jihad hat mit dem „Heiligen Krieg“ nichts zu tun

jihad muß nicht mit dem Schwert erfolgen. Es gibt viele Möglichkeiten, den Islam in der freien Welt zu befördern; eine davon ist Mission ► da’wa im Internet. Auch dafür stellt die islamische Eroberungsideologie eine zweckdienliche Strategie zu Verfügung: ► taqiyya Täuschung der Ungläubigen. Nebst dem vorliegenden Beispiel haben wir noch zwei weitere islamische Internetseiten untersucht:

Der „Heilige Krieg“ hat mit dem Islam nichts zu tun
Sklaven im Islam?

„jihad hat mit dem „Heiligen Krieg“ nichts zu tun“ und: „Muslime benutzen das Wort jihad mit einer völlig anderen Bedeutung“. Das erfahren wir auf der Internetseite http://www.islam-info.ch im Unterkapitel http://www.islam-info.ch/deDschihad.htm.

Der Aufsatz gipfelt in der Behauptung: „Und meist leicht widerlegbaren Behauptungen zum Trotz hat auch Mohammed nicht ein einziges Mal einen Angriffskrieg geführt“.

In der Biographie Mohammeds nach Ibn Ishaq:

► Ibn Ishaq: Das Leben Mohammeds

kann die von Mohammed in Medina angestoßene Entwicklung des islamischen Gewaltdogmas zur Unterwerfung der ganzen Welt nachgelesen werden. Mark A. Gabriel, ehemaliger Professor und Dozent der al-Azhar Universität in Kairo subsummiert die Angriffskriege Mohammeds folgendermaßen:

“In der Zeit nach der hijra, zwischen 622 und 632 (Tod Mohammeds) führte der Prophet selbst 27 Kriegszüge an und ließ 47 Beute- und Eroberungszüge durch seine Getreuen durchführen.” (Mark A. Gabriel, Islam und Terrorismus, Seite 78, Resch-Verlag, Gräfeling, 2005)

So viel zur Sirat Rasul Allah – zum Weg des Gesandten Allahs.

Einen kurzen Abriß seines eigenen Lebens – und lebensgefährlichen Abschieds vom Islam – gibt Marc A. Gabriel hier:

► Lebensberichte: Ende der Illusion

fisabilillah – heisst übersetzt „Im Namen Allahs“. Dieses Video verherrlicht den Krieg, den
islamischen Krieg, den jihad – mit einschlägigen Koranversen unterlegt.

Wenn jihad mit Krieg nichts zu tun haben soll muß man sich fragen, weshalb alle namhaften islamischen Rechtsgelehrten zu eben diesem jihad ausgefeilte Rechtsbestimmungen verfasst haben. Sie sind alle Teil der scharia:

►  Auszüge aus islamischen Gesetzeswerken zum jihad

Last but not least wird den Machern der Internetseite http://www.islam-info.ch die Lektüre des Koran zum Thema „Heiliger Krieg“ nahegelegt:

► Koranverse zum „Heiligen Krieg“


Zusammenfassend muß vorausgeschickt werden, daß die sieben zitierten Verse des vorliegenden Traktates entweder aus dem Zusammenhang gerissen, unsachgemäß interpretiert oder schlicht sinnentstellend übersetzt werden.

Nun folgt der Wortlaut des Artikels. Im Anschluß daran werden die entsprechenden Koranverse einzeln kurz besprochen; die ausführlichen exegetischen Belege sind dann ganz am Schluß dieses Kapitels angefügt.

1. Sure 22, Vers 78 verlangt von den Muslimen, sich voll und ganz den koranischen Geboten des Gebetes, der Armensteuer etc. zu unterwerfen. Es wird uns versichert, daß das keine unzumutbaren Forderungen sind; Allah hat „euch in der Religion nichts Schweres auferlegt“:

Sure 22, Vers 78: Und eifert in Allahs Weg im rechten Eifer. Er hat euch erwählt und hat euch in der Religion nichts Schweres auferlegt: Die Religion eures Vaters Abraham. Er hat euch “Muslime” genannt, zuvor und in diesem Buch, damit der Gesandte Zeuge sei wider euch und ihr Zeugen seid wider die Menschen. Drum verrichtet das Gebet und entrichtet die Armenspende und haltet fest an Allah. Er ist euer Gebieter, und herrlich ist der Gebieter und herrlich der Helfer!

