Mohammeds Handlungen sind von Allah legitimiert und es ist ihm absoluter Gehorsam zu leisten

Deshalb beinhaltet das Prophetentum auch die rituelle Reinheit der Propheten in allen Lebenslagen und ihre Fehlerlosigkeit. Jeder Atemzug eines Propheten ist letztendlich Offenbarung.         
Quelle:  http://eslam.de/begriffe/p/prophetentum.htm

Gemäß Aussage im Koran ist Mohammed das „Siegel der Propheten„. Das heisst, daß er der letzte Gesandte ist, welcher die göttliche Wahrheit empfangen hat, nach ihm wird keiner mehr kommen:

Sure 33, Vers 40: Mohammed ist nicht der Vater einer eurer Männer, sondern Allahs Gesandter und das Siegel der Propheten; und Allah weiß alle Dinge.

Die Vorrangstellung Mohammeds vor allen anderen Gläubigen wurde schon in Mekka festgelegt:

Sure 39, Vers 11: Sprich: „Siehe, mir ward geheißen, Allah zu dienen in lauterem Glauben,
Sure 39, Vers 12: Und geheißen ward mir, der erste der Muslime zu sein.“

Weitere Verse, welche die göttliche Legitimation des Propheten und seine Unfehlbarkeit zum Thema haben, wurden in der medinensischen Periode offenbart:

Sure 33, Vers 21: Wahrlich, in dem Gesandten Allahs hattet ihr ein schönes Beispiel für jeden, der auf Allah und den Jüngsten Tag hofft und oft Allahs gedenkt.

Sure 24, Vers 51: Die Rede der Gläubigen, wenn sie zu Allah und Seinem Gesandten eingeladen werden, daß er zwischen ihnen richte, ist nur, daß sie sprechen: „Wir hören und gehorchen.“ Und sie sind es, denen es wohl ergeht.
Sure 24, Vers 52: Und wer Allah und Seinem Gesandten gehorcht und Allah scheut und fürchtet – sie sind es, die glückselig sind.

Sure 9, Vers 63: Wissen sie nicht, daß für den, der Allah und Seinen Gesandten befehdet, Dschahannams Feuer ist, ewig darinnen zu verweilen? Das ist die gewaltige Schande.

Sure 3, Vers 32: „Gehorchet Allah und dem Gesandten; denn wenn ihr den Rücken kehrt. – siehe, Allah liebt nicht die Ungläubigen.“

Die Pflicht zu absolutem Gehorsam kann durch den Propheten nicht immer eingefordert werden:

Sure 4, Vers 80: Wer dem Gesandten gehorcht, der gehorcht Allah, und wer den Rücken kehrt … so haben wir dich nicht entsandt zum Hüter über sie.

Die zu diesem Vers gehörende Exegese relativiert bzw. abrogiert die eigentlich absolut gültige Pflicht zum Gehorsam wie folgt:

Tafsir al-Jalalayn 4,80: Wer immer dem Gesandten folgt, wahrlich der gehorcht Allah. Und wer immer seinen Rücken kehrt, das heisst, wer immer dir nicht Folge leistet – kümmere dich nicht um ihn, Wir haben dich nicht als Hüter über sie entsandt sondern als Warner. Um ihre Verfehlungen werden Wir uns kümmern, und sie sühnen. Dieser Vers wurde offenbart, bevor der erste Kampfbefehl (Sure 22, Verse 39 bis 41) offenbart wurde.

Zu dieser partiellen Abrogation des Gehorsamsgebotes sind zwei Anmerkungen zu machen:

1. Wie in

Die absolute Gehorsamspflicht gegenüber Allah und Seinem Gesandten

noch näher ausgeführt wird, erfolgten alle Offenbarungen, welche die bedingungslose Nachfolge eines jeden Gläubigen fordern in Medina, in einer Zeit also, wo Mohammed nicht mehr als Warner auftrat sondern als Herrscher, mit den für diese Funktion notwendigen gesellschaftlichen Machtmitteln und juristischen Legitimationen.

2. Sure 4, Vers 80 wurde also ganz offensichtlich in Mekka hernieder gesendet (vor dem ersten Kampfbefehl), der Vers befindet sich also fälschlicherweise in der vierten Sure „Die Weiber“ von der im Koran steht, daß sie in Medina offenbart wurde.

In medinensischer Zeit veränderte Allah Seine Botschaft und ergänzte sie durch die Forderungen des „Heiligen Krieges“ und all die juristischen Bestimmungen, die später im islamischen Recht der scharia kodifiziert wurden. Mohammed konnte jetzt die ihm von Allah übergebene verschärfte koranische Rechtleitung mittels ebenfalls im Koran festgeschriebenen weltlichen Mitteln (Strafrecht, „Heiliger Krieg“ Eherecht, Erbrecht, Bestimmungen zur Sklavenhaltung etc.) durchsetzen. Er konnte Kritiker, Fehlbare und Ungläubige also nötigenfalls selber bestrafen (oder bestrafen lassen). Aber auch Allah wird über „diejenigen, welche Allah und Seinen Gesandten verletzen“  „schändende Strafe“ bringen:

Sure 33, Vers 57: Siehe, diejenigen, welche Allah und Seinen Gesandten verletzen, verfluchen wird sie Allah in der Welt und im Jenseits und bereitet hat Er ihnen schändende Strafe.

Vers 80 aus Sure 4 ist also als abrogiert zu betrachten. Die Gehorsamspflicht nach der hijra ist absolut.

► Abrogation
► Androhung von Strafe bei der Verweigerung der Loyalität

Dafür, daß kein Fehlverhalten unbemerkt bleibt sorgen auch die beiden Engel, die jedem Menschen links uns rechts beigestellt sind, und die alle seine Taten aufschreiben.

