Malik ibn Anas: al-Muwatta: Kapitel 21: jihad

Das Kapitel „jihad“ ist das 21. Kapitel der al-Muwatta‘ von Malik ibn Anas (übersetzt ins Englische von Ustadha Aisha Bewley) (Quelle)

Mālik ibn Anas al-Asbahī, Abū ʿAbd Allāh (geboren um 715 in Medina gestorben um 795) ist der Begründer einer der Rechtsschulen des Islam, welche nach ihm benannt wird: malikitische Rechtsschule. Er wirkte zeitlebens in Medina.

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Einführung

Das umfangreiche schariatische Gesetzeswerk al-Muwattaʾ (was so viel heißt wie: „Der geebnete Pfad“) ist Malik’s Lebenswerk und die Grundlage der malikitischen Jurisprudenz. Nach den neusten Forschungsergebnissen hat Malik keine heute noch verfügbare letzte schriftliche Version seiner Arbeit hinterlassen. Sein Hauptwerk ist lediglich in den Rezensionen seiner unmittelbaren Schüler erhalten. Das Werk wird auch als hadith – Sammlung angesehen (hadith = Mitteilung, Erzählung, Bericht)

„Es muß herausgestrichen werden, daß einige muslimische Gelehrte … die al-Muwatta’ den sechs kanonischen Sammlungen zurechnen … Die Mehrzahl hingegen reiht al-Muwatta’ jedoch nicht in die sechs kanonischen Sammlungen ein, weil fast alle wichtigen einzelnen Erzählngen (hadith) in den verbürgten Sammlungen von Bukhari und Muslim schon enthalten sind.“ (Quelle)

Entsprechend der Internetseite „Islamic Awareness“ haben eine ganze Reihe von Schülern nach dem Tode von Malik dessen Erkenntnisse in einer Sammlung zusammengetragen, die eben den Titel al-Muwatta’ erhielt. Der Name, der in der isnad – Kette der vertrauenswürdigen Überbringer der jeweiligen Erzählung im Kapitel 21: jihad am Häufigsten erwähnt wird ist:

Yahya

Bei diesem Yahya handelt es sich offenbar um:

Yahya ibn Yahya al-Laythi

Yahya ibn Yahya al-Laythi (gestorben 854). Yahya studierte die al-Muwatta’ unter Malik während dessen letzten Lebensjahren und seine Version reflektiert demnach die Lehrmeinung von Malik, wie er sie am Ende seines Lebens vertrat. Es ist die bekannteste Version und diejenige, die im Allgemeinen gemeint ist, wenn von der al-Muwatta’ gesprochen wird. Sie ist vielfach publiziert worden.“ (Quelle)

In den einzelnen Erzählungen wird berichtet:

„Yahya übermittelte mir von Malik … „

Das heißt, daß sich die Person, welche die heute verfügbare Version der Erzählung niederschrieb auf Yahya bezieht, welcher sich auf Malik (etc.) beruft.

Die al-Muwatta’ von Malik ist rund 170 Jahre nach dem Tode von Mohammed (gestorben: 632) kompiliert worden.

Māliks Verdienst in der Entwicklungsgeschichte der islamischen Jurisprudenz liegt vor allem darin, dass er bestrebt war, zwischen dem überlieferten hadith – Material (vor allem medinensischen Ursprungs) und der in Medina allgemein bekannten und angewendeten Rechtspraxis vermittelnd einzutreten. Ferner verschaffte Malik in diesem Werk dem juristischen Konsens ijma

 ► Die Grundlagen der scharia

der Medinenser, der später durch Muhammad ibn Idris al-Schafii als Konsens der Rechtsgelehrten schlechthin zur dritten Quelle des Rechts erklärt werden sollte, allgemeine Gültigkeit.

Das zur Zeit Maliks bekannte hadith – Material stand stets im Spannungsfeld zwischen Traditionalismus und der allgemein akzeptierten Rechtspraxis. Selbst in der al-Muwattaʾ tritt der hadith zugunsten der medinensischen Rechtspraxis in den Hintergrund.

 ►  Traditionskritik

Die sunnah der Medinenser, die nicht zwangsläufig mit der Prophetensunnah identisch ist, ist wegweisende Argumentationsgrundlage bei der Rechtsfindung, denn selbst Malik soll Propheten – ahadith, die im Widerspruch zur Rechtspraxis (ʿamal) der Medinenser standen, ignoriert haben.

Wir haben die Koranzitate vollständig wiedergegeben und auch eine exegetische Erläuterung aus dem Tafsir al-Jalalayn sowie diverse interne und externe ► Links eingefügt.

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21.0 Jihad

21.1 Die Förderung des Wunsches nach jihad

1. Yahya übermittelte mir von Malik, von Abu’z-Zinad und von Abu Hurayra, daß der Prophet Allahs (PBUH) sagte:
„Jeder, der jihad auf dem Pfad Allahs ausübt ist wie einer, der ununterbrochen fastet und betet und von seinem Fasten und Beten nicht abrückt bis jener zurückkommt.“
[siehe: Bukhari 2632]

2. Yahya übermittelte mir von Malik, von Abu’z-Zinad und von Abu Hurayra, daß der Prophet Allahs (PBUH) sagte:
„Allah verspricht demjenigen, welcher auf Seinem Pfad in den jihad auszieht entweder das Paradies oder eine sichere Rückkehr mit Kriegsbeute wenn er ausschließlich für den jihad und mit dem Vertrauen auf Sein Versprechen sein Haus verläßt.
[siehe: Bukhari 2635]

3. Yahya übermittelte mir von Malik, von Zayd ibn Aslam, von Abu Salih as-Samman und von Abu’z-Zinad von Abu Hurayra, daß der Prophet Allahs (PBUH) sagte:
„Pferde sind für den Einen eine Belohnung, für den Zweiten Schutz und für den Dritten eine Belastung. Derjenige, für den sie eine Belohnung sind braucht sie auf dem Pfade Allahs – er läßt sie auf grüner Wiese weiden. Was immer das Pferd im Umkreis seines Strickes frißt wird ihm als gute Tat verrechnet. Wenn es den Strick zerreißt und über ein, zwei Hügel springt werden ihm seine Spuren und Ausscheidungen gutgeschrieben. Wenn es aus einem Fluß drinkt, obwohl der Besitzer dies nicht will, wird auch dies positiv vermerkt. Ein anderer Mann braucht sein Pferd, um Selbstvertrauen und Standhaftigkeit zu gewinnen sowie um nicht Allahs Recht zu vergessen, wenn er auf die Nacken der Ungläubigen haut – dann ist ihm sein Pferd Schutz. Der Dritte braucht seine Pferde um in Stolz und in Feindschaft gegenüber den Muslimen mit ihnen zu prahlen – dann sind ihm seine Pferde eine Last.
Der Bote Allahs (PBUH) wurde über Esel gefragt und er antwortete: „Es wurde mir nichts Spezifisches über sie offenbart außer:

Sure 99, Vers 7: Und wer auch nur Gutes im Gewicht eines Stäubchens getan, wird es sehen.
Sure 99, Vers 8: Und wer Böses im Gewicht eines Stäubchens getan, wird es sehen.

