Christen (und Juden) im Koran

Das deutlichste Urteil, welches der Koran über die Christen, das „Volk der Schrift“ fällt, findet sich in folgenden Versen:

Sure 98, Vers 6: Siehe, die Ungläubigen vom Volk der Schrift und die Götzendiener werden in Dschahannams Feuer kommen und ewig darinnen verweilen. Sie sind die schlechtesten der Geschöpfe.

Sure 9, Vers 30: …  Und es sprechen die Nazarener: „Der Messias ist Allahs Sohn.“ Solches ist das Wort ihres Mundes. Sie führen ähnliche Reden wie die Ungläubigen von zuvor. Allah schlage sie tot! Wie sind sie verstandeslos!

Yusuf al-Qaradawi (geb. 1926), der Vorsitzende der internationalen Vereinigung muslimischer Gelehrter („Union of Muslim Scholars“), erklärte in einer fatwa vom 31. Mai 2007 zur Frage: „Dürfen Juden und Christen als Gläubige betrachtet werden?“:

„Einer der selbstverständlichsten Fakten für jeden Muslim, selbst denjenigen, der über den kleinen Glauben verfügt, ist die Ungläubigkeit der Juden und Christen und aller, die an die Botschaft Muhammads, Allahs Segen und Heil seien auf ihm, nicht glauben. Diese Überzeugung ist ein Konsens in allen Gruppen der islamischen Gemeinschaft und in ihrer ganzen Geschichte. Keine muslimische Gruppe – ob sunnitisch, schiitisch, mutazilitisch, […] hat jemals diesem Konsens widersprochen. Alle heutigen Konfessionen des Islams wie Sunnismus, Zaidismus, Jafarismus, Ibadismus etc. bezweifeln nicht die Ungläubigkeit der Juden und Christen und aller, die nicht an die islamische Botschaft glauben. Der Grund dieser islamschen Überzeugungen liegt nicht in ein oder zwei Versen, sondern in Dutzenden von Koranversen und Dutzenden von überlieferten Aussagen des Propheten, Allahs Heil und Segen seien auf ihm.“

Quellen:

– Zeitschrift des Instituts für Islamfragen Nr. 2/2010, Seite 38, VTR, Nürnberg
– Qaradawi.net

Aus dem Kommentarbereich einer christlichen Internetseite:

Ich bin eine Muslimische Mädchen und bin sehr froh das iich es bin in gegensatz zu euch SCHWEINE !!! Quelle

Lesen Sie dieses Kapitel im Zusammenhang mit:

Trinität im Christentum
Der Kreuzestod Jesu im Koran
Wenn du Muslim wirst, lassen wir dich leben

Einer der grundlegenden Irrtümer des Korans über die christlichen Schriften, insbesondere das Evangelium, ist seine Behauptung, letzteres wäre ebenfalls als göttliche Offenbarung hernieder gekommen:

Sure 3, Vers 3: Herabgesandt hat Er auf dich das Buch in Wahrheit, bestätigend, was ihm vorausging. Und herabsandte Er die Tora und das Evangelium zuvor als eine Leitung für die Menschen und sandte nun die Unterscheidung.

Sure 3, Vers 65: O Volk der Schrift, warum streitet ihr über Abraham, wo die Tora und das Evangelium erst nach ihm herabgesandt ward? Habt ihr denn nicht Verstand?

Gemäß islamischer Lehre wurde das Evangelium von Allah offenbart. Dazu muß festgestellt werden: diese koranischen Verse können unmöglich vom Allmächtigen stammen, denn es ist auszuschließen, daß Er sich so grundlegend über Seine eigene Offenbarungstätigkeit irrt. Weder die Tora noch das Evangelium wurden herabgesandt„; ersteres ist vielmehr die Kompilation israelitischer Schriftgelehrter verfasst lange nach den darin behaupteten dramatischen Ereignissen und letzteres die Niederschrift über das Wirken von Jesus, verfaßt von seinen Nachfolgern.

Darüber hinaus stimmen die im Koran erwähnten „biblischen“ Erzählungen mit denjenigen der heutigen Testamente in wesentlichen Punkten nicht überein. Dies bezieht sich insbesondere auf die alttestamentarischen Prophetengeschichten, die Trinität und den Kreuzestod Jesu. Mohammed hat die Bibel nie gelesen, erstens weil sie zu seinen Lebzeiten nicht in einer arabischen Übersetzung vorlag, und zweitens weil Mohammed des Lesens und Schreibens nicht kundig war.

