bis der Tod sie abberuft oder Gott ihnen eine Möglichkeit schafft (ins Leben zurückzukehren)!
Sure 4, Vers 16: Und wenn zwei von euch (Männern) es begehen, dann züchtigt (?) sie (w. tut ihnen Ungemach an)! Wenn sie (daraufhin) umkehren und sich bessern, dann wendet euch von ihnen ab (und setzt ihnen nicht weiter zu)! Gott ist gnädig und barmherzig. (Übersetzung nach R. Paret)

R. Paret schreibt im Kommentar zu Sure 4, Vers 16, daß der Ausdruck „etwas Abscheuliches begehen“ auch in den Versen zur Geschichte des Propheten Lot vorkommt, und zwar im Zusammenhang mit der Beschreibung von Sexualverkehr zwischen Männern: „Wollt ihr denn gegen eure bessere Einsicht etwas so Abscheuliches begehen?“ … „Ihr gebt euch in eurer Sinnenlust wahrhaftig mit Männern ab“ (Digitale Bibliothek: Der Koran, übersetzt von Rudi Paret, Verlag W. Kohlhammer, Kommentar zu 4,16, Seite 1309). Deshalb kann man annehmen, daß im vorliegenden Vers 16 aus Sure 4 (auch) von vollzogener gleichgeschlechtlicher Liebe unter Männern gesprochen wird.

Die Geschichte von Lot
Homosexualität

Betrachten wir dazu wieder die exegetischen Ausführungen im Tafsir al-Jalalayn:

Tafsir al-Jalalayn 4,16: Wenn zwei von euch Männern einen Akt der Unzucht begehen, ehebrechen oder homosexuellen Geschlechtsverkehr haben, so bestraft sie beide indem ihr sie beleidigt und mit Sandalen schlagt. Wenn sie jedoch diese unzüchtige Handlung bereuen und wieder gutmachen wollen, dann laßt von ihnen ab und verletzt sie nicht. Allah vergibt denjenigen, welche bereuen, denn Er ist voll Erbarmen. Dieser Vers wurde durch die schon beschriebene Bestrafung abrogiert und zwar wenn Ehebruch gemeint ist und ebenso wenn homosexueller Beischlaf gemeint ist.

Gemäß al-Shafi’i wurde dieser Vers durch die anderen vorgeschriebenen Bestrafungsmethoden abrogiert, falls die unzüchtige Handlung einen Ehebruch darstellt oder falls ein homosexueller Geschlechtsverkehr vorliegt. Laut seiner Lehrmeinung darf der Mann, welcher das Objekt der Begierde ist und penetriert wird, nicht gesteinigt werden, auch wenn er verheiratet ist. Er soll jedoch gepeitscht und dann vertrieben werden. Auf Grund der spezifischen Grammatik dieses Verses scheint es offensichtlicher zu sein, daß in diesem Vers homosexuelle Unzucht gemeint ist, obwohl al-Shafi’i der Meinung war, daß er sich auf Ehebrecher/innen beziehe. Diese These wird durch die Tatsache, daß die beiden Delinquenten dieselbe Strafe erleiden müssen und falls sie den unzüchtigen Akt bereuen in Ruhe gelassen werden sollen noch verstärkt. All dies bezieht sich spezifisch auf Männer, weil für Frauen – wie oben erwähnt – „Hausarrest“ festgelegt ist.

dann wird klar, daß hier nicht nur die Unzucht zwischen Mann und Frau gegeißelt wird, sondern daß die vorliegenden Verse auch im Sinne von gleichgeschlechtlicher Liebe interpretiert werden können: in Sure 4, Vers 15 solche zwischen Frauen und in Sure 4, Vers 16 solche zwischen Männern. Lesbische Frauen wären gemäss diesen koranischen Vorlagen anders zu bestrafen als homosexuelle Männer.

Der zweite koranische Beleg, der die Bestrafung von unerlaubtem Geschlechtsverkehr zu regeln sucht finden wir in:

Sure 24, Vers 2: Wenn eine Frau und ein Mann Unzucht begehen, dann er verabreicht jedem von ihnen hundert Peitschenhiebe! Und laßt euch im Hinblick darauf, daß es bei dieser Strafverordnung um die Religion Gottes geht, nicht von Mitleid mit ihnen erfassen, wenn anders ihr an Gott und den jüngsten Tag glaubt! Und bei ihrer Bestrafung soll eine Gruppe der Gläubigen als Zeugen anwesend sein. (Übersetzung nach R. Paret)

Tafsir al-Jalalayn 24,2: Betreffend der Hurerin und dem Hurer die nicht verheiratet sind – denn die Verheirateten werden in Übereinkunft mit der Sunna gesteinigt – geißle jeden mit 100 Peitschenhieben. Ebenfalls in Übereinkunft mit der Sunna sollen sie zusätzlich noch für ein Jahr in die Verbannung getrieben werden. Ein Sklave jedoch soll nur die Hälfte dieser Strafen erleiden. Ihr sollt nicht wegen eures Erbarmens von Allahs Religion, d.h. vom Einhalten Seiner Regeln absehen indem ihr irgendeinen Teil der vorgeschriebenen Strafe wegläßt, falls ihr an Allah und das Jüngste Gericht glaubt…

Und der Geißelung soll eine Gruppe von Gläubigen als Zeugen beiwohnen, manchmal werden 3 genannt, manchmal auch 4 (so viele wie es Zeugen braucht um gegen einen Akt von Hurerei auszusagen).

Hier wird ein klares Bestrafungsmaß gefordert: 100 Peitschenhieben für die „Hurerin“ und den „Hurer“. Sowohl der Koranvers als auch die Exegese sprechen von unerlaubtem Sexualverkehr zwischen Mann und Frau. Homosexuelle Delinquenz wird nicht erwähnt.

Man kann annehmen (wie auch oben im Tafsir 4,15 erwähnt), daß mit dieser Bestimmung die Anordnungen aus den oben erörterten Versen 15 und 16 aus Sure 4 abrogiert werden. „Die meisten Exegeten sind sich einig, daß diese beiden Verse durch Vers 2 aus Sure 24 abrogiert wurden.“ (Ecyclopaedia of the Qur’an, Brill, Leiden + Boston, 2006, Seite 28)

Zur Strafe der Auspeitschung kommt noch eine weitere Bestimmung hinzu: Ledige muslime, die sich des unerlaubten Geschlechtsverkehrs schuldig gemacht haben dürfen nur ihresgleichen oder Ungläubige heiraten:

Sure 24, Vers 3: Und ein Mann, der Unzucht begangen hat, kann nur eine ebensolche oder eine heidnische Frau heiraten. Und eine Frau, die Unzucht begangen hat, kann ihrerseits nur von einem ebensolchen oder einem heidnischen Mann geheiratet werden. Für die übrigen Gläubigen ist die Heirat mit jemand, der Unzucht begangen hat verboten. (Übersetzung nach Rudi Paret)

Unzucht zählt also „nach dem Allah-Gesetz zu den Ehehindernissen und macht den Täter zu einem minderwertigen Menschen – wie es die Ungläubigen sind.“ (Hiltrud Schröter, Das Gesetz Allahs, U. Helmer Verlag, Königstein, 2007, Seite 64)

Die bisher aufgeführten koranischen Belege zur Bestrafung von Unzucht unterscheiden noch nicht zwischen ledigen und verheirateten Delinquenten. Diese Unterscheidung wird erst durch die Bestimmungen aus der sunna vorgenommen.

B. Das Strafmaß für Unzucht gemäß den Bestimmungen der sunna

Wie aus den exegetischen Betrachtungen im Tafsir al-Jalalayn zu Sure 4, Vers 15 schon hervorgegangen ist, werden die koranischen Bestimmungen zur Bestrafung von Unzucht durch weiter gehende Bestimmungen aus der sunna teilweise abrogiert und ergänzt.

Für die schwere menschliche Verirrung der Unzucht von ledigen Gläubigen wird zusätzlich zur Auspeitschung eine einjährige Verbannung gefordert.

Bukhari V8 B82 N188 berichtet von Zaid bin Khalid Al-Jihani: Ich hörte, daß der Prophet befahl, eine unverheiratete Person, die mir einer anderen Person sexuell verkehrt hat mit einhundert Peitschenhieben zu bestrafen und zusätzlich ein Jahr zu verbannen. Umar bin Al-Khattab hat eine solche Person auch verbannt und diese Tradition ist noch immer gültig.

Für verheiratete muslime wird nebst der Auspeitschung auch noch die Steinigung verlangt. Dieses Gebot war offenbar den Affen der vorislamischen Zeit der Unwissenheit bekannt, weshalb sie schon damals ihre ehebrecherischen Weibchen steinigten:

Bukhari V5 B58 N188 berichtet von’Amr bin Maimun: Während der vorislamischen Zeit der Unwissenheit sah ich einen weiblichen Affen, der von einer Anzahl anderer Affen umgeben war. Diese haben das Weibchen gesteinigt, weil es sich unerlaubtem Beischlaf hingegeben hat. Auch ich habe dann beim Steinigen geholfen.

Von der Steinigung des zweifellos auch in diese Angelegenheit verwickelten unzüchtigen Affenmännchens wird hier nicht berichtet.

Unzucht ist also ein gewaltiges Vergehen, selbst im Tierreich wird es geahndet. Allah hat dieses Vergehen in der islamischen Rechtssprechung als Kapitalverbrechen eingestuft. Es ist ein ► hadd-Vergehen (Grenzvergehen) und verletzt göttliche Rechtssetzung.

Als Belegstellen für die Forderung nach Bestrafung von Unzucht durch Steinigung werden hier aus der grossen Anzahl von Zeugnissen aus den ahadith vier ausgewählt:

Muslim B017, N4191: Ubada bin as-Samit erzählte: Der Gesandte Allahs sagte: Kommt und hört meine Belehrung, kommt und hört meine Belehrung, Allah hat das Vorgehen gegen diese Frauen festgelegt. Wenn ein nicht verheirateter Mann Unzucht mit einer nicht verheirateten Frau treibt, dann soll jeder einhundert Peitschenhiebe erhalten und ein Jahr verbannt werden. Und falls ein verheirateter Mann mit einer verheirateten Frau Unzucht treibt, dann sollen sie einhundert Peitschenhiebe erhalten und danach zu Tode gesteinigt werden.

Muslim B017, N4194: Abdullah bin Abbas erzählte, daß Umar bin Khattab auf der Kanzel des Gesandten Allahs stand und sagte: Wahrlich, Allah sandte Mohammed die Wahrheit und sandte auf ihn hernieder das Buch, und die Steinigungsverse waren darin enthalten. Wir rezitierten sie, behielten sie in unserem Gedächtnis und verstanden sie. Allahs Bote bestätigte die Steinigung bis zum Tode für den Ehebrecher und die Ehebrecherin in seinen Urteilen, wir wandten die Strafe der Steinigung bis zum Tode auch an. Ich muß leider eingestehen, daß die Menschen das in der Zwischenzeit vergessen haben und womöglich sagen: „Wir finden die Strafe der Steinigung nirgends in Allahs Buch“, und deshalb vernachlässigen sie die Pflicht, die von Allah vorgeschrieben wurde. Die Steinigung ist eine Pflicht, die im Buche Allahs niedergelegt ist, dies für verheiratete Männer und Frauen wenn Ehebruch vorliegt der durch Zeugenaussagen, Schwangerschaft oder Geständnis bewiesen ist.

Bukhari V8 B78 N804 berichtet von Abu Huraira und Zaid bin Khalid: Zwei Männer hatten vor Mohammed eine Auseinandersetzung. Einer von ihnen sagte: „O Gesandter Allahs! Richte zwischen uns entsprechend dem Gesetz Allahs.“ Der andere war etwas weiser und sagte: „O Gesandter Allahs! Richte zwischen uns entsprechend dem Gesetz Allahs und erlaube mir zu sprechen.“ Der Prophet sagte: „Sprich!“ Er sagte: „Mein Sohn war ein Arbeiter, der dieser Person gedient hat. Und er hatte Beischlaf mit dessen Frau. Die Leute sagen, daß mein Sohn gesteinigt werden soll, aber ich habe ihn mit einhundert Schafen und einem Sklaven-Mädchen freigekauft. Dann habe ich die Gelehrten gefragt und sie gaben mir zur Antwort, daß mein Sohn hundert Peitschenhiebe erhalten und für ein Jahr in die Verbannung gehen soll und daß die Ehefrau gesteinigt werden muß.“ Allahs Gesandter sagte: „Wahrlich, in Wessen Händen mein Leben ruht, ich werde richten zwischen euch entsprechend dem Gesetz Allahs. Die Schafe und das Sklavenmädchen müssen zurückgegeben werden, der Sohn muß zu einhundert Peitschenhieben und einjähriger Verbannung verurteilt werden.“ Dann befahl er Unais Al-Aslami, zur Ehefrau des anderen Mannes zu gehen und, falls sie die Straftat bekennen würde, sie zu Tode zu steinigen. Sie gab ein Geständnis ab und wurde gesteinigt.

Bukhari V8 B82 N816 berichtet von Ibn Abbas: Umar sagte: „Ich fürchte, daß nachdem viel Zeit verflossen ist die Menschen sagen werden: Wir finden keine Verse über das Steinigen im Heiligen Buch, und dann konsequenterweise in die Irre gehen indem sie die Verpflichtung vernachlässigen, die Allah offenbart hat. Ich bestätige, daß die Strafe der Steinigung vollzogen wird an demjenigen, der illegalen Sexualkontakt hat, wenn er schon verheiratet ist und wenn die Straftat von Zeugen oder durch Bekenntnis bestätigt oder durch Schwangerschaft bewiesen ist.“ Abu Sofyan fügte bei: „Ich habe diesen Bericht auf dieselbe Weise in Erinnerung.“

Textanalyse der Bestimmungen zu Unzucht im Koran und in der sunna

1. Die koranischen Grundlagen zum Thema Unzucht fordern für den gleichen Tatbestand unterschiedliche Bestrafungen, die Bestimmungen widersprechen sich, und sind unvollständig ausformuliert.

2. Ohne weitergehende ergänzende Bestimmungen aus den ahadith wären sie für die Erstellung eines Rechtskodex nicht ausreichend.