[siehe: Bukhari 2705]

4. Yahya übermittelte mir von ‚Abdullah ibn ‚Abd ar-Rahman ibn Ma’mar al-Ansari und ‚Ata‘ ibn Yasar, daß der Prophet Allahs (PBUH) sagte:
„Soll ich euch sagen, wer unter den Menschen den höchsten Rang innehat? Ein Mann, welcher für den jihad auf dem Pfade Allahs die Zügel seines Pferdes ergreift. Soll ich euch sagen, wer den zweiten Platz nach ihm einnimmt? Ein Mann, welcher alleine mit einigen Schafen lebt, die Gebete verrichtet, Zakat bezahlt und Allah verehrt ohne Ihm irgend etwas anderes beizugersellen.“
[In at-Tirmidhi and an-Nasa’i]

►  Die Einzigkeit Allahs

5. Yahya übermittelte mir von Malik, daß Yahya ibn Sa’id sagte: „Ubayda ibn al-Walid ibn ‚Ubada ibn as-Samit informierte mich über seinen Vater, daß dessen Großvater berichtete:
„Wir schlossen mit dem Propheten Allahs (PBUH) eine Übereinkunft, ihm mit Begeisterung und auch mit Widerwillen, in guten und in schweren Zeiten, zuzuhören und zu gehorchen, nicht mit Machtträgern zu verhandeln und der Wahrheit zum Durchbruch zu verhelfen ohne Angst vor Kritik.“
[In Bukhari and Muslim]

6. Yahya übermittelte mir von Malik, daß Zayd ibn Aslam sagte:
„’Ubayda ibn al-Jarrah schrieb an ‚Umar ibn al-Khattab über seine Angst vor einem großen Zusammenzug byzantinischer Truppen. ‚Umar ibn al-Khattab schrieb ihm zurück: ‚Welche Anfeindung auch immer einen gläubigen Sklaven (Muslim) ereilen, Allah wird für ihn einen Ausweg schaffen und eine Notlage wird nicht zwei leichte Phasen übergewichten. Allah der Erhabene sagt in Seinem Buch:

Sure 3, Vers 200: O ihr, die ihr glaubt, duldet und wetteifert in Geduld und haltet aus und fürchtet Allah; vielleicht ergeht es euch wohl.

Tafsir al Jalalayn 3,200: O ihr die ihr glaubt, seid geduldig wenn ihr gehorcht, wenn ihr Widrigkeiten begegnet und indem ihr von Ungehorsam absieht. Wetteifert in Geduld mit den Ungläubigen damit sie nicht geduldiger als ihr sind; seid standhaft und bleibt beim jihad. Fürchtet Allah unter allen Umständen damit ihr Erfolg habt, damit euch der Eingang ins Paradies gewährt wird und ihr vom (Fege-)Feuer erlöst werdet.

21.2 Das Verbot, mit einem Koranexemplar in Feindesland zu reisen

7. Yahya übermittelte mir von Malik, daß Nafi‘ ‚Abdullah ibn ‚Umar sagte, daß
der Prophet Allahs (PBUH) verbot, mit einer Kopie des Korans im Lande der Ungläubigen herumzureisen. Malik kommentierte: „Das ist aus Angst, daß der Feind in den Besitz des Korans kommen könnte.“
[siehe: Bukhari 2828]

21.3 Das Verbot, während eines Kriegszuges Frauen und Kinder zu töten

8. Yahya übermittelte mir von Malik und Shihab, daß der Sohn von Ka’b ibn Malik sagte:
„Der Prophet Allahs (PBUH) verbot denjenigen, welche Ibn Abi Huqayq (ein verräterischer Jude) bekämpften, Frauen und Kinder umzubringen. Er sagte, daß einer der kämpfenden Männer erzählte, daß die Frau von Ibn Abi Huqayq schrie und er immer wieder sein Schwert gegen sie erhob. Da erinnerte er sich an das Verbot des Propheten und senkte sein Schwert. Ohne diese Anweisung hätte er sich der Frau entledigt.“

9. Yahya übermittelte mir von Malik, von Nafi‘ und von Ibn ‚Umar, daß
der Prophet Allahs (PBUH) die Leiche einer Frau sah, die in einem Beutezug erschlagen wurde, Er mißbilligte dies und verbot das Töten von Frauen und Kindern.
[siehe: Bukhari 2852]

10. Yahya übermittelte mir von Malik und von Yahya ibn Sa’id, daß
Abu Bakr as-Siddiq Armeen nach Syrien gesandt hatte. Er ging auf einen Spaziergang mit Yazid ibn Abi Sufyan, der eines der Batallione befehligte. Es wird bezeugt, daß Yazid zu Abu Bakr sagte: „Wirst du reiten oder soll ich absteigen?“ Abu Bakr sagte: „Ich werde nicht reiten und du wirst nicht absteigen. Ich mache diese Schritte um auf dem Pfade Allahs zu sein.“ Dann gab er Yazid folgende Anweisungen; „Du wirst ein Volk finden, das von sich behauptet, sich ganz Allah hingegeben zu haben. Lass sie in ihrem Glauben. Dann wirst du ein Volk finden, dessen Mitglieder die Mitte des Schädels kahlrasiert haben. Erschlage sie mit dem Schwert auf der kahlrasierten Stelle.“
„Ich gebe dir zehn Gebote mit: Erschlage keine Frauen und Kinder und keine alten und kranken Leute. Fälle keine Fruchtbäume. Zerstöre keine bewohnten Siedlungen. Schlachte keine Schafe und Kamele, es sei denn zum Essen. Verbrenne keine Bienen und treibe sie nicht auseinander. Stiel nicht von der Kriegsbeute und sei kein Feigling.“

11. Yahya übermittelte mir von Malik, daß er hörte, daß ‚Umar ibn Abd al-‚Aziz einem der Befehlshaber folgendes schrieb:
„Es wurde uns erzählt daß der Prophet Allahs (PBUH) wenn er zu einem Beutezug aufrief zu sagten pflegte: ‘Unternehmt eure Beutezüge im Namen Allahs und auf dem Pfade Allahs. Bekämpft alle, die Allah nicht annehmen wollen. Stehlt weder von der Beute noch handelt verräterisch. Verstümmelt niemanden und tötet keine Kinder. Sagt das den Armeen und den Raubzüglern. Wenn Allah es will sei Friede mit euch.‘“
[In Muslim]

