Satane im Islam

Zusammenfassung

1. Der Satan und seine Scharen sind mit der ausdrücklichen Genehmigung Allahs unterwegs um muslime vom Glauben abzubringen. Dabei helfen die vom Satan besessenen und damit  satanischen kuffar aktiv und durch ihre schiere Existenz. Sie führen vom Satan eingeflüstertes „geheimes Gespräch“ „um die Gläubigen zu betrüben„:

Sure 58, Vers 10: Geheimes Gespräch ist allein vom Satan, um die Gläubigen zu betrüben; doch kann er ihnen ohne Allahs Erlaubnis nichts zuleide tun. Drum mögen auf Allah die Gläubigen vertrauen.

2. Das Leben eines Menschen ist vorherbestimmt – demnach wird Allah das Werk von Satan nur bei den menschlichen Exemplaren unterstützen, für die Er ohnehin schon Übles vorherbestimmt hat.

Der im Koran namentlich erwähnte Iblis ist der oberste und gelehrteste aller Satane. Diese stellen wiederum eine Spezialabteilung der dschinn dar. Letztere wurden von Allah aus Feuer geschaffen wohingegen Er die Engel aus Licht entstehen ließ. Im Gegensatz zu diesen Lichtwesen verfügen die dschinn und damit auch die Satane über einen freien Willen.

1. Vertreibung von Iblis aus dem Paradies

Iblis wurde vom Allmächtigen verflucht, weil er sich auf dessen Befehl nicht wie alle anderen Engel im Himmel vor dem eben frisch aus Ton hergestellten Adam niederwerfen wollte:

Sure 18, Vers 50: Und da Wir zu den Engeln sprachen: “Werfet euch nieder vor Adam”, da warfen sie sich nieder, außer Iblis, welcher von den Dschinn war und wider seines Herrn Befehl frevelte. Und wollt ihr denn ihn und seine Nachkommenschaft eher den Mich zu Beschützern nehmen, die euch feind sind? Ein schlimmer Tausch für die Sünder!

Als Iblis sich Seinem Herrn dergestalt widersetzte, sprach Allah:

Sure 38, Vers 75: “O Iblis, was hinderte dich, dich niederzuwerfen, vor dem, was Ich mit Meinen Händen schuf? Bist du etwa hoffärtig oder einer der Hochmütigen?
Sure 38, Vers 76: Er sprach: “Ich bin besser als er; Du erschufst mich aus Feuer und hast ihn aus Ton erschaffen.”

Und verfluchte und verbannte ihn wegen seines Hochmutes:

Sure 38, Vers 77: Er sprach: “So gehe hinaus aus dem Paradies, denn siehe, du bist mit Steinen vertrieben.”
Sure 38, Vers 78: Und siehe, auf dir ist Mein Fluch bis zum Tag der Erweckung.

Iblis informierte Allah noch über sein bösartiges Programm, bevor er das Paradies verließ:

Sure 38, Vers 82: Er sprach: “Drum, bei Deiner Macht, wahrlich, verführen will ich sie insgesamt,
Sure 38, Vers 83: Außer Deinen Dienern unter ihnen, den lauteren.”

Darauf gab der Allmächtige die Versicherung über den dereinstigen unguten Abgang von Iblis und seinen Helfern bekannt:

Sure 38, Vers 85: “Wahrlich, erfüllen will Ich Dschahannam mit dir und mit denen die dir folgen insgesamt.”

Die dramatische Konfrontation Allahs mit Iblis ist auch noch an einer weiteren Stelle im Koran beschrieben:

