Der „Heilige Krieg“ als Pflicht und Prüfung für die Gläubigen und als seine bestmögliche und vorzüglichste Tat

Die Zeit in Medina schien noch ungesichert, die Forderung zum Kampf wird von Allah selbst als Prüfung der Glaubenstreue dargestellt:

„Es geht nicht mehr allgemein um den rechten Glauben an den einen Gott, sondern um den mit der Tat unter Beweis gestellten Glauben. Die Mitglieder des islamischen Gemeinwesens müssen sich in kriegerischen Auseinandersetzungen bewähren, die ihnen als Prüfung auferlegt sind. Gott will ihnen nicht den Sieg verleihen, ohne dass sie sich selber angestrengt haben.“ (T. Nagel: Der Koran, Seite 79, Verlag C.H. Beck, München, 2002)

Sure 2, Vers 216: Vorgeschrieben ist euch der Kampf, doch ist er euch ein Abscheu. Aber vielleicht verabscheut ihr ein Ding, das gut für euch ist, und vielleicht liebt ihr ein Ding, das schlecht für euch ist; und Allah weiß, ihr aber wisset nicht.

Sure 9, Vers 38: O ihr, die ihr glaubt, was war euch, dass, als euch gesprochen ward: „Ziehet hinaus in Allahs Weg“, ihr euch schwer zu Erde neigtet? Habt ihr mehr Wohlgefallen am irdischen Leben als am Jenseits? Aber der Nießbrauch (Nutzen) des irdischen Lebens ist gegenüber dem Jenseits nur ein winziger.

Sure 9, Vers 41: Ziehet aus, leicht und schwer bewaffnet, und eifert mit Gut und Blut in Allahs Weg. Solches ist besser für euch, so ihr es begreift.

Sure 16, Vers 107: Solches, darum dass sie das irdische Leben mehr liebten als das Jenseits, und weil Allah die Ungläubigen nicht leitet.

Sure 47, Vers 31: Und wahrlich, Wir wollen euch heimsuchen, bis wir die Eifernden im Kampf unter euch erkennen und die Standhaften; und Wir wollen das Gerücht von euch prüfen.
Sure 47, Vers 32: Siehe, diejenigen, welche ungläubig sind und von Allahs Weg abwendig machen und sich vom Gesandten trennen, nachdem ihnen die Leitung deutlich gemacht, nimmer fügen sie Allah ein Leid zu, und vereiteln wird Er ihre Werke.

Die Pflicht zum „Heiligen Krieg“ wird auch in folgender Offenbarung klar gefordert. Hier kommt ganz ausdrücklich der Wille Allahs zum Ausdruck, daß der „Heilige Krieg“ eine Prüfung für jeden einzelnen Gläubigen ist. Wollte Allah, so könnte Er diese Aufgabe selber erledigen. Er will dies aber nicht, sondern gibt jedem Gläubigen mit der Verpflichtung zum Heiligen Krieg die Möglichkeit, sich für den einzig wahren Glauben einzusetzen und auszuzeichnen:

Sure 47, Vers 4: Und wenn ihr die Ungläubigen trefft, dann herunter mit dem Haupt, bis ihr ein Gemetzel unter ihnen angerichtet habt; dann schnüret die Bande. Und dann entweder Gnade hernach oder Loskauf, bis der Krieg seine Lasten niedergelegt hat. Solches! Und hätte Allah gewollt, wahrlich, Er hätte selber Rache an ihnen genommen; jedoch wollte Er die einen von euch durch die anderen prüfen. Und diejenigen, die in Allahs Weg getötet werden, nimmer leitet Er ihre Werke irre.

Die Gläubigen sollen, wenn sie im Kampfe obsiegen, den Besiegten nicht aus Mattheit vorzeitig Frieden anbieten, sondern weiterkämpfen:

Sure 47, Vers 35: Werdet daher nicht matt und ladet sie nicht ein zum Frieden, während ihr die Oberhand habt; denn Allah ist mit euch, und nimmer betrügt Er euch um eure Werke.