21.4 Sicheres Geleit gewähren

12. Yahya übermittelte mir von Malik und von einem Mann aus Kufa, daß
‚Umar ibn al-Khattab einem Befehlshaber einer Armee, die er ausgesendet hatte folgendes schrieb: „Ich habe gehört, daß einige eurer Männer die Sitte pflegen, einen Ungläubigen zu jagen, bis er an einer erhöhten Stelle Schutz findet. Dann sagt ihm dieser er müsse keine Angst haben und wenn er dann herunterkommt wird er getötet. Bei Ihm, in dessen Händen mein Leben liegt, wenn ich von einem wüsste, der so etwas getan hat würde ich ihm den Kopf abschlagen.“
Yahya sagte, er habe Malik sagen hören: „Diese Tradition wird nicht einhellig bezeugt, weshalb nicht nach ihr gehandelt wird.“
Als Malik gefragt wurde, ob das freie Geleit, wenn durch eine Handbewegung bezeugt und nicht mündlich versprochen dieselbe Verpflichtung beinhalten würde, sagte er folgendes: „Ja, ich glaube, man kann von einer Armee erwarten, jemanden nicht zu töten, wenn ihm durch eine Geste freies Geleit zugesagt wurde, denn soweit ich weiss, haben Gesten deselben Status wie das gesprochene Wort. Ich hörte ‚Abdullah ibn ‚Abbas sagen: ‚Es gibt kein Volk, das einen Schwur bricht, denn Allah würde sonst seinen Gegnern die Macht über es geben.’“

21.5 Spenden für den Weg Allahs

13. Yahya übermittelte mir von Malik und von Nafi‘ daß
wenn ‚Abdullah ibn ‚Umar etwas für den „Heiligen Krieg“ spendete sagte er zum Empfänger: „Wenn du Wadi’l-Qura (ein Ort in den Außenbezirken von Medina) erreichst, dann bist du verantwortlich dafür.“

14. Yahya übermittelte mir von Malik und von Yahya ibn Sa’id, daß Sa’id ibn al-Musayyab zu sagen pflegte:
„Wenn man einen Mann mit einem Gegenstand für eine militärische Expedition ausrüstet ist dieser sein Eigentum, sobald er auf dem Schlachtfeld ankommt.“
Malik wurde über einen Mann befragt, der sich für eine militärische Expedition verpflichtet und ausgerüstet hatte, dem seine Eltern aber in letzter Minute verboten auszuziehen. Malik sagte: „Er soll seinen Eltern nicht widersprechen und seine Ausrüstung für das kommende Jahr beiseite legen. Wenn er Angst hat, daß die Ausrüstung Schaden erleidet soll er sie verkaufen und den Erlös für eine kommende Militärexpedition auf die Seite legen. Wenn er wohlhabend ist wird er wieder eine adäquate Ausrüstung finden; also laßt ihn einfach machen.“

21.6 Kriegsbeute im Allgemeinen

15. Yahya übermittelte mir von Malik, von Nafi‘ und von ‚Abdullah ibn ‚Umar, daß
der Prophet Allahs (PBUH) einen Beutezug mit ‚Abdullah ibn ‚Umar nach Najd aussendete. Sie erbeuteten viele Kamele und ihr Anteil waren zwölf oder dreizehn Kamele pro Mann. Sie teilten die Beute Stück für Stück auf.
[In Bukhari and Muslim]

16. Yahya übermittelte mir von Malik und von Yahya ibn Sa’id, daß dieser hörte, wie Sa’id ibn al-Musayyab sagte:
„Wenn die Krieger bei Überfällen die Beute teilten, dann war ein Kamel so viel wert wie zehn Schafe.“
[siehe: Bukhari 2356]

Malik sagte bezüglich dem Anrecht eines Söldners auf Beute: „Wenn er während des Überfalls anwesend und ein freier Mann ist, dann hat er Anrecht auf seinen Teil der Beute. Wenn er nicht anwesend ist, hat er kein Anrecht darauf.“
Malik faßte zusammen: „Ich denke, daß die Beute nur unter freie Männer aufgeteilt wird, die auch am Überfall beteiligt waren.“

21.7 Gegenstände, von denen nicht 1/5 Kriegsbeute genommen werden muß (khums)

Malik erklärte den Tatbestand von feindlichen Soldaten, welche am Ufer eines muslimischen Landes gefunden werden und welche behaupten, Händler zu sein, die von einem Unwetter ans Ufer getrieben wurden. Wenn die Muslime diese Behauptung nicht überprüfen können und die Schiffe nicht beschädigt sind oder die Soldaten wegen Durst ohne die Erklaubnis der Muslime an Land gingen. Er sagte: „Es hängt von der Ansicht des jeweiligen Muslimführers ab und ich glaube nicht, daß die Beute eines Fünftels von ihnen genommen werden sollte.“

► khums

21.8 Was vor der offiziellen Verteilung der Kriegsbeute davon gegessen werden darf

Malik sagte: „Ich sehe nichts Schlechtes dabei, wenn Muslime etwas von der im Feindesland gefundenen Kriegsbeute essen bevor sie verteilt wird.“
Er sagte weiter: „Ich denke, daß jedwelche Kamele, Kühe oder Schafe, welche als Kriegsbeute genommen wurden für Muslime im Feindesland als Nahrung dienen sollten. Wenn man sie erst nach Verteilung der Beute verzehren würde, könnte dies der Armee schaden. Ich sehe nichts Verwerfliches darin, wenn es innerhalb annehmbarer Grenzen geschieht. Allerdings sollten diese Nahrungsmittel nicht gehortet und der Familie gebracht werden.“
Malik wurde gefragt, ob es statthaft sei, Reste von Nahrung, die ein Krieger im Feindesland erhalten hat aufzubewahren und auch allenfalls mit seiner Familie zu essen oder zu verkaufen bevor er nach Hause zurückkommt – und den Verkaufspreis zu behalten. Er antwortete: „Wenn er es wärend einem Beutezug verkauft, sollte er den Erlös der Beute der Muslime beifügen. Wenn er es nach Hause zurückbringt sehe ich keinen Fehler darin, wenn es sich um kleine Mengen handelt.“

21.9 Feindesgut, das vor der Verteilung dem ursprünglichen Besitzer zurückgegeben werden soll

17. Yahya übermittelte mir von Malik, ihn habe die Nachricht erreicht, daß:
ein Sklave von ‚Abdullah ibn ‚Umar geflohen und zudem ein Pferd ausgebrochen sei. Die Götzenanbeter hätten beide eingefangen. Dann hätten die Muslime sie zurückerobert und und ‚Abdullah ibn ‚Umar zurückgegeben, bevor die restliche Beute verteilt wurde.
[siehe: Bukhari 2902]