Sure 7, Vers 12: Er sprach: „Was hinderte dich, dich niederzuwerfen, als Ich dich hieß?“ Er sprach: „Ich bin besser als er. Du hast mich aus Feuer erschaffen, ihn aber erschufst Du aus Ton.“
Sure 7, Vers 13: Er sprach: „Hinab mit dir aus ihm (dem Paradies)! Nicht ist dir erlaubt, hoffärtig in ihm zu sein. Drum hinaus mit dir, siehe, du bist einer der Gedemütigten.“
Sure 7, Vers 14: Er sprach: „Gib mir Frist bis zum Tag der Auferstehung.“
Sure 7, Vers 15: Er sprach: „Siehe, dir ward Frist gegeben.“
Sure 7, Vers 16: Er (Iblis) sprach: „Darum, daß Du mich in die Irre geführt hast, will ich ihnen auflauern auf Deinem rechten Wege;
Sure 7, Vers 17: Alsdann will ich über sie kommen von vorn und von hinten, von ihrer Rechten und von ihrer Linken und nicht sollst Du die Mehrzahl von ihnen dankbar finden.“
Sure 7, Vers 18: Er sprach: „Hinaus aus ihm, verachtet und verstoßen! Wahrlich, wer von ihnen dir folgt, mit euch allzumal erfülle ich Dschahannam!“

Textanalyse:

1. Ausgerechnet Allah verlangt von Seinen Engeln, sich vor einem von Ihm geschaffenen Wesen (Adam) niederzuwerfen – wo Er doch diesen Akt der absoluten Ergebenheit eigentlich ganz ausschließlich für Sich selber reserviert hat. Diese Begebenheit hat in der islamischen Theologie zu Diskussionen geführt.

2. Es gibt im Islam nicht nur diesen einen Satan als Inkarnation des Bösen sondern deren mannigfache. Sie werden im Koran als Nachkommenschaft“ bezeichnet. Gemäß islamischer Erkenntnis können dschinn, und damit auch Satane, Nachkommen zeugen.

3. Iblis und seine Helfer betreiben ihr verwerfliches Tun mit voller Kenntnis und Billigung Allahs drum, bei Deiner Macht, wahrlich, verführen will ich sie insgesamt„. Das Böse kommt in der islamischen Theologie also durch Iblis, diesen gefallenen Engel in die Welt.

4. Iblis ist von Allah befugt, sein destruktives Treiben bis zum Jüngsten Tag auszuüben:

Sure 7, Vers 14: Er sprach: „Gib mir Frist bis zum Tag der Auferstehung.“
Sure 7, Vers 15: Er sprach: „Siehe, dir ward Frist gegeben.“

2. Satane der Menschen und der dschinn

Entsprechend seiner Ankündigung bei der Vertreibung aus dem Paradies (siehe oben Sure 38, Verse 82 und 83) wird Iblis seine post-paradiesische Existenz darauf verwenden zu versuchen, den muslimen ihren Glauben an Allah abspenstig zu machen. Er wird sie dazu verführen, ihn oder von Menschen erfundene Götter anzubeten. Ferner werden noch weitere Satane daran arbeiten, Rechtgläubige in die Irre zu führen.

Satane sind Menschen und dschinn, welche kafir (ungläubig) sind und andere Menschen und dschinn zum kufr (Unglaube) verführen und zu schlechten Taten verleiten wie z.B. der Satan (Iblis). Er widersprach ALLAH (ta’ala) aus Hochmut und Arroganz und beharrte darauf.“ (Quelle)

Allah hat dem Satan gestattet, die Menschen zum Ungehorsam zu verführen. So geraten viele in einen Widerspruch zu der Daseinsordnung des Islams, die Allah für das fortlaufend durch Ihn geschaffen werdende Diesseits vorsieht. Denn Allah überlässt das Diesseits nicht einen Augenblick sich selber; alles, was existiert und was in jedem Augenblick geschieht, wird unmittelbar durch ihn geschaffen. Tut der Mensch einen Schritt, so nicht dank seiner eigenen körperlichen Beschaffenheit, seiner eigenen Kraft und seinem eigenen Entschluß, sondern allein deshalb, weil Allah in ihm in dem betreffenden Augenblick alle Voraussetzungen für eben diesen Schritt schafft; nur dem äußeren Anschein nach ist der Mensch der Akteur. Die göttliche Daseinsordnung ist auf dieses ununterbrochene Schöpfungshandeln zugeschnitten.