Th. Nöldeke führt zum Kontakt Mohammeds mit dem Christentum folgendes aus: „Daneben gab es in Mekka einzelne Abessinische und Griechische Christen, aber dies waren nur Sklaven oder Freigelassene, welche größtenteils nie eine nähere Kenntnis ihrer Religion gehabt hatten … Daher beschränkt sich Mohammeds Wissen vom Christentum auf einige zum Teil absurd verdrehte Legenden und einige sehr verwirrte Bruchstücke von Glaubenssätzen.“ (Theodor Nöldeke, Das Leben Mohammeds, Verlag Carl Rümpler, 1863, Seite 19) Zu den Informanten darf man sicher auch Mohammeds christliche Sklavinnen rechnen.

Buch über muslimische Beurteilung von Juden und Christen

Beiden Glaubensgruppen sind als Ungläubige zu betrachten

(Institut für Islamfragen, mk, 15.03.2010)

Die türkische Stiftung Türkiye Diyanet Vakfi möchte mit einem Buch des Autors Dr. M. Fatih Kesler mit dem Titel „Juden und Christen im erhabenen Koran“ Muslimen zu einer islamischen Beurteilung von Juden und Christen verhelfen. Der Präsident der Religionsbehörde, des Diyanet, die in der Türkei die Oberaufsicht in Religionsfragen hat, ist Ehrenvorsitzender der Diyanet Vakfi.

Kesler bezeichnet in seinem Buch Christen und Juden als ungläubige Heiden, als „Kafir“. Seine antijüdischen Aussagen gipfeln in Sätzen wie: „… haben die meisten von ihnen [Juden] einen bösen Charakter und deshalb sind sie direkt oder indirekt in Gründe für Unruhen dieser Welt verwickelt, in Aufstände, Intrigen, Zerstörungen, kalten Kriege, bewaffnete Kriege, Streitereien, Verbannungen und Vertreibungen. Die Geschichte zeigt, dass sie bei diesen unangenehmen Ereignissen stets als Elemente vertreten waren“. Durch die Ablehnung des Islam „haben die Juden die Eigenschaften als Mensch verloren und stehen sogar noch unter den Tieren“, zitiert Kesler einen Koranausleger. Kesler fasst die Denkweise von Muslimen folgendermaßen zusammen: „Nach Ansicht des Volkes Gottes [also der Muslime] werden die Juden den Zorn Gottes erfahren und die Irregeleiteten sind die Christen“. Deshalb ist beiden Glaubensgruppen die Hölle bestimmt. Nachdem Juden die Bekehrungsaufrufe Mohammeds dreimal abgewiesen haben, soll Mohammed gesagt haben, dass er sie aus dem Land vertreiben wird: „In einem Land kann es nicht zwei Gebetsrichtungen [Religionen] geben“.

muslime sollten in Bezug auf Christen wie in folgenden zwei Suren denken:

Sure 5, Vers 17: Ungläubig sind diejenigen, die sagen: „Gott ist Christus, der Sohn der Maria“

Sure 9, Vers 30: Die Juden sagen: ‚Uzair [d. h. Esra] ist der Sohn Gottes.‘ Und die Christen sagen: ‚Christus ist der Sohn Gottes.‘ Das sagen sie nur so daher. Sie tun es [mit dieser ihrer Aussage] denen gleich, die früher ungläubig waren. Diese gottverfluchten [Leute] [wörtlich: Gott bekämpfe sie]! Wie können sie nur so verschroben sein!“

Die überwiegende Mehrheit der Christen und Juden seien als Ungläubige anzusehen.

Außerdem plädiert Kesler dafür, dass Juden und Christen die islamische Kopfsteuer bezahlen müssen und möglichst nicht aus ihrem Geschirr gegessen werden sollte.