Ich hörte Malik über muslimisches Eigentum als Teil der Kriegsbeute folgendes sagen: „Wenn es vor der Beuteverteilung bemerkt wird, gibt man es dem ursprünglichen Besitzer zurück, andernfalls gilt es als verteilt.“
Malik meinte zum Fall eines jungen Sklaven, der von den Götzenanbetern gefangen und von den Muslimen zurückgebracht wurde: „Vor der Beuteverteilung hat der ursprüngliche Besitzer mehr Eigentumsrecht, ohne noch einmal für den Sklaven bezahlen zu müssen. Wenn aber die Beuteverteilung schon erfolgt ist dann gehört der Sklave noch immer dem alten Sklavenhalter, er muß aber dafür bezahlen.“
Was eine umm walad eines muslimischen Mannes betrifft, die von den Götzenanbetern entführt, dann von den Muslimen zurückgeraubt und schließlich als Teil der Beute verteilt sowie anschließend vom Besitzer wiedererkannt wurde, sagte Malik folgendes: „Sie soll nicht versklavt werden. Das muslimische Oberhaupt soll sie für ihren früheren Besitzer freikaufen. Wenn er das nicht tut soll der alte Besitzer für sie ein Lösegeld bezahlen und sie behalten. Ich glaube nicht, daß sie zur Sklavin von irgend jemand gemacht werden soll, noch ist es für einen solchen potentiellen Besitzer halal, mit ihr Geschlechtsverkehr zu haben. Sie hat die Stellung einer freien (Ehe)Frau denn ihr Besitzer ist verpflichtet, falls sie jemanden verletzen würde, Schadenersatz zu bezahlen. Er sollte es nicht zulassen, daß eine seiner umm walad anderweitig versklavt und damit Geschlechtsverkehr mit ihr halal wird.

21.10 Der Raub des persönlichen Besitzes eines erschlagenen Feindes als Teil der Beute

18. Yahya übermittelte mir von Malik, von Yahya ibn Sa’id, von ‚Amr ibn Kathir in Aflah und von Abu Muhammad, dem mawla von Abu Qatada, daß Abu Qatada ibn Rib’i sagte:
„Wir zogen mit dem Propheten Allahs (PBUH) in eine Schlacht im Jahre von Hunayn. Als die beiden Armeen aufeinandertrafen wurden die Reihen der Muslime durcheinandergebracht. Ich sah einen Götzendiener, der einen unserer guten Leute niedergemacht hatte. Ich umrundete ihn, kam hinter ihn zu stehen und schlug mit meinem Schwert auf sein Schulterblatt. Er drehte sich um und ergriff mich so fest, daß ich den Tod fühlen konnte. Dann ließ es mich los und brach tot zusammen.“ Abu Qatada ibn Rib’i fuhr fort: „Ich traf ‚Umar ibn al-Khattab und sagte ihm: ‚Was ist nur mit den Leuten los?‘ Er antwortete: ‚Es ist der Wille Allahs‘. Dann kamen die Leute von der Schlacht zurück und der Bote Allahs (PBUH) sagte: ‚Wer immer einen Feind getötet hat und es beweisen kann darf ihm alles abnehmen.‘ Ich stand auf und sagte: ‚Wer will für mich bezeugen?‘ Dann setzte ich mich. Der Bote Allahs (PBUH) wiederholte seine Aufforderung: ‚Wer immer einen Feind getötet hat und es beweisen kann darf ihm alles abnehmen.‘ Ich stand auf und sagte: ‚Wer will für mich bezeugen?‘ Dann setzte ich mich. Darauf wiederholte er seine Aufforderung zum dritten Mal und ich stand auf und der Bote Allahs (PBUH) sagte: ‚Was ist los mit dir, Abu Qatada?‘ Also erzählte ich meine Geschichte. Ein Mann bezeugte es und sagte: ‚Ich habe die Kriegsbeute des getöteten Feindes an mich genommen.‘ Er forderte Mohammed auf, mir dafür Entschädigung zu geben.
Abu Bakr sagte: ‚Nein, bei Allah! Es geht nicht an, daß einer der Löwen Allahs für Ihn und Seinen Propheten kämpft und dann wird dir die Kriegsbeute gegeben.‘ Der Bote Allahs (PBUH) sagte: „Er hat die Wahrheit gesprochen, gib ihm die Beute.“ Er gab sie mir und ich verkaufte den Brustpanzer und kaufte dafür einen Fruchtgarten in der Nähe der Banu Salima. Es war der erste Besitz, den ich mir angeschafft hatte seit ich Muslim geworden war.
[In Muslim]

19. Yahya übermittelte mir von Malik und von Ibn Shihab, daß al-Qasim ibn Muhammad erzählte, er habe von einem Mann gehört, der Ibn ‚Abbas bezüglich der Beute fragte. Ibn ‚Abbas sagte:
„Pferde ebenso wie persönliche Effekten sind ein Teil der Beute.“ Dann wiederholte der Mann seine Frage und Ibn ‚Abbas wiederholte seine Antwort. Dann fragte der Mann: „Was ist mit der Beute, die Er, der Erhabene und Gesegnete in Seinem Buche erwähnt?“ Er fuhr fort zu fragen, bis es Ibn ‚Abbas zuviel wurde und er ausrief: „Weiss jemand, wer dieser Mann ist? Er ist wie Ibn Sabigh, der von Ibn al-Khattab geschlagen wurde weil er ständig dumme Fragen stellte.“
Yahya sagte, daß Malik gefragt wurde ob jemand die Habseligkeiten eines getöteten Feindes behalten darf, ohne den Anführer um Erlaubnis zu bitten. Er meinte: „Niemand darf das tun ohne die Erlaubnis des Anführers. Nur der Anführer kann jijtihad verfügen. Ich kann mich nicht erinnern, daß der Bote Allahs (PBUH) je gesagt hat: „Wer immer einen Feind getötet hat darf dessen persönliche Effekten behalten.“ an irgendeinem anderen Tag als anläßlich der Schlacht von Hunayn.“

►  Der „Heilige Krieg“ und das Tor des ijtihad

21.11 Bonusgeschenke vom Fünftel der Kriegsbeute (khums)

20. Yahya übermittelte mir von Malik und von Abu’z-Zinad, daß Sa’id ibn al-Musayyab sagte:
„Die Leute bekamen Bonusgeschenke von den khums
Malik sagte: „Das ist das Beste, was ich zu dieser Sache je gehört habe.“
Malik wurde bezüglich der Bonusgeschenke gefragt und ob sie von den ersten Kriegsbeutestücken genommen würden und er meinte: „Das wird entsprechend den Anweisungen jijtihad des Anführers entschieden. Wir besitzen keinen verläßlichen Befehl außer daß es gemäß der Entscheidung des Sultans erfolgen soll. Ich habe nicht gehört, daß der Bote Allahs (PBUH) nach Beutezügen Bonusgeschenke gemacht hat. Ich habe nur Kunde von einer Situation, wo er solche machte, nämlich bei der Schlacht von Hunayn. Es liegt an der Anordnung des Anführers, ob sie von den ersten Beutestücken zu nehmen sind oder vom Rest.