Quelle

Indessen ist natürlich auch Satans Handeln von Allah bewirkt, denn Er „überlässt das Diesseits nicht einen Augenblick sich selber“ d.h. Er entlässt NICHTS aus Seiner „göttlichen Daseinsordnung“ und aus Seinem „ununterbrochenen Schöpfungshandeln„. Logischerweise zeichnet also Allah auch für das Böse auf dieser Welt verantwortlich. Nicht nur die Satane sondern auch die Ungläubigen (kuffar) werden versuchen, muslime vom Glauben abzubringen; Ungläubige, denen der Koran satanische Eigenschaften attestiert. Selbstredend ist auch ihr verwerfliches Tun Teil von Allahs Schöpfungsplan.

 

Ein im Koran in Sure 22, Verse 3 und 4 beschriebenes Beispiel eines solchen Menschen ist die Gestalt von Al-Nadr bin Alharith, einem „rebellischen Satan“ vom mekkanischen Stamm der Quraisch. Er widersetzte sich Mohammeds Bekehrungsversuchen fortwährend und wurde deswegen nach der Schlacht von Badr erschlagen.

Die Ermordung des Al-Nadr bin Alharith

Sure 22, Vers 3: Und unter den Menschen ist einer, der über Allah ohne Wissen streitet und jedem rebellischen Satan folgt.

Tafsir al-Jalalayn 22,3: Folgendes wurde betreffend Al-Nadr bin Alharith und seinen Gefährten offenbart: Unter den Menschen gibt es welche, die lassen sich in Streitgespräche über Allah ein ohne daß sie Kenner der Materie wären. Sie behaupten zum Beispiel, daß die Engel Allahs Töchter seien und der Koran nichts anderes als eine Sammlung alter Fabeln. Darüber hinaus leugnen sie die Auferstehung und das Wiederbeleben derer, welche ehemals zu Staub geworden sind. Dann gibt es auch solche die in ihrer Beweisführung etwelche rebellische Teufel nachäffen.

Sure 22, Vers 4: Geschrieben ist wider ihn, daß er den, der ihn zum Beschützer nimmt, irreführen und zur Strafe der Flamme leiten soll.

Tafsir al-Jalalayn 22,4: Betreffend der Teufel wurde verfügt, daß wer immer sich einen solchen zum Freund nimmt und ihm nachfolgt, wird von ihm (dem Teufel) irregeleitet und letztendlich wird er ihn als Bestrafung zum flammenden Inferno hinführen.

Ungläubige generell, hier in der Gestalt von Al-Nadr bin Alharith, sind deshalb von abgrundtiefer Boshaftigkeit und Verderbtheit, weil sie wie Satane handeln. Dies vernehmen wir in Vers 112 aus Sure 6, welcher in Mekka offenbart wurde:

Sure 6, Vers 112: Und also haben Wir jedem Propheten einen Feind gegeben, die Satane der Menschen und der Dschinn; einer gibt dem anderen prunkende Rede ein zum Trug. Und so dein Herr es gewollt, hätten sie es nicht getan; darum verlass sie und was sie ersinnen.

Tafsir al-Jalalayn 6,112: So haben Wir also jedem Propheten einen Feind zugewiesen, genauso wie Wir euch eure Feinde, die Satane und Rebellen unter den Menschen und den Dschinn zuweisen. Sie flüstern sich gegenseitig raffinierte Reden ein, versteckte Falschheit, die in die Irre führt. Hätte es jedoch euer Herr gewollt, so hätten sie dies nie getan. Also verlasst die Ungläubigen mit ihren Fabeln von Unglauben und anderen Torheiten und was alles für sie erdichtet wurde. Dies wurde vor dem Aufruf zum jihad offenbart.

Textanalyse Sure 6, Vers 112:

1. Dieser Vers wurde vor dem Befehl zum bewaffneten Kampf gegen die Ungläubigen offenbart und muß also, mindestens was seine Aufforderung zur Duldung des Unglaubens betrifft darum verlaß sie und was sie ersinnen als abrogiert angesehen werden „Dies wurde vor dem Aufruf zum jihad offenbart„.

Böses mit Gutem erwidern

2. Zweifelsfrei werden die Ungläubigen mit ihrer prunkenden Rede eine zersetzende Wirkung auf die Rechtgläubigen ausüben. Jetzt ist der Moment gekommen, wo sich die Satane der Menschen und der Dschinn der Seele eines muslims bemächtigen. Aber nicht nur durch aktives Abwerben sondern schon durch ihre schiere Existenz sind Ungläubige eine Gefahr, machen sich schuldig und werden dereinst besonders hart bestraft.