Das Buch der menschlichen Taten

Die Verpflichtung zum Gehorsam in Sachen des „Heiligen Krieges“ unterstreicht auch eine Stelle in der Prophetenbiographie von Ibn Ishaq: „O ihr Gläubige! Seid bereitwillig, wenn Gott und sein Gesandter euch rufen, zu dem was euch belebt (das heisst zum Krieg, durch den euch Gott verherrlicht hat), nach der Demütigung, gestärkt nach der Schwäche, und beschützt gegen den Feind, der euch überwunden hatte.“. (Gustav Weil: Das Leben Mohammeds, 1. Band, Seite 357, Verlag J.B. Metzler, 1864)

Dem Propheten ist nebst völligem Gehorsam auch hohe Ehrerbietung entgegenzubringen:

Sure 33, Vers 56: Siehe, Allah und Seine Engel segnen den Propheten, O ihr, die ihr glaubt, segnet ihn und begrüßet ihn mit dem Friedensgruß.

Zudem wird Mohammed ausdrücklich vollständige Macht auch in weltlichen Angelegenheiten übertragen:

Sure 4, Vers 105: Siehe, Wir haben zu dir das Buch in Wahrheit hinabgesandt, damit du zwischen den Menschen richtest, wie dir Allah Einsicht gegeben. Aber mit den Verrätern disputiere nicht.

In Medina vereinte Mohammed auf sich die Funktionen eines Bürgermeisters, militärischen Oberbefehlshabers, Gesetzgebers, Richters und geistlichen Oberhauptes.

Damit werden in der Person Mohammeds die Judikative und die Exekutive vereint, um diesen Tatbestand in westlicher Terminologie zu benennen. Die Legislative liegt beim Allmächtigen. Mohammed ist lediglich der Verkünder der göttlichen Gesetze. Diese beinhalten sowohl Fragen der Religion als auch des Familien- Erb- und Strafrechts. Die totalitäre Anhäufung aller staatlichen Machtbereiche auf der Person des  Propheten ist damit ein Faktum.

Besonders deutlich wird die göttliche Legitimation Mohammeds und der Zwang eines jeden Gläubigen unter die Gesetze des  Islam in einer Begebenheit beschrieben, die sich zwischen Omar und einem renitenten muslim zugetragen haben soll: „Zwei Männer hatten einen Streit und kamen zum Propheten, der zwischen ihnen urteilte. Derjenige, der durch das Urteil Unrecht bekam, sagte zu seinem Kontrahenten: „Ich werde das Urteil Mohammeds nicht akzeptieren.“ So gingen sie zu Omar. Der Mann, zu dessen Gunsten das Urteil ausgefallen war, sagte zu Omar: „Wir brachten unseren Streit vor den Propheten, und er traf ein Urteil zu meinen Gunsten, und dieser Mann weigert sich, das Urteil des Propheten anzuerkennen.“ Omar fragte den Mann, der verurteilt worden war: „Ist das wahr?“ Der Mann sagte: „Ja“

Die islamische Geschichte erzählt, daß Omar zurück in sein Haus ging, sein Schwert in die Hand nahm, zurückkam und den Kopf des Mannes abschlug.

Dieser Totschlag war ein immenses Problem, weil Allah die vorislamische Usanz der Blutrache in Seinen Offenbarungen legitimiert hatte. Es lag somit ein Verbrechen mit Wiedervergeltung vor:

Blutrache

Sure 17, Vers 33: Und tötet keinen Menschen, den euch Allah verwehrt hat, es sei denn um der Gerechtigkeit willen. Ist aber jemand ungerechterweise getötet, so geben Wir seinem nächsten Anverwandten Gewalt. doch sei er nicht maßlos im Töten (des Mörders) siehe, er findet Hilfe.

Auch wenn Omar einer der wichtigen Führer in der Gemeinschaft war, hätte man ihn zum Tode verurteilen können für das was er getan hatte.

Mohammed rang mit dieser Angelegenheit und berichtete dann, daß der Engel Gabriel ihm Folgendes gesagt habe:

Sure 4, Vers 65: Aber nein, bei deinem Herrn, nicht eher werden sie glauben, bis sie dich zum Richter über ihre Streitsachen einsetzen. Alsdann werden sie in ihren Herzen keine Schwierigkeit finden in deinem Entscheid und sich in Ergebung ergeben.

Diese Offenbarung schreibt fest, daß der Mann, der sein Urteil von Omar statt von Mohammed verlangte, kein muslim mehr war: nicht eher werden sie glauben, bis sie dich zum Richter über ihre Streitsachen einsetzen.“ (Mark A. Gabriel: Motive islamischer Terroristen, Seite 106, Resch, Gräfelfing, 2007)

Die Schlußfolgerung, die aus dieser Offenbarung (die wieder einmal genau im richtigen Zeitpunkt hernieder kam) abgeleitet werden muß ist weitreichend:

Ein muslim, der sich weigert, die Gesetze der islamischen Heilslehre vollständig zu befolgen ist kein muslim mehr.

Nicht nur die muslimische Gemeinde in Medina zur Zeit Mohammeds sondern jeder islamische Staat ist eine Theokratie, „im wörtlichen Sinne ein von Gott regierter Staat. Für fromme muslime gehört die einzige rechtmäßige Befehlsgewalt Gott allein, und der Herrscher bezieht seinen Machtanspruch von Gott und dem heiligen Gesetz und nicht vom Volk. Herrscher sind lediglich mit der Durchführung und Auslegung des Gottesgesetzes betraut, das die Offenbarung Mohammeds gebracht hatte.“ (Ibn Warraq, Warum ich kein Muslim bin, Matthes & Seitz, Berlin, 1995, Seite 260)

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