Es wird auch der Einsatz mit dem gesamten Gut gefordert:

Sure 3, Vers 180: Und nicht sollen diejenigen, die da filzig sind mit dem, was Allah ihnen gab in Seiner Huld, wähnen, es diene ihnen zum Guten; nein, zum Bösen soll es ihnen dienen. Als Halskette sollen sie tragen, womit sie filzig (geizig) waren am Tag der Auferstehung! Und Allah ist das Erbe der Himmel und der Erde, und Allah kennt euer Tun.

Sobald ein Gläubiger im Krieg einen Feind erblickt, weiß er, dass er durch diese Prüfung seinen Glauben mit einer Kampfhandlung unter Beweis stellen muß:

Sure 33, Vers 22: Als die Gläubigen die Verbündeten sahen, sprachen sie: „Dies ist das, was uns Allah und Sein Gesandter verheißen, nämlich durch Prüfungen ins Paradies einzugehen, und Allah und Sein Gesandter sprachen wahr.“ Und es mehret nur ihren Glauben und ihre Ergebung.

In dieselbe Richtung weisen auch folgende Verse, in welchen Allah Seinen Gläubigen fortgesetzte Heimsuchungen voraussagt, dies in der Absicht, ihre Ausdauer im Kampf gegen die Ungläubigen zu testen. Erlahmen sie, werden sie den ► Heuchlern zugerechnet, sind ungläubig und machen von Allahs Weg abwendig:

Sure 47, Vers 31: Und wahrlich, Wir wollen euch heimsuchen, bis Wir die Eifernden im Kampf unter euch erkennen und die Standhaften; und wir wollen das Gerücht von euch prüfen.
Sure 47, Vers 32: Siehe, diejenigen, welche ungläubig sind und von Allahs Weg abwendig machen und sich vom Gesandten trennen, nachdem ihnen die Leitung deutlich gemacht, nimmer fügen sie Allah Leid zu, und vereiteln wird Er ihre Werke.

Wie absolut und unbedingt das Gebot des Kampfes gegen Ungläubige gemeint ist belegen auch folgende Stellen im hadith:

Muslim C32 B20 N4646: Auf der Autorität von Abu Qutada basierend wurde berichtet, dass der Prophet Allahs im Kreise seiner Mitstreiter eine Predigt hielt, in welcher er ihnen sagte, dass Jihad für die Sache Allahs und der Glaube an Allah (mit allem was dazugehört) die verdienstvollste aller Handlungen wäre. Ein Mann erhob sich nun und fragte: „Prophet Allahs, glaubst Du, dass ich, wenn ich sterbe indem ich für die Sache Allahs kämpfe von meinen Sünden befreit werde?“ Der Prophet Allahs antwortete: „Ja, falls Du getötet wirst für die Sache Allahs und Du geduldig und wahrhaftig warst und dem Feind im Kampf offen gegenüber getreten bist und ihm nicht den Rücken zugekehrt hast.“ Derselbe Mann fragte dann: „Was hast Du eben gesagt?“ (Er wünschte weitere Erläuterungen, die ihn zufrieden stellen würden) Also doppelte er nach: „Glaubst Du, dass wenn ich getötet werde, indem ich für die Sache Allahs kämpfe, meine Sünden ausradiert werden?“ Der Prophet Allahs antwortete:“ Ja, falls Du geduldig und aufrichtig warst und dem Feind im Kampf offen gegenübergetreten bist und ihm nicht den Rücken zugekehrt hast so werden Dir alle Deine Vergehen vergeben außer finanzieller Schuld. Gabriel hat mir dies mitgeteilt.“

Bukhari V1 B2 N25, berichtet von Abu Huraira: Der Prophet Allahs wurde gefragt; „Was ist die beste Tat?“, Er antwortete: „An Allah und seinen Propheten zu glauben.“ Der Frager bat dann um die nächste Antwort: „Was ist bezüglich Verdienst die nächst beste Handlung?“ Er antwortete: „Am Jihad, dem religiösen Kampf in der Sache Allahs teilzunehmen.“

 

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