Die Exegese präzisiert: „und hat euch mit dieser Religion nichts Schweres aufgelegt, keine Härte und keine Begrenzung. In schwierigen Zeiten hat Er euch Erleichterung verschafft wie zum Beispiel das Verkürzen des Gebetes bei Bedrängnis, das Ausführen der rituellen Waschung mit Sand, wenn Wasser fehlt, in der Not Fleisch von schon verendeten Tieren zu essen und bei Krankheit oder auf der Reise das Fasten zu brechen“.

In der Tat: Dieser Vers hat mit dem „Heiligen Krieg“ nichts zu tun. Das heißt allerdings nicht, daß andernorts im Koran keine Anweisungen zu Krieg und Gewalt erteilt werden.

2. Sure 22, Verse 39 und 40 wurden ► hier schon kurz beleuchtet. Diesen ersten Kampfbefehl kann man als defensive Anweisung interpretieren. Wenn wir aber von der geschichtlichen Entwicklung ausgehen, welche die kleine Gemeinde um Mohammed in Mekka genommen hat dann ist die Ausstoßbewegung der Quraisch gegen den durchwegs beleidigenden wie auch aggressiv und totalitär agierenden Propheten des Islam verstehbar.

Die Zeit in Mekka Lassen wir Ibn Ishaq sprechen:

„Vor der Huldigung auf der Anhöhe, hatte Mohammed nicht die Erlaubnis, Krieg zu führen und Blut zu vergiessen, er sollte nur zu Gott aufrufen, die Beleidigungen mit Geduld ertragen, und dem Unwissenden verzeihen. Die Kureischiten misshandelten seine Anhänger, brachten sie von ihrem Glauben ab, und verbannten sie aus ihrer Heimat, sie wurden entweder vom Glauben abtrünnig, oder von ihnen gepeinigt, oder genöthigt nach Abissynien, nach Medina und andern Ländern zu fliehen. Als nun die Kureischiten sich von Gott abwendeten, und die von Gott ihnen zugedachte Gnade zurückwiesen, den Propheten einen Lügner nannten und die, welche Gott allein anbeteten und an Mohammed glaubten und an seinem Glauben festhielten, peinigten und verbannten, da erlaubte Gott Mohammed Krieg zu führen, und sich gegen die, welche den Seinigen Gewalt anthun, zu vertheidigen. Wie mir von Urwa I. Zubeir und Andern berichtet worden ist, waren folgende Verse die ersten, in welchen ihm der Krieg gegen die, welche gegen die Gläubigen Gewalt brauchten, erlaubt wurde: „Es ist denen, welchen Gewalt angethan wird, erlaubt zu kämpfen, Gott hat die Macht, ihnen Sieg zu verschaffen“ u. s. w. bis zu den Worten: „Gott kennt den Ausgang der Dinge, u d.h. ich habe ihnen erlaubt Krieg zu führen, weil ihnen Unrecht angethan worden ist und sie nichts anderes begangen haben, als daß sie Gott anbeten, das Gebet verrichten, Almosen geben, Gutes empfehlen, und vom Schlechten abhalten, er meint damit Mohammed und seine Gefährten. Nachher wurde offenbart: „Bekämpfet sie, bis keine Verführung mehr statt findet, d.h. bis die Gläubigen nicht mehr von ihrem Glauben abtrünnig gemacht werden „und der Glaube ganz Gottes ist“, d.h. bis Gott allein angebetet wird.(Gustav Weil: Das Leben Mohammeds, 1. Band, Seite 230, Verlag J.B. Metzler,1864)

In der oben zitierten Passage wird im Übrigen schon auf die weitere Entwicklung des koranischen Kampfprinzips in Richtung Angriffskrieg hingewiesen: „Nachher wurde offenbart: „Bekämpfet sie, bis keine Verführung mehr statt findet, d.h. bis die Gläubigen nicht mehr von ihrem Glauben abtrünnig gemacht werden „und der Glaube ganz Gottes ist“, d.h. bis Gott allein angebetet wird.“ In der Tat:

Die Erlaubnis, einen Verteidigungskrieg zu führen schließt nicht aus, daß die Ermächtigung einen Expansionskrieg zu führen auch schon vorliegt oder entsprechend der Entwicklung des jihad-Prinzips später erteilt wird:

