Der „wirkliche“ Mohammed, islamische Dualität und die absolute Unterwerfung

Wer ist der „wirkliche“ Mohammed? Warum müssen wir diese Frage immer wieder stellen? Nach dem Terroranschlag vom 11. September 2001 vernahmen wir, daß die muslimischen Selbstmordattentäter, welche diese Schreckenstat verübt hatten keine „richtigen muslime“ waren und daß der „wirkliche“ Islam eine „Religion des Friedens“ sei. Was hat es denn mit dem Islam an sich, warum muß man ständig nach dem „wirklichen“ Islam suchen? Ist der religiöse Koran von Mekka der wirkliche Koran? ► Die Zeit in Mekka Oder ist es der politische Koran von Medina? ► Die Zeit in Medina

Ist der richtige und wirkliche Mohammed der Prediger oder der Feldherr (jihadist)? Die islamische Doktrin zeichnet sich durch zwei grundlegende Prinzipien aus:

  • – Unterwerfung
    – Zweigleisigkeit oder ethische Dualität

A. Unterwerfung

Ein muslim ist nicht nur ein Mitglied der islamischen Religion, sondern er ist der Diener Allahs und muß sich seiner Religion total unterwerfen.

Das geht aus den folgenden zwei dogmatischen Forderungen des Korans hervor:

1. Ein muslim („der sich Unterwerfende“) ist ein Diener (Sklave) Allahs. Der in den unten zitierten Koranversen (unvollständige Auswahl) verwendete Begriff „Diener“ ist in der englischen Übersetzung von Pickthal durchgehend mit „slave“ wiedergegeben. (Quelle)

Sure 19, Vers 93: Keiner in den Himmeln und auf Erden darf sich dem Erbarmer anders nahen denn als Sklave.

Tafsir al-Jalalayn 19, 93: Niemand, weder im Himmel noch auf Erden, kann sich am Jüngsten Tag dem Barmherzigen Einen anders nähern denn als Diener, unterwürfig, dienend und sklavisch – dies schließt Propheten wie Ezra und Jesus ein.

Sure 2, Vers 90: Für einen schlechten Preis verkauften sie ihre Seelen, daß sie nicht glaubten an das, was Allah niedergesandt, aus Neid, daß Allah in Seiner Huld, wem von Seinen Dienern Er will, offenbart. Zorn über Zorn haben sie sich zugezogen. Und die Ungläubigen trifft schändende Strafe.

Sure 6, Vers 18: Und Er ist der Zwingherr über Seine Diener, und Er ist der Weise, der Kundige.

Sure 6, Vers 61: Und Er ist der Zwingherr über Seine Diener, und Er sendet über euch Wächter, so daß, wenn zu einem von euch der Tod kommt, Unsere Gesandten (die Engel) ihn zu sich nehmen; und sie sind nicht lässig.

Sure 15, Vers 42: Siehe, Meine Diener, nicht ist dir (dem Satan) Macht gegeben über sie, es sei über die Verführten, die dir folgen.

Sure 15, Vers 49: Verkünde meinen Dienern, daß Ich bin der Verzeihende, der Barmherzige.

Sure 19, Vers 65: In Edens Gärten, welche der Erbarmer seinen Dienern im Verborgenen verhieß. Siehe, Seine Verheißung geht in Erfüllung.

Sure 27, Vers 59: Sprich: „Das Lob ist Allahs, und Frieden auf Seine Diener, die Er erwählt hat! …

Sure 35, Vers 31: Und was Wir dir (Mohammed) von dem Buche offenbarten, ist die Wahrheit, bestätigend das ihm Vorausgegangene. Siehe, Allah kennt wahrlich Seine Diener.

Sure 36, Vers 45: Und wenn ihr Termin kommt, siehe, so schaut Allah Seine Diener.

Sure 37, Vers 40: Aber die lauteren Diener Allahs, die sollen eine festgesetzte Versorgung (das Paradies) erhalten …

Sure 37, Vers 74: Mit Ausnahme der reinen Diener Allahs.

Sure 8, Vers 51: Solches (die Höllenstrafe) für das, was eure Hände voraussandten (den Unglauben)! Und Allah ist nicht ungerecht gegen Seine Diener.