Ungläubige machen von Allahs Weg abwendig
Ungläubige sind doppelt schuldig

muslime können der Versuchung ► fitna durch Satane und Ungläubige nur erliegen, wenn sie sich innerlich schon von Allah abgewendet haben. Damit dieser erste Schritt ins Verderben nicht geschehen kann, sollen sich die Gläubigen, wenn immer möglich, vom destruktiven Einfluß der Ungläubigen fernhalten „nimm deine Zuflucht zu Allah“:

Sure 41, Vers 36: Und wenn dich ein Anreiz von Satan reizt, so nimm deine Zuflucht zu Allah; siehe, Er ist der Hörende, der Wissende.

3. Es wird also nicht nur vor Iblis und seinen Gesellen gewarnt. Vielmehr werden auch satanische Ungläubige versuchen, Rechtgeleitete vom Glauben abzubringen. Dies natürlich in Übereinstimmung mit Allahs Willen und so dein Herr es gewollt, hätten sie es nicht getan. Dies ist die logische Konsequenz der Allmacht Allahs. Nichts geschieht und kann geschehen ohne daß Er dies bewirken würde.

► Allahs Allmacht

Allah selbst weist Seinen Rechtgeleiteten also Satane und Rebellen unter den Menschen zu: genauso wie Wir euch eure Feinde, die Satane und Rebellen unter den Menschen und den Dschinn zuweisen.

Sie sind die Helfer Satans
► Den Ungläubigen wird von Allah ein Satan beigesellt

Auch im nächsten Vers 121 aus Sure 6 werden die Satane – ob dschinn oder Mensch – versuchen, die Gläubigen zu verleiten, sich auf ein Abwerbegespräch einzulassen „die Satane werden ihren Freunden eingeben, mit euch zu streiten, wodurch die Gefahr entsteht, daß ein muslim zu einem Götzendiener verkommt:

Sure 6, Vers 121: Und esset nicht von dem, worüber Allahs Name nicht gesprochen ward; denn siehe wahrlich, es ist Sünde. Und siehe wahrlich, die Satane werden ihren Freunden eingeben, mit euch zu streiten; doch, so ihr ihnen gehorchet, siehe wahrlich, dann seid ihr Götzendiener.

Die ungläubigen Quraisch aus Mekka – von denen die beiden oben stehenden Verse handeln – wiesen Mohammeds Religion zurück, beteten andere Götter an und setzten Mohammed unter Druck.

Die Zeit in Mekka

Im nächsten Vers 30 aus Sure 7 versichert Allah den Gläubigen, daß Er einzelne von ihnen nach Gebühr dem Irrtum übergeben“ hat. Dies ist nur möglich, wenn sie den zersetzenden Einfluß der Ungläubigen und Satane zugelassen haben (was wiederum auch nur deshalb geschieht, weil es Allah will). Jedenfalls greift Er jetzt ein und bestraft einzelne Mitglieder Seiner Gemeinde für ihren Wankelmut. Nicht nur die Ungläubigen werden also von Allah irregeleitet, sondern auch Gläubige „auf Messers Scheide“ müssen damit rechnen, von der destruktiven Beeinflussung des Allmächtigen erfasst zu werden:

Sure 7, Vers 30: Einen Teil hat Er geleitet und einen Teil nach Gebühr dem Irrtum übergeben. Siehe, sie haben sich die Satane neben Allah zu Beschützern angenommen und wähnen, sie seien geleitet.

Irreleitung

Allein die vollkommene und punktgenaue Erfüllung sowohl der religiösen Gebote und Riten als auch aller weiteren Elemente des islamischen Gesetzes ► scharia geben dem muslim die Hoffnung, der Heilsversprechung Allahs teilhaftig zu werden – es sei denn, er gehört zu denen, die der Allmächtige als Brennmaterial für die Hölle vorherbestimmt hat.