21.12 Der Anteil der Kriegsbeute für die berittenen mujahidun

21. Yahya übermittelte mir, daß Malik erzählte, er habe ‚Umar ibn ‚Abd al-‚Aziz sagen hören:
„Ein Reiter bekommt zwei Teile der Beute und der Fußsoldat einen Teil.“
Malik fügte an: „Ich habe dasselbe sagen hören.“
Malik antwortete als er gefragt wurde, ob ein mujahid, der mehrere Pferde in den Krieg mitnimmt für sie alle entschädigt wird: „Ich habe nie etwas Derartiges gehört. Ich glaube nur, daß er für das eine Pferd bezugsberechtigt ist, auf welchem er gekämpft hat.“
Er sagte auch: „Maulesel und Esel werden als Pferde angesehen weil Allah, der Gesegnete und Erhabene in Seinem Buch sagt:

Sure 16, Vers 8: Und Er erschuf die Pferde und die Kamele und die Esel, auf daß ihr auf ihnen reitet, und zum Schmuck. Und Er erschuf, was ihr nicht kennet.

Er, der Barmherzige und Majestätische, sagte:

Sure 8, Vers 60: So rüstet wider sie, was ihr vermögt an Kräften und Roßehaufen, damit in Schrecken zu setzen Allahs Feind und euern Feind und andre außer ihnen, die ihr nicht kennt, Allah aber kennt. Und was ihr auch spendet in Allahs Weg, Er wird es euch wiedergeben, und es soll euch kein Unrecht geschehen.

Ich denke, Maulesel und Esel werden als Pferde angesehen, wenn der Anführer das auch so sieht.“

21.13 Von der Kriegsbeute stehlen

22. Yahya übermittelte mir von Malik, von ‚Abd ar-Rahman ibn Sa’id und von ‚Amr ibn Shu’ayb, daß
der Prophet Allahs (PBUH) von Hunayn zurück kam und auf dem Weg nach al-Ji’rana war, als die Leute dermaßen auf ihn eindrangen um ihm Fragen zu stellen, daß sich das Kamelweibchen auf welchem er ritt unter einen Baum zurückzog, sich in der Folge sein Mantel in den Zweigen verfing und ihm so vom Rücken herunterfiel. So sagte der Gesandte Allahs (PBUH) folgendes: “Gebt mir meinen Mantel zurück. Habt ihr Angst, daß ich nicht unter euch verteilen werde was Allah euch als Kriegsbeute gegeben hat? Bei Dem in wessen Händen ich ruhe; hätte Allah euch als Kriegsbeute soviele Kamele gegeben wie es Akazienbäume in Tihama gibt, ich hätte sie unter euch verteilt. Ihr werdet sehen, daß ich weder geizig, feige noch lügnerisch bin.“ Dann stieg der Prophet vom Kamel, begab sich unter die Leute und sprach: „Gebt auch die Nadel und den Faden her, denn es ist eine Schande von der Kriegsbeute zu stehlen; am Jüngsten Gericht kommen Feuer und Schmach über diejenigen, welche es tun.“
Dann nahm er ein paar Kamelhaare oder etwas vom Boden auf und sagte: „Bei Dem in wessen Händen ich ruhe! Was Allah euch an Kriegsbeute bereitet hat, gehört mir nicht – sogar so etwas (nichtiges) was ich in meinen Händen halte! – außer des fünften Teils der Beute (khums) – und diese wird euch (auch) zurückgegeben.“
[In an-Nasa’i]

23. Yahya übermittelte mir von Malik, von Yahya ibn Sa’id, von Muhammad ibn Yahya ibn Habban und von Ibn Abi ’Amra, daß Zayd ibn Khalid al-Juhani sagte:
“Ein Mann starb am Tag von Hunayn und man sagte dies dem Propheten Allahs (PBUH).“ Zayd behauptete, daß dieser gesagt habe, daß sie für den Toten beten sollen, d.h. daß er selber dies jedoch nicht tun würde. Die Leute waren erstaunt darüber. Zayd behauptete nun weiter, daß der Prophet Allahs (PBUH) gesagt habe: „Euer Gefährte stahl von der Kriegsbeute welche für Allah gewonnen wurde.“ Zayd erzählte dann: „Wir öffneten also das Gepäck des Toten und fanden darin zwei Perlen eines Juden, welche etwa zwei Dirham wert waren.“
[In Abu Dawud, an Nasa’i und Ibn Majah]

24. Yahya übermittelte mir von Malik, von Yahya ibn Sa’id und von ’Abdullah ibn al-Mughira ibn Abi Burda al-Kinani, daß er gehört habe
der Gesandte Allahs (PBUH) hätte ihre verschiedenen Stämme besucht und ein du’a’ für sie gesprochen, ließ jedoch einen (Stamm) aus. ’Abdullah erzählte: „In diesem Stamm fand man ein von der Kriegsbeute gestohlenes Onyx Halsband in der Satteltasche eines Mitgliedes. Der Prophet (PBUH) kam zu ihnen und sprach ein takbir sowie man dies für die Toten tut.“

25. Yahya übermittelte mir von Malik, von Thawr ibn Zayd ad-Dili und von Abu’l-Ghayth Salim, dem mawla von ibn Muti’ daß Abu Hurayra sagte:
„Im Jahre von der Schlacht bei Khaybar zogen wir mit dem Gesandten Allahs (PBUH) umher. Wir fingen weder Gold noch Silber sondern nur persönliche Sachen wie Kleider und Haushaltartikel. Rifa’a ibn Zayd gab dem Gesandten Allas (PBUH) einen schwarzen Sklavenknaben namens Mid’am. Ersterer begab sich dann nach Wadi’l-Qura. Als er da ankam, wurde der Sklave von einem verirrten Pfeil getötet, während er das Kamel des Propheten Allahs (PBUH) am absatteln war. Die Leute sagten ‚Ihm alles Gute! Der Garten (Eden ist ihm gewiß)!’
Der Gesandte Allahs sagte daraufhin ‚Nein! Bei Dem, in wessen Hände ich ruhe! Der Mantel, den er am Tage von Kaybar von der Kriegsbeute nahm, bevor sie verteilt wurde wird ihn mit Feuer beschmeißen.’ Als die Leute dies hörten, brachte ein Mann dem Propheten Allahs (PBUH) einen oder zwei Sandalenriemen. Letzterer sagte daraufhin ‚Ein oder zwei Sandalenriemen aus Feuer!’“
[In Bukhari und Muslim]