Und praktisch identisch noch einmal:

Sure 22, Vers 10: Solches für das, was deine Hände vorausgeschickt, und weil Allah nicht ungerecht ist gegen Seine Diener.

Diese im Koran verwendeten Begriffe: „Diener“ und „Sklave“ widerspiegeln die Stellung, die der Allmächtige seinen Gläubigen zuweist. Daher ist die für diese Religion verwendete Bezeichnung „islam“, was „Unterwerfung“ bedeutet.

Allah als Schöpfer der Welt und des Menschen
Die Konsequenzen der vollständigen Unterwerfung

Die vom Gläubigen erwartete Haltung gegenüber Allah kommt unter anderem auch im „Thronvers“:

Sure 2, Vers 255: Allah! es gibt keinen Gott außer Ihm, dem Lebendigen, dem Ewigen! Nicht ergreift Ihn Schlummer und nicht Schlaf. Sein ist, was in den Himmeln und auf Erden. Wer ist’s, der da Fürsprache einlegt bei Ihm ohne Seine Erlaubnis? Er weiß, was zwischen ihren Händen ist und was hinter ihnen (Er kennt Gegenwart und Zukunft), und nicht begreifen sie etwas von Seinem Wissen, außer was Er will. Weit reicht Sein Thron über die Himmel und die Erde, und nicht beschwert Ihn beider Hut. Denn Er ist der Hohe, der Erhabene.

und im islamischen Glaubensbekenntnis zum Ausdruck:

Das islamische Glaubensbekenntnis „SCHAHADA“

2. Als Sein Diener ist ein muslim Allah zu vollständigem Gehorsam verpflichtet. Diese Forderung wird im Koran unmißverständlich über dreissig Mal erhoben:

Sure 24, Vers 52: Und wer Allah und Seinem Gesandten gehorcht und Allah scheut und fürchtet – sie sind es, die glückselig sind.

Die absolute Gehorsamspflicht gegenüber Allah und Seinem Gesandten

Ferner ist es den muslimen unter Androhung von ewigem Einsitzen in dschahannam (Hölle) untersagt, auch nur ein Jota des islamischen Dogmas abzuändern: Das geht aus einer Belehrung Mohammeds an seine Gefährten hervor, die von Bukhari überbracht wird. Dort schildert Mohammed eine Begegnung, die er selbst (sic!) mit dem Allmächtigen im Paradies dereinst haben wird – gleichsam eine prophetische Vorausschau kommender Ereignisse im Himmel:

Bukhari V9 B88 N17, berichtet von Abdullah: Der Prophet sagte: “Ich bin euer Vorgänger am Flußbecken des Paradieses (kauthar; im übertragenen Sinn: „Quelle des Überflußes“) und einige Männer von euch werden zu mir gebracht werden. Wenn ich ihnen dann Wasser reichen will werden sie von einer Kraft von mir entfernt werden. Darauf werde ich sagen: ’Oh Herr, meine Gefährten!’ Der Allmächtige wird dann erwidern: ’Du weißt nicht, was sie getan haben, nachdem du weggingest: Sie haben nach Dir Neuerungen in die Religion eingeführt.’ “

Die Unabänderlichkeit der Heilsbotschaft Allahs

B. Ethische Dualität

Ethische Dualität (oder Zweigleisigkeit) meint, daß der Islam zu vielen Themen zwei sich diametral widersprechende Ansichten, Standpunkte und Forderungen problemlos unter einen Hut bringt. 

Das Studium des politischen Islam

Die Frage zu stellen, welcher Standpunkt denn nun eigentlich der „richtige“ sei heißt, bildlich gesprochen, zu fragen, welches Ende eines Magneten der richtige Teil des Magneten ist: Ist es der Nordpol oder der Südpol? Natürlich wissen wir, daß sowohl der Nordpol als auch der Südpol die zwei entgegengesetzten Enden eines und desselben Magneten sind.