dschahannam

Die Wirkmacht Satans ist gewaltig. Wie uns folgende fatwa versichert, kann er einen Gläubigen sogar im Traum arg bedrängen. Allerdings wird er ihm keinen Schaden zufügen können „außer mit Allahs Erlaubnis„. Dieser Hinweis des Allmächtigen auf Seine permanente Lenkung und Führung (al-qadar) ist ein weiterer Beleg für die beiden Elemente des koranischen Dogmas, die in diesem Kapitel im Zusammenhang mit Iblis‘ Tätigkeit dargestellt werden:

1. Iblis und seine Scharen sind mit der ausdrücklichen Genehmigung Allahs unterwegs
2. Das Leben eines Menschen ist vorherbestimmt – denn nur bei den menschlichen Exemplaren, für die Allah ohnehin schon Übles vorherbestimmt hat wird Er das Werk von Iblis unterstützen

Fatwa zur Frage: Die Toten im Traum sehen

Frage: Bedeutet es dass man bald sterben wird, wenn man im Traum Tote sieht? Was kann eine Person tun, um sich von solchen Träumen zu befreien?

Antwort: Diese Träume und andere, die den Gläubigen ängstigen, sind vom Satan, denn der Satan ist sehr fleißig bei dem Versuch, Traurigkeit und Schrecken in die Herzen der Muslime zu säen. Allah, Allmächtig ist Er, sagt:

Sure 58, Vers 10: Vertrauliche Gespräche sind nur vom Satan, damit diejenigen traurig seien, die gläubig sind. Aber er kann ihnen keinen Schaden zufügen, außer mit Allahs Erlaubnis. Und auf Allah sollen sich die Gläubigen verlassen!

Deswegen befahl der Gesandte Allahs (sallAllahu alaihi wassallam) dem muslim, dreimal auf die linke Seite zu spucken, wenn er einen schlechten Traum gesehen hat. Dann soll er Zuflucht bei Allah nehmen vor dem Satan und dem, was er gesehen hat (dreimal). Dann soll er sich auf die andere Seite drehen und weiter schlafen und er soll niemandem vom dem Traum erzählen.

Shaykh Muhammad bin Salih al-`Uthaymin
Quelle: http://www.islamfatwa.de/soziale-angelegenheiten/64-traeume-visionen/138-die-toten-im-traum-sehen

Ein muslim kann den hinterhältigen Angriff von Iblis abwehren indem er „dreimal auf die linke Seite spuckt“ – denn dort steht der islamische Teufel!

3. Die Versuchung zum Bösen tritt von außen an den Menschen heran

Wo liegt der Ursprung des Bösen? Wir haben es schon herausgearbeitet: Allah bewirkt es. Er hat es, mittels Seiner Verfügung auf der steinernen Tafel hoch über dem siebten Himmel ursprünglich selber geschaffen und erschafft es gemäß Seiner Vorherbestimmung mit Hilfe der Satane fortlaufend neu:

► Allah erschafft Gut und Böse, Glauben und Unglauben
Allah bestimmt, wer gläubig werden kann
► Allah erschafft den Unglauben und die Ungläubigen
Allah bestimmt, wer überhaupt gläubig werden kann

Im Islam ist das Böse also nicht im Menschen angelegt. Ein muslim ist weder mit der Erbsünde (Christentum) noch mit karmischen Schulden und Verstrickungen (Hinduismus, Buddhismus) oder familiären Belastungen aus der Ahnenreihe (Taoismus) belastet.

Die Seele eines muslims ist bei seiner Geburt rein, ein unbeschriebenes Blatt. „Jeder Mensch wird durch Allah im Mutterleib herangebildet und kommt folglich als muslim zur Welt.“ (Quelle) Er wird einmal geboren (der Islam lehnt das Konzept der Wiedergeburt ab), und wenn er zeitlebens allen koranischen Geboten gefolgt ist bleibt sie schuldfrei und der Weg ins Paradies ist geebnet.

Wie schon dargelegt tritt das Böse also von aussen in Form Satans oder satanischer Ungläubiger an den Gläubigen heran. Ein Ausdruck dieser Weltsicht ist die Steinigung des Steinteufels anläßlich der Pilgerfahrt nach Mekka. Das Böse kommt von außen und wird demnach mit diesem symbolischen Akt auch außen überwunden.

