Die politische Struktur des Islam

Sayyid Abul Ala Maududi skizziert in seinem unten im Wortlaut angefügten Aufsatz (übersetzt von der Internetseite „islam 101“) über das politische System des Islam die folgerichtigen Konsequenzen für die Struktur eines bzw. des einzig möglichen islamischen Staatswesens. Dieses hat sich vollumfänglich aus der scharia herzuleiten, d.h. aus den vielfältigen Vorschriften zu einer gottgefälligen Lebensführung wie sie durch Koran und sunna vollständig und unabänderlich vorgegeben sind.

 Die Unabänderlichkeit der Heilsbotschaft Allahs

Zusammenfassung

Maududi leitet aus den dogmatischen Grundlagen 3 Begriffe ab, die für die Herausarbeitung der scharia und damit der politischen Struktur des Islam unabdingbar sind:

1. Allah alleine hat das Recht zu gebieten und zu verbieten. Keine Aspekte des Lebens (unsere intellektuellen und physischen Fähigkeiten sowie alles, was wir in der Welt vorfinden: Luft, Wasser, Tiere, Nahrung und Bodenschätze) sind den Menschen zu ihrer eigenen autonomen Verfügung übergeben. Vielmehr sollen sie im Sinne des Schöpfers und entsprechend Seinen Anordnungen verwendet werden. (tauhid) Das Konzept einer gesetzesmäßig, moralisch und politisch von Allahs Willen unabhängigen Herrschaft des Menschen ist bedeutungslos.

 tauhid und die absolute Transzendenz Allahs

2. Die göttliche Offenbarung bzw. die Bücher, welche diesen seit Ewigkeit gültigen göttlichen Willen beinhalten wurde vom letzten Propheten (Mohammed) den Menschen nicht nur (endlich) unverfälscht überbracht (Koran); vielmehr hat Mohammed durch seinen modellhaften Lebensvollzug auch ein absolut kopierungswürdiges und in der Tat vorgeschriebenes Beispiel (sunna) vorgegeben (risala).

 Der Koran als Teil der Urschrift
 Alle Offenbarungsschriften Allahs sind identisch

3. Der Mensch ist Allahs Vertreter auf Erden. Diese Vertretung (khilafat) beinhaltet, daß er alle Obliegenheiten des Lebens im Allgemeinen und eines Staatswesens im Besonderen getreu im Sinne eines Verwalters vornimmt; immer entsprechend dem Willen des Eigentümers (Allah).

Diskussion

Nüchtern betrachtet gebietet der Islam den Menschen von einer göttlichen Instanz festgelegte und damit übergeordnete Prinzipien – wie jede andere Religion auch. Nach diesen Geboten hat sich jeder Gläubige zu richten – unabhängig davon, ob das Staatswesen, in welchem er sich aufhält diese Prinzipien teilt oder nicht.

Das Spezielle der islamischen Doktrin ist allerdings die Tatsache, daß sie sich nicht darauf beschränkt, den Menschen die Einhaltung von allgemein gültigen ethischen Prinzipien zu verordnen, wie das andere Religionen oder sittliche Setzungen tun (z.B. die 10 Gebote, die Menschenrechte, die goldene Regel oder der edle achtfache Pfad). Vielmehr stellt Allah ein totalitäres, das menschliche Leben vollständig überformendes Riten- und Gesetzeswerk bereit, welches nebst der peinlichen Reglementierung religiöser Pflichten auch das Familien- Erb- Handels- Straf- und Kriegsrecht einschließt und insbesondere auch eine Haß- Gewalt- Eroberungs- und Gleichschaltungsdoktrin beinhaltet.