26. Yahya übermittelte mir von von Malik und von Yahya ibn Sa’id, daß er gehört habe, wie ’Abdullah ibn ’Abbas sagte:
„Menschen stehlen keine Kriegsbeute außer Allah habe Schrecken in ihre Herzen geworfen. Unzucht verbreitet sich nicht unter den Menschen außer wenn es viele Todesfälle unter ihnen gibt. Menschen machen weder die Maßstäbe kürzer noch die Gewichte leichter (hauen andere nicht übers Ohr) außer wenn sie keine Mittel haben. Menschen sprechen nicht unberechtigterweise Recht außer wenn sich Blut(vergießen) in ihren Reihen ereignet. Menschen begehen nicht Eidbruch außer Allah gibt ihren Feinden Macht über sie.“

21.14 Die Märtyrer für die Sache Allahs

27. Yahya übermittelte mir von Malik, von Abu’z-Zinad, von al-A’raj und von Abu Hurayra daß der Gesandte Allahs (PBUH) sagte:
„Bei Dem in wessen Händen ich ruhe! Ich möchte für die Sache Allahs kämpfen und getötet werden, dann möchte ich wieder zum Leben erweckt werden damit ich wieder getötet werden kann um dann nochmals zum Leben erweckt und in der folge wiederum getötet zu werden.“
Abu Hurayra sagte dreimal: „Ich bezeuge es bei Allah!“
[In Bukhari und Muslim]

28. Yahya übermittelte mir von Malik, von Abu’z-Zinad, von al-A’raj und von Abu Hurayra daß der Prophet Allahs (PBUH) sagte:
„Allah lacht zwei Männer aus. Einer tötet den anderen aber beide werden ins Paradies eingehen; einer kämpfte für die Sache Allahs und wurde getötet, dann wendet sich Allah vergebungsvoll an den Killer, so kämpft auch er für die Sache Allahs und wird ein Märtyrer.“
[siehe: Bukhari 2671]

29. Yahya übermittelte mir von Malik, von Abu’z-Zinad, von al-A’raj und von Abu Hurayra daß der Gesandte Allahs (PBUH) sagte:
„Bei Dem in wessen Händen ich ruhe! Keiner von euch wird verwundet für die Sache Allahs – und Allah weiß am besten, wer für Seine Sache verwundet worden ist, denn wenn der Tag des Jüngsten Gerichts kommt, wird Blut aus seiner Wunde strömen. Es wird die Farbe von wirklichem Blut haben, sein Geruch wird jedoch wie Moschus sein!“
[siehe: Bukhari 2649]

30. Yahya übermittelte mir von Malik und von Zayd ibn Aslam, daß ‚Umar ibn al-Khattab folgendes zu sagen pflegte:
„O Allah! Bitte mach, daß ich nicht von einem Mann getötet werde, welcher eine einzige Niederwerfung vor Dir vollstreckt hat über die er sich mit mir am Tage des Jüngsten Gerichts vor Dir streiten wird!“

31. Yahya übermittelte mir von Malik, von Yahya ibn Sa’id, von Sa’id al-Maqburi und von ‚Abdullah ibn Abi Qatada daß sein Vater sagte, ein Mann sei zum Propheten Allahs gekommen (PBUH) und hätte folgendes geäußert:
„O Gesandter Allahs! Wenn ich getötet werde für die Sache Allahs indem ich die Belohnung erwarte und aufrichtig in die Offensive gehe ohne den Rückzug anzutreten, wird Allah mir dann meine Fehler vergeben?“ Der Prophet Allahs (PBUH) sagte: „Ja.“ Als der Mann sich wegbegeben wollte, rief ihn der Gesandte Allahs (PBUH) zurück und fragte ihn: „Was hast du gesagt?“ Der Mann wiederholte seine Frage. Der Gesandte Allahs (PBUH) sagte dann zu ihm: „Ja, außer Schulden. Gabriel sagte mir dies.“
[In Muslim]

32. Yahya übermittelte mir von Malik und von Abu’n-Nadr, dem mawla des ‚Umar ibn ‚Ubaydullah daß er gehört habe wie der Gesandte Allahs (PBUH) über die Märtyrer von der Schlacht bei Uhud folgendes gesagt habe:
„Ich sage für sie aus.“ Abu Bakr as-Siddiq erwiderte: „Prophet Allahs, sind wir nicht deren Brüder? Wir traten zum selben Zeitpunkt dem Islam bei und wir alle kämpften für den jihad.“ Der Gesandte Allahs (PBUH) sagte nun: „Ja, ich weiß aber nicht wie ihr den Faden aufnehmt, wenn ich einmal nicht mehr da bin.“ Abu Baker weinte viele Tränen und fragte: „Werden wir dich wirklich überleben?“

33. Yahya übermittelte mir von Malik daß Yahya ibn Sa’id gesagt hätte:
„Der Prophet Allahs (PBUH) saß bei einer Grabstelle, welche in Medina gegraben wurde. Ein Mann schaute in das Grab hinab und sagte ‚Ein schreckliches Bett für den Gläubigen.’ Der Gesandte Allahs (PBUH) sagte darauf ‚Übel? Was du da gerade gesagt hast, ist total falsch.’
Der Mann antwortete ‚Das ist nicht was ich meinte, Gesandter Allahs. Ich meinte das Getötet-werden für die Sache Allahs.’ Der Prophet Allahs (PBUH) meinte nun: ‚Getötet zu werden für die Sache Allahs ist unvergleichlich! Es gibt keinen anderen vergleichbaren Ort auf der Welt für ein Grab wie in Medina.’ Er wiederholte dies dreimal.“

21.15 Aktionen in denen Märtyrertum zu finden ist

34. Yahya übermittelte mir von Malik und von Zayd ibn Aslam daß ‚Umar ibn al-Khattab folgendes zu sagen pflegte:
„O Allah! Ich bitte Dich um Märtyrertum für Deine Sache in der Stadt Deines Propheten!“
[siehe: Bukhari 1791]

35. Yahya übermittelte mir von Malik und von Yahya ibn Sa’id, daß ‚Umar ibn al-Khattab folgendes gesagt habe:
„Das Nobelste eines Gläubigen ist seine taqwa. Sein din ist seine noble Herkunft. Seine Männlichkeit ist sein guter Charakter. Kühnheit und Feigheit sind lediglich Instinkte, welche Allah plaziert wo er will. Der Feigling drückt sich sogar davor, seinen Vater und seine Mutter zu verteidigen und der Kühne kämpft um des Kampfes und nicht der Beute willen. Getötet zu werden ist lediglich ein Weg, seinem Tod zu begegnen. Und der Märtyrer ist derjenige welcher sich aufopfert, weil er die Belohnung Allahs erwartet.“

21.16 Wie ein Märtyrer gewaschen werden soll

36. Yahya übermittelte mir von Malik, von Nafi‘ und von ‚Abdullah ibn ‚Umar, daß
‚Umar ibn al-Khattab gewaschen und eingewickelt sowie für ihn gebetet wurde, obwohl er ein Märtyrer war. Möge sich Allah seiner erbarmen.