Genau wie jeder Magnet ist der „vollständige, perfekte und detaillierte“ Koran „zweipolig“; er ist religiös und politisch. Der „richtige Mohammed“ ist Prediger und jihadist. Der Islam bedient sich dieser Dualität auf pragmatische Art und Weise je nach situationsbedingter Notwendigkeit. Wohlmeinende westliche „Dialogpartner“ und islamische Apologeten stellen den Moralapostel Mohammed in den Vordergrund. Die Taliban und die Muslim Brotherhood (muslimische Bruderschaft) berufen sich auf den Kriegsstrategen Mohammed.

  • – Nordpol – Südpol: gleicher Magnet
    – Prediger Mohammed – jihadist Mohammed: gleicher Mohammed

Also beruht die Verwirrung im Westen über die „wahre“ Natur des Islam auf der falschen Vorstellung, daß sein Gründer, Mohammed, entweder der eine oder der andere sein müsse.

… So benützen wir zum Beispiel Statistik um die Frage zu erörtern, was “wahrer” jihad bedeutet. Ist es das spirituelle Ringen mit dem eigenen Bösen oder ist es die Kriegsführung mit einem äußeren Feind? Schauen wir bei den ahadith des Bukhari nach, weil er sehr oft von jihad spricht.  97% der Referenzen betreffend jihad sind kriegerischer Natur und 3% sprechen von einem inneren Konflikt. … Bedeutet jihad Krieg? Ja; 97%. Bedeutet jihad innerer Konflikt? Ja; 3%. Wenn also zu diesem Thema ein Artikel geschrieben wird, kann man beides beweisen, …. beide Seiten der Dualität sind richtig.    (Quelle)

Westlich geprägte Menschen können das ethisch dualistische Prinzip des Islam auf Anhieb gar nicht verstehen – es ist uns fremd. Wir müssen zur Kenntnis nehmen, daß der Islam beide Seiten eines Widerspruchs in sich vereinigen kann.

Mit dieser ethischen Dualität wird der Ungläubige (kafir) immer wieder getäuscht. Wenn der Islam zum Ungläubigen oder Schutzbefohlenen (dhimmi) spricht, präsentiert er einen heilig erscheinenden Mann. Der dhimmi entschuldigt sich dann sofort: „Nun, wenn Mohammed ein so netter und gütiger Kerl war, dann muß das andere Mohammedbild falsch sein.“ Durch diese schillernde Erscheinungsform des Propheten läßt sich der dhimmi zum Narren halten.

Dies bringt uns zum Koran. muslimische Reformer behaupten, daß der Islam annehmbar wäre, wenn man den „falschen“ jihadist Mohammed außen vor lassen würde. Aber, wie oben erwähnt, fordert der Koran über dreißig Mal, daß Allah jeden Menschen so haben möchte, wie Mohammed ist. Jeder wird in der Hölle braten, der sich nicht anstrengt, alle, bis in den Intimbereich vordringenden Gesetzesforderungen des Allmächtigen zu erfüllen, und eine möglichst perfekte Kopie des Propheten abzugeben:

Sure 4, Vers 43: O ihr, die ihr glaubt, nähert euch nicht trunken dem Gebet, sondern wartet, bis ihr wisset, was ihr sprechet, und auch nicht von Samen befleckt, es sei denn, ihr zöget des Weges, bis ihr euch gewaschen habt. Seid ihr krank oder auf einer Reise, oder es kommt einer von euch von der Senke (Wüsten-WC) oder ihr habt die Weiber berührt und findet kein Wasser, so nehmet dafür guten Sand und reibet euer Gesicht und eure Hände ab; siehe Allah ist nachsichtig und verzeihend.

Mohammed ist also für den Islam unabdingbar. Ohne ihn weiß ein muslim nicht, wie er auch nur eine der fünf Säulen des Islam gottgefällig erfüllen kann. Der Koran ohne Mohammed und seine Geschichte wäre ein unvollständiges Dokument. Ohne Mohammed gäbe es keinen Islam. Ohne „Trilogie“, bestehend aus:

  • – dem Koran
    – der Biographie Mohammeds nach Ibn Ishaq (Sirat Rasul Allah)
    – den
    hadith – Sammlungen

gäbe es keinen Islam. Viele Taten des Propheten sind zwar im Koran abzulesen. Der jihadist Mohammed zeigt sich in den Textstellen über die Kämpfe bei Badr und Uhud. Der politische Mohammed zeigt sich in der 9. Sure „Die Reue“ und 48. Sure: „Der Sieg“. Aber wie wir schon festgestellt haben, ist der Koran als eigenständiges dogmatisches Werk deshalb in weiten Teilen nicht brauchbar, weil viele Verse ohne ihre geschichtliche Einbindung gar nicht verstehbar sind.