3. Unzüchtige Frauen sollen eingesperrt werden, bis der Tod sie ereilt oder „Allah ihnen eine Möglichkeit schafft“. Es ist wahrscheinlich, daß diese Bestimmung auch die Bestrafung lesbischer Liebe abdeck. Delinquenten homosexuellen Männern soll „Ungemach angetan werden„.

4. Wenn „zwei von euch Männern es begehen“ und diese nachher ihre Tat bereuen, dann soll von Strafe abgesehen werden. Diese Erleichterung hat keine Gültigkeit bei heterosexuellem vorehelichem Geschlechtsverkehr, bei Ehebruch und bei lesbischer Liebe.

5. Unzucht zwischen Mann und Frau ist generell mit 100 Peitschenhieben zu bestrafen.

6. Im Koran wird nicht zwischen verheirateten und ledigen Gesetzesbrechern unterschieden.

7. Der Unzucht überführte Delinquenten dürfen nur noch wegen dem gleichen Verbrechen verurteilte Muslime oder Ungläubige heiraten. Unzucht ist also ein Ehehindernis. Das letztlich gültige Urteil bei Unzucht ist in der sunna niedergeschrieben und fordert:

  • – einhundert Peitschenhiebe und einjährige Verbannung für ledige volljährige Personen.
  • – einhundert Peitschenhiebe und anschließende Steinigung für Ehebrecher/Innen

In den vier oben aufgeführten Belegen aus der sunna wird versichert, daß es sich bei der Forderung zur Steinigung von Sexualverbrechern eigentlich um eine koranische Offenbarung handelt, die dann bei seiner Kompilation nicht berücksichtigt wurde. Deshalb abrogiert in der Praxis der islamischen Rechtssprechung ausnahmsweise eine Bestimmung aus der sunna die eigentlich höher gewerteten (vorhandenen) koranischen Vorgaben.

Was geschah?

Dazu Jaya Gopal: „Die Sure 33 „Die Verbündeten“ enthält in der jetzigen Version 73 Verse. Es wird berichtet, daß dieses Kapitel ursprünglich auch den heute nicht mehr vorhandenen Vers über die Steinigung enthalten habe. Die Schreiber Ubayy und Abu Musa bezeugten ebenso wie Omar und Aischa, daß die Sure ursprünglich 200 Verse umfasst haben soll. Als Othman jedoch die Abschriften übertrug, konnte er nur 73 finden.“ (Jaya Gopal, Gabriels Einflüsterungen, Seite 71, Ahriman-Verlag, Freiburg, 2004)

Wo sind die anderen Verse hingekommen? John Burton schreibt über den diesbezüglichen Hinweis Aischas: „Die Verse über die Steinigung und über die Schwangerschaft wurden offenbart und anschließend auf ein Blatt geschrieben, das dann zur Sicherheit unter Aischas Bettzeug aufgehoben wurde. Als der Prophet krank wurde und alle im Haushalt damit beschäftigt waren, ihn zu pflegen, kam ein Tier vom Hof ins Zimmer und frass das Blatt“ (John Burton, The Collection of the Qur’an, Cambridge University Press, Cambridge, 1977, Seite 86)

Dazu auch Ibn Warraq: „Es gibt eine Überlieferung von Aischa, der Frau des Propheten, wonach es einmal einen Vers gab, der sich auf die Steinigung bezog, in dem die Steinigung als Strafe für Unzucht vorgeschrieben wurde, ein Vers, der einst Teil des Qur’ans war, jetzt aber verloren ist. Die ersten Kalifen wandten diese Bestrafung bei Ehebruch an, obwohl der Qur’an, wie er uns heute vorliegt, dafür nur einhundert Peitschenhiebe anordnet. So diese Geschichte unwahr ist, bleibt es ein Rätsel, wieso das islamische Recht bis auf den heutigen Tag die Steinigung vorschreibt … “ (Ibn Warraq, Warum ich kein Muslim bin, Matthes & Seitz, Berlin, 1995, Seite 164 f)

► Taliban richten 22 jährige Frau wegen Ehebruchs hin

C. Die Ungenauigkeit des koranischen Dogmas zur Unzucht

Wie schon erwähnt, handelt es sich bei Steinigung als Strafe für Unzucht von Eheleuten nicht um eine vollständige Abrogation der koranischen Vorlagen, sondern um eine Präzisierung. Die Auspeitschung mit 100 Hieben aus Sure 24, Vers 2 wird beibehalten; die Steinigung ist demnach eine Erweiterung des Strafmaßes, und zwar für verheiratete Muslime. Für ledige muslime besteht die Verschärfung der Bestrafung in der Forderung nach einjähriger Verbannung. Die Verse 15 und 16 aus Sure 4 wurden ja durch den eben erwähnten Vers 2 aus Sure 24 schon abrogiert – oder doch nicht?

Es stellt sich die Frage: Warum hat Allah die schwere menschliche Verirrung der Unzucht (inklusive Homosexualität und lesbischer Liebe) nicht ein für alle Mal im Koran klar geregelt? Warum hat Er zu diesen Themen eine Reihe uneindeutiger und sich widersprechender Bestimmungen erlassen?

Das Recht auf ein eigenständiges Sexualleben ist ein Grundrecht jedes mündigen Bürgers und wird gemäß Artikel 3 und 12 der ► Allgemeine Erklärung der Menschenrechte geschützt. Ein selbstbestimmtes Sexualleben ist demnach in allen westlichen Demokratien Teil der garantierten Persönlichkeitsrechte.

Steinigen

Steinigung heute

 

D. Das Beweisprozedere zum Nachweis von Unzucht

Das Zeugenrecht in der islamischen Rechtssprechung widerspricht ganz klar nicht nur dem westlichen Rechtsverständnis der Gleichstellung von Mann und Frau sondern auch den Menschenrechten. ► Das Zeugenrecht in der scharia

1. Der Beweis von Unzucht

Allah hat als Tatbeweis für Unzucht festgelegt, daß sie von vier Männern bezeugt werden muß:

Sure 4, Vers 15: Und wenn welche von euren Frauen etwas Abscheuliches begehen, so verlangt, daß vier von euch (Männern) gegen sie zeugen! Wenn sie (tatsächlich) zeugen, dann haltet sie im Haus fest, bis der Tod sie abberuft oder Gott ihnen eine Möglichkeit schafft (ins Leben zurückzukehren)!

Durch die Zeugenaussage von vier Männern ist das Kapitalverbrechen von Unzucht also bewiesen. Die Bestimmung in dieser Offenbarung richtet sich zwar nur gegen Frauen, die „etwas Abscheuliches begehen“, also Unzucht betreiben. Die Forderung nach der Zeugenaussage von vier Männern wird im islamischen Recht aber generalisiert und in jedem Falle von Unzucht aufgestellt, also nicht nur bei außerehelichem Geschlechtsverkehr, sondern auch bei vermuteter Homosexualität und Vergewaltigung.

2. Die Verleumdung

In einem zweiten Schritt, anläßlich einer späteren Offenbarung, hat Allah die Anforderungen verschärft. Jetzt geht es nicht mehr nur um unzüchtige Frauen, sondern um „ehrbare Ehefrauen„. Ferner hat der Allmächtige die Bestrafung bei Verleumdung eingeführt und gefordert, daß die vier männlichen Zeugen mit 80 Peitschenhieben zu bestrafen sind, wenn sich der geäußerte Verdacht nicht durch übereinstimmende Aussagen aller vier Zeugen erhärten läßt:

Sure 24, Vers 4: Und wenn welche von euch ehrbare Ehefrauen mit dem Vorwurf des Ehebruchs in Verruf bringen und hierauf keine vier Zeugen für die Wahrheit ihrer Aussage beibringen, dann verabreicht ihnen achtzig Peitschenhiebe und nehmt nie mehr eine Zeugenaussage von ihnen an! Sie sind die wahren Frevler, (Übersetzung nach R. Paret)

Tafsir al-Jalalayn 24,4: Und diejenigen, welche ehrbare verheiratete Frauen, welche keusch sind, der Unzucht anklagen, und nicht gleichzeitig vier Zeugen bringen können, welche als Augenzeugen die unzüchtige Handlung bezeugen können schlage jeden von ihnen mit achtzig Peitschenhieben. Lade sie nie mehr ein, für irgendetwas Zeugenaussagen zu machen, denn sie sind unmoralisch, sie haben eine schwere Sünde begangen.

Interessant ist, daß in Sure 24, Vers 4 nur die Verleumdung von „ehrbaren Ehefrauen“ durch Männer behandelt wird. Die Verleumdung von ehrbaren Ehemännern durch Frauen wird hingegen nicht erwähnt.

Die Bestrafung von falscher Zeugenaussage wird im islamischen Recht auf sämtliche Fälle von zu beweisender Unzucht angewendet, also nicht nur bei „ehrbaren Ehefrauen“.

3. Der Beweis der Unzucht gegen die eigene Ehefrau

Die Anklage wegen Ehebruchs gegen die eigene Ehefrau muß, wenn der Ehemann für die Untermauerung des Vorwurfes keine Zeugen findet und „nur sich selber als Zeugen dafür“ hat, durch Schwüre untermauert werden. Die angeklagte Ehefrau kann sich erfolgreich mit ebenso vielen Schwüren von der Anklage befreien:

Sure 24, Vers 6: Und wenn welche von euch ihre eigenen Gattinnen mit dem Vorwurf des Ehebruchs in Verruf bringen und nur sich selber als Zeugen dafür haben, dann soll die Zeugenaussage eines solchen Ehegatten darin bestehen, daß er viermal vor Gott bezeugt, daß er die Wahrheit sagt,
Sure 24, Vers 7: und ein fünftes Mal, daß der Fluch Gottes über ihn kommen soll, wenn er lügt.
Sure 24, Vers 8: Und die betreffende Frau entgeht der Strafe die auf Ehebruch steht, wenn sie viermal vor Gott bezeugt, daß er lügt,
Sure 24, Vers 9: und ein fünftes Mal, daß der Zorn Gottes über sie kommen soll, wenn er die Wahrheit sagt.
Sure 24, Vers 10: Und wenn nicht Gott Seine Huld und Barmherzigkeit über euch würde walten lassen, und wenn Er nicht so gnädig und weise wäre. (Übersetzung nach R. Paret)

Bei diesen Bestimmungen können wir dieselbe Auslassung feststellen, wie bei der Verleumdung von Ehefrauen durch fremde Männer: Für die potentiell gehörnte Ehefrau finden wir keine Regelungen, wie sie gegen ihren fremdgehenden Ehemann vorgehen soll.

4. Weitere Beweise für das Vorliegen von Unzucht

Wie aus den oben erwähnten Belegstellen aus den ahadith hervorgeht, gelten als Beweis für erfolgte Unzucht neben Zeugenaussagen auch:

– eine Schwangerschaft

– ein Geständnis „Ausser einer übereinstimmenden Zeugenaussage von zwei bzw. vier Zeugen ist also ein Geständnis die einzige Möglichkeit, eine Verurteilung bei einem Kapitalverbrechen zu erreichen. Dieses Geständnis muß mindestens einmal ausgesprochen werden, im Fall von Unzucht muß es nach Auffassung der Hanafiten und Hanbaliten jedoch viermal wiederholt werden.“ (Ch. Schirrmacher, U. Spuhler-Stegemann, Frauen und die Scharia, Seite 47, Goldmann-Verlag, München, 2006, Seite 48) „Die Person, die freiwillig gesteht, muß das Geständnis vier mal wiederholen, kann es allerdings später widerrufen:“ (Ecyclopaedia of the Qur’an, Brill, Leiden + Boston, 2006, Seite 29)

Art 71 Textanalyse der koranischen Bestimmungen zu Zeugnis und Verleumdung

1. Es stellen sich bei der Lektüre der koranischen Verse über die Zeugenaussagen bei Unzucht fremder Ehefrauen eine ganze Reihe von Fragen:

– Was bedeutet denn eigentlich eine Zeugenaussage in Bezug auf Ehebruch? Es bedeutet, daß der Zeuge die Tat mit eigenen Augen gesehen haben muß. Er darf also nicht nur auf Grund von nahe liegenden oder kompromittierenden Umständen annehmen, daß Ehebruch, Notzucht oder Unzucht stattgefunden haben, sondern er muß bei der Tat quasi anwesend sein.

– Es ist durchaus möglich, daß der Ehemann seine ehebrecherische Ehefrau in flagranti ertappt, weshalb die Bestimmung, daß seine Klage vor Gericht angenommen wird, sinnvoll ist.

– Demgegenüber ist es beim Beischlaf, der üblicherweise in einem geschützten und privaten Rahmen stattfindet, fast auszuschließen, daß vier Zeugen anwesend sind. Es ist allenfalls noch für einen einzelnen Zeugen im Bereich der Möglichkeit, daß er eine solche Tat bemerkt.

– Warum wird dann gefordert, daß ausgerechnet vier Zeugen aussagen, wo es doch – so müßte man entsprechend der Schwere des Vergehens annehmen – darum geht, dieses Verbrechen auch wirklich bestrafen zu können?

– Warum soll denn ausgerechnet ein beliebiger Mann irgendeine Frau des Ehebruchs beschuldigen? aus Rache? aus Mißgunst?

– Warum behandelt Vers 4 aus Sure 24 nur den Vorwurf gegen eine ehebrecherische Ehefrau? Warum ist sie „ehrbar„?