Diese Prozeßhaftigkeit des islamischen Gewaltdogmas, welche für jeden Zeitpunkt der Expansion die entsprechenden Koranverse bereithält ist beschrieben unter:

► Das Dilemma der jihad-Doktrin

3. Auch Sure 2, Vers 216 wurde ► hier schon beleuchtet. Indem die Betreiber der Internetseite nur einen Teil des Verses zitieren reißen sie ihn aus dem Zusammenhang und können so seine eigentliche Bedeutung, wie sie auch die Exegese erklärt, verschleiern: „Obwohl es euch zuwider ist, weil es mit Anstrengung verbunden ist, wird euch trotzdem verpflichtend vorgeschrieben, daß ihr die Ungläubigen zu bekämpfen habt“.

Auch dieser Vers wurde zu Beginn von Mohammeds Zeit in Medina offenbart. Es ging Allah darum, den Gläubigen zu versichern, daß das neu eingeführte Gebot zum Krieg für alle verpflichtend ist – und daß Ungehorsam nicht erst im Jenseits bestraft wird: „Wenn ihr jedoch den Kampf zurückweist obwohl ihr es (das Kämpfen) eigentlich gerne tun würdet, wird euch viel Übles erwarten. Vielleicht werdet ihr dann unterjocht oder arm werden und die Belohnung wird euch verweigert. Allah weiß, was gut für euch ist aber ihr wisst es nicht. Also bemüht euch das zu tun was Er euch gebietet.“

► Der „Heilige Krieg“ als Pflicht und Prüfung für die Gläubigen
► Die Heuchler

4. Die letzte „defensive“ Versgruppe wird wiederum nur teilweise zitiert (190 und 191 aus Sure 2). Damit soll wiederum der Eindruck vermittelt werden, es handle sich hier um Verteidigung. Auch diese Koranpassage wurde ► hier schon untersucht. Die vollständige zusammenhängende Passage lautet:

Sure 2, Vers 190: Und bekämpft in Allahs Pfad, wer euch bekämpft; doch übertretet nicht, indem ihr zuerst den Kampf beginnt; siehe, Allah liebt nicht die Übertreter. Sure 2, Vers 191: Und erschlagt die Ungläubigen, wo immer ihr auf sie stoßt, und vertreibt sie, von wannen sie euch vertrieben; denn Verführung zum Unglauben ist schlimmer als Totschlag. Bekämpft sie jedoch nicht bei der heiligen Moschee, es sei denn, sie bekämpften euch in ihr. Greifen sie euch jedoch an, dann schlagt sie tot. Also ist der Lohn der Ungläubigen.
Sure 2, Vers 192: So sie jedoch ablassen, siehe, so ist Allah verzeihend und barmherzig.
Sure 2, Vers 193: Und bekämpfet sie, bis die Verführung zum Unglauben aufgehört hat, und der Glaube an Allah da ist.

Sie gipfelt in Vers 193 mit der zeitlosen Forderung: „Und bekämpfet sie, bis die Verführung zum Unglauben aufgehört hat, und der Glaube an Allah da ist“. (wie oben unter 2. im Zitat von Ibn Ishaq schon erwähnt)

5. Der fünfte zitierte Vers gebietet den Muslimen, nicht von Haß getrieben „gegen Leute“ vorzugehen:

Sure 5, Vers 8: O ihr, die ihr glaubt, steht fest in Gerechtigkeit, wenn ihr vor Allah Zeugen seid, und nicht verführe euch Haß gegen Leute zur Ungerechtigkeit. Seid gerecht, das ist näher der Gottesfurcht. Und fürchtet Allah; siehe, Allah kennt euer Tun.