Einleitung

Jeder Hinweis über Mohammed im Koran findet sich nahtlos in der Sirat Rasul Allah:

Das Leben Mohammeds

und in den ahadith wieder:

sunna und hadith

Das ist einer der Gründe, warum die Biographie Mohammeds und die unzähligen Belege aus den ahadith unerläßlich sind. Der Koran ist erst in Verbindung mit der Sirat (Biographie Mohammeds nach Ibn Ishaq) und den ahadith ein vollständiges polit-religiöses Dogma.

Seine Aussagen sind nicht nur religiöser Natur, sondern sie legen auch die Grundlagen zu politischem Handeln fest und sie definieren den Islam weltweit. Der Mensch darf sich im Islam nicht im Sinne der „Goldenen Regel“ seiner Vernunft bedienen, um sich mit deren Hilfe ein tragfähiges und praktikables ethisches Verhalten zu erarbeiten.

Goldene Regel

Die „Goldene Regel“ ist eine allgemein gültige ethische Handlungsanweisung und Teil aller Religionen außer dem Islam. Sie fordert:

Tue keinem etwas an, was du nicht willst, das man dir antut.“

Demgegenüber ist im Islam alles Gute und Böse durch Allahs Worte endgültig und für alle Zeiten definiert. ► scharia Der Mensch soll sich seiner Vernunft nur bedienen, um den Willen Allahs zu erkennen: “Menschliche Vernunft kann demnach keine eigenen Normen des Handelns setzen, sondern nur versuchen, die offenbarten Normen zu erkennen und anzuwenden.“

Islamische Ethik

Der „vollständige, perfekte und ausführliche“ Koran fordert, daß sich alle anderen Religionen dem Islam unterwerfen müssen. Der Koran ist ein religiöser und politischer Text, welcher ausschließlich negative, verächtliche, verletzende, beleidigende und mörderische Worte für die Ungläubigen (kafir) verwendet.

Das Bild des Ungläubigen (kafir) im Islam

Das schlechteste Bild aller Ungläubigen zeichnet der Koran von den Juden. Die Suren aus der medinensischen Periode enthalten mehr Judenhaß als Hitlers „Mein Kampf“. Seine detaillierte Analyse zeigt, daß 6.8% der Aussagen Haß gegen die Juden beinhalten. Der medinensische Koran bezeugt eine Rate von 10.6%. Mehr als 10% aller Verse dieses Teils des Dogmas beschäftigen sich also mit der Diffamierung der Juden, ihrer Dämonisierung und Entmenschlichung. (Quelle)

Warum kann kein Muslim eine Diskussion über den Islam führen, ohne sofort andere Religionen kritisieren zu müssen? Der Grund dafür liegt im Koran, der als „vollständig, perfekt und ausführlich“ angesehen wird. Der Koran ist genuin feindselig gegenüber allen anderen Religionen. Der Islam bedarf für sein Selbstverständnis dieser haßerfüllten Abgrenzung. Der Koran bestimmt, daß nur er die alleinige Wahrheit enthält. Ein wesentlicher Teil seines Inhaltes ist die Kritik weiterer Glaubensbekenntnisse und ihrer Vertreter. Keines der sonst bekannten religiösen Dogmen beschäftigt sich so exzessiv (wenn überhaupt) mit den Glaubensinhalten anderer Religionen und der Verdammung deren Mitglieder. Nur der Islam fordert die politische Verfolgung Andersgläubiger und letztendlich die Unterwerfung der ganzen Welt.

Zusammenfassung
Das Ziel des Heiligen Krieges

C. Einladung zum Islam (da’wa)

Wir können anhand der „Einladung zum Islam“ (da’wa) die Dualität des Islam sauber belegen.