2. Für die Beantwortung dieser Fragen muß man einen Ausflug in die Genesis von Vers 4 aus Sure 24 machen. Er wurde offenbart, als die Lieblingsfrau Mohammeds, Aischa, des Ehebruchs angeklagt wurde:

Bei der Heimkehr nach dem Feldzug gegen die Banu Mostaliq (einem Beduinenstamm) im Jahre 628 verlor Aischa den Anschluß an den Trupp, was dann zu schweren Verdächtigungen und Anschuldigungen wegen Ehebruchs führte: „Aischa erzählte: So oft Mohammed eine Reise unternahm, loste er unter seinen Frauen und nahm die mit, welche das Los traf. Bei dem Feldzuge gegen die Banu Mostaliq wurde auch gelost, und das Los fiel auf mich … Wenn mein Kamel zur Reise bereit war, setzte ich mich in die Sänfte, dann kamen die Kameltreiber, fassten die Sänfte von unten und hoben sie auf den Rücken des Kamels und banden sie fest, dann zogen sie das Kamel am Kopfe und führten es fort. Als Mohammed von diesem Feldzuge heimkehrte, ritt er bis zu einer Station in der Nähe von Medina, dann stieg er ab und brachte hier die Nacht zu. Dann gab er wieder den Befehl zum Aufbruch, und die Leute zogen weiter, ich aber entfernte mich wegen eines Bedürfnisses, und ich hatte eine Kette aus Steinen an. Als ich fertig war, fiel sie mir von meinem Halse, ohne daß ich es merkte, und als ich zu den Kamelen zurückkehrte und nach meinem Hals griff, fand ich sie nicht, da kehrte ich zu der Stelle zurück, nach welcher ich gegangen war, und suchte sie, bis ich sie fand. Meine Kameltreiber waren aber schon früher hinter mir hergekommen, denn mein Kamel war schon bereit, und da sie fest geglaubt hatten, ich sei, wie gewöhnlich in die Sänfte gestiegen, hatten sie diese aufs Kamel gehoben und festgegürtet, und das Kamel fortgetrieben. Als ich daher zum Lager zurückkam, war kein Mensch mehr da, denn alles war schon aufgebrochen, da hüllte ich mich in mein Oberkleid und legte mich an dem Orte, wo ich war nieder, denn ich wusste, daß man zu mir zurückkehren würde, sobald man mich vermisste. Während ich so dalag kam Safwan Ibn al-Muattal vorüber, der wegen eines Geschäfts hinter dem Heere zurückgeblieben war, und die Nacht nicht mit demselben zugebracht hatte. Als er mich bemerkte, ging er auf mich zu, bis er vor mir stand, denn er hatte mich früher schon gesehen, ehe wir uns verschleiern mussten, und rief: „Wir sind Allahs und kehren einst zu Ihm zurück, es ist die Gattin des Gesandten Allahs!“ Ich hüllte mich in mein Gewand, und als er fragte: „Warum bist Du zurückgeblieben? Allah sei dir gnädig!“ gab ich keine Antwort. Er aber führte mir sein Kamel vor und sagte: „Besteige es!“ und trat wieder zurück. Als ich es bestiegen hatte, führte er es schnell fort, um die Leute noch einzuholen, aber wir konnten sie nicht mehr einholen. Auch wurde ich bis zum folgenden Morgen, als die Leute abgestiegen waren, nicht vermisst. Als alle schon in Ruhe waren, kam Safwan, und trieb mein Kamel heran. Da führten die Leute die bekannten Reden, und die Truppen gerieten in Schrecken, aber ich wusste von Allem nichts. Kaum in Medina angekommen wurde ich sehr unpässlich, so daß ich von all den Reden nichts erfuhr. Die Reden drangen zwar auch zu Mohammed und meinen Eltern, aber sie erwähnten nicht das Geringste davon vor mir“ (Weil, 2. Band, Seite 140)

Die Geschichte dümpelte einige Zeit vor sich hin, wobei diejenigen, die das Gerücht des Ehebruches in Umlauf gesetzt hatten nicht aufhörten, die Sache anzuheizen. Für Mohammed war das sehr unangenehm und schadete seinem Ruf. Es stiftete auch Unfrieden unter den Gläubigen und stachelte die ► Heuchler zu weiterem böswilligem Tun an. Schließlich konfrontierte Mohammed Aischa mit den Vorwürfen:

„Du wirst gehört haben, was die Leute sagen, fürchte Allah! Hast du ein Unrecht begangen, so kehre dich zu Allah, Er nimmt die Busse Seiner Diener an.“ Kaum hatte er so gesprochen, so liessen meine Tränen nach … und ich erwartete, daß meine Eltern für mich antworten würden. aber sie schwiegen und ich hielt mich zu gering und unbedeutend, als daß ich die Hoffnung hegte, Allah werde um meinetwillen Etwas offenbaren, das dann als Koran in den Moscheen gelesen und bei Gebeten gebraucht wird: das einzige, was ich hoffte war, daß Mohammed ein Gesicht haben werde, in welchem ihm Allah meine Unschuld zeigte.“ (Weil, 2. Band, Seite 141)

Die Angelegenheit war aber – entgegen den Befürchtungen Aischas – für den Allmächtigen doch bedeutend genug, um klärende Worte hernieder zu senden:

„Mohammed war noch nicht aufgestanden, als ihn, wie gewöhnlich, eine Ohnmacht überfiel, er wurde in sein Gewand gehüllt und man legte ein Lederkissen unter sein Haupt. Als ich dies sah, war ich weder verzagt noch besorgt, denn ich wusste, daß ich unschuldig war … Endlich kam Mohammed wieder zu sich, er setzte sich aufrecht, und der Schweiß rann wie Perlen von ihm herab, obgleich es ein Wintertag war. Er wischte sich den Schweiß von der Stirne und sagte: „Empfange frohe Botschaft, Aischa! Allah hat deine Unschuld geoffenbart“ Ich sagte: „Allah sei gepriesen!“ Er trat dann zu den Leuten hinaus und las ihnen vor, was Allah zu dieser Sache im Koran geoffenbart hatte, dann liess er Hassan Ibn Thabit, Mistah Ibn Uthathe und Hammnah, welche die schlimmsten Nachreden geführt hatten, geisseln.“ (Weil, 2. Band, Seite 142)

Wie erwähnt, war diese Begebenheit der Anlaß, daß Allah aus der Urschrift durch den Engel Gabriel weitere umfangreiche Offenbarungen herabsenden ließ; sie umfassen den Anfang der Sure 24 „Das Licht“ und wurden, wie Vers 1 ausdrücklich festhält „zum Gesetz erhoben“. Daher ist Unzucht ein Vergehen, welches göttliches Recht verletzt und somit ein Kapitalverbrechen.

Die sich unmittelbar auf die „Affäre Aischa“ beziehenden Stellen sind Vers 4 mit der notwendig gewordenen Gesetzespräzisierung und die Verse 10 bis 20 mit den moralischen Erläuterungen an die Adresse der Übeltäter die „es für ein Leichtes hielten, wo es vor Allah schwer ist.“. Sie sollen sich nie wieder zu solch verleumderischem Tun hinreißen lassen Und eben in dieser Textpassage, in Vers 4 „hernach nicht vier Zeugen beibringen“ und auch noch Vers 13 „Warum brachten sie nicht vier Zeugen hierfür?“ stellt Allah die unabdingbare Forderung nach 4 Zeugen auf: :

Sure 24, Vers 1: Eine Sure, die Wir herabsandten und zum Gesetz erhoben! Und Wir sandten deutliche Zeichen in ihr herab, auf daß ihr euch ermahnen lasset.
Sure 24, Vers 2: Die Hure und den Hurer, geißelt jeden von beiden mit hundert Hieben; und nicht soll euch Mitleid erfassen zuwider dem Urteil Allahs, so ihr an Allah glaubt und an den Jüngsten Tag. Und eine Anzahl von Gläubigen soll Zeuge ihrer Strafe sein.
Sure 24, Vers 3: Der Hurer soll nur eine Hure heiraten oder eine Heidin; und die Hure soll nur einen Hurer heiraten oder einen Heiden. Und verwehrt ist solches den Gläubigen.
Sure 24, Vers 4: Diejenigen, welche züchtige Frauen verleumden und hernach nicht vier Zeugen beibringen, die geißelt mit achzig Hieben und nehmt nie mehr ihr Zeugnis an, denn es sind Frevler.
Sure 24, Vers 5: Außer jenen, welche hernach bereuen und sich bessern; denn siehe, Allah ist wahrlich verzeihend und barmherzig.
Sure 24, Vers 6: Und diejenigen, welche ihre Gattinnen verleumden und keine Zeugen haben außer sich selber – viermal soll ein jeder sein Zeugnis vor Allah beteuern, daß er wahrhaftig ist,
Sure 24, Vers 7: und zum fünften mal, daß Allahs Fluch auf ihn komme, so er ein Lügner sei.
Sure 24, Vers 8: Aber abwenden soll es die Strafe von ihr, wenn sie viermal vor Allah bezeugt, daß er ein Lügner ist,
Sure 24, Vers 9: und das fünfte Mal, daß Allahs Zorn auf sie komme, wenn er die Wahrheit gesprochen.
Sure 24, Vers 10: Und ohne Allahs Huld und Barmherzigkeit gegen euch, und so wäre Allah nicht vergebend und weise … (so hätte Er sofortige Strafe verhängt.)
Sure 24, Vers 11: Siehe, diejenigen, welche die Lüge aufbrachten, eine Anzahl von euch, erachten es nicht für ein Übel für euch; nein, es ist gut für euch. Jedem Manne von ihnen soll sein, was er verdient hat an Sünde, und derjenige, welcher es übernahm, sie zu vergrößern, soll gewaltige Strafe empfangen.
Sure 24, Vers 12: Warum, als ihr es hörtet, dachten nicht die gläubigen Männer und Frauen bei sich Gutes und sprachen: „Dies ist eine offenkundige Lüge?“
Sure 24, Vers 13: Warum brachten sie nicht vier Zeugen hierfür? Doch da sie die Zeugen nicht brachten, sind sie vor Allah Lügner.
Sure 24, Vers 14: Und ohne Allahs Huld zu euch und Seine Barmherzigkeit hienieden und im Jenseits hätte euch für eure Ausstreuung eine gewaltige Strafe getroffen,
Sure 24, Vers 15: Und als ihr mit euren Zungen äußertet und mit eurem Munde spracht, wovon ihr kein Wissen hattet und es für ein Leichtes hieltet, wo es vor Allah schwer ist.
Sure 24, Vers 16: Und warum, als ihr es hörtet, spracht ihr nicht: „Es kommt uns nicht zu, hierüber zu reden?“ Preis Dir! Dies ist eine gewaltige Verleumdung.
Sure 24, Vers 17: Allah ermahnt euch, nie wieder ähnliches zu tun, so ihr gläubig seid. Sure 24, Vers 18: Und Allah macht euch die Zeichen klar, und Allah ist wissend und weise.
Sure 24, Vers 19: Und diejenigen, welche Gefallen daran finden, daß Schändliches ruchbar wird von den Gläubigen, sollen schmerzliche Strafe empfangen. Hienieden und im Jenseits; und Allah weiß, doch ihr wisset nicht.
Sure 24, Vers 20: Und ohne Allahs Huld gegen euch und Seine Barmherzigkeit, und wäre Allah nicht gütig und barmherzig, … (hätte Er euch sofort bestraft.)

Das im Falle von vermuteter Unzucht durch Allah eingeführte Beweisprocedere mit vier männlichen Zeugen hat im Zusammenhang mit der Affäre um Mohammeds Kindfrau Aischa zweifellos weit über das nötige Ziel hinausgeschossen. Zur fraglichen Tatzeit war sie ja mit dem belasteten muslim allein in der Wüste und niemand, der als Zeuge hätte aussagen können, war in der Nähe. Aber die Forderung nach schwerer Auspeitschung von verleumderischen Zeugen stellte jedenfalls sicher, daß die bösen Zungen in Medina umgehend verstummten. Auch diese Offenbarung kam gerade im richtigen Zeitpunkt hernieder.

Der zentrale Stellenwert des Ehrbegriffes im Islam geht eben auch aus dieser Forderung und der harten Bestrafung bei Verleumdung hervor. Aufschlußreich dazu sind die detaillierten Strafbestimmungen bei Verleumdung im iranischen Strafrecht.

Fünftes Kapitel: Verleumdung

II) Hurerei / Ehe auf Zeit (mut’a)

Wie aus den bisherigen Ausführungen hervorgeht, ist Unzucht (zina), das heißt jeglicher Sexualverkehr ausserhalb der Ehe, im Islam verboten. Unzucht ist ein Kapitalverbrechen.

Folgerichtig müßte man annehmen, daß auch Prostitution untersagt ist. Die einzig legitime Art des Sexualaktes hätte demnach für den muslimischen Mann ausschliesslich innerhalb der Ehe und mit den eigenen Sklavinnen zu erfolgen. Allerdings gibt folgender Vers die juristische Grundlage ab, wonach sich Männer einer sehr speziellen Form der Hurerei bedienen können:

Sure 4, Vers 24: Und verboten sind euch die ehrbaren Ehefrauen, außer was ihr an Ehefrauen als Sklavinnen besitzt. Dies ist euch von Gott vorgeschrieben. Was darüber hinausgeht, ist euch erlaubt, nämlich daß ihr euch als ehrbare Ehemänner, nicht um Unzucht zu treiben, mit eurem Vermögen sonstige Frauen zu verschaffen sucht. Wenn ihr dann welche von ihnen im ehelichen Verkehr genossen habt, dann gebt ihnen ihren Lohn als Pflichtteil! Es liegt aber für euch keine Sünde darin, wenn ihr, nachdem der Pflichtteil festgelegt ist, darüber hinausgehend ein gegenseitiges Übereinkommen trefft. Gott weiß Bescheid und ist weise. (Übersetzung nach R. Paret)

Aus dem Tafsir al-Jalalayn entnehmen wir folgende exegetische Ausführung zu diesem Vers:

Tafsir al-Jalalayn 4,24: Verboten sind euch verheiratete (nicht verwitwete) Frauen. Ihr könnt sie nicht ehelichen, bevor sie ihre Ehemänner verlassen haben, ob sie nun freie Muslimas sind oder nicht. Außer was eure rechte Hand an gefangen genommenen Sklavenmädchen besitzt; mit ihnen könnt ihr sexuelle Beziehungen haben, auch wenn sie noch Ehemänner im Feindeslager haben, dies unter der Bedingung, daß ihr einen Menstruationszyklus abwartet um herauszufinden ob sie schwanger sind oder nicht. Dies ist, was Allah euch vorgeschrieben hat. Gesetzlich erlaubt ist euch – außer alldem was Er euch betreffend Frauen verboten hat – verheiratete oder ledige Frauen (auf)zusuchen um mit ihnen (eigentlich) ungesetzlichen Geschlechtsverkehr zu haben wenn ihr euer Vermögen einsetzt, um ihnen eine Mitgift oder sonstige Bezahlung zu offerieren. Solchen „Gattinnen“, welche ihr auf diese Weise genießt und mit denen ihr Sexualverkehr gehabt habt, gebt ihnen ihren Lohn, eine Mitgift welche ihr für sie bestimmt habt als Verpflichtung. Ihr haftet nicht dafür, wenn ihr – nachdem ihr eurer Verpflichtung nachgekommen seid – zusammen mit ihnen eine Übereinkunft trefft, ob (die Bezahlung) ausfallen, erhöht oder herabgesetzt werden soll. Allah kennt Seine Geschöpfe vollumfänglich, in weiser Voraussicht teilt Er ihnen zu.