Die Ziele des jihad

o9.8 Der Kalif bekriegt die Juden, Christen und Zoroastrier (vorausgesetzt er hat sie zuerst zum Islam eingeladen – und wenn sie dieser Einladung nicht folgen wollen ihnen die islamische soziale Ordnung des Schutzgeldes (giziya) angeboten – die Bedeutung der Bezahlung ist wichtig, nicht das Geld – während sie in ihrer Religion verharren können) Der Krieg geht weiter, bis sie Muslime werden oder sich der Schutzgelderpressung beugen. Dies entsprechend:

Sure 9, Vers 29: Kämpfet wider jene von denen, welchen die Schrift gegeben ward, die nicht glauben an Allah und an den Jüngsten Tag und nicht verwehren, was Allah und Sein Gesandter verwehrt haben, und nicht bekennen das Bekenntnis der Wahrheit, bis sie den Tribut aus der Hand gedemütigt entrichten.

Kriegsrecht
……
……
o9.12 Wer immer zum Islam konvertiert, bevor er gefangen genommen wird darf nicht umgebracht und sein Eigentum nicht konfisziert wie auch seine Kinder nicht zu Gefangenen gemacht werden.

o9.13 Werden ein Kind oder eine Frau gefangen genommen sind sie durch diesen Akt unmittelbar zu Sklaven geworden und die bestehende Ehe der Frau ist annulliert.
……
o9.15 Es ist im jihad erlaubt, die Fruchtbäume des Feindes zu fällen und ihre Behausungen zu zerstören.

(Reliance of the Traveller http://derprophet.info/inhalt/ahmad-ibn-naqibal-misri-reliance-of-the-traveller/ Seite 602f)

Damit ist jede andere Lebens- sowie Deutungsform ausgeschlossen und folgende Elemente sind zwingender Teil der scharia:

– immerwährende – wenn nötig gewalttätige Expansion (jihad)
   ► Auszüge aus islamischen Gesetzeswerken zum jihad 

– Legitimation zu Sklaverei  Sklaven im Islam
– Schutzgelderpressung (giziya)
– Raub und Kriegsbeute (faj)  razzia und Kriegsbeute
– Ethnische Säuberungen
– TerrorSchrecken in die Herzen werfen
– Zweiklassengesellschaft (dhimmitude)
– Auftragsmord / Lynchjustiz 
an AndersdenkendenAuftragsmorde
– Blutrache
– ideologische und religiöse Einheit
– Untrennbare Einheit von Staat und Religion
– Das Töten von Apostaten (vom Islam abgefallene Muslime)
– Täuschung der Ungläubigen taqiyya
– Sexueller Mißbrauch von im Krieg gefangenen Frauen
– Anspruch auf Weltherrschaft
– Todesstrafe bei Blasphemie
– Entrechtung der Frau in zentralen Belangen
– Auspeitschung und Steinigung von Ehebrechern
– Tötung der Homosexuellen
– Zeitehe (mu’ta)
– Polygamie
– drakonische Strafen wie:
    – Abhacken der Hand bei Diebstahl
    – Abhacken von Extremitäten wechselseitig bei  Verderben stiften auf Erden


Hier folgt der Aufsatz von Maududi. Wir haben ihn leicht strukturiert und einige Links eingesetzt.
Quelle: http://www.islam101.com/politics/politicalsystem.htm


Dem politischen System des Islam liegen drei Prinzipien zugrunde:

tauhid (Einheit von Allah)
risala (Prophetschaft)
khilafat (Vertretung)

tauhid bedeutet, daß Allah allein der Schöpfer, Erhalter und Gebieter des Universums ist und von allem, was darin existiert – ob belebt oder unbelebt. Er alleine hat das Recht zu gebieten und zu verbieten. Anbetung und Gehorsam werden nur Ihm geschuldet. Kein einziger Aspekt des Lebens in all seinen vielfältigen Formen (unsere physischen Organe und unsere Fähigkeiten, die offensichtliche Kontrolle welche wir über Gegenstände haben oder die Gegenstände selbst) sind von uns erschaffen oder haben wir uns aus eigener Kraft angeeignet. Vielmehr sind sie großzügige Vorkehrungen (Bereitstellungen) von Allah und wurden uns von Ihm selbst übertragen.