Quelle: Kur’an-ı Kerim’de Yahudiler ve Hıristiyanlar – Kur’an-ı Kerim’de Ehl-i Kitap, Doç. Dr. M. Fatih Kesler, Türkiye Diyanet Vakfı Yayınları; Veröffentlichung Nr. 124; wissenschaftliche Serie Nr. 31 (İlmi Eserler Serisi); 6. Auflage, Ankara, 2007, ISBN: 975-389-121-0; 07.06.Y.0005.124

http://www.islaminstitut.de/Nachrichtenanzeige.4+M5b7f1a69ffd.0.html

Die biblischen Inhalte des Korans unterscheiden sich also von denjenigen der Schriften der Juden und Christen grundlegend. Dazu R. Paret: „Mohammeds Orientierung nach den großen Offenbarungsreligionen wirkte sich auch im Inhalt seiner späteren Verkündigungen aus. Da der Prophet glaubte, zur selben Botschaft aufgerufen zu sein, die seinerzeit – im wesentlichen identisch – im Judentum und Christentum verkündet worden war, hatte er Interesse daran, möglichst viel jüdisches und christliches Gedankengut in Erfahrung zu bringen. Den Erfolg seines Lerneifers können wir aus dem Koran deutlich ablesen. In erster Linie waren es Geschichten von alttestamentlichen Gottesmännern, die er ins Repertoire seiner Verkündigung aufnahm … Die Quellen, die für diese Materialien zur Verfügung standen mögen apokryph oder auch sektiererisch verfärbt gewesen sein.“ (R. Paret, Mohammed und der Koran, Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart, 1980, Seite 63)

Eine Belegstelle, wo beschrieben wird, wie Mohammed zu seinen Kenntnissen über das Christentum gekommen ist, finden wir beim islamischen Chronisten Ibn Ishaq. Gemäß seinem Bericht saß Mohammed oft bei Merwa, bei der Bude eines jungen Christen, welcher Djebr hieß, und Sklave … war, so daß man sagte, Djebr lehre Mohammed vieles von dem, was er offenbart.“ (Gustav Weil: Das Leben Mohammeds, 1. Band, Verlag J.B. Metzler,1864, Seite 194)

In diesem Zusammenhang wurde umgehend folgender Koranvers offenbart, in welchem uns Allah mitteilt, daß Mohammed sein Wissen der biblischen Geschichten und Lehren eben nicht von weltlichen Informanten mit barbarischer Sprache habe, wie dies die mißgünstigen Mekkaner behaupteten. Vielmehr muß es göttlichen Ursprungs sein, weil es, wie uns vom Allmächtigen selbst versichert wird, in Arabisch hernieder kommt (alle anderen Sprachen sind barbarisch):

Sure 16, Vers 103: Und wahrlich, Wir wissen auch, daß sie sprechen: „Siehe, ein Mensch lehrt ihn.“ Die Sprache dessen, den sie meinen, ist barbarisch, und dies (der Koran) ist offenkundig die arabische Sprache.

Sure 13, Vers 37: Und demgemäß sandten Wir ihn als eine Vorschrift in arabischer Sprache nieder. Und wahrlich, wenn du ihrem Gelüste folgtest, nachdem das Wissen zu dir gekommen, so fändest du vor Allah weder einen Beschützer noch einen Behüter.

Sure 39, Vers 28: Einen arabischen Koran, in dem keine Krümme ist; vielleicht werden sie gottesfürchtig.

In dieselbe Richtung weisen folgende Verse, in denen Allah seinen Propheten auffordert, den mekkanischen Spöttern zu sagen, daß der Koran von Ihm selbst offenbart wird:

Sure 25, Vers 4: Und es sprechen die Ungläubigen: „Dies ist nichts als eine Lüge, die er ersonnen hat, und geholfen hat ihm ein anderes Volk“; doch äußern sie Ungerechtigkeit und Lüge:
Sure 25, Vers 5: Und sie sprechen: „Die Fabeln der Früheren sind es, die er aufgeschrieben hat, und sie wurden ihm diktiert am Morgen und am Abend.“
Sure 25, Vers 6: Sprich: „Hinabgesandt hat den Koran der, welcher das Verborgene im Himmel und auf Erden kennt; siehe, Er ist verzeihend und barmherzig.“

Gemäß Allahs Richtigstellung ist es keineswegs so, daß Mohammed Kenntnisse von weltlichen Informanten verarbeitet hat geholfen hat ihm ein anderes Volk, womit eben die erwähnten jüdischen und christlichen Informanten gemeint sind. Vielmehr sind alle koranischen Belehrungen göttlichen Ursprungs. Die von den Mekkanern gemachten Vorbehalte Die Fabeln der Früheren sind es, die er aufgeschrieben hat, und sie wurden ihm diktiert am Morgen und am Abend sind demnach nichts als Behauptungen.