Die Formulierung dieses Verses „mit eurem Vermögen sonstige Frauen zu verschaffen sucht“ zusammen mit den exegetischen Ausführungen scheint eindeutig zu sein: Er bildet die koranische Rechtfertigung für Prostitution, der so genannten mut’a-Ehe, in der die eheliche Gemeinschaft von vornherein auf eine bestimmte Zeit begrenzt wird.

Wie kommt Allah dazu, Hurerei zu erlauben, wo Er doch sonst die Bestimmungen zur Verhinderung und Bestrafung von außerehelichem Geschlechtsverkehr sehr rigide festgelegt hat? Die Antwort finden wir in einer Anweisung Mohammeds an seine Mitstreiter, den Beleg zur entsprechenden biographischen Reminiszenz bei Bukhari:

Bukhari V6 B60 N139 berichtet von Abdullah: Wir pflegten an den Heiligen Kriegen teilzunehmen, die der Prophet unternahm und wir hatten keine Frauen (Ehefrauen) dabei. So fragten wir den Propheten: „Sollen wir uns kastrieren?“ Aber der Prophet verbot uns, dies zu tun. Statt dessen erlaubte er uns, Frauen für eine befristete Zeit zu heiraten, indem wir sie entlöhnten. Darauf rezitierte er: „O ihr, die ihr glaubt! Macht die guten Dinge nicht unrechtmäßig, nachdem Allah sie für euch erlaubt hat.“

Es schien auf Raub- und Kriegszügen der medinensischen Urgemeinde ein erheblicher sexueller Notstand geherrscht zu haben. Und zwar dann, wenn noch keine weiblichen Kriegsgefangenen gemacht worden waren, die dann als Sklavinnen umsonst hätten konsumiert/vergewaltigt werden können.

Sexueller Mißbrauch von Sklavinnen und ungläubigen Kriegsgefangenen

Um also zu verhindern, daß die verzweifelten mujahidun operative Eingriffe vornahmen, die sie später sicher bereut hätten, hat Mohammed die Ehe auf Zeit erlaubt und Allah legitimierte sie mit Vers 24 aus Sure 4.

Die Ehe auf Zeit wurde also im Zusammenhang mit einem spezifischen Lebensumstand offenbart, in welchem sich ein mujahid befinden konnte: die Absenz seiner Ehefrauen und Sklavinnen auf Kriegszügen und damit das Ausgeliefertsein an einen unangenehmen Triebdruck.

Fatwa zu der Frage, ob die „Genussehe“ (die zeitlich begrenzte Ehe) islamisch erlaubt ist


Die zwölf Imame wurden von Allah bestimmt und die zeitlich gefristete Ehe für erlaubt erklärt.


Von dem Rechtsgutachter Sayed Sabah Shibr, dem prominenten schiitischen Gelehrten, Fernseh-Moscheenprediger und Verfasser zahlreicher islamischer Publikationen


(Institut für Islamfragen, dh, 29.06.2012) (Quelle) Frage: „Wer darf eine Genussehe erlauben? Wer darf sie verbieten?“

Antwort: „Die Führer der muslime [arab. a’imma; Singular: Imam] sind die Führer aller Lebewesen, es sind zwölf Führer [zwölf Imame]. Sie wurden vom Propheten – Allahs Segen sei auf ihm – und seinen Leuten ernannt. Diese Ernennung verwirklichte er [Muhammad] anhand des Auftrags Allahs – er sei erhoben. Die Beweise und Überlieferungen besagen: ‚Meine Leute [arab. ahl al-bayt] sind unter euch [den muslimen] wie die Arche Noah. Wer sich in diesem Schiff befindet [d.h., wer den zwölf Imamen folgt], wird errettet. Wer sich nicht darin befindet, geht runter‘. ‚Ich [Muhammad] hinterlasse euch [muslimen] zwei Fundamente: Den Koran und meine Leute [arab. ahl al-bayt]’…“

Also, wenn die Imame etwas sagen, gilt dies, als ob es von Propheten selbst gesagt worden wäre. Sie sind den Propheten gleichwertig. Vielleicht fragt sich jemand, wie das denn sein kann. Ein Prophet wird von Allah gesandt, ein Imam wird von Allah ernannt.

Die Führer der Leute des Hauses [die Führer einer Gruppe von muslimen, die als die wahrhaftigen muslime gelten, also die Imame] haben uns mitgeteilt, daß die zeitlich befristete Ehe erlaubt und von Allah und seinem Propheten [Muhammad] erlaubt worden ist.

Selbstverständlich wissen die Leute des Hauses mehr [als andere muslime über den Islam]. Außerdem erlaubt der edle Koran selbst diese Eheform: ‚Und [verwehrt sind euch] verheiratete Frauen außer denen, die ihr von Rechts wegen besitzt. Dies ist Allahs Vorschrift für euch. Und erlaubt ist euch außer diesem, daß ihr mit eurem Geld Frauen begehrt, zur Ehe und nicht zur Hurerei. Und gebt denen, die ihr genossen habt, ihre Brautgabe.‘ (Sure 4, 24)

Selbst, wenn wir keine Belege für die Rechtmäßigkeit der befristeten Ehe [arab. zawadj al-mut’a] hätten, wird diese durch das allgemeine Prinzip der Ehe bestätigt.

Nun, was ist der Unterschied zwischen der dauerhaften Ehe und der befristeten Ehe [Genussehe]? Die befristete Ehe ist genauso eine Ehe wie die dauerhafte. Also, sie benötigt gewisse Rahmenbedingungen und klare Bezeichnungen. Der einzige Unterschied zwischen diesen beiden Eheformen ist, daß die Genussehe zeitlich befristet ist. Die dauerhafte Ehe ist nicht zeitlich befristet. So ist der befristete Zeitraum eine Bedingung für die Genussehe. Diese Bedingung ist genau [so klar formuliert] wie jede andere Bedingung, die ein Ehevertrag umfassen kann. Nehmen wir einige Beispiele: Eine Frau könnte bei der Eheschließung ihrem Ehemann eine Bedingung [im Rahmen eines Ehevertrages] vorsetzen, z. B., daß er sie nicht aus ihrer Heimat herausreißen dürfe oder daß er sie an einem gewissen Ort unterbringen müsse oder sie mit bestimmten Kleidern ausstatten solle usw. All das sind [klar formulierte] Bedingungen, die legal sind. Die Bedingung [daß die Genussehe zeitlich begrenzt ist] ist eine Bedingung wie die erwähnten anderen. Die Genussehe ist also eine Eheform, in der die Ehe auf einen bestimmten Zeitraum befristet wird.

Zusammengefasst ist die Genussehe genau wie die dauerhafte Ehe zu betrachten, und dies eigentlich in allen Aspekten außer wenigen Ausnahmen. Wir werden später die Unterschiede zwischen der befristeten Ehe und der dauerhaften Ehe besprechen. Aber der erste Aspekt der Übereinstimmung zwischen der Genussehe und der dauerhaften Ehe ist die Form, die richtige Form. Bei der [Eheschließung der] dauerhaften Ehe muß die Ehewillige ihren Bräutigam in arabischer Sprache ansprechen: ‚Ich laß mich von dir heiraten mit einer Morgengabe von …[hier wird eine konkrete Summe an Brautgeld genannt]’. Der Ehewillige antwortet: ‚Ich akzeptiere‘. Ebenfalls sagt die Braut bei einer Genussehe zu ihrem Bräutigam: ‚Ich lasse mich von dir heiraten mit einer Morgengabe von … [hier folgt die konkrete Angabe], für den Zeitraum von … [hier folgt der Zeitraum].‘ Also, die Ehewillige fügt dem Ehevertrag den befristeten Zeitraum der Ehegültigkeit bei. Der Ehewillige beantwortet: ‚Ich akzeptiere‘.

Die übrigen Bedingungen der Genussehe sind dieselben wie bei der dauerhaften Ehe.

Quelle: www.youtube.com/watch?v=Dsjoj65m8OQ

Betrachten wir die bisher dargestellten Zeugnisse aus dem islamischen Dogma, so muß festgestellt werden, daß der Text von Vers 24 aus Sure 4 eindeutig einer generellen Erlaubnis zur Prostitution gleichkommt. Dies ist auch die Praxis im schiitischen Islam; im Iran gehört die mut’a – Ehe zu den erlaubten und gängigen sexuellen Praktiken. Sie wird durch obigen Vers legitimiert und damit von Unzucht unterschieden. Während erstere für ehrbare Ehemänner (nicht für ehrbare Frauen) erlaubt ist, ist letztere streng verboten. Worin liegt für den ehrbaren Ehemann, der sich „mit seinem Vermögen sonstige Frauen zu verschaffen sucht“ der Unterschied zu „Unzucht treiben“? Es wird wohl die Sanktionierung „von Oben“ sein.

Selbstredend ist die Ehe auf Zeit nur zwischen einem muslim und einer muslima erlaubt. Eine solche „Ehe“ kann für eine sehr kurze Dauer geschlossen werden (einige Stunden) und gilt nachher wieder als aufgelöst. „Die Mut’a ist eine Sonderform der Ehe. Für sie gelten Sonderbedingungen. Die Vertragspartner – Mut’a-Frau und Mut’a-Mann – schliessen einen Ehevertrag ab, der eine Art Mietvertrag ist, in dem die Dauer der Ehe oder eine bestimmte Anzahl von Sexualkontakten und die Besoldung der Frau festgelegt werden. Die Zeitehe kann Stunden, Monate oder Jahre dauern … Zum Vertragsabschluss werden weder Zeugen noch Imam oder Richter benötigt. … Sunniten halten diese Form der Ehe für eine durch den Koran und die sunna nicht zu rechtfertigende Form der Prostitution … In der Sunna wird sie mehrfach thematisiert. Danach hat das Vorbild Mohammed sie zunächst erlaubt und später verboten.“ (Hiltrud Schröter, Das Gesetz Allahs, U. Helmer Verlag, Königstein, 2007, Seite 84)

In der Tat hat Mohammed die Ehe auf Zeit wieder verboten, und zwar anläßlich der Eroberung von Khaybar:

Bukhari V5 B59 N527 berichtet von Ali bin Abi Talib: Am Tage von Khaybar hat Allahs Gesandter die Mut’a – Ehe und das Essen von Eselsfleisch verboten.

Es finden sich in den ahadith aber auch Berichte, welche das absolute Verbot wieder relativierten:

Bukhari V7 B62 N51 berichtet von Abu Jamra: Ich hörte Ibn Abbas, als er über die Mut’a – Ehe gefragt wurde und er erlaubte sie. Darauf sagte ein freigelassener Sklave zu ihm: „Das soll aber nur gelten, wenn einer ein sehr starkes Bedürfnis hat und keine Frauen verfügbar sind.“ Darauf antwortete Ibn Abbas: „Ja“.

Bukhari V7 B62 N52 berichtet von Jabir bin Abdullah und Salama bin Al-Akwa: Als wir auf einem Feldzug waren, kam der Gesandte Allahs zu uns und sagte: „Euch wurde erlaubt, eine Mut’a Ehe einzugehen, also leistet dem Folge.“ Salama bin al-Akwa fügte dann hinzu: „Allahs Gesandter führte aus: „Wenn ein Mann und eine Frau übereinkommen, eine Ehe auf Zeit einzugehen, so soll diese Ehe drei Nächte dauern. Wenn sie das Verhältnis verlängern wollen, so können sie dies tun; wenn sie sich jedoch trennen, so ist dies auch in Ordnung.“ Ich weiß nicht, ob dies nur für uns gilt oder auch für die Allgemeinheit. Denn Abu Abdullah (Al-Bukhari) hat ja bestätigt, daß Ali klar gemacht hätte der Prophet habe gesagt: „Die Mut’a Ehe wurde als gesetzeswidrig erklärt.“

Bukhari V9 B86 N91 berichtet von Muhammad bin Ali: Ali wurde gesagt, daß Ibn Abbas kein Problem mit der Mu’ta Ehe sehe. Er sagte jedoch folgendes: „Allahs Gesandter hat die Mu’ta Ehe und den Verzehr von Eselfleisch am Tage der Schlacht zu Khaybar verboten.“ Manche sagten: „Selbst wenn einer auf raffinierte Weise eine Ehe auf Zeit eingeht, ist diese Verbindung trotzdem illegal.“ Andere meinten: „Die Ehe ist zwar gültig, aber ihre Bedingung ungesetzlich.“

Was bleibt, ist eine sehr unbefriedigende und unklare dogmatische Situation. Die mut’a – Ehe ist ein vom Allmächtigen erlassenes Gebot und mit Vers 24 aus Sure 4 koranisch legitimiert. Mohammed hat diese göttliche Vorgabe offenbar für ungültig erklärt; die Anweisung Allahs dazu ist aber nie erfolgt. Die Abrogation im Koran fehlt demnach.

Wie man eine iranische Prostituierte erkennt

von Jörg Lau 5. MAI 2008/ Quelle

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Der ehemalige Teheraner Polizeichef Reza Zarei hat im Gefängnis einen Selbstmordversuch unternommen. (So wird es jedenfalls gemeldet.) Zarei war vor einem Monat mit 6 (!) nackten Frauen zusammen erwischt worden. Besonders pikant daran: Der Mann, der hier die Dienste von Prostituierten in Anspruch nahm, war verantwortlich für die Tugendterror-Kampagne unter dem Präsidenten Machmud Achmadinedschad im letzten Jahr, über die ich verschiedentlich berichtet habe.

Wie erkennt man eigentlich in einem Land mit Zwangsverschleierung eine Prostituierte? Die Antwort liefert freundlicherweise ein Artikel in Slate: Die meisten Prostituierten finden sich in Ghom, der theologischen Hauptstadt Irans mit ihren vielen Seminaren und Moscheen. Das Publikum besteht in starkem Maß aus Pilgern und den Theologie-Studenten der dortigen Seminare. Man erkennt die Frauen daran, daß sie sich an bestimmten Orten aufhalten.