37. Yahya übermittelte mir von Malik, daß er Sachverständige gehört habe welche sagten, daß
man Märtyrer weder waschen noch für sie beten soll. Vielmehr müsse man sie in denjenigen Kleidern vergraben, in welchen sie getötet worden waren.
Malik meinte: „Dies ist die sunnah für jemanden der auf dem Schlachtfeld umkommt und der nicht erreicht werden kann bevor er stirbt. Jemand, der vom Schlachtfeld getragen wird und danach noch so lange lebt wie Allah es ihm bewilligt, wird gewaschen und es wird gebetet für ihn genau so wie dies mit ‚Umar ibn al-Khattab geschah.“

21.17 Was man mit Spenden für den jihad nicht tun sollte

38. Yahya übermittelte mir von Malik und von Yahya ibn Sa’id, daß
‚Umar ibn al-Khattab in einem Jahr 40’000 Kamele als Kriegstiere gespendet habe. Manchmal gab er auch einzelnen Männern ein Kamel für ihren persönlichen Gebrauch. Bisweilen gab er auch zwei Männern ein Kamel mit dem sie in den Irak ritten. Ein Iraker kam zu ihm und sagte: „Gib mir und Suhaym ein Reittier.“ ‚Umar ibn al-Khattab erwiderte: „Ich frage dich unter Allahs Bezeugen; ist suhaym ein Wasserschlauch?“ Er bejahte dies.

21.18 die Förderung des Wunsches nach jihad

39. Yahya übermittelte mir von Malik und von Ishaq ibn ‚Abdullah ibn Abi Talha daß Anas ibn Malik folgendes berichtete:
Als der Gesandte Allahs (PBUH) Quba erreichte, besuchte er Umm Haram bint Milhan von welcher er bewirtet wurde. Sie war die Frau von ‚Ubada ibn as-Samit. Eines Tages besuchte der Prophet Allahs (PBUH) sie wieder und wurde wiederum von ihr bewirtet. Dann setze sie sich hin und entlauste ihn. Unterdessen schlief der Gesandte Allahs (PBUH) ein und als er wieder erwachte, lächelte er. Die Frau fragte ihn, warum er lächle. Er antwortete: „Einige Mitglieder meiner Gemeinde welche für die Sache Allahs auszogen, wurden mir vorgestellt. Sie ritten in der Mitte des Meeres, Könige auf einem Thron oder wie Könige auf einem Thron.“ (Ishaq war sich nicht sicher) Sie sagte darauf: „O Gesandter Allahs, bitte Allah daß Er mich ihnen beigesellt!“ So machte er ein Bittgebet (du’a’) für sie, legte sich aufs Ohr und schlief erneut ein. Wiederum erwachte er lächelnd und die Frau fragte ihn warum. Er sagte: „Einige Mitglieder meiner Gruppe welche für die Sache Allahs auszogen, wurden mir vorgestellt. Könige auf einem Thron oder wie Könige auf einem Thron.“ (So wie er dies das erstemal gesagt hatte) Sie sagte wiederum: „O Gesandter Allahs, bitte Allah daß Er mich ihnen beigesellt!“ Er antwortete: „Du bist unter den ersten.“
Ishaq fügte noch folgendes hinzu: „Sie fuhr zur See in der Zeit von Mu’awiya und als sie landete, wurde sie von ihrem Reittier geworfen und getötet.“
[siehe: Bukhari 2636]

40. Yahya übermittelte mir von Malik, von Yahya ibn Sa’id, von Abu Salih as-Samman und von Abu Hurayra daß der Gesandte Allahs (PBUH) gesagt hätte:
„Wäre ich nicht um meine Gemeinde besorgt gewesen hätte ich es vorgezogen, niemals zurückzubleiben, wenn ein Überfallkommando für die Sache Allahs auszog. Ich habe jedoch nicht die Mittel, sie auszurüsten noch können sie Reittiere finden um auszuziehen; und es ist schmerzlich für sie zurückzubleiben (während ich ausziehe). Ich möchte für die Sache Allahs kämpfen und dann getötet werden um wieder zum Leben erweckt zu werden so daß ich nochmals getötet werden und wieder zum Leben erweckt werden kann um schlußendlich erneut getötet zu werden.“
[siehe: Bukhari 2636]

41. Yahya übermittelte mir von Malik, daß Yahya ibn Sa’id folgendes sagte:
„Am Tage der Schlacht bei Uhud fragte der Prophet Allahs (PBUH) ‚Wer wird mir Neuigkeiten von Sa’id ibn ar-Rabi‘ al-Ansari bringen?’ Ein Mann antwortete ‚Ich, Gesandter Allahs!’ Er ging aufs Schlachtfeld unter die Gefallenen und Sa’id ibn ar-Rabi‘ fragte ihn was er da mache. Ersterer meinte ‚Der Gesandte Allahs (PBUH) schickte mich um ihm Neuigkeiten von dir zu bringen.’ Sa’id ibn ar-Rabi‘ erklärte ‚Geh zu ihm und grüsse ihn und sage ihm, daß ich zwölf Mal abgestochen wurde und tödlich verletzt bin. Sag deinen Leuten, daß Allah ihnen nicht verzeihen wird, wenn der Prophet Allahs (PBUH) getötet wird während sie am Leben bleiben.’“

 Die Schlacht am Berge Uhud

42. Yahya übermittelte mir von Malik und von Yahya ibn Sa’id, daß
der Gesandte Allahs (PBUH) die Seinen zum jihad ermunterte indem er das Paradies erwähnte. Einer der ansari (medinensische Muslime) aß einige Datteln, die er in seinen Händen hielt und sagte: „Bin ich so in diese Welt verliebt, daß ich still sitze bis ich mit dem Essen fertig bin?“ Er warf die restlichen Datteln weg, nahm das Schwert in die Hand und kämpfte, bis er fiel.
[In Bukhari and Muslim]

