Jihad und Kreuzzüge

Wann immer man mit einem Apologeten des Islam oder einem gläubigen muslim über jihad spricht wird man hastig mit dem Totschlag-Argument: „Ja was ist denn mit den grauenhaften Kreuzzügen?“ konfrontiert. Das setzt einer weiteren Untersuchung zum Thema „Islamische Feldzüge“ im Allgemeinen ein Ende.

Bill Warner vom CSPI hat die jihad-Eroberungsfeldzüge ab 640 n.Chr. sorgfältig gesichtet, zusammengezählt und statistisch ausgewertet. Es ergibt sich die erstaunliche Zahl von 548 muslimischen Operationen gegen europäische und persische Gebiete. Städte wurden zuerst geplündert und dann dem Erdboden gleichgemacht; die Bevölkerung abgeschlachtet, vergewaltigt und/oder in die Sklaverei abgeschleppt. Dabei hat Bill Warner nur diejenigen kriegerischen Expansionszüge berücksichtigt, welche sich gegen Europa, Persien, den Kaukasus und Kleinasien richteten. Den jihad gegen den Osten, der den Buddhismus entlang der Seidenstrasse vernichtet und weite Teile der Hindu-Zivilisation Indiens ausradiert hat sind hier nicht berücksichtigt. Ebenso wenig der jihad in Afrika.

Er hat mit diesen Daten eine dynamische Graphik des Mittelmeerraumes erstellt und in einem Intervall von jeweils 20 Jahren die Orte der Schlachten markiert. Neue Ereignisse sind weiss, sie bleiben beim Eintritt ins neue Zeitfenster als Markierung bestehen – ihre Farbe ändert sich aber von weiss auf braun. Die Graphik beginnt im Jahre 640 n.Chr. und endet im Jahre 1920.

Unter Verwendung des gleichen Systems hat er im zweiten Teil des Videos die Schlachten der Kreuzzüge festgehalten (ab 3.40). Sie beginnen im Jahre 1090 und enden 1260.

Der beim Beginn der Kreuzzüge amtierende Papst Urban II feuerte die Gläubigen folgendermassen an: „Bewaffnet euch mit dem Eifer Gottes, liebe Brüder, gürtet eure Schwerter an eure Seiten, rüstet euch und seid Söhne des Gewaltigen! … Ziehet aus, und der Herr wird mit euch sein. … Wendet die Waffen, mit denen ihr in sträflicher Weise Bruderblut vergießt gegen die Feinde des christlichen Namens und Glaubens. Die Diebe, Räuber, Brandstifter und Mörder werden das Reich Gottes nicht besitzen; erkauft euch mit wohlgefälligem Gehorsam die Gnade Gottes, daß er euch eure Sünden, mit denen ihr seinen Zorn erweckt habt, um solch frommer Werke und der vereinigten Fürbitten der Heiligen willen schnell vergebe. Wir aber erlassen durch die Barmherzigkeit Gottes und gestützt auf die heiligen Apostel Petrus und Paulus allen gläubigen Christen, die gegen die Heiden die Waffen nehmen und sich der Last dieses Pilgerzuges unterziehen, all die Strafen, welche die Kirche für ihre Sünden über sie verhängt hat.“ (Lutz E. von Padberg, In Gottes Namen?, Brunnen-Verlag, Pößneck, Seite 120)

Fazit:

1. Ohne die mörderische, schon 450 Jahre andauernde Bedrohung durch den muslimischen jihad wären kaum Kreuzzüge zustande gekommen. Es gibt keine Gebiete in Europa südlich der Donau-Rhein Linie welche nicht mehrfach von muslimischen Horden heimgesucht worden wären. Letztlich initialisiert wurden die militärischen Operationen unter dem Banner des Kreuzes aber vom dringenden Hilferuf des permanent bedrohten byzantinischen Kaisers Alexios an Papst Urban II. Die Kreuzzüge waren also eine Antwort des Abendlandes auf die Jahrhunderte dauernde islamische Expansion.

2. Die Kreuzzüge beschränkten sich geographisch auf das „Heilige Land“. Es galt, dem Islam dieses ursprünglich christliche Gebiet wieder zu entreissen.