► Wo der Teufel wohnt

Ch. Schirrmacher schreibt dazu: „Gleichzeitig macht der Koran deutlich, daß der Satan mit Erlaubnis Allahs die Menschen zum Ungehorsam verführen kann. Nicht im Menschen selbst liegt das eigentliche Problem des Bösen, sondern in der von außen an ihn herangetragenen Versuchung, der er in seiner Schwachheit nachgeben kann, denn der Mensch ist „schwach geschaffen“ (4,28) … Nach dem Zeugnis des Korans entstehen Haß, Unzucht, und Mordgedanken nicht im Herzen des Menschen … sondern Versuchung und Sünde sind von Satan eingeflüsterte Irreführungen, um die Menschen auf die Probe zu stellen, ob sie wohl bei Allah Zuflucht nehmen:“

Sure 2, Vers 155: Und gewiß werden Wir euch prüfen durch Angst, Hunger und Minderung an Besitz, Menschenleben und Früchten. Doch verkündige den Geduldigen eine frohe Botschaft.

(Ch. Schirrmacher, Der Islam, Band 1, Hänssler, Holzgerlingen, 2003, Seite 262)

Leider bleibt uns das obigen Zitat die Antwort auf die offene Frage der – jedem menschlichen Leben zugrunde liegenden – Vorherbestimmung zum Guten oder Bösen schuldig. Denn ob Menschen aufgrund satanischer Verführungen schwach werden oder „bei Allah Zuflucht nehmen“ das bestimmt ja eben gerade dieser Allah selbst.

Da muß man sich die Frage stellen: Weshalb braucht es noch Ungläubige und Satane um die Gläubigen zum Unglauben zu verleiten wenn das Leben eines Menschen doch schon unwiderruflich zum Guten oder Schlechten (und damit zum Glauben oder Unglauben) vorherbestimmt ist? Oder anders herum: Warum werden Ungläubige und Satane derartig dämonisiert, wenn sie ja ohnehin nur das von Allah festgelegte Programm erfüllen?

Sure 36, Vers 60: Machte Ich nicht einen Bund mit euch, ihr Kinder Adams: Dienet nicht dem Satan, siehe, er ist euch ein offenkundiger Feind;
Sure 36, Vers 61: Sondern dienet Mir, das ist der rechte Pfad?
Sure 36, Vers 62: Aber wahrlich nun führte er eine große Schar von euch irre. Hattet ihr denn keine Einsicht?“
Sure 36, Vers 63: „Dies ist Dschahannam. die euch angedroht ward.
Sure 36, Vers 64: Brennet heute in ihr, darum daß ihr ungläubig waret.“

Im islamischen Dogma finden wir auf diese Frage keine Antwort.

Die Konsequenzen der vollständigen Unterwerfung

Die Problematik der Existenz des Bösen ist jedoch noch nicht hinreichend erklärt mit dem Hinweis darauf, daß Iblis sein Teufelswerk mit Billigung Allahs betreibt und somit das Böse von außen an den Menschen herantritt. Die Frage des freien Willens und Allahs Vorherbestimmung eines jeden Menschenlebens ist bei der Sündhaftigkeit des Menschen und der Schuldfrage auch zu berücksichtigen. Ein gläubiger muslim befindet sich in einer geradezu diabolischen, weil unauflösbaren Zwickmühle. Warum handelt er so wie er handelt und nicht anders?

Einführung in die islamische Prädestinationslehre
 Allahs Allmacht und Seine umfassende Prädestination: die dogmatischen Konsequenzen

Weitere Fragen:

  • – Warum hat Allah Iblis (mit seinen Scharen) nicht unmittelbar nach der „Affäre Adam“ im Himmel aus dem Verkehr gezogen und ins Feuer von dschahannam geworfen? Immerhin hätte Er damit viel Unglauben verhindern können.
  • – Wie ist es denn zu rechtfertigen, daß Allah Iblis und seine Helfer dereinst „häuptlings in Dschahannam wirft, nachdem sie doch mit Seiner ausdrücklichen Genehmigung hienieden unterwegs gewesen sind?

Sure 26, Vers 94: Und sie sollen häuptlings in Dschahannam hinabgestürzt werden, sie und die Verirrten Sure 26, Vers 95: Und Iblis Scharen insgesamt.

 

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