Die exegetischen Ausführungen im Tafsir al-Jalalayn präzisieren „Leute“: „daß euer Hass auf gewisse Leute, namentlich die Ungläubigen …

Die Analyse von R. Paret und A. Th Khoury legen nahe, daß dieser Vers im Zusammenhang mit Sure 5, Vers 2 gelesen werden soll und daß mit den „Leuten“ im speziellen die Mekkaner gemeint sind:

Sure 5, Vers 2: Ihr Gläubigen! Mißachtet nicht die Heiligkeit der Kultsymbole Gottes, … Und der Haß, den ihr gegen gewisse Leute hegt, weil sie euch (beim Unternehmen von Hudaibija?) von der heiligen Kultstätte abgehalten haben, soll euch ja nicht dazu bringen, daß ihr Übertretungen begeht (und in eurer Rachsucht maßlos seid). Helft einander zur Frömmigkeit und Gottesfurcht, aber nicht zur Sünde und Übertretung! Und fürchtet Gott! Er verhängt schwere Strafen.                          (Übersetzung nach R. Paret)

Es handelt sich hier also, wie der islamische Aufsatz erwähnt, schlicht um grundlegende, einzuhaltende Kriegsregeln wie: „das Verbot, Frauen und Kinder sowie Alte und Schwache zu treffen, Bäume und Felder zu zerstören sowie ein Friedensangebot auszuschlagen“.

Solche Kriegsregeln wurden von der ulema (islamische Rechtsgelehrte) in juristischen Abhandlungen zum jihad ziseliert ausgearbeitet:

Auszüge aus islamischen Gesetzeswerken zum „Heiligen Krieg“ Mit einem „Verteidigungsakt“ hat das alles nichts zu tun sondern mit allgemeinen Kriegsregeln. 6. In Bezug auf

Sure 8, Vers 61: Sind sie aber zum Frieden geneigt, so sei auch du ihm geneigt und vertrau auf Allah; siehe, Er ist der Hörende, der Wissende.

erkennt der Exeget Ibn Abbas, daß er abrogiert sei, bzw. nur auf „die Menschen der Schrift“ angewendet werden darf, denn er wurde anläßlich der Abschlachtung der Banu Quraiza offenbart. Ein „Vertrag mit ihnen“ heißt für die Christen und Juden allerdings nichts anderes als die Annahme des dhimmi-Status d.h. die Annahme der Existenz als Entrechtete.

dhimmitude und Schutzgelderpressung

7. Eine krasse Falschübersetzung erlauben sich die Betreiber der vorliegenden Islamseite beim nächsten und letzten der zitierten Verse: Aus

Sure 10, Vers 25: Und Allah ladet ein zur Wohnung des Friedens und leitet, wen Er will, auf dem rechten Pfad.

wird die völlig sinnentstellende Version:

Sure 10, Vers 25: Allah lädt uns alle zu einem friedlichen Zusammenleben ein und leitet denjenigen, der es wünscht, auf den rechten Weg zum Ziel.

Mit „Wohnung des Friedens“ ist, auch entsprechend der Exegese nach dem Tafsir al-Jalalayn, das Paradies gemeint. Das von dieser Islamseite unterstellte „friedliche Zusammenleben“ von Muslimen mit Nichtmuslimen ist von Allah nie angeregt worden, denn sie „stehen in großem Haß bei Allah und bei den Gläubigen“:

Sure 40, Vers 35: Diejenigen, welche Allahs Zeichen bestreiten, ohne daß eine Vollmacht hierzu zu ihnen kam, stehen in großem Haß bei Allah und bei den Gläubigen. Also versiegelt Allah jedes hoffärtige, trotzige Herz.

► Allah haßt die Ungläubigen


Verse mit Exegese:

1.

Sure 22, Vers 78: Und eifert in Allahs Weg im rechten Eifer. Er hat euch erwählt und hat euch in der Religion nichts Schweres auferlegt: Die Religion eures Vaters Abraham. Er hat euch “Muslime” genannt, zuvor und in diesem Buch, damit der Gesandte Zeuge sei wider euch und ihr Zeugen seid wider die Menschen. Drum verrichtet das Gebet und entrichtet die Armenspende und haltet fest an Allah. Er ist euer Gebieter, und herrlich ist der Gebieter und herrlich der Helfer!