Folglich haben nicht wir über den Sinn und Zweck unserer Existenz zu urteilen oder die Grenzen unseres weltlichen Einflusses festzulegen. Auch keine andere Person hat das Recht, für uns solche Entscheide zu treffen. Dieses Recht liegt alleine bei Allah, der uns erschaffen, uns mit geistigen und physischen Fähigkeiten ausgestattet und mit Gegenständen versorgt hat. Dieses Prinzip der Einheit von Allah macht das Konzept der gesetzesmäßig und politisch unabhängigen Herrschaft des Menschen bedeutungslos. Kein Individuum, keine Familie, Klasse oder Rasse kann sich über Allah stellen. Allah alleine ist der Führer und Seine Befehle begründen das Gesetz des Islam.

risala bezeichnet das Medium, durch welches uns das Gesetz Allahs zuteil wird. Wir haben aus dieser Quelle zwei Dinge erhalten:

– den Koran, das Buch, in welchem Allah Sein Gesetz ausführlich erläutert hat
– die maßgebende Interpretation und Erläuterung dieses Buches durch den Propheten Mohammed durch Wort und Tat, in seiner Befugnis als Vertreter Allahs (sunnah).

Der Koran legte die umfassenden Prinzipien fest, auf welchen das menschliche Leben basieren sollte und der Prophet Allahs errichtete, in Übereinstimmung mit diesen Prinzipien ein modellhaftes System des islamischen Lebensvollzuges. Die Kombination dieser beiden Elemente wird scharia (Gesetz) genannt.

khilafat heißt Vertretung. Der Mensch, der islamischen Lehre zufolge, ist der Vertreter Allahs auf Erden, Sein Stellvertreter; das heißt, aufgrund der ihm von Allah übertragenen Befugnis und innerhalb der oben beschriebenen Grenzen ist er aufgefordert, die göttliche Autorität auszuführen.

Wir erklären das Gesagte an einem Beispiel: Sie sind Besitzer eines Landgutes haben dieses einem Verwalter übergeben. Dabei sind vier unveränderliche Bedingungen gegeben:

1. Der wirkliche Besitz des Landgutes bleibt bei Ihnen und geht nicht an den Verwalter über.
2. Der Verwalter führt seine Tätigkeit ganz genau entsprechend Ihren Anweisungen aus.
3. Der Verwalter übt seine Autorität entsprechend den Richtlinien und Grenzen aus, die Sie bestimmt haben
4. Der Verwalter führt Ihren Willen und Ihre Absicht aus und nicht seine eigenen.

Jeder Vertreter, welcher nicht diese vier Bedingungen erfüllt mißbraucht seine Vollmacht und bricht den Vertrag, welcher dem Konzept der „Vertretung“ zugrunde liegt.

Das ist genau das, wovon der Islam spricht, wenn er bestätigt, daß der Mensch der Vertreter (khalifa) Allahs auf Erden ist. Folglich sind diese vier Bedingungen eingebunden im Konzept von khilafat. Der Staat, welcher in Übereinstimmung mit dieser politischen Theorie errichtet wird stellt sich als Kalifat unter der Herrschaft Allahs dar und er funktioniert in Übereinstimmung mit Seinen Instruktionen und Anordnungen.

Demokratie im Islam

Die oben erfolgte Erklärung des Begriffes „khilafat“ macht klar, daß kein Individuum, keine Dynastie und keine Klasse khilafat sein können. Die Autorität dieser Vertretung wird einem ganzen Gemeinwesen übertragen, welches bereit ist, die Bedingungen der Vertretung zu erfüllen, nachdem sie sich den Bedingungen von tauhid und risala verpflichtet hat. Eine solche Gesellschaft trägt die Verantwortung der khilafat als ganzes und jedes einzelne Individuum ist Teil davon.