Aufruf zur Annahme des Islam (da’wa)

Wenn Sie von einem muslim eingeladen werden, zum Islam zu konvertieren, kann das zweierlei bedeuten. Die erste Botschaft ist, daß Ihr Gegenüber sich Sorgen um Ihr Seelenheil macht und möchte, daß Sie der Rechtleitung Allahs teilhaftig werden. Sie sollen nicht einer derjenigen sein, über den sich die muslime dereinst im Paradies lustig machen, während sie mit den anderen Ungläubigen  zusammen bis in alle Ewigkeit im Feuer dschahannams vor sich hin braten und Ihre Ration geschmolzenes Erz trinken:

Sure 83, Vers 34: Doch an jenem Tage werden die Gläubigen die Ungläubigen verlachen,
Sure 83, Vers 35:
Wenn sie von den Hochzeitsthronen (im Paradies) ausschauen.
Sure 83, Vers 36:
Sollen die Ungläubigen für ihr Tun nicht belohnt werden? (mit der Hölle)

Sure 18, Vers 29: Und sprich: „Die Wahrheit ist von eurem Herrn; und wer will, der glaube, und wer nicht will, der glaube nicht. Siehe, für die Sünder haben Wir ein Feuer bereitet, dessen Rauchwolke sie rings umgeben soll. Und wenn sie um Hilfe rufen, dann soll ihnen geholfen werden mit Wasser gleich flüssigem Erz, das ihre Gesichter röstet. Ein schlimmer Trank und ein übles Ruhebett!“

Aber der „Aufruf zum Islam“ hat noch eine weitere Konnotation. Ungläubige sollen, bevor der Krieg gegen sie eröffnet wird aufgefordert werden, den Islam anzunehmen. Wenn sie sich weigern, tritt der jihad gegen sie in Kraft. Diese „Einladung zum Islam“ ist theoretisch vor jeder jihad-Aggression anzuwenden und wird praktisch des öfteren eingesetzt. In diesem Sinne rief Bin Laden die USA, d.h. alle Bürger dieses Landes auf, den Islam anzunehmen, bevor er dann am 11. September 2001 das WTC angreifen ließ.

Also ist die „Einladung zum Islam“ ganz im Sinne des islamischen Dogmas dualistisch und kann zweierlei bedeuten:

  • – Anteilnahme am Schicksal des Ungläubigen
    – Warnung vor Krieg und Annexion und Unterwerfung

D. Böses mit Gutem erwidern

Ein weiteres eindrückliches Beispiel für die dualistische Natur der islamischen Ideologie ist die im Koran an zwei Stellen offenbarte Forderung Allahs an Seinen Gesandten, Böses mit Gutem zu vergelten:

Sure 41, Vers 34: Und nicht ist gleich das Gute und das Böse. Wehre das Böse mit dem Besseren, und siehe, der, zwischen dem und dir Feindschaft war, wird sein gleich einem warmen Freund.

Sure 23, Vers 96: Wende ab das Böse mit Gutem; Wir wissen sehr wohl, was sie von dir aussagen.

Beide Verse wurden in einer sehr spezifischen Situation hernieder gesendet und zwar im Zusammenhang mit Mohammeds permanenten ideologischen Auseinandersetzungen mit ungläubigen Vertretern vom Stamme der Quraisch in Mekka. Allah empfiehlt Seinem Gesandten, deren Anfeindungen eben nicht mit Boshaftigkeit, sondern mit besserem Benehmen zu beantworten und von Gewaltanwendung abzusehen. Aber nicht nur Mohammed wird in Mekka in diesem Sinne instruiert, sondern auch die Mitglieder seiner kleinen Gemeinde:

Sure 17, Vers 53: Und sprich zu meinen Dienern, sie sollen aufs freundlichste reden (mit den Ungläubigen, um sie nicht zu reizen) …

Sure 25, Vers 63: Und die Diener des Erbarmers sind diejenigen, welche auf Erden sanftmütig wandeln; und, wenn die Toren (die Ungläubigen) sie anreden, sprechen sie: „Frieden!“

Die Anweisungen im Koran, Böses mit Gutem zu vergelten und Nachsicht zu üben sind demnach als rein strategische und situationsbedingte Anweisung Allahs zu verstehen: Allah will nicht, daß Mohammed und seine Getreuen sich durch unbedachte feindselige Handlungen noch mehr Schwierigkeiten mit den Quraisch aufhalsen. Anders kann das gar nicht verstanden werden, denn es wurde bereits herausgearbeitet, daß das umfassende und unerbittliche Gewaltkonzept Allahs gegen die Ungläubigen schon in mekkanischer Zeit angelegt war.