Zuhälter ermöglichen es, trotz Schleiergebot einen Blick auf die Frau werfen zu können. Zwar sind die Strafen für Prostitution hoch – von Peitschenhieben bis zur Exekution. Doch es gibt auch ein theologisches Konstrukt – die Ehe auf Zeit, genannt Sigheh (kann auch für eine halbe Stunde eingegangen werden) – das die Prostitution (schiitisch-)islamisch korrekt absegnet. Viele der jungen Frauen sind Junkies und Ausreißerinnen, die am Ende eines verzweifelten Weges in der Prostituion landen.

III) Sexueller Mißbrauch von Sklavinnen und weiblichen ungläubigen Kriegsgefangenen

Lesen Sie dieses Kapitel im Zusammenhang mit folgenden Artikeln:

Im Namen Allahs
► Kriegsgefangene als Sexsklavinnen
► Pakistans christliche „Sexsklavinnen“ – eine Fallstudie
Der Vergewaltigungsjihad
Islam, Sklaverei und Vergewaltigung
Vergewaltigungsepidemie durch Muslime in Schweden
Der triebhafte Mann als Maß aller Dinge
► Der Vergewaltigungs jihad – Vergewaltigung durch Muslime
 Vergewaltigungen und Raub in der muslimischen Welt
 Massenvergewaltigung von Europäern durch Muslime
► Der Islam und die Frauen
 Welches Land hat die höchste Vergewaltigungsrate der Welt?
► Fatwa eines jordanischen Scheichs erlaubt Vergewaltigung gefangener ungläubiger Frauen
► IS macht Werbung für Kampfpädophile

Damit Seine männlichen Gläubigen ihre sexuellen Bedürfnisse jederzeit stillen können, hat Allah ihnen erlaubt, sich eine nicht genauer festgelegte Anzahl von Sklavinnen zu halten:

Sure 23, Vers 1: Selig sind die Gläubigen,
Sure 23, Vers 2: die in ihrem Gebet demütig sind,
Sure 23, Vers 3: leerem Gerede kein Gehör schenken,
Sure 23, Vers 4: der Pflicht der Almosensteuer nachkommen,
Sure 23, Vers 5: und sich des Geschlechtsverkehrs enthalten,
Sure 23, Vers 6: außer gegenüber ihren Gattinnen, oder was sie an Sklavinnen besitzen. (Übersetzung nach R. Paret)

Sure 70, Vers 28: vor der Strafe ihres Herrn darf sich (in der Tat) niemand sicher fühlen
Sure 70, Vers 29: und sich des Geschlechtsverkehrs enthalten (ihre Scham bewahren)
Sure 70, Vers 30: außer gegenüber ihren Gattinnen, oder was sie (an Sklavinnen) besitzen, (denn) dann sind sie nicht zu tadeln. (Übersetzung nach R. Paret)

Sure 4, Vers 24: Und verboten sind euch die ehrbaren Ehefrauen, außer was ihr an Ehefrauen als Sklavinnen besitzt. Dies ist euch von Gott vorgeschrieben … (Übersetzung nach R. Paret)

Sure 4, Vers 3: Und so ihr fürchtet, nicht Gerechtigkeit gegen die Waisen zu üben, so nehmt euch zu Weibern, die euch gut dünken, nur zwei oder drei oder vier; und so ihr auch dann fürchtet, nicht billig zu sein, heiratet nur eine oder was eure Rechte (an Sklavinnen) besitzt. Solches schützt euch eher vor Ungerechtigkeit.

Sklavinnen haben sich ihrem Besitzer jederzeit sexuell zur Verfügung zu halten. Das mag de jure nicht den Tatbestand der Vergewaltigung erfüllen. De facto handelt es sich bei einem sexuellen Akt in einem so einseitig definierten Abhängigkeitsverhältnis (und zudem in einer ausgesprochen streng patriarchalischen Klassengesellschaft) aber in den allermeisten Fällen um eine Form von Vergewaltigung. Die Sklavin ist Eigentum ihres Besitzers und dieser hat vollständige Verfügungsgewalt über sie. Eine Sklavin muß, ob sie will oder nicht. Abgesehen davon hat sie ihren Besitzer nicht freiwillig ausgewählt.

Ibn Warraq zitiert Stanley Lane-Pool (britischer Orientalist und Archäologe, 1854 – 1931): „Die Lebensumstände der Sklavin im Orient sind in der Tat äußerst betrüblich. Sie ist ihrem Herrn vollends ausgeliefert, der mit ihr und ihren Gefährtinnen tun kann was ihm beliebt, denn dem muslim obliegt keine Beschränkung in der Anzahl seiner Konkubinen … Die weiße Sklavin wird ausschließlich zum Zwecke der Lustbefriedigung ihres Herrn gehalten, und wenn er ihrer überdrüssig ist, wird sie weiterverkauft. So wird sie von einem Herrn zum nächsten weitergereicht, ein wahres Wrack von Weiblichkeit. Ihr Los bessert sich ein wenig, wenn sie dem Tyrannen einen Sohn gebiert, obwohl es ihm auch dann noch freisteht, das Kind nicht als das seine anzuerkennen, was zugegebenermaßen nicht sehr häufig geschieht. Obwohl der Prophet selbst sich gegen Sklaven gütig zeigte, kann man die unsäglichen Grausamkeiten nicht vergessen, die er seinen Anhängern gegenüber besiegten Völkern gestattete, indem er sie Sklaven machen ließ. Der muslimische Soldat durfte mit jeder „ungläubigen“ Frau, der er auf seinem siegreichen Feldzug begegnete, verfahren wie ihm der Sinn stand. Bedenkt man die Tausenden von Frauen, Müttern und Töchtern, die aufgrund dieser Erlaubnis unbeschreibliche Schande und Entehrung erlitten haben müssen, so findet man kaum Worte, um das Entsetzen auszudrücken. Diese grausame Willfährigkeit aber hat den muslimischen Charakter geprägt, ja, den Charakter des orientalischen Lebens überhaupt.“ (Ibn Warraq, Warum ich kein Muslim bin, Matthes & Seitz, Berlin, 1995, Seite 284)

 

So hat das sicher auch der Allah ergebene mujahid verstanden der anlässlich der Belagerung von Taif versicherte:

Hadith Tabari IX:25: „Bei Allah, ich kam nicht um umsonst zu kämpfen. Ich wollte die Taif besiegen, damit ich ein Sklavenmädchen erbeuten kann, um sie zu schwängern“.

► Belagerung von Taif

Die oben zitierten Koranstellen aus Sure 23 und Sure 70 werden auch in folgender fatwa als dogmatische Grundlage für die Erlaubnis zum sexuellen Mißbrauch von Sklavinnen zitiert:

Fatwa zu der Frage, ob ein Muslim mit einer Sklavin verkehren darf, auch wenn es nicht seine rechtsmäßige Frau ist

Rechtsgutachten-Nr.: 8747 vom 20.06.2001 (Quelle)

Von der Webseite des Rechtsgutachtergremiums „Islamweb.de“, einer theologischen, staatlichen Institution Qatars

(Institut für Islamfragen, dh, 04.08.2009)

Frage: „Darf ein muslim mit einer Sklavin verkehren, auch wenn es nicht seine rechtsmäßige Frau ist?“

Antwort: Der Koran besagt: „Selig sind die Gläubigen, die … sich des Geschlechtsverkehrs enthalten … außer gegenüber ihren Gattinnen oder denen, die sie von Rechts wegen besitzen, denn dann sind sie nicht zu tadeln.“ (Sure 23, 5-6) und (Sure 70, 30) Der Ausdruck ‚malakatul-yamin‘ [von Rechts wegen besitzen] meint Sklaven oder Sklavinnen, die ein Sklavenbesitzer rechtmäßig besitzt. Hier [in dem o. g. Koranvers] sind Sklavinnen gemeint. Ihr Besitzer darf mit ihnen ohne Ehevertrag, ohne [die für einen Ehevertrag notwendigen] Zeugen oder eine Morgengabe verkehren. Sie gelten nicht als Ehefrauen. Wenn er mit ihnen verkehrt, werden sie ‚Sarari‘ genannt.

In unserer Zeit gibt es kaum noch den Rechtsumstand ‚von Rechts wegen besitzen‘. Infolgedessen gibt es keine Sklavinnen oder Sklaven mehr. Dies bedeutet jedoch nicht, daß das [koranische] Prinzip zum Besitz von Sklaven oder Sklavinnen aufgehoben wurde, d. h. es kann in Kraft treten, wenn die Bedingungen dafür vorhanden sind, z. B. in einem Krieg zwischen muslimen und Ungläubigen. Denn die Frauen der kämpfenden Ungläubigen sind [für muslime] eine Kriegsbeute nach dem Prinzip der Sklavinnen und dem Besitz ‚von Rechts wegen‘. Dieses Prinzip gilt selbst, wenn die weltlichen Gesetze es verbieten.

Vergewaltigungsstatistik in verschiedenen Kulturkreisen

Wie selbstverständlich für orientalische muslime Sklaverei und damit verbundene sexuelle Ausbeutung auch heute noch sein kann, beschreibt ein Gerichtsfall aus Colorado (USA): „Ein Saudi namens Homaidan Al-Turki wurde im September 2006 zu 27 Jahren Gefängnis verurteilt, weil er eine Frau in seinem Haus in Colorado wie eine Sklavin gehalten und sexuell mißbraucht hatte. Er sagte dem Richter: „Euer Ehren, ich bin nicht hier um zu bereuen, ich kann keine Verbrechen zugeben und bereuen, die ich nicht getan habe. Der Staat hat diese grundlegenden muslimischen Verhaltensweisen kriminalisiert. Der Angriff auf traditionelle muslimische Verhaltensweisen ist das Ziel der Anklage.“ (The violent Oppression of Women in Islam, Freedom Center, Los Angeles, 2007, Seite 13)

Zur Möglichkeit, Sklavinnen sexuell zu gebrauchen schreibt T. Nagel: „Neben der vertraglichen Ehe hat bzw. hatte der Mann die Möglichkeit, unfreie Frauen zu erwerben und mit ihnen zu verkehren. Sie waren sein Eigentum, er konnte sie beispielsweise mit Sklaven verheiraten. Die aus einer solchen Ehe hervorgegangenen Kinder erhielten stets den Status der Mutter, blieben im genannten Falle also unfrei. Anders die Kinder, die der Herr mit seiner Sklavin zeugte; sie waren frei und genossen in der islamischen Gesellschaft das Ansehen eines Freien.“ (T. Nagel. Das islamische Recht, WVA-Verlag Skulima, Westhofen, 2001, Seite 172)

Fatwa zu der Frage, ob ein muslim ein Verhältnis mit Sklavinnen haben darf, ohne sie zu heiraten

Wenn die Bedingungen zur Versklavung der Frau gegeben sind, ist es erlaubt, weil die Frau dann als Besitz gilt Rechtsgutachten-Nr.: 8747 vom 20.06.2001 (Quelle)

Von dem Rechtsgutachtergremium www.islamweb.net, einem Fachgremium muslimischer Gelehrter unter der Leitung zwei promovierter Islamwissenschaftler, die sich auf den Erlaß theologischer Rechtsgutachten spezialisiert haben. (Institut für Islamfragen, dh, 29.06.2011)

Frage: „Was bedeutet [Sure 23,1-6:“Selig sind die Gläubigen, die … sich des Geschlechtsverkehrs enthalten … außer gegenüber ihren Gattinnen, oder was sie (an Sklavinnen) von Rechts wegen besitzen, dann sind sie nicht zu tadeln.“]: ‚was sie von Rechts wegen besitzen?‘ Welche Bedeutung hat dieser Ausdruck in unserer Zeit und wie wird diese Frage [islamisch] beurteilt?“

Antwort: „Der richtige Text dieses [Koranverses] lautet folgendermaßen: ‚außer gegenüber ihren Gattinnen oder was sie (an Sklavinnen) von Rechts wegen besitzen, dann sind sie nicht zu tadeln.‘ Gemeint sind Knechte, die als Besitz ihres Herrn und als seine Sklaven gelten. Das können Männer oder Frauen sein. Der Inhalt des Ausdrucks ‚von Rechts wegen besitzen‘ meint weibliche Knechte, d.h. Sklavinnen. Der Besitzer dieser Frauen darf mit ihnen ohne Ehevertrag, Zeugen oder Morgengabe verkehren, denn diese Frauen sind nicht seine Ehefrauen. Wenn er mit ihnen verkehrt, werden sie ‚Sarari‘ genannt. Dies ist die Pluralform von ‚Suri’a‘. In unserer Zeit ist die Sklaverei fast verschwunden. Es gibt mittlerweile weder Sklaven noch Knechte, die Gründe dafür sind bekannt. Das heißt jedoch nicht, daß die Vorschrift zur Versklavung ausgetilgt ist, falls die passenden Bedingungen dafür gegeben sind, z. B. im Fall eines Krieges zwischen muslimen und Ungläubigen. Die Frauen derjenigen, die [gegen muslime] kämpfen, gelten als Kriegsbeute [für muslime]. Für diese Frauen gelten die Vorschriften der Sklavinnen und das ‚von Rechts wegen besitzen‘, selbst wenn weltliche Gesetze dies verbieten würden. Falls die Bedingungen für das Besitzen dieser Frauen nicht vorhanden sind, gilt das Prinzip ‚Alle Menschen sind frei‘.“

Gemäß folgendem aktuellen Bericht bieten sich in muslimischen Ländern dank den heutigen globalisierten Möglichkeiten die Versklavung und anschließende institutionalisierte langjähriger Vergewaltigung ungläubiger Frauen als legitimes Geschäft geradezu an.

Nepalesische Frauen als Opfer von Prostitution und Sklaverei in arabischen Ländern

Von Kalpit Parajuli, Asia News 9. Juni 2011 (Quelle)

Kathmandu (Asia News) – Hunderte von nepalesischen Frauen, welche in arabische Länder immigriert sind, um bessere Jobs und Löhne zu bekommen, sind verschwunden. Laut ihren Ehemännern und sonstigen Verwandten wurden sie Opfer von Prostitution und Sklaverei. Die Migrantinnen, welche es schaffen zurückzukehren, weisen Zeichen physischer Erschöpfung, Verletzungen und psychologische Schädigungen auf, oft sind sie auch mit dem Aids Virus infiziert. Um eine Lösung für diese tragischen Vorkommnisse zu lösen, will die nepalesische Regierung die Auswanderung in den Irak, nach Kuwait und Afghanistan unterbinden, Länder also, in deren Zusammenhang die meisten Fälle registriert wurden. Im Jahr 2010 verschwanden 242 Frauen spurlos, welche zwecks Arbeitssuche ausgewandert waren.