43. Yahya übermittelte mir von Malik und von Yahya ibn Sa’id daß Mu’adh ibn Jabal folgendes gesagt habe:
„Es gibt zwei Arten militärischer Expeditionen. Er gibt die eine, für welche Güter ausgegeben werden. Das Prozedere darin ist für einen Teilnehmer einfach: den Vorgesetzten wird gehorcht und Korruption wird verhindert. Eine solche Militärexpedition ist sehr gut.
Es gibt Kiregszüge, wo keine Güter ausgegeben werden, die Dinge nicht einfach laufen, den Vorgesetzten nicht gehorcht und Korruption nicht verhindert wird.
Einer, der auf einen solchen Raubzug gegangen ist kommt ohne jegliche Belohnung zurück.“
[Abu Dawud and an-Nasa’i]

21.19 Das Training von Pferden für den jihad und die Finanzierung von Kriegszügen

44. Yahya übermittelte mir von Malik und von Nafi‘ from ‚Abdullah ibn ‚Umar, daß der Prophet Allahs (PBUH) sagte:
„Segen ist in den Stirnlocken von Pferden bis zum Tage der Auferstehung.“
[siehe: Bukhari 2694]

45. Yahya übermittelte mir von Malik und von Nafi‘ from ‚Abdullah ibn ‚Umar, daß
der Prophet Allahs (PBUH) ein Rennen von al-Hafya nach Thaniyatu’l-Wada mit durchtrainierten Pferden veranstaltete. Er veranstaltete auch ein Rennen mit Pferden, welche nicht am Pass von Thaniya (nahe Medina) trainiert wurden und welches bis zur Moschee der Banu Zurayq ging. ‚Abdullah ibn ‚Umar war bei den Rennen dabei.
[siehe: Bukhari 410]

46. Yahya übermittelte mir von Malik, daß Yahya ibn Sa’id hörte, wie Sa’id ibn al-Musayyab sagte:
„Es ist nichts dagegen einzuwenden, auf Pferde zu setzen, wenn noch ein drittes Pferd zum Rennen dazukommt. Der Gewinner nimmt den Einsatz und der Verlierer hat keine Haftung.“

47. Yahya übermittelte mir von Malik, daß Yahya ibn Sa’id, daß
der Prophet Allahs (PBUH) gesehen wurde, wie er den Kopf seines Pferdes mit seinem Mantel reinigte. Er wurde danach gefragt und antwortete: „Mir wurde letzte Nacht vorgeworfen, daß ich mich nicht um meine Pferde kümmere.“
[mursal]

48. Yahya übermittelte mir von Malik, von Humayd at-Tawil und von Anas ibn Malik, daß
der Prophet Allahs (PBUH) anlässlich des Überfalls auf Khaybar in der Nacht dort ankam. Er griff nicht an bis zum Morgen, als die Juden mit ihren Spaten und Körben aufs Feld kamen. Als sie ihn sahen, schrien sie: „Mohammed, bei Gott, Mohammed und seine Armee!“ Der Prophet Allahs (PBUH) rief: „Allahu akbar! (Allah ist größer) Khaybar ist (schon) vernichtet. Wenn wir zu einem Volk kommen ist es ein übler Morgen für diejenigen, welche gewarnt wurden.“
[siehe: Bukhari 2785]

► Unterwerfung von Khaybar

49. Yahya übermittelte mir von Malik, von Ibn Shihab, von Humayd ibn ‚Abd ar-Rahman ibn ‚Awf und von Abu Hurayra, daß der Prophet Allahs (PBUH) sagte:
„Wer immer zwei oder mehrere Sachen für den jihad spendet wird mit folgenden Worten ins Paradies gerufen: ‚O Sklave Allahs! Das ist gut!‘ Wer immer betet wird zum Paradiestor des Gebetes gerufen werden. Wer getreulich dem Pfade Allahs, dem jihad gefolgt ist, wird zum Paradiestor des jihad gerufen werden. Wer immer freiwillig gespendet hat wird zum Paradiestot von sadaqa gerufen werden. Diejenigen, welche fasten werden zum Paradiestor bab-al-rayyan gerufen werden.
Abu Bakr as-Siddiq fragte: „Mohammed, ist es unumgänglich, daß man nur von einer Pforte gerufen wird? Kann nicht jemand von all diesen Pforten gerufen werden? Er antwortete: „Ja, und ich hoffe du bist einer von ihnen.“
[siehe: Bukhari 1798]

21.20 Der Landraub an dhimmis, die sich unterworfen haben

Malik wurde gefragt, ob das Land von dhimmis, die sich unterworfen, die giziya akzeptiert und auch bezahlt haben den Muslimen gehören würde oder nicht. Malik sagte: „Das kommt auf den Fall an. Diejenigen, die sich unterwerfen, deren Land und Eigentum ist geschützt. Demgegenüber gehört das Eigentum derjenigen, die sich unter kriegerischem Zwang unterwerfen den Muslimen, denn sie wurden in ihren Städten überwältigt und demnach ist ihr Eigentum Teil der Kriegsbeute. Für diejenigen, die einen Vertrag abgeschlossen haben ist Eigentum und Leben gesichert als Bestandteil der vertraglichen Abmachung. Das Leben und Eigentum von friedlichen Leuten ist geschützt soweit es die Bedingungen des Vertrages vorsehen und sie diese einhalten.“

► dhimmitude und Schutzgelderpressung

21.21 Das Notgrab für mehrere mujahidun und die Zusage von Abu Bakr, Versprechen von Mohammed nach dessen Tod zu erfüllen

50. Yahya übermittelte mir von Malik, daß ‚Abd ar-Rahman ibn Abi Sa’sa’a gehört habe, daß
das Grab von ‚Amr ibn al-Jamuh al-Ansari und ‚Abdullah ibn ‚Umar al-Ansari (beide vom Stamme der Banu Salama) durch eine Flut abgedeckt worden sei. Sie lagen im gleichen Grab als Märtyrer der Schlacht am Berge Uhud. Ihre Leichen waren völlig unversehrt. Einer war verwundet und mit seiner Hand über dieser Wunde beeerdigt worden. Man entfernte die Hand von der Wunde aber sie bewegte sich zurück. Es waren 46 Jahre seit Uhud vergangen.
Malik sagte: „Es ist keine Sünde, zwei oder drei Männer im selben Grab zu beeerdigen, wenn es die Umstände nicht anders zulassen. Der Älteste soll am nächsten zur qibla liegen.“

51. Yahya übermittelte mir von Malik, daß Rabi’a ibn Abi ‚Abd ar-Rahman sagte:
„Es wurde Eigentum von Bahrain an Abu Bakr as-Siddiq gesendet. Dieser sagte: ‚Wenn jemand bezüglich dieses Eigentums ein Versprechen Mohammeds hat, soll er zu mir kommen.‘ Da kam Jabir ibn ‚Abdullah zu ihm und er erhielt zwei Armreifen.“
[siehe: Bukhari 2174]

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