An dieser Stelle beginnt Demokratie im Islam. Jedes Individuum in einer islamischen Gesellschaft genießt die Rechte und Vollmachten des Kalifates von Allah und in dieser Beziehung sind alle Menschen gleich. Niemand kann jemandem Rechte oder Vollmachten entziehen. Die Behörde, welche die Staatsgeschäfte trägt, wird zusammengesetzt mit dem Einverständnis dieser Individuen und die Staatsgewalt wird nur eine Ausdehnung (Erweiterung) der Befugnisse der Individuen sein, welche dafür vorgesehen sind. Ihre Meinung wird entscheidend sein in der Zusammenstellung der Regierung welche entsprechend ihrem Ratschlag funktionieren wird und in Übereinstimmung mit ihren Wünschen.

Wer immer das Vertrauen erlangt wird die Pflichten und Aufgaben des Kalifates übernehmen und wenn er dieses Vertrauen verliert wird er zurücktreten müssen. In dieser Hinsicht ist das politische System des Islam ein so vollkommenes Beispiel von Demokratie, wie es nur möglich ist.

Was islamische Demokratie von westlicher Demokratie unterscheidet ist, daß letztere auf dem Konzept der Volkssouveränität basiert und erstere auf dem Prinzip der öffentlichen khilafat. In der westlichen Demokratie ist das Volk souverän, im Islam wird Souveränität von Allah verliehen und die Menschen sind seine Kalifen oder Vertreter. In ersterer macht das Volk seine Gesetze und in letzterer haben sie den Gesetzen Allahs (scharia) zu folgen und diese zu beachten, so wie sie vom Propheten übermittelt wurden. Im ersteren System hat die Regierung den Willen des Volkes zu erfüllen, im letzteren hat sowohl die Regierung als auch das Volk den Willen Allahs zu erfüllen. Westliche Demokratie ist eine Art absoluter Autorität, welche ihre Macht in einer freien und unkontrollierten Art ausübt während islamische Demokratie dem göttlichen Gesetz untersteht und seine Macht in Übereinstimmung mit den Anweisungen Allahs innerhalb der von Ihm gesetzten Grenzen ausübt.

 scharia

Der Zweck des islamischen Staates

Wir können jetzt die Staatsform näher untersuchen, welche auf den Grundlagen von tauhid, risala und khilafat aufgebaut ist. Der heilige Koran stellt klar fest, daß Ziel und Zweck eines Staates die Errichtung, Erhaltung und Entwicklung derjenigen Tugenden ist, von welchen der Schöpfer wollte, daß sie das menschliche Leben bereichern und zwar durch Verhütung und Vernichtung der Übel des menschlichen Lebens, welche Er verabscheuungswürdig findet. Der islamische Staat soll weder nur ein Instrument der politischen Verwaltung noch der Erfüllung des kollektiven Willens irgendeiner Interessengruppe des Volkes sein; vielmehr setzt der Islam das hohe (religiöse) Ideal über den Staat; für dessen Erreichung dieser Staat alle Mittel zur Verfügung stellen muß.

Diese Ideale sind die der Reinheit, Schönheit, Güte, Tugend, Erfolg und Reichtum von welchen Allah will, daß sie im Leben Seiner Menschen erzeugt und entwickelt werden sollen. Alle Formen von Ausbeutung, Ungerechtigkeit und Unordnung welche, in der Sicht von Allah, für die Welt zerstörerisch und für das Leben Seiner Geschöpfe schädlich sind sollen unterdrückt und verhindert werden. Der Islam gibt uns eine klare Übersicht seines moralischen Systems, indem er die gewünschten Tugenden und die unerwünschten Übel hervorstreicht. Indem dieser Umriß (Übersicht) im Auge behalten wird, kann der islamische Staat seine Wohltätigkeitsprogramme zu jeder Zeit und in jeder Umgebung entwerfen.