Devi Lal Sunar aus dem Dorf Sanoshree (im Bardia Distrikt) hat seit 3 Jahren nichts von seiner Frau Shanti gehört und macht sich um ihre Sicherheit Sorgen. Er sagt: „Vor 10 Jahren überzeugte ein Nachbar meine Frau nach Kuwait zu gehen, er half ihr, quer durch Indien zu reisen.“ Der letzte Kontakt mit seiner Frau hätte vor ungefähr 3 Jahren stattgefunden, fügte er hinzu. Sie sagte damals in einem Telefongespräch, daß ihr Boss ihr nicht erlauben würde, nach Hause zu kommen. Er habe sie gefoltert und geschlagen als sie versucht habe, Kontakt mit ihrer Familie herzustellen und enthielt ihr den Lohn. „Ich habe mehrmals in Kuwait angerufen“ fährt er fort, „immer antwortet eine Stimme mit einem indische Akzent und der Sprecher weigert sich, mich mit meiner Frau zu verbinden.“ Der Mann behauptet, alles getan zu haben, um seine Frau wider nach Hause zu bringen. In den letzten Jahren mußte er einen Grossteil seines Grundstücks verkaufen und hat nun kein Geld mehr übrig, um seine zwei Kinder zu ernähren.

Lila Thapa, eine 35 jährige Frau, kehrte kürzlich in ihren Heimatort Katarn (Ebenfalls im Bardia Distrikt) zurück, nachdem sie 7 Jahre als Bedienstete in Kuwait gearbeitet hatte. „Es ist äußerst risikoreich und schwierig, in arabischen Ländern zu arbeiten“ meint sie, „Mißbrauchs- und Ausbeutungsfälle grassieren dort.“ Sie betonte, daß sie nie sexuell mißbraucht, sondern daß sie während ihres gesamten Aufenthalts in Kuwait ausgenützt und schlecht bezahlt worden sei.

Laut der Interessensgemeinschaft Maiti Nepal, welche sich gegen Frauenhandel einsetzen, sind diese Zahlen mutmaßlich Verschollener noch immer im Steigen begriffen. 2002 sprach man von 3 Fällen, im Jahr 2010 waren es bereits 242. Dieser Anstieg hat vor allem mit der vermehrten Migration in arabische Länder zu tun welche Frauen zwischen 25 und 35 besonders anzieht für Jobs wie Krankenschwester, Hausangestellte und Pflegerin. Viele von ihnen werden jedoch als Prostituierte an Bordelle verkauft oder werden privat als Hausdienstsklaven gehalten, welche dann ununterbrochenem Mißbrauch seitens ihrer Arbeitgeber anheimfallen.

Aber nicht nur in Friedenszeiten sind die Gläubigen sexuell versorgt. Der Allmächtige hat die Befriedigung der sexuellen Bedürfnisse Seiner mujahidun auch während Eroberungszügen sichergestellt. Diese können entweder eine muslimische Frau zeitlich begrenzt „heiraten“

Hurerei / Ehe auf Zeit (mut’a)

oder sie können sich an ungläubigen Frauen schadlos halten. Denn zur Kriegsbeute gehören, wie wir gesehen haben, nicht nur Güter und Ländereien sondern auch Menschen.

Auch Mohammed ließ sich auf Beutezügen mit den gewünschten Sklavinnen versorgen:

Bukhari V3 B46 N717 berichtet von Ibn Aun: ”Ich schickte einen Brief an Nafi und er schrieb mir zurück, daß der Prophet überraschend die Banu Mustaliq angegriffen hätte, als diese ahnungslos ihr Vieh an einem Wasserloch tränkten. Ihre kämpfenden Männer wurden getötet und die Frauen sowie die Kinder gefangen genommen. Der Prophet erhielt bei dieser Gelegenheit Juwairiya. Nafi erwähnte außerdem, daß Ibn ’Umar dies ihm erzählt habe welcher sich an dem Tag unter den Getreuen befand.“

Sure 33, Vers 50: Prophet! Wir haben dir zur Ehe erlaubt: deine bisherigen Gattinnen, denen du ihren Lohn (d.h. ihre Morgengabe) gegeben hast; was du an Sklavinnen besitzt, ein Besitz, der dir von Gott als Beute zugewiesen worden ist … (Übersetzung nach R. Paret)

Im Zusammenhang mit den sexuellen Beziehungen zu seiner koptischen Sklavin Maria, die Mohammed seiner Ehefrau Hafsa zuliebe abgebrochen hatte, erlaubt der Allmächtige ihm sogar ganz ausdrücklich, sich mit Sklavinnen sexuell zu erfreuen:

Sure 66, Vers 1: Prophet! Warum erklärst du denn im Bestreben, deine Gattinnen zufrieden zu stellen, für verboten, was Gott dir erlaubt hat? (Wie überliefert wird, hatte Mohammed sich seiner Gattin Hafsa gegenüber verpflichtet, die intimen Beziehungen zu seiner koptischen Sklavin Maria abzubrechen.) (Mit deinem Enthaltungsschwur hast du Unrecht getan.) Aber Gott ist barmherzig und bereit zu vergeben. (Übersetzung nach R. Paret)

Tafsir al-Jalalayn 66,1: Oh Prophet! Warum verbietest du etwas, was Allah in Bezug auf deine koptische Dienerin Maria als gesetzmäßig erklärt hat – diese Offenbarung steht im Zusammenhang mit der Episode als Mohammed und Maria von seiner Ehefrau Hafsa in deren Gemächern in einer kompromittierenden Situation aufgefunden wurden und letztere darauf sauer reagierte – indem du sagst, „sie ist nicht erlaubt für mich“ nur um deinen Ehefrauen einen Gefallen zu machen? Und Allah ist voll Vergebung und Gnade, Er hat dir dieses von dir selber gemachte Verbot verziehen.

Im Koran werden also, wenn auch nicht explizit ausformuliert, zum absoluten Verbot der Unzucht zwei gewichtige Ausnahmen gemacht. Nicht als Unzucht gelten demnach:

  • – Die Ehe auf Zeit (mut’a)
  • – Der sexuelle Verkehr mit Sklavinnen

Es folgt eine Zusammenstellung einiger ausgewählter Probleme bei der Generierung und Behandlung weiblicher Sklavenbeute:

1. Ob die neu gewonnenen Sklavinnen vorher verheiratet waren oder nicht ist unerheblich, denn mit dem Akt der Versklavung wird die Ehe der gefangenen ungläubigen Frau automatisch aufgehoben. Das von der Al-Azhar Universität – der am meisten respektierten Autorität innerhalb des sunnitischen Islam – gebilligte islamrechtliche Manual „Umdat al-Salik“ (Reliance of the Traveller) setzt folgendes fest: „Wenn ein Kind oder eine Frau gefangen genommen werden, so befinden sie sich kraft ihrer Gefangennahme unverzüglich im Sklavenstatus und die vorgängige Ehe der Frau wird aufgelöst.“ (Ahmad ibn Naqib al-Misri, Reliance of the Traveller, Amada Publications, Beltsville, USA, 1994, Seite 604)

Der Vergewaltigungsjihad
Reliance of the Traveller

Wo in der Biographie Mohammeds finden wir die Grundlage zu dieser Bestimmung?

Vers 24 aus Sure 4 wurde anläßlich der Schlacht von ► Hunain offenbart. Die Stelle: „Und verboten sind euch die ehrbaren Ehefrauen, außer was ihr an Ehefrauen als Sklavinnen besitzt. Dies ist euch von Gott vorgeschrieben.“ wird in der oben erwähnten exegetischen Ausführung aus dem Tafsir al-Jalalayn folgendermaßen präzisiert: „Außer was eure rechte Hand an gefangen genommenen Sklavenmädchen besitzt; mit ihnen könnt ihr sexuelle Beziehungen haben, auch wenn sie noch Ehemänner im Feindeslager haben

Die Legitimierung für diese Präzisierung finden wir also wiederum im Zusammenhang mit einer sehr spezifischen Situation: Nach der erfolgreich geschlagenen Schlacht bei Hunain flüchteten die Krieger der Hawazin hinter die Mauern von Taif. Dabei mußten sie ihre Frauen und Kinder dem Zugriff der muslime preisgeben. Das sollte die mujahidun allerdings nicht davon abhalten, die frisch gefangenen noch verheirateten Frauen sexuell konsumieren zu können. (Vergleiche auch: Muslim B008 N3432 in Punkt 4)

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2. Bei ► Khaybar verfügte der Prophet folgende Einschränkung betreffend den sofortigen Gebrauch von frisch erbeuteten Sklavinnen: „Mohammed verbot an jenem Tage vier Dinge: den Beischlaf mit schwangeren Gefangenen („fremde Saat mit seinem Wasser zu begießen“), den Genuß des Fleisches zahmer Esel, den Genuß des Fleisches von Raubtieren mit Fangzähnen und den Verkauf von Beute vor der Teilung (etwas von der Beute vor der Verteilung zu verkaufen, oder ein zur Beute gehöriges Tier zum Reiten zu gebrauchen, und es dann abgemagert zurückzugeben, oder ein erbeutetes Kleid anzuziehen, und es dann abgetragen wiederzubringen).“ (Weil, 2. Band, Seite 159f)

3. Nachfolgender Beleg aus der Sammlung von Muslim berichtet über ein sehr spezifisches Problem beim erlaubten Gebrauch von gefangenen ungläubigen Frauen. Während die mujahidun eine mögliche Schwangerschaft mittels „Koitus Interruptus“ (arabisch: azl’) verhindern wollten – um den Wert der Beute bei Verkauf nicht zu schmälern – hat Mohammed ihre Bedenken zerstreut und ihnen versichert, daß keinerlei Vorsorge nötig sei:

Muslim B008 N3371: Abu Sirma sagte zu Abu Sa’id al Khadri: „0 Abu Sa’id, hast du den Gesandten Allahs gehört, wie er von al-‚azl gesprochen hat?“ Dieser gab zur Antwort: „Ja“, und fügte dazu: „Wir waren auf einem Kriegszug gegen die Banu Mostaliq unterwegs und nahmen einige ausgezeichnete Araberinnen gefangen. Wir begehrten sie, denn wir litten unter der Abwesenheit unserer Ehefrauen. Da wir für erstere jedoch auch Lösegeld bekommen wollten, entschieden wir uns, mit ihnen zwar Geschlechtsverkehr zu haben, jedoch Koitus Interruptus (’azl; das Zurückziehen des männlichen Gliedes vor dem Samenerguß um Empfängnis zu verhüten) zu praktizieren. Dann sagten wir uns, wir machen hier etwas während der Gesandte Allahs unter uns weilt; warum fragen wir nicht einfach ihn um Rat? “ Also taten wir dies und er antwortete: “Es kommt nicht drauf an, ob ihr ’azl anwendet oder nicht denn jede Seele, welche bis zum Tag des Jüngsten Gerichts geboren werden soll, wird geboren werden.“

4. Ferner ist das Ende eines Menstruationzyklus abzuwarten, bevor gefangene Frauen sexuell gebraucht werden dürfen. Auch dies legt der Tafsir al-Jalalayn zu Vers 24 aus Sure 4 fest: „dies unter der Bedingung, daß ihr einen Menstruationszyklus abwartet um herauszufinden ob sie schwanger sind oder nicht.“. Der im folgenden zitierte Beleg von Muslim macht dieselbe Aussage wie der Tafsir al-Jalalayn und findet sich im Kapitel 29:

Kapitel 29: Es ist erlaubt, sexuelle Beziehung mit einer gefangenen Frau zu haben, nachdem sie rein ist (der Menstruationszyklus beendet ist). Falls sie noch einen Ehemann hat, gilt ihre Ehe mit der Gefangennahme als aufgelöst.

Muslim B008 N3432: Abu Sa’id al-Khudri berichtet, daß anläßlich der Schlacht von Hunain der Prophet Allahs eine Armee gegen Autas losgeschickt hatte, welche den Feind getroffen und mit ihm gekämpft habe. Nachdem er überwunden war und Gefangene gemacht wurden, waren die Gefährten des Propheten unsicher, ob sie sofort mit den gefangenen Frauen Sex haben könnten, weil ja ihre Männer Polytheisten waren. Da offenbarte Allah, der Höchste: „Und Frauen, die schon verheiratet sind außer denen, die eure rechte Hand besitzt (4,24) (das heißt, sie sind ihnen erlaubt, wenn deren Menstruationszyklus beendet ist.)

Auch in diesem Beleg aus der sunna wird bestätigt, daß die bestehende Ehe einer gefangenen ungläubigen Frau keine Geltung mehr hat.

Wir fassen zusammen:

  • – Kein Sex, bevor nicht durch Abwarten eines Menstruationszyklus abgeklärt ist, ob die erbeutete ungläubige Frau schwanger ist.
  • – Kein Sex mit schwangeren gefangenen Frauen.
  • – Es ist nicht nötig, Koitus Interruptus anzuwenden, denn alle Menschen, für die Allah vorbestimmt hat, daß sie geboren werden sollen, werden geboren werden.
  • – Gefangene ungläubige Frauen können sexuell konsumiert werden, selbst wenn sie noch verheiratet sind: „auch wenn sie noch Ehemänner im Feindeslager haben„.

Die Bestimmung, daß die Ehe ungläubiger Frauen mit der Gefangennahme sofort aufgehoben wird beinhaltet auch eine strategische Dimension: Durch die Vergewaltigung ihrer Ehefrauen werden die Männer im Feindeslager erniedrigt und ihre Kampfkraft geschwächt.

Es lassen sich aus dem bisher Gesagten zwei grundlegende juristische Sachverhalte ableiten:

  • – Ungläubige Frauen (wie auch Männer) werden mit der Gefangennahme umgehend zu Sklaven.
  • – Die (fast) beliebige sexuelle Konsumation (Vergewaltigung) von gefangenen Frauen durch ihren Besitzer ist im Islam legitim und wird nicht als Unzucht angesehen.