Der Schöpfer des Korans und die Mekkaner beurteilen den Sachverhalt also unterschiedlich. Mohammed beharrt darauf, daß er das Wissen direkt in Offenbarungen mitgeteilt bekommen hat, während die Mekkaner feststellen, daß sie den Gesandten Allahs immer wieder in der Gesellschaft von Juden und Christen gesehen hätten. Sie können keinen Unterschied zwischen seinen Reden und denen der „Schriftbesitzer“ erkennen.

Dazu R. Paret: „Mohammeds Selbstrechtfertigung, wie sie in den angefügten Stellen zum Ausdruck kommt, hat seinen Gegnern schwerlich eingeleuchtet. Wir dürfen ihr aber zum mindesten das eine entnehmen, daß er seinerseits fest überzeugt war, das (nach unserer Ansicht christliche und jüdische) Gedankengut des Korans in Form von wirklichen Offenbarungen übermittelt bekommen zu haben. Die Reproduktion des von anderen übernommenen Materials ist also in seinem Bewußtsein zu einem echten Offenbarungserlebnis geworden.“ (ebenda, Seite 64)

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Christenverfolgung in Indonesien 2016

 

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Christenverfolgung weltweit

Wie soll man sich das Offenbarungsgeschehen, von dem der Prophet des Islam ergriffen war vorstellen? R. Paret beschreibt eine sehr einleuchtende Dynamik dieses Vorganges. Er sieht einen innerpsychischen Prozeß, ähnlich dem kreativen Geschehen, das sich auch bei Wissenschaftlern oder Künstlern ereignet: „Jeder schaffende Künstler glaubt eine Inspiration zu erleben, wenn es ihm in einer glücklichen Stunde gelingt, für seine Empfindung, die ihm bis dahin nur verschwommen vorgeschwebt hat, die schlechthin befriedigende Ausdrucksform zu finden. Ähnlich geht es dem Gelehrten … wenn es ihm beschieden ist, ein wissenschaftliches Problem, um das er sich lange vergeblich abgemüht hat, zu klären und auf den ihm gemäßen Begriff zu bringen. Bei derartigen Erlebnissen hat auch der moderne Mensch, mag er noch so aufgeklärt sein, das Gefühl, nicht mehr aktiv schaffend, sondern passiv, d.h. empfangend zu sein. Bezeichnenderweise spricht man in einem solchen Zusammenhang von einem „Einfall“ oder einer „Konzeption“, was übrigens gleichzeitig „Empfängnis“ bedeutet. Von da aus ist es, psychologisch gesehen, nur noch ein kleiner Schritt bis zur Eingebung oder Inspiration, wie ein Prophet sie erlebt.“

Dementsprechend kommt R. Paret zum Schluß: „Der Sache nach mochte sein Wissen von einem fremden Menschen stammen – in der abschließenden Formulierung in „deutlicher arabischer Sprache“ wurde es ihm neu geschenkt, und zwar von oben, von Gott“ (ebenda, Seite 64f):

Sure 25: Vers 6: Sprich: „Herabgesandt hat ihn der, welcher das Verborgene im Himmel und auf Erden kennt; siehe, Er ist verzeihend und barmherzig.“

Zur allmählich sich immer weiter entwickelnden Lehre Mohammeds führt Th. Nöldeke aus: Selbst darüber sind wir nicht sicher, wie weit Mohammed seine Lehre schon ausgebildet hatte, als er auftrat … Jedenfalls hat er manche Satzung erst viel später aufgestellt. Er blieb in beständigem Umgange mit Juden, von denen er mündlich manche Aufklärungen erhielt, die er dann wieder in seinen Offenbarungen verarbeitete. Aber nie hat er ihre heiligen Schriften selbst gelesen. Ja er war sich in diesen frühen Zeiten des Unterschieds seiner Lehre von derjenigen der Christen und Juden sehr wenig bewußt, und meinte fest, die wahren Christen und Juden wären Gläubige.“ (ebenda, Seite 27f)

Am Anfang der Prophetentätigkeit Mohammeds in Mekka war Allah also noch überzeugt, daß Seine aktuellen Offenbarungen mit denjenigen der Juden, Christen und Sabäer identisch sei, weshalb Er „die Leute der Schrift“ in einem Atemzug mit den muslimischen Gläubigen erwähnt. Er betont, daß auch sie „das Rechte tun“ und dereinst der himmlischen Entlohnung gewiss sein dürfen. Ganz offensichtlich zu Unrecht stehen diese beiden fast identischen Verse in zwei medinensischen Suren, einer Zeit also, wo Mohammed mit den „Leuten der Schrift“ schon lange gebrochen hatte:

Sure 2, Vers 62: Siehe sie, die da glauben, und die Juden und die Nazarener und die Sabäer – wer immer an Allah glaubt ,und an den Jüngsten Tag und das Rechte tut, die haben ihren Lohn bei ihrem Herrn, und furcht kommt nicht über sie, und nicht werden sie traurig sein.