Sure 22, Vers 78: Und müht euch um Gottes Willen ab, wie es sich gehört! Er hat euch erwählt. Und Er hat euch in der Religion nichts auferlegt, was (euch) bedrückt. Die Religion eures Vaters Abraham! Er hat euch Muslime genannt, (schon) früher und nunmehr in diesem (Koran), damit der Gesandte Zeuge über euch sei, und ihr über die (anderen) Menschen Zeugen seiet. Verrichtet nun das Gebet, gebt die Almosensteuer und haltet an Gott fest! Er ist euer Schutzherr. Welch trefflicher Schutzherr und Helfer.      (Übersetzung nach R. Paret)

Tafsir al-Jalalayn 22,78: : Und kämpft (müht euch ab) in Allahs Weg damit Seine Religion eingesetzt wird, seid Seiner wert, indem ihr all eure Anstrengung (Eifer) in diesen Kampf hineinlegt. Er hat euch ausgewählt für Seine Religion und hat euch mit dieser Religion nichts Schweres aufgelegt, keine Härte und keine Begrenzung. In schwierigen Zeiten hat Er euch Erleichterung verschafft wie zum Beispiel das Verkürzen des Gebetes bei Bedrängnis, das Ausführen der rituellen Waschung mit Sand, wenn Wasser fehlt, in der Not Fleisch von schon verendeten Tieren zu essen und bei Krankheit oder auf der Reise das Fasten zu brechen. Den Glauben eures Vaters Abraham. Er hat euch schon vor der Herabsendung dieses Buches, des Korans, Muslime genannt. So kann der Gesandte am Tage des „Jüngsten Gerichtes“ Zeuge gegen euch sein, dafür, daß er euch die Botschaft übermittelt hat. Und ihr könnt Zeuge gegen die Menschen sein, daß ihre Gesandten ihnen die Botschaft überbracht haben. So haltet das regelmässige Gebet aufrecht und zahlt die Almosensteuer und haltet an Allah fest, vertraut in Ihn. Er ist euer Schutzherr, euer Helfer und der Wächter eurer Angelegenheiten. Ein vortrefflicher Schutzherr und Helfer für euch. 


2.

Sure 22, Vers 39: Gewähr ist denen gegeben, die bekämpft wurden, derweil ihnen Gewalt angetan ward; und siehe, wahrlich, Allah hat Macht ihnen beizustehen.

Sure 22, Vers 39: Denjenigen, die (gegen die Ungläubigen) kämpfen (so nach einer abweichenden Lesart; im Text: die bekämpft werden), ist die Erlaubnis (zum Kämpfen) erteilt worden, weil ihnen (vorher) Unrecht geschehen ist. – Gott hat die Macht, ihnen zu helfen.  (Übersetzung nach R. Paret)

Tafsir al-Jalalayn 22,39: Erlaubnis wurde denen welche kämpfen, d.h. den Gläubigen, erteilt, daß sie sich wehren. Dies ist der erste Vers der im Zusammenhang mit dem „Eifern in Allahs Weg“ (jihad) offenbart wurde. Ihnen ist seitens der Ungläubigen Unrecht geschehen und wahrhaftig ist Allah in der Lage ihnen zu helfen.

Sure 22, Vers 40: Jene, die schuldlos aus ihren Wohnungen vertrieben wurden, nur weil sie sprechen: “Unser Herr ist Allah.” Und wofern nicht Allah den einen Menschen durch die anderes wehrte, wahrlich, so wären Klöster, Kirchen, Bethäuser und Moscheen, in denen Gottes Name so häufig genannt wird, zerstört. Und wem Allah helfen will, dem hilft Er wahrlich. Siehe, Allah ist stark und mächtig.

Sure 22, Vers 40: (Ihnen) die unberechtigterweise aus ihren Wohnungen vertrieben worden sind, nur weil sie sagen: Unser Herr ist Gott. – Und wenn Gott nicht die einen Menschen durch die anderen zurückgehalten hätte (indem er ihnen aus ihren eigenen Reihen Widersacher entstehen ließ), wären (überall) (Einsiedler)Klausen, Kirchen, Synagogen (?) (w. (Stätten der liturgischen) Gebete) und (andere?) Kultstätten, in denen (allen) der Name Gottes ohne Unterlass (w. viel) erwähnt wird, zerstört worden. Aber bestimmt wird Gott denen, die ihm helfen, (ebenfalls) helfen. Er ist stark und mächtig. (Übersetzung nach R. Paret)