Jetzt ist auch die Erregung des muslimischen Teilnehmers der Demonstration in London vom Frühjahr 2007 verstehbar: Er freut sich auf die blonde ungläubige Beute aus Dänemark.

Demonstration in London 2006

Auch noch heute werden Frauen vom den rechtgeleiteten mujahidun als Kriegsbeute und damit legitimen sexuellen Besitz betrachtet:

“Es schockierte mich, während der bengalischen Freiheitskämpfe im Jahre 1971 herausfinden zu müssen, daß fast 95% der Islamisten – damit sind islamische Religionsführer wie Mullahs, Maulanas, Quaris, Hafez’ sowie Madrassaschüler gemeint – im allgemeinen die pakistanische Militärjunta und deren grausames Unterdrücken der bengalischen Friedensbewegung unterstützten. Im gesamten Land brachten sie täglich bengalische Männer, Frauen und Kinder, vorwiegend aus den Hindu Minoritäten zu Tausenden um. Sie brandschatzten Tausende von Häusern, vergewaltigten Tausende von bengalischen Frauen und plünderten deren Besitztum mit der Maxime “Rettet Pakistan um den Islam zu retten”. Diese fanatischen Mullahs pflegten junge Mädchen – vorwiegend aus hinduistischen aber auch aus muslimischen Kreisen – gefangen zu nehmen um sie den pakistanischen Soldaten als Kriegsbeute, sprich Sexsklavinnen in Anbetracht ihrer Dienste für den Schutz des Islam zuzuhalten.“ (Quelle: aus einem Interview vom FPM mit Hossain Salahuddin: A Muslim’s Way Out of Islam) (Quelle)

IV) Vergewaltigung von (muslimischen) Frauen

Die dualistische Logik des islamischen Dogmas zeigt sich auch beim Thema der Vergewaltigung. Während die (erzwungene) sexuelle Konsumation von Sklavinnen oder gefangenen ungläubigen Frauen im Islam weder als Unzucht noch als Vergewaltigung klassifiziert wird, sondern zum selbstverständlichen und rechtmäßigen Verhaltenrepertoire jedes muslims gehört, ist die Vergewaltigung von muslimischen Frauen selbstredend verboten. Dies ist ein sehr gutes Beispiel für die ethische Dualität des Islam. Es gibt in seinem Lehrgebäude nicht ein ethisches Verhalten, das Gültigkeit für alle Menschen hat. Vielmehr gelten zwei ethische Systeme: eines für die kafir und eines für die Muslime.

Allah gibt im Koran keine spezifischen Vorgaben, wie Vergewaltigung von muslimischen Frauen zu richten und zu bestrafen ist. Auch die ahadith geben zu diesem Vergehen keine Anweisungen. Vergewaltigung ist trotzdem ein Straftatbestand und besteht einerseits aus unerlaubtem Geschlechtsverkehr (zina) und andererseits aus strafrelevanter Gewaltanwendung. So zieht das Vergehen der Vergewaltigung gemäß iranischem Strafrecht die Todesstrafe des Täters nach sich.

Art. 82. d

Das Problem bei einer Vergewaltigung ist nicht das fehlende Strafmaß, sondern deren Nachweis. Für den Beweis von Vergewaltigung mußte die islamische Rechtswissenschaft eine Lösung finden, welche sich aus der koranischen Botschaft ableitet. Das einzig legale Vorgehen hat Allah anläßlich der „Affäre Aischa“ definitiv festgelegt: Vier unbescholtene männliche Zeugen, bei jedem Fall von Unzucht. Der Beweis für Vergewaltigung ist also analog demjenigen für Unzucht zu erbringen

Analogie

In der westlichen Rechtssprechung handelt es sich bei der Vergewaltigung um ein Antragsdelikt. Die Klage erfolgt auf Körperverletzung und Freiheitsberaubung.

Die Beweisführung bei Vergewaltigung wird also in der schariatischen Rechtssprechung in Analogie zu Sure 24, Vers 2 und teilweise Vers 4 abgehandelt. Anstatt daß der Mann, wenn er eine „ehrbare Ehefrau“ der Unzucht beschuldigt vier (männliche) Zeugen benennen muß, um seine Klage zu stützen ist es die vergewaltigte Frau (ob verheiratet oder ledig), die vier (männliche) Zeugen beibringen muß wenn sie die Tat an sich beweisen will. Es ist ein juristisch unsauberer Analogieschluß, weil die Zeugenaussage gemäß Sure 24, Vers 2 ja bei der Anklage gegen fremde unzüchtige Frauen angewendet wird. Bei der Vergewaltigung ist aber die Frau selbst das Opfer und muß für sich selber Zeugen finden. Da, wie erwähnt, Unzucht ein Kapitalverbrechen ist, sind Frauen als Zeugen nicht zugelassen.

Wie schon dargelegt, wird das Beweisprocedere bei Unzucht sehr streng gehandhabt. Das ist im Falle von Vergewaltigung nicht anders: „Die Strafen können jedoch nur verhängt werden, wenn der Beweis nach islamischem Recht geführt ist, der in diesen Fällen besonders erschwert ist.Art 68 ff Statt des sonst üblichen zweimaligen Geständnisses bzw. der Aussage von zwei Zeugen muß der unerlaubte Geschlechtsverkehr entweder durch ein vierfaches Geständnis oder durch vier einwandfreie Zeugen bewiesen werden. Diese müssen dazu noch die Tatsache, die sie bezeugen, mit eigenen Augen genau gesehen haben.“ (S. Tellenbach, Einführung ins islamische Strafrecht, Walter de Gruyter, Berlin + New York, Seite 14)

Kann nun die Frau keine vier Männer nennen, um ihre Klage zu stützen – und es darf als sicher angesehen werden, daß sich keine vier Männer als Zeugen dafür finden lassen – so hat sie sich mit ihrer Klage der Verleumdung schuldig gemacht und wird mit achtzig Peitschenhieben bestraft.

Aber es kann noch schlimmer werden: Die vergewaltigte Frau hatte – sonst würde sie ja nicht Klage erheben – sexuellen Kontakt; sie hat sich demnach der Unzucht schuldig gemacht. Obschon also kein Täter feststeht, wird die Frau folgerichtig mit weiteren 100 Peitschenhieben und, falls sie verheiratet ist, zusätzlich mit Steinigung bestraft. Darüber hinaus darf sie, wenn sie ledig ist, nur noch einen Ungläubigen, oder einen ebenfalls wegen Unzucht verurteilten muslim heiraten. (Sure 24, Vers 3).

„Daher wurde im September 2000 Bariya Magazu, eine schwangere, unverheiratete Frau, deren Alter offiziell mit 17 angegeben wurde, inoffizielle Quellen jedoch mit 13 bezifferten, im Bundesstaat Zamfara, Nigeria, zu 180 Peitschenhieben verurteilt: 100 Peitschenhiebe für die Unzucht selbst und 80 Hiebe für die Verleumdung der Unzucht, da sie 3 Männer wegen Vergewaltigung angezeigt hatte. Da sie selbstverständlich weder vier männliche Augenzeugen benennen noch die Täter zu einem Geständnis bewegen konnte, fiel die Schuld der „Verleumdung wegen Unzucht“ und die Strafe von 80 Peitschenhieben dafür auf sie zurück …“ (Ch. Schirrmacher, U. Spuhler-Stegemann, Frauen und die Scharia, Seite 47, Goldmann-Verlag, München, 2006, Seite 53)

Bei Kapitalverbrechen sind im Allgemeinen auch keine Indizienprozesse zugelassen: „Indizienprozesse sind bei Kapitalverbrechen unüblich – ja, nach Auffassung einiger Rechtsschulen nicht gestattet, da das vorgeschriebene Beweisverfahren (Augenzeugen oder Geständnis) umgangen wird.“ (ebenda, Seite 47)

Auf Grund dieser schariatischen Vorgaben findet sich die vergewaltigte Frau in einer völlig absurden Situation wieder: Wenn sie sich mit den dafür vorgesehenen rechtlichen Mitteln zur Wehr setzt, wird sie mit größter Wahrscheinlichkeit bestraft, womöglich noch doppelt. Dementsprechend ist es fast unmöglich, in einem Land, das die scharia praktiziert, eine Vergewaltigung nachzuweisen. Solange Männer bei Notzucht ihre Tat ableugnen, kommen sie straffrei davon.

Malediven: 15 jähriges Mädchen wird ausgepeitscht werden – nachdem sie von ihrem Stiefvater vergewaltigt wurde

(Catholic Online, / NEWS CONSORTIUM)    8. Januar 2013    Quelle

Ein 15 jähriges Mädchen auf den Malediven – dessen Stiefvater unter dem Verdacht steht, sie wiederholt vergewaltigt sowie ihr Baby umgebracht zu haben – ist nun der Gefahr ausgesetzt, dafür ausgepeitscht zu werden. Auf den Malediven herrscht strikte scharia, demzufolge wird sie der brutalen Bestrafung unter dem Unzuchtsgesetz dieses Landes ausgeliefert werden.

LOS ANGELES, CA (Catholic Online) – Ermittlungen hätten zutage gebracht, dass das Mädchen freiwilligen Sex mit einem Mann gehabt hat, was einen Verstoß gegen das Gesetz dieses Ferienparadieses im indischen Ozean darstellt.

Frauen und Mädchen welche hier freiwilligen außerehelichen Sex haben, können angeklagt und öffentlich ausgepeitscht werden. Minderjährige werden bestraft sobald sie mit 18 volljährig werden.

Der Stiefvater dieses Mädchens steht unter der Anklage der Polizei, er habe sie wiederholt vergewaltigt, sie geschwängert und ich der Folge dieses Baby dann umgebracht. Die Mutter des Teenagers wurde laut Polizeiberichten angeklagt, beim Beseitigen der Leiche mitgeholfen zu haben.

„Wir haben den Bericht über die Untersuchungen im Zusammenhang mit dem Säuglingsmord abgeschlossen und an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet“, sagte Hassan Haneef, der Sprecher der maledivischen Polizei gegenüber Journalisten.

Er wollte keine weiteren Details bekannt geben und erklärte, dass das maledivische Gewohnheitsrecht nicht zulasse, Fälle im Zusammenhang mit Minderjährigen öffentlich zu diskutieren.

Eie Lokalzeitung zitierte einen ungenannten Beamten der Staatsanwaltschaft, der behauptete dass die Anklage betreffend Unzucht nichts mit derjenigen der Vergewaltigung zutun  habe. Letztere sei separat abgehandelt worden.

Das Rechtswesen der Malediven – einer Nation von 330’000 sunnitischen Muslimen, welche berühmt ist für ihre korallenumsäumten Inseln und Strände – beinhaltet Teile der scharia in Verbindung mit dem britischen Gewohnheitsrecht.

Das Land peitscht Frauen weiterhin aus obwohl der UN Menschenrechtsrat es wiederholt aufgerufen hat, diese Gepflogenheit fallen zu lassen.

Ein maledivischer Gerichtshof verurteilte im letzten September ein 16 Jähriges Mädchen welches zugegeben hatte, vorehelichen Geschlechtsverkehr zu haben, zum öffentlichen auspeitschen. Ihr 29 jähriger Liebhaber wurde zu einer 10 jährigen Gefängnisstrafe verurteilt.

 

Von sieben Männern vergewaltigt – Opfer wird schuldig gesprochen

Quelle / ands

Eine 18-jährige Äthiopierin wurde von sieben Männern vergewaltigt. Sie selbst wurde nun schuldig gesprochen. Nur knapp entkam sie der Todesstrafe.

Sudan

Eine 18-jährige Frau wurde im Sudan von sieben Männern vergewaltigt. Sie selbst wurde angezeigt und entkam nur knapp einer Todesstrafe.

Im August letzten Jahres wurde eine 18-jährige Äthiopierin in der sudanesischen Hauptstadt Khartum von sieben Männern vergewaltigt. Damals war sie im dritten Monat schwanger. Ein Polizeibeamter verweigerte ihr jede Hilfe, erst als ein Video der Tat im Internet auftauchte, wurden die Ermittler aktiv.

Vergewaltigung im Sudan: Opfer wird Ehebruch vorgeworfen Die Polizei konnte die Täter festnehmen. Dazu hielt sie jedoch auch die Frau fest. Wie bei den Männern lautete der Vorwurf: Ehebruch. Ihrer Argumentation, sie sei zum Sex gezwungen worden, folgte das Gericht nicht. Im schlimmsten Fall drohte ihr die Todesstrafe durch Steinigung.

Am Donnerstag konnte sie zumindest teilweise aufatmen. Da sie geschieden ist, wurde sie „nur“ wegen „sittenwidriger Akte“ verurteilt. Laut der britischen Zeitung „The Guardian“ muss die Frau umgerechnet 640 Euro Strafe zahlen. Die einmonatige Gefängnisstrafe muss sie nicht mehr aussitzen, da sie sich bereits seit Wochen hinter Gittern befindet.

Die Frauenrechtsorganisation Strategic Initiative for Women in the Horn of Africa (SIHA) berichtet davon, dass sie keine Matratze sowie keine angemessene Nahrung und Kleidung bekam. Auch die Überführung in ein Krankenhaus sei ihr verwährt worden.

Sechs der sieben Männer wurden ebenfalls verurteilt: Drei davon wegen Ehebruchs zu 100 Peitschenhieben, zwei wegen „sittenwidriger Akte“ zu 40 Hieben und einer Geldstrafe. Der Mann, der das Video der Tat ins Internet stellte, erhält ebenfalls 40 Peitschenhiebe und muss eine Geldstraße zahlen. Der Siebte wurde aus Mangel an Beweisen freigesprochen.

Sudan: Frauenrechtsorganisation ist über Urteil empört Die Organisation SIHA zeigte sich empört über das Urteil. „Künftige Vergewaltigungsopfer werden davon abgehalten, die Verbrechen anzuzeigen. Dadurch wird eine Kultur der Straflosigkeit für die Täter geschaffen“, sagte Hala Elkarib, die SIHA-Regionaldirektorin.

Sie kritisierte auch die sudanesischen Medien, die versuchten, die Glaubwürdigkeit der äthiopischen Flüchtlingsfrau anzuzweifeln. Sie behaupteten, das Vergewaltigungsopfer hätte HIV, sei Prostituierte und hätte die Männer unter Drogen gesetzt.