Der Unglaube als schlimmstes Vergehen

Beigesellung (schirk) ist die schlimmste aller möglichen Sünden, sie beinhaltet logischerweise schon den Unglauben, der als zweitschlimmste Sünde angesehen wird.

schirk

Allah wird gegen diese beiden schweren Vergehen immer Aktion ergreifen. In Mekka noch mit der Versicherung von göttlichem Hass, dem Einsatz göttlicher List und Irreleitung sowie weiteren Maßnahmen der Fernsteuerung Ungläubiger.

Irreleitung

Die Versicherung jenseitiger Bestrafung durch das Höllenfeuer rundet das verbale Drohgebaren ab.

Natürlich werden diese beiden Verse, mindestens was ihre Gültigkeit für die Ungläubigen angeht, in medinensischer Zeit von Allah aufgehoben ► Abrogation denn Er hat nach der hijra dem Gesandten den Befehl zu irdischer Gewaltanwendung gegen die Ungläubigen an die Hand gegeben.

Koranverse zum „Heiligen Krieg“ mit Exegese

Sure 47, Vers 35: Werdet daher nicht matt und ladet sie nicht ein zum Frieden, während ihr die Oberhand habt; denn Allah ist mit euch, und nimmer betrügt Er euch um eure Werke.

Sure 48, Vers 29: Mohammed ist der Gesandte Allahs, und seine Anhänger sind strenge wider die Ungläubigen, barmherzig untereinander … Auf daß sich die Ungläubigen über sie ärgern. Verheißen hat Allah denen von ihnen, die da glauben und das Rechte tun, Verzeihung und gewaltigen Lohn.

Sure 5, Vers 54: O ihr, die ihr glaubt, wenn sich einer von euch von seinem Glauben abkehrt, wahrlich, dann erhebt Allah ein Volk, das Er liebt und das ihn liebt, demütig vor den Gläubigen, stolz wider die Ungläubigen, streitend in Allahs Weg und nicht fürchtend den Tadel des Tadelnden. Das ist Allahs Huld; Er gibt sie, wem Er will, und Allah ist weitumfassend und wissend.

Gleichwohl steht die Anweisung, Böses mit Gutem zu vergelten im Koran. Für die Ungläubigen kann diese Forderung aber unmöglich noch Geltung haben. Also können diese beiden Verse dahingehend ausgelegt werden, daß die rechtgeleiteten Gläubigen das Leben innerhalb der umma (islamische Gemeinde) danach ausrichten sollen: strenge wider die Ungläubigen, barmherzig untereinander“.

Aber selbst für den Umgang der muslime untereinander steht Allahs Forderung, ihr Handeln nach Milde und Langmut auszurichten etwas schräg in der dogmatischen Landschaft, denn sie widerspricht diametral allen, ebenfalls vom Herrn der Welten erlassenen, zwingenden schariatischen Ausnahmeregelungen zum Tötungsverbot.

Das Tötungsverbot im Islam

Berücksichtigen wir alle im obigen Link aufgeführten dogmatischen Sonderregelungen zur Bekämpfung und Eliminierung jeglicher ideologischen Divergenz durch den Einsatz tödlicher Gewaltanwendung wird Allahs Aufruf an die Seinen, „Böses mit Gutem“ zu erwidern vollends zur Makulatur.

Ideologische Zweigleisigkeit, das heißt ein unterschiedliches Verhaltensreglementarium für die Behandlung von Gläubigen und Ungläubigen einerseits, substantielle Widersprüche zwischen der mekkanischen und der medinensischen Botschaft andererseits; im Weiteren die völlige Absenz einer übergreifenden Ethik – das sind die in wichtigen Belangen politisch zu verstehenden und daher utilitaristischen Richtlinien der islamischen Heilslehre.

 

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