Sure 5, Vers 69: Siehe die Gäubigen und die Juden und die Sabäer und die Nazarener – wer da glaubt an Allah und an den Jüngsten Tag und das Rechte tut, keine Furcht soll über sie kommen, und nicht sollen sie traurig sein.

Noch deutlicher unterstreicht Allah, daß Seine aktuellen Belehrungen an Mohammed identisch seien mit denjenigen, die Er wesentlich früher schon den Juden und Christen überbracht hat in folgendem Vers:

Sure 10, Vers 94: Und so du in Zweifel bist über das, was Wir zu dir hinabsandten, so frage diejenigen, welche die Schrift vor dir lasen. Wahrlich gekommen ist zu dir die Wahrheit von deinem Hern; drum sei keiner der Zweifler.

Hier fordert Allah Seinen Propheten sogar auf, er soll bei etwaigen Zweifeln über seine Verkündigungstätigkeit doch ideologische Rückendeckung bei den Schriftbesitzern einholen: „frage diejenigen, welche die Schrift vor dir lasen

Das folgende Video ist die ideologische Abrechnung einer jungen Ex-muslimin mit diesem Vers 94 aus Sure 10. Wenn Allah seinem Propheten versichert, in den Schriften der Schriftbesitzer die Wahrheit über Seine eigene Botschaft zu finden dann ist das deshalb ganz ausserordentlich verstörend (und unmöglich) weil Er eben diese Schriften kurze Zeit später als ungültig erklärt. Und zwar deshalb, weil sie angeblich von den „Schriftbesitzern“ völlig entstellt und verfälscht worden sein sollen. Dieser Vers ist eines der Beispiele für die Entwicklung und Anpassung der islamischen Heilslehre aufgrund geschichtlicher Ereignisse während ihrer Entstehung und damit ihrer ideologischen Zerrissenheit und Inkonsistenz.

Der Gesandte Allahs spricht die Schriftbesitzer in seinem Umfeld sogar direkt an und empfiehlt ihnen entsprechend ihrem (und seinem) Glauben Wohlverhalten. Er schlägt sich sogar auf ihre Seite, wenn es darum geht, sich von den verderbten Mekkanern zu distanzieren: „Welche nicht die Armenspende entrichten und ans Jenseits nicht glauben“.

Sure 41, Vers 6: Sprich: „Ich bin nur ein Mensch wie ihr; geoffenbart ward mir, daß euer Gott ein einiger Gott ist. So verhaltet euch wohl gegen ihn und bittet ihn um Verzeihung; und wehe den Götzendienern,
Sure 41; Vers 7: Welche nicht die Armenspende entrichten und ans Jenseits nicht glauben.“

Deshalb spricht Allah zu den ungläubigen Mekkanern folgendes:

Sure 26, Vers 197: Wird ihnen (den Mekkanern) denn dies kein Zeichen sein, daß ihn (Mohammed) die Weisen der Kinder Israel erkennen?

Der Prophet hatte also regelmäßig Kontakt zu „Leuten der Schrift“ und zwar auch solchen, die selber nie eine theologische Ausbildung erhalten, und mit großer Wahrscheinlichkeit auch keine Schriften gelesen hatten. Wie dargelegt, muß man annehmen, daß Mohammed bruchstückhaft informiert wurde und deswegen aus dem Vernommenen falsche Annahmen abgeleitet hat. Nur so ist zum Beispiel zu verstehen, daß, wie erwähnt, Verse herabgesendet wurden, in welchen es heißt, daß Allah Jesus das Evangelium offenbart habe:

Sure 4, Vers 46: Und in ihren Spuren ließen Wir folgen Jesus, den Sohn der Maria, zu bestätigen die Tora, die vor ihm war, und Wir gaben ihm das Evangelium, darinnen eine Leitung und ein Licht, bestätigend die Tora, die vor ihm war, eine Leitung und Ermahnung für die Gottesfürchtigen.

Hier fehlte Mohammed grundlegendes Wissen