 

V) Homosexualität

Die Strafe für Homosexualität

Zum Thema der Homosexualität führt die Encyclopaedia of the Qur’an aus: „Bezüge zu Homosexualität im Koran sind rar und werden indirekt gemacht. Sie waren Gegenstand umfangreicher Kontroversen im exegetischen und gesetzgeberischen Bereich. Das Thema wird am direktesten angesprochen im Zusammenhang mit der Geschichte des Propheten Lot in welcher den Männern seines Stammes sexuelle Betätigung mit anderen Männern anstatt mit Frauen vorgeworfen wird. Solche Akte werden als „etwas Abscheuliches“ bezeichnet. Einige Kommentatoren haben die beiden Versen 15 und 16 aus Sure 4 im Sinne der Verurteilung von Homosexualität gelesen, andere haben sie dahingehend interpretiert, daß sie sich auf heterosexuellen außerehelichen Geschlechtsverkehr beziehen. Darüber hinaus wurden die schönen Knaben, die im Paradies den Wein kredenzen auch gelegentlich als Lustknaben für die männlichen Paradiesbewohner gesehen.“ (Ecyclopaedia of the Qur’an, Brill, Leiden + Boston, 2006, Seite 444)

Die Gewißheit ins Paradies einzugehen
Die sieben Himmel – das Paradies

Folgen wir diesen Ausführungen, dann finden sich im Koran im Wesentlichen zwei Stellen, aus denen die Ablehnung von Homosexualität und deren Bestrafung hergeleitet werden kann:

1. Die Verse 15 und 16 aus Sure 4 wurden schon eingehend mit Hilfe der exegetischen Betrachtungen aus dem Tafsir al-Jalalayn erörtert, welche in diesen Koranversen einen deutlichen Bezug zu homosexueller Delinquenz erkennen.

Vorehelicher Sexualverkehr und Ehebruch

2. Die zweite Quelle ist die Geschichte von Lot. Die Vermittlung dieses alttestamentarischen Mythos scheint dem Allmächtigen sehr wichtig gewesen zu sein, denn Er offenbarte sie Seinem letzten Propheten Mohammed gleich sieben Mal, immer in abgeänderter Form. Das führt, will man das Ereignis als Ganzes verstehen, einerseits zu erheblichen exegetischen Schwierigkeiten und andererseits zur Frage, was denn eigentlich zu den dramatischen Erlebnissen des Propheten Lot wirklich in der Urschrift steht.

Wiederholungen im Koran

Hier interessieren allerdings nur die Stellen, die für die Verdammung von Lust unter Männern herangezogen werden können. Sie sind hier aufgeführt und im Anhang 27 rot hervorgehoben.

Die Geschichte von Lot

Sure 7, Vers 80: Und wir haben den Lot als unseren Boten gesandt. Damals als er zu seinen Leuten sagte: ‚Wollt ihr denn etwas Abscheuliches begehen, wie es noch keiner von den Menschen in aller Welt vor euch begangen hat?
Sure 7, Vers 81: Ihr gebt euch in eurer Sinnenlust wahrhaftig mit Männern ab, statt mit Frauen. Nein, ihr seid ein Volk, das nicht maßhält.

Sure 26, Vers 165: Wollt ihr euch denn mit Menschen männlichen Geschlechts abgeben
Sure 26, Vers 166: und (darüber) vernachlässigen (w.(unbeachtet liegen) lassen), was euer Herr euch in euren Gattinnen (als Ehepartner) geschaffen hat? Nein, ihr seid verbrecherische Leute (w. Leute, die sich einer Übertretung schuldig machen).‘

Sure 27, Vers 54: Und den Lot haben wir als unseren Boten gesandt. Damals als er zu seinen Leuten sagte: ‚Wollt ihr denn gegen eure bessere Einsicht etwas so Abscheuliches begehen?
Sure 27, Vers 55: Wollt ihr euch in eurer Sinnenlust wirklich mit Männern abgeben, statt mit Frauen? Nein, ihr seid ein törichtes Volk.

Sure 29, Vers 28: Und Lot haben wir als unseren Boten gesandt. Damals als er zu seinen Leuten sagte: ‚Ihr begeht ja etwas so Abscheuliches, wie es noch keiner von den Menschen in aller Welt begangen hat.
Sure 29, Vers 29: Wollt ihr euch denn mit Männern abgeben statt mit Frauen …

Sure 54, Vers 37: Sie hatten ja das Ansinnen an ihn gestellt, er solle ihnen seine Gäste ausliefern. Aber wir nahmen ihnen das Augenlicht (w. wischten ihre Augen aus). Sie sollten meine Strafe und meine Warnungen zu spüren bekommen.

In allen diesen Versen wird keine weltliche Strafe gegen gleichgeschlechtliche Liebe gefordert aber der Sexualverkehr zwischen Männern wird als „etwas Abscheuliches“ gebrandmarkt. Die Strafe Allahs hat exemplarischen Charakter: „Hierauf rotteten wir die anderen aus … und ließen einen (vernichtenden) Regen auf sie niedergehen. Schlimm hat es auf diejenigen geregnet, die gewarnt worden waren (und die Warnung in den Wind geschlagen hatten) … Darin liegt ein Zeichen (das den Menschen zur Warnung dienen müßte).“ Homosexualität kann also durch das Eingreifen Allahs schon im Diesseits geahndet werden, die jenseitige Strafe ist gewiß.

Die Encyclopaedia of the Qur’an führt aus: „Unter den späteren Exegeten und Autoren, welche die Geschichte mit vielen lebhaften Details ausgeschmückt haben, herrschte weitgehende Übereinstimmung, daß sich die Sünde auf Analverkehr zwischen Männern bezog; aber weder der Koran noch eine Reihe wenig anerkannter hadith-Belege erlaubte es der Rechtswissenschaft, einen Konsens ijma zu finden, weder über die Schwere des Vergehens, noch über die angemessene Bestrafung derer, welche die Sünde begangen hatten. Deshalb war die Bandbreite der geforderten Strafen groß: von Ermessensstrafen

taczir-Strafen bis zur Todesstrafe.“ (ebenda, Seite 444 f)

Das Strafmaß, welches für Homosexualität in Sure 4, Vers 16 gefordert wird lautet: „Und wenn zwei von euch (Männern) es begehen, dann züchtigt sie (w. tut ihnen Ungemach an)!“ Was darunter zu verstehen ist erläutert der zu diesem Vers gehörende Tafsir al-Jalalayn: „Wenn zwei von euch Männern einen Akt der Unzucht begehen, ehebrechen oder homosexuellen Geschlechtsverkehr haben, so bestraft sie beide indem ihr sie beleidigt und mit Sandalen schlagt.“

Diese Exegese hält im Weiteren fest, daß die milde Bestrafung nicht nur von Ehebruch sondern auch von homosexuellen Handlungen durch die schärferen Forderungen von Vers 2 aus Sure 24 (100 Peitschenhiebe) ersetzt wurde: „Dieser Vers wurde durch die schon beschriebene Bestrafung abrogiert und zwar wenn Ehebruch gemeint ist und ebenso wenn homosexueller Beischlaf gemeint ist.“ Es kann also kein Pardon mehr geben: „Und laßt euch im Hinblick darauf, daß es bei dieser Strafverordnung um die Religion Gottes geht, nicht von Mitleid mit ihnen erfassen, wenn anders ihr an Gott und den jüngsten Tag glaubt!“. Der Homosexuelle muß demnach jedenfalls 100 mal ausgepeitscht werden.

Dies scheint auch die Meinung der ulema zu sein: „Nach Auffassung einiger Rechtsgelehrter sollte die Strafe für einen Homosexuellen der eines Ehebrechers entsprechen (Todesstrafe für den Fall, daß der Homosexuelle verheiratet war und Auspeitschung für den Fall, daß er ledig war.)“ (Ch. Schirrmacher, U. Spuhler-Stegemann, Frauen und die Scharia, Seite 47, Goldmann-Verlag, München, 2006, Seite 47)

Die vorliegenden unklaren koranischen Grundlagen betreffend Homosexualität (und lesbische Liebe) werden also noch, wie im obigen Zitat aus der „Encyclopaedia of the Qur’an“ erwähnt, durch „eine Reihe wenig anerkannter hadith-Belege“ aus der sunna ergänzt und damit abrogiert. Es handelt sich dabei um Belege aus den hadith-Sammlungen von al-Trimidhi, Abu Dawood und Ibn Maajah:

al-Tirmidhi (Nr. 1456), Abu Dawood (Nr. 4462) und Ibn Maajah (Nr. 2561) berichtet von Ibn ‘Abbas: Der Gesandte Allahs bestimmte: „Wen immer ihr findet, der einen Akt im Sinne von Lot verübt, tötet ihn und auch denjenigen, welcher sich als Partner dafür hergibt.“ (Quelle)

Entsprechend diesen hadith-Belegen legt auch das Standardwerk für islamische Lebensführung „Reliance of the Traveller“ unter der Kapitelüberschrift „Enormities“ (ungeheuerliche Sünden) im Unterkapitel p17.0 „Sodomy and Lesbianism“ fest:

p17.3: Der Prophet Allahs sagte: Töte denjenigen, der Sodomie verübt und auch denjenigen, der Sodomie mit sich geschehen läßt. (Ahmad ibn Naqib al-Misri, Reliance of the Traveller, amana publications, Beltsville Maryland, USA, 1994, Seite 665)

Demnach ist das Strafmaß für den Homosexuellen, sei er der aktive oder der passive Teil durch Mohammed festgelegt worden: Er hat den Tod verdient. Die Bestimmungen des „Strafgesetzbuches der Republik Iran“ reflektieren diese Vorgaben:

Art. 109 – Der aktive und der passive Teilnehmer des homosexuellen Verkehrs werden beide mit hadd-Strafen bestraft.

Art. 110 – Die hadd-Strafe für Homosexualität in der Form des Verkehrs ist die Todesstrafe. Die Tötungsart steht im Ermessen des religiösen Richters.

Die hadd-Strafen wegen Homosexualität

Die Bestrafung von lesbischer Liebe besteht hingegen „nur“ aus 100 Peitschenhieben:

Art. 129 – Die hadd-Strafe für lesbische Liebe ist für jeden hundert Peitschenhiebe.

Lesbische Liebe

Yusuf al-Qaradawi, eine bekannte saudische Autorität für sunnitische Rechtsgutachten, zitiert in der folgenden fatwa noch zwei weitere koranische Belege aus denen er die Forderung zur Bestrafung von homosexuellen Handlungen mit dem Tode herleitet:

Sure 17, Vers 32: Und bleibt fern der Hurerei; siehe, es ist eine Schändlichkeit und ein übler Weg.

Sure 6, Vers 151: … und nähert euch nicht Schändlichkeiten, den öffentlichen und geheimen; …

Er mag sich allerdings, entsprechend den uneindeutigen dogmatischen Grundlagen, nicht auf eine bestimmte Todesstrafe festlegen sondern empfiehlt, von allen möglichen Tötungsvarianten diejenigen auszuwählen, „die zu unserer Zeit am Besten passen.“

Fatwa zum Thema “ Strafe für Homosexualität“

Unterschiedliche Strafen können angeordnet werden

Von einer der obersten Autoritäten für sunnitische Rechtsgutachten, Dr. Yusuf al-Qaradawi (Institut für Islamfragen, dh, 03.07.2009) (Quelle)

Frage: „Sieht der Koran eine Bestrafung für Homosexualität vor?“

Antwort: „Jeder, der sexuell abnorme Verhaltensweisen zeigt, wird mit der Strafe für Ehebruch belegt, wie es im Koran vorgeschrieben ist: ‚Und kommt der Unzucht nicht nahe; seht, das ist eine Schändlichkeit und ein übler Weg’ (Sure 17, 32). Allah nannte die Tat von Lots Volk ebenfalls eine Schandtat: ‚Wollt ihr eine Schandtat begehen, wie sie keiner in der Welt vor euch je begangen hat?‘ (Sure 7, 80) Die Schändlichkeit ist verboten: ‚Ihr sollt euch nicht den Schändlichkeiten nähern, seien sie offenkundig oder verborgen‘ (Sure 6, 151).

Die [islamischen] Rechtsschulen sind sich bezüglich der Bestrafung der Homosexualität nicht einig. Einige unterscheiden [bei der Bestrafung] zwischen einem verheirateten und unverheirateten [Homosexuellen]. Andere schreiben vor, Homosexuelle von einem hoch gelegenen Ort hinunter zu stoßen, genauso wie Allah es mit dem Volk Lots getan hat. Andere Gelehrte schreiben vor, Homosexuelle zu verbrennen. Wir können von diesen Strafen diejenigen einsetzen, die zu unserer Zeit am Besten passen.“

Es wurde schon darauf hingewiesen, daß Vers 16 aus Sure 4 festlegt, daß homosexuelle Delinquenten (auch Frauen) ihrer Bestrafung entrinnen können, wenn sie bereuen, bevor Zeugen ausgesagt haben: „Wenn sie (daraufhin) umkehren und sich bessern, dann wendet euch von ihnen ab (und setzt ihnen nicht weiter zu)! Gott ist gnädig und barmherzig.“ Diese Bestimmung aus dem Koran wurde im erwähnten Strafgesetzbuch ebenfalls berücksichtigt:

Art. 126 – Bereut eine Person, die homosexuellen Verkehr, beischlafähnliche oder vergleichbare Handlungen begangen hat, bevor die Zeugen ausgesagt haben, so entfällt die hadd-Strafe; bereut sie dagegen, nachdem die Zeugen ausgesagt haben, so entfällt die hadd-Strafe nicht.

Zweiter Abschnitt

Diese Vorgaben bilden die ideologische Grundlage für die Brandmarkung und Verfolgung jeglicher Art von Homosexualität in der gesamten islamischen Welt.

Aber nicht nur in seinen Kernlanden sondern überall auf der Welt, wo die islamische Ideologie Fuß gefaßt hat, ergeben sich sowohl für muslime, als auch für die kafir, die in der zivilisierten Welt des 21. Jahrhunderts leben, unüberwindbare Probleme.

Europäischer fatwa-Rat vor schwerer Entscheidung
Schwule Muslime in Disco
► Junge aus Berlin sollte zwangsverheiratet werden
► Homosexueller wird vom Hochhaus geworfen und dann gesteinigt
 Die Strafe für Homosexualität 

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