3. Die Kirche musste natürlich versuchen, die Kriegszüge unter dem Banner des Kreuzes theologisch zu untermauern. Das Evangelium bietet dafür keine Grundlagen. Deshalb wurde den Teilnehmern dieses „Pilgerzugs“ die Tilgung ihrer Sünden als himmlische Belohnung in Aussicht gestellt. Die Verheissung der Löschung von Sünden für kriegerische Anstrengungen mit gesichertem Eintritt ins Paradies findet sich in den Evangelien wie gesagt nicht. Hingegen ist dieses Versprechen Teil der koranischen jihad-Doktrin (siehe Textblock unten) und wird von Allah im Koran mehrfach bestätigt. Die Vermutung liegt nahe, daß Papst Urban II zur Rechtfertigung der Kreuzzüge Entlehnungen aus der islamischen Heilslehre gemacht hat: „so daß die lateinische Wendung wie eine Übersetzung der arabischen Formel wirkt„.

Dazu Albrecht Noth: „Noch einmal ist Urbans Schreiben an die Bolognesen zu zitieren. Urban kommt dort auf den Ablass zu sprechen, den er den Orientfahrern gewährt habe und er begründet seine Maßnahme damit, daß die Kreuzfahrer ja „ihr Hab und Gut und ihre eigene Person („res et personas suas“) aus Liebe zu Gott und dem Nächsten aufs Spiel setzten. Diese Formulierung hat eine frappierende Ähnlichkeit mit der arabischen Wendung „gihad fi sabil Allah bi amwalihim (-kum) wa anfusihum (-kum)“ = „Kampf gegen die Ungläubigen für die Sache Gottes unter Einsatz von Gut und Leben“, die schon im Koran formelhaft begegnet (4,95; 8,72; 9,20; 9,41; 9,44; 9,81; 9,88, 9,111; 49,15; 61,11) und von dort in die arabische Literatur eingegangen ist, wo sie sich äusserst häufig findet. Die Parallele geht bis in die Einzelheiten: die Worte werden pluralisch verwandt (res – amwal, personae – anfus), die Reihenfolge ist die gleiche (res = amwal, personae = anfus), das „pro Die … caritate“ entspricht sinngemäß dem „fi sabil Allah“, so daß die lateinische Wendung wie eine Übersetzung der arabischen Formel wirkt. (A. Noth: Heiliger Krieg und Heiliger Kampf in Islam und Christentum, Ludwig Röhrscheid Verlag, Bonn, 1966, Seite 140f)

4. Als theologische Unterlegung wurde ein historisches Ereignis aus dem alten Testament bemüht welches sich auf das „Heilige Land“ und Jerusalem bezieht. „Das zur Legitimation dienende biblische Vorbild war der Kampf der Makkabäer gegen die Seleukiden, deren Aufstand ab 167 v.Chr. auch auf die Befreiung und Reinigung heiliger Stätten einschließlich Jerusalems zielte.“ (ebenda Seite 121) Die Ereignisse werden in den beiden apokryphen Makkabäer-Büchern des Alten Testaments geschildert. Diese päpstliche Rechtfertigung der Kreuzzüge kommt theologisch allerdings recht holprig daher. Weitergehende Stellen aus denen geographisch weiträumigere Kriegsaktivitäten hätten hergeleitet werden können fehlen im Alten Testament. Sonst hätte sie der Papst sicher herangezogen. Die vielzitierte blutige Eroberung des „Heiligen Landes“ wie sie in den Moses-, Richter-, Könige- und Samuelbüchern beschrieben wird hat eine ganz andere Bedeutung.

Sind Judentum und Christentum so gewalttätig wie der Islam?
Landnahme von Kanaan

5. Die Kreuzzüge sind im Vergleich zur 1400 Jahre dauernden (auch heute noch virulenten) Bedrohung durch den muslimischen jihad eine kurze geschichtliche Episode. „Auffallend ist darüber hinaus, daß … islamische Quellen die Kreuzzüge überhaupt nicht als epochales und existenzbedrohendes Ereignis registrieren.“ (ebenda, Seite 125)

Kreuzzüge: „Für den Islam nicht furchtbar wichtig“
US-Autor: Kreuzzüge waren Notwehr
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