Tafsir al-Jalalayn 22,40: Betreffend jenen, welche unberechtigterweise aus ihren Häusern vertrieben wurden: ihre Ausweisung geschah ohne Grund, sie sagten lediglich: ’Unser Herr ist Allah’, was ja richtig ist. Und hätte nicht Allah veranlasst, daß manche (aufrührerische) Menschen von anderen zurückgehalten wurden, Vernichtung hätte in den Klöstern (für Mönche), in Kirchen (für Christen), in Synagogen (für Juden) und in Moscheen (für Muslime) – also überall da, wo der Name Gottes unermüdlich wiederholt wird – gewütet und dann hätten die Gottesdienste nicht mehr stattfinden können. Sicherlich wird Allah denen helfen, welche Ihn und Seine Religion unterstützen. Allah ist wahrhaftig stark und beherrscht Seine Schöpfung; Er ist mächtig und unbesiegbar in Bezug auf Sein Herrschaftsgebiet und seine Kraft;


3. 

Sure 2, Vers 190: Und bekämpft in Allahs Pfad, wer euch bekämpft; doch übertretet nicht, indem ihr zuerst den Kampf beginnt; siehe, Allah liebt nicht die Übertreter.

Sure 2, Vers 190: Und kämpft um Gottes willen gegen diejenigen, die gegen euch kämpfen! Aber begeht keine Übertretung (indem ihr den Kampf auf unrechtmäßige Weise führt)! Gott liebt die nicht, die Übertretungen begehen. (Übersetzung nach R. Paret)

Tafsir al-Jalalayn 2,190: Nachdem es dem Propheten im Jahre der Schlacht von Hudaybiya verunmöglicht wurde, eine Pilgerfahrt zur Kaaba zu unternehmen, schloss er einen Vertrag mit den Ungläubigen. In diesem wurde verfügt, daß sie ihm erlaubten, im folgenden Jahr zurückzukehren, während sie Mekka für 3 Tage freigeben würden. Als nun Mohammed und seine Getreuen (im darauf folgenden Jahr) mit den Vorbereitungen für die Umkreisung der Kaaba (umra) fertig waren, kam jedoch die Sorge auf, daß die Quraisch (Mekkaner) sich nicht an diesen Vertrag halten und sie angreifen könnten. Es war den Muslimen zuwider, sich allenfalls in ein Scharmützel verwickeln zu müssen, während sie sich im Immunitätsbereich der Pilger (des heiligen Bezirkes „al-haram“) befinden; zumal sich dies ja während der heiligen Monate abspielte. In der Folge wurde dieser Vers offenbart: „Und kämpft um Gottes willen gegen diejenigen, die gegen euch kämpfen! Aber begeht keine Übertretung (indem ihr den Kampf auf unrechtmäßige Weise führt)! Gott liebt die nicht, die Übertretungen begehen. “Diese Auflage wurde durch den Koranvers 9,1 über die Immunität (bara’a) abrogiert: „Schuldlosigkeit sei von Allah und Seinem Gesandten denjenigen von den Götzendienern, mit denen ihr einen Vertrag geschlossen habt.“, oder auch durch die untenstehende Aussage des Propheten:

Sure 2, Vers 191: Und erschlagt die Ungläubigen, wo immer ihr auf sie stoßt, und vertreibt sie, von wannen sie euch vertrieben; denn Verführung zum Unglauben ist schlimmer als Totschlag. Bekämpft sie jedoch nicht bei der heiligen Moschee, es sei denn, sie bekämpfen euch in ihr. Greifen sie euch jedoch an, dann schlagt sie tot. Also ist der Lohn der Ungläubigen.

Sure 2, Vers 191: Und tötet sie (d.h. die heidnischen Gegner), wo (immer) ihr sie zu fassen bekommt, und vertreibt sie, von wo sie euch vertrieben haben! Der Versuch (Gläubige zum Abfall vom Islam) zu verführen ist schlimmer als Töten. Jedoch kämpft nicht bei der heiligen Kultstätte (von Mekka) gegen sie, solange sie nicht (ihrerseits) dort gegen euch kämpfen! Aber wenn sie (dort) gegen euch kämpfen, dann tötet sie! Derart ist der Lohn der Ungläubigen. (Übersetzung nach R. Paret)

Tafsir al-Jalalayn 2, 191: Dieser Vers wurde nach der Eroberung von Mekka offenbart: Und schlagt sie tot wo immer ihr sie findet und vertreibt sie von wo (Mekka) sie euch vertrieben haben. Bekämpft sie aber nicht in der Nähe der heiligen Moschee, beziehungsweise innerhalb des heiligen Bezirks außer wenn sie euch dort angreifen sollten. Dies ist es, wovor ihr euch so sehr gefürchtet habt: Wenn sie euch also dort angreifen, schlagt sie tot. Ihre Aufmüpfigkeit und ihre Götzenanbetung sind schlimmer und ernster als wenn sie von euch erschlagen werden, selbst wenn sie sich im heiligen Bezirk befinden oder die Immunität des Pilgerstatus innehaben. Solches Töten und Vertreiben ist die Vergeltung für die Ungläubigen.