Die permanente Forderung des Islam ist, daß die Moral (gute Sitten, rechtes Verhalten) um jeden Preis und in jedem Lebensabschnitt (des Individuums) beachtet werden müssen. Folglich legt er als unveränderliches Prinzip fest, daß der Staat auf den Grundlagen von Gerechtigkeit, Wahrheit und Ehrlichkeit gegründet sein muß. Er darf unter keinen Umständen Betrug, Falschheit und Ungerechtigkeit tolerieren, wenn solches zugunsten von politischer, administrativer oder nationaler Zweckmäßigkeit eingesetzt wird; und dies weder in der Beziehung der Führer zu den Untergebenen noch unter Staaten. Der Vorrang muß der Islam sein, welcher vom Staat und dem Individuum gleiche Pflichten verlangt:

– alle Vereinbarungen und Aufgaben müssen erfüllt werden,
– einheitliche Handlungsanweisungen müssen gegeben sein,
– Rechte sind mit Pflichten verbunden und nicht zu vergessen sind die Rechte der Anderen wenn von ihnen erwartet wird, daß sie ihre Pflichten erfüllen,
– Macht und Autorität ist einzusetzen, um Gerechtigkeit ist einzuführen und nicht um Unrecht zu verüben,
– Aufgaben sollen als heilige Pflicht angesehen werden und sie sollen gewissenhaft erfüllt werden.
– Macht soll als von Allah verliehene Verantwortung angesehen werden in dem Sinne, daß man daran glaubt, daß alle Aktionen von Allah im Jenseits vergolten werden.

Grundlegende Rechte

Obschon ein islamischer Staat irgendwo auf der Welt errichtet werden kann, versucht der Islam nicht, die Menschenrechte oder Vorrechte eines solchen Staates innerhalb seiner Grenzen zu beschneiden. Der Islam legt (seiner Theorie) universelle und fundamentale Rechte für die ganze Menschheit zugrunde welche unter allen Umständen beachtet und respektiert werden müssen. So ist zum Beispiel menschliches Blut heilig und darf ohne dringende Rechtfertigung nicht vergossen werden, es wird nicht erlaubt, Frauen, Kinder, alte Menschen oder Kranke zu unterdrücken, Die Ehre und Reinheit der Frau muß respektiert werden, Hungrige müssen ernährt werden, Nackte bekleidet und Verwundete und Kranke müssen medizinisch versorgt werden – gleichgültig, ob sie zur islamischen Gemeinde zählen oder zu deren Feinden. Diese und andere Vorkehrungen wurden im Islam niedergelegt als fundamentale Rechte jeden menschlichen Wesens kraft seiner Zugehörigkeit zur menschlichen Rasse.

Ebenso wenig werden Bürgerrechte im Islam beschränkt auf Bürger welche in einem bestimmten Staat geboren wurden. Ein Muslim wird ipso facto ein Bürger eines islamischen Staates sobald er seinen Fuß auf ein islamisches Territorium gesetzt hat, falls er die Absicht hat, dort zu leben. Er wird dort die gleichen Rechte haben wie jene, welche die Staatszugehörigkeit durch Geburt erhalten haben. Und jeder Muslim wird in einem solchen islamischen Staat wählbar auch für höchste Ämter ohne Einschränkung seiner Rasse, Farbe oder Klasse).

Der Islam hat auch gewisse Rechte für Nicht-Muslime festgesetzt, welche innerhalb der Grenzen eines islamischen Staates leben und diese Gesetze bilden zwingenden Bestandteil einer islamischen Verfassung. In der islamischen Begrifflichkeit werden solche Nicht-Muslime dhimmis (Schutzbefohlene) genannt. Dies beinhaltet, daß der islamische Staat mit ihnen einen „Schutz“ – Vertrag abgeschlossen hat und ihren Schutz garantiert. Das Leben, der Besitz und die Ehre eines dhimmis sind zu respektieren und zu schützen in derselben Weise wie es auch für einen Moslem Geltung hat. Auch gibt es keinen Unterschied zwischen einem Muslim und einem Nicht-Muslim in Hinsicht auf das Zivilrecht und das Strafrecht.