Sure 2, Vers 192: So sie jedoch ablassen, siehe, so ist Allah verzeihend und barmherzig

Sure 2, Vers 192: Wenn sie jedoch (mit ihrem gottlosen Treiben) aufhören (und sich bekehren), so ist Gott barmherzig und bereit zu vergeben. (Übersetzung nach R. Paret)

Tafsir al-Jalalayn 2,192: Wenn sie jedoch von ihrem Unglauben Abstand nehmen und Muslime werden, wird Allah wahrhaftig verzeihend und barmherzig zu ihnen sein.

Sure 2, Vers 193: Und bekämpfet sie, bis die Verführung zum Unglauben aufgehört hat, und der Glaube an Allah da ist.

Sure 2, Vers 193: Und kämpft gegen sie, bis niemand (mehr) versucht, (Gläubige zum Abfall vom Islam) zu verführen, und bis nur noch Gott verehrt wird! Wenn sie jedoch (mit ihrem gottlosen Treiben) aufhören (und sich bekehren), darf es keine Übertretung geben (d.h. dann sind alle weiteren Übergriffe untersagt), es sei denn gegen die Frevler. (Übersetzung nach R. Paret)

Tafsir al-Jalalayn 2,193: Bekämpft sie bis es keinen Aufstand und kein Götzendienen mehr gibt, bis die Religion und jeglicher Gottesdienst für Allah allein existieren und keine anderen (Götter) neben Ihm angebetet werden. Wenn sie danach von ihrem Unglauben absehen, greift sie nicht an – worauf wird mit folgenden Worten hingewiesen wird: Es soll keine Feindschaft, keine Bekämpfungstaktiken wie Totschlag etc. außer gegen die Frevler geben. Diejenigen welche sich zurückhalten sind keine Bösewichte und ihnen sollte dementsprechend auch keine Feindschaft entgegengehalten werden.


4.

Sure 2, Vers 216: Vorgeschrieben ist euch der Kampf, doch ist er euch ein Abscheu. Aber vielleicht verabscheut ihr ein Ding, das gut für euch ist, und vielleicht liebt ihr ein Ding, das schlecht für euch ist; und Allah weiß, ihr aber wisset nicht.

Sure 2, Vers 216: Euch ist vorgeschrieben, (gegen die Ungläubigen) zu kämpfen, obwohl es euch zuwider ist. Aber vielleicht ist euch etwas zuwider, während es gut für euch ist, und vielleicht liebt ihr etwas, während es schlecht für euch ist. Gott weiß Bescheid, ihr aber nicht. (Übersetzung nach R. Paret)

Tafsir al-Jalalayn 2,216: Obwohl es euch zuwider ist, weil es mit Anstrengung verbunden ist, wird euch trotzdem verpflichtend vorgeschrieben, daß ihr die Ungläubigen zu bekämpfen habt. Es könnte ja sein, daß euch eine Sache zuwider ist, welche eigentlich gut für euch ist oder daß ihr etwas liebt, das schlecht für euch ist. Denn die Seele neigt zu Bedürfnissen, welche ihre Vernichtung verursachen können und sie weist religiöse Verpflichtungen, welche ihr Glück bringen würden, ab. Obwohl ihr vielleicht abgeneigt seid zu kämpfen, könntet ihr trotzdem viel Gutes wie z.B. Sieg, Kriegsbeute, Martyrium oder sonstige Belohnung darin finden. Wenn ihr jedoch den Kampf zurückweist obwohl ihr es (das Kämpfen) eigentlich gerne tun würdet, wird euch viel Übles erwarten. Vielleicht werdet ihr dann unterjocht oder arm werden und die Belohnung wird euch verweigert. Allah weiß, was gut für euch ist aber ihr wisst es nicht. Also bemüht euch das zu tun was Er euch gebietet.


5.

Sure 8, Vers 61: Sind sie aber zum Frieden geneigt, so sei auch du ihm geneigt und vertrau auf Allah, siehe, Er der Hörende, der Wissende.

Sure 8, Vers 61: Und wenn sie (d.h. die Feinde) sich dem Frieden zuneigen, dann neige (auch du) dich ihm zu (und laß vom Kampf ab)! Und vertrau auf Gott! Er ist der, der (alles) hört und weiß. (Übersetzung nach R. Paret)

Tafsir al-Jalalayn 8,61: Und wenn sie zum Frieden neigen, dann tut dies auch und schließt einen Vertrag mit ihnen. Ibn Abbas sagte: ’Obiges wurde vom Schwertvers (9:5) abrogiert.’ – Mujahid hingegen meinte: ’Diese Verfügung kann nur in Bezug auf die Menschen der Schrift angewendet werden, denn sie wurde für die Banu Quraiza offenbart.’ – Verlasst euch auf Allah und vertraut Ihm. Wahrlich, Er ist es, der die Worte hört und die Handlungen wahrnimmt.


6.

Sure 5, Vers 8: O ihr, die ihr glaubt, steht fest in Gerechtigkeit, wenn ihr vor Allah Zeugen seid, und nicht verführe euch Haß gegen Leute zur Ungerechtigkeit. Seid gerecht, das ist näher der Gottesfurcht. Und fürchtet Allah; siehe, Allah kennt euer Tun.

In der Übersetzung nach R. Paret:

Sure 5, Vers 8:  Gläubigen! Steht (wenn ihr Zeugnis ablegt) Gott gegenüber als Zeugen für die Gerechtigkeit ein! Und der Haß, den ihr gegen (gewisse) Leute *) hegt, soll euch ja nicht dazu bringen (?), daß ihr nicht gerecht seid. Seid gerecht! Das entspricht eher der Gottesfurcht. Und fürchtet Gott! Er ist wohl darüber unterrichtet, was ihr tut.

*) Mit »(gewissen) Leuten« (qaum) sind in Vers 2 die heidnischen Gegner in Mekka gemeint, die den Gläubigen (beim Hudaibiya-Unternehmen?) den Zutritt zum heiligen Gebiet verwehrten. Es liegt nahe, für den vorliegenden Vers eine ähnliche Beziehung anzunehmen.

In der Übersetzung nach Th. A. Khoury:

Sure 5, Vers 8: O ihr, die ihr glaubt tretet für Gott ein und legt für die Gerechtigkeit Zeugnis ab. Und der Haß gegen bestimmte Leute soll euch nicht dazu verleiten, nicht gerecht zu sein. *) Seid gerecht, das entspricht eher der Gottesfurcht.

*) siehe Sure 5, Vers 2 Es geht hier wiederum gegen die feindlichen Mekkaner, oder es ist eine allgemeine Anweisung, in jeder Situation nach Recht und Gerechtigkeit zu handeln.

Tafsir al-Jalalayn: 5,8: O, ihr Gläubigen, steht aufrecht vor Allah wenn ihr erfüllt, was ihr Ihm schuldet. Seid Zeugen in Fairness und Gerechtigkeit. Erlaubt nicht, daß euer Hass auf gewisse Leute, namentlich die Ungläubigen euch ungerecht macht und ihr ihnen schaden wollt, weil sie eure Feinde sind. Seid sowohl gegenüber Freunden wie Feinden gerecht, denn dies ist näher der Gottesfurcht. Und fürchtet Allah, denn Er weiß was ihr tut und wird es euch vergelten.


7.

Sure 10, Vers 25: Und Allah ladet ein zur Wohnung des Friedens und leitet, wen Er will, auf dem rechten Pfad.

Sure 10, Vers 25: Gott ruft (die Menschen) zur Behausung des Heils. Er führt, wen er will, auf einen geraden Weg. (Übersetzung nach R. Paret)

Tafsir al-Jalalayn 10,25: Und Allah ruft euch zusammen ins Haus des Friedens, der Sicherheit, welches das Paradies ist indem Er die Leute zum Glauben auffordert. Er leitet wen immer Er dafür ausersehen hat (daß dieser geleitet werde) auf den rechten Pfad der Religion des Islam.

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