Der islamische Staat wird sich nicht in die persönlichen Rechte eines Nicht-Muslims einmischen, welche volle Gewissens- und Glaubensfreiheit genießen und ihre religiösen Riten und Zeremonien frei nach ihrer Art durchführen können. Nicht nur daß sie ihre Religion verbreiten dürfen, sie dürfen sogar den Islam kritisieren, dies innerhalb der Grenzen die durch Gesetz und Anstand festgelegt sind.

 dhimmitude und Schutzgelderpressung
 Nichtmuslimische Untertanen eines islamischen Staates

Diese Rechte sind unwiderruflich. Nicht-Muslime können nicht unterdrückt werden außer sie brechen den Vertrag, welcher ihnen das Bürgerrecht verleiht. Selbst wenn ein nicht-muslimischer Staat seine Muslime unterdrückt, selbst wenn alle Muslime außerhalb eines islamischen Staates massakriert werden, selbst dann darf ein muslimischer Staat das Blut eines Nicht-Muslims nicht vergießen, welcher innerhalb der Grenzen (dieses Staates) lebt.

Exekutive und Legislative

Die Verantwortung für die Verwaltung eines islamischen Staates ist einem Emir (Führer) anvertraut welcher mit dem Präsidenten oder Premierminister einer westlichen Demokratie verglichen werden kann. Alle erwachsenen Männer und Frauen welche sich den Fundamenten der Verfassung unterstellen sind zur Wahl eines Emirs befähigt.

Die grundlegenden Qualifikationen eines Emirs sind, daß er das Vertrauen der Mehrheit in Bezug seines Wissens und Verständnisses des islamischen Geistes haben muß, daß er die islamische Eigenschaft der Furcht vor Allah besitzen muß und daß er mit staatsmännischen Qualitäten ausgestattet sein muß. Kurz, er muß über Tugend und Fähigkeit verfügen.

Eine schura (beratende Versammlung) wird auch durch das Volk gewählt um dem Emir beizustehen und ihn zu führen. Es ist für den Emir zwingend, sein Land mit dem Ratschlag der schura zu verwalten. Der Emir wird nur so lange im Amt bleiben, wie er das Vertrauen des Volkes genießt und muß abdanken, wenn er dieses verliert. Jeder Bürger hat das Recht, den Emir und die Regierung zu kritisieren und alle vernünftigen Informationen, welche zur Anhörung der öffentlichen Meinung nötig sind müssen zugänglich sein.

Die Gesetze in einem islamischen Staat müssen innerhalb der Grenzen des Gesetzes der scharia angewendet werden. Die Anordnungen Allahs und Seines Propheten müssen angenommen und befolgt werden und keine gesetzgeberische Behörde kann diese Gesetze verändern oder widersprüchliche Gesetze erlassen. Diejenigen Gebote, welche zwei oder mehr Interpretationen zulassen müssen einem Unterkomitee des Beirates unterbreitet werden welches Mitglieder umfaßt, welche Kenntnis des islamischen Rechtes haben. Großer Spielraum bleibt für die Gesetzgebung übrig, welche nicht schon durch spezifische Anordnungen der scharia geregelt sind und der Beirat ist frei, in Anbetracht der Sache zu entscheiden.

Im Islam ist die Gerichtsbarkeit nicht der Exekutive unterstellt. Sie bezieht ihre Legitimation direkt aus der scharia und ist Allah direkt verantwortlich. Die Richter werden von der Regierung ernannt aber wenn ein Richter einmal ein Richteramt innehat muß er sein Amt unabhängig ausüben, dem Gesetz Allahs folgend. Die Organe der Regierung sind nicht außerhalb seiner Rechtssprechung so daß sogar die höchste Instanz der Exekutive damit rechnen muß, vor Gericht zu erscheinen, sei es als Kläger oder als Verteidiger. Regierende und Untergebene sind beide Subjekt desselben Gesetzes und es gibt kein Unterschied aufgrund des Standes. Islam steht für Gleichheit und hält peinlich genau an diesem Prinzip fest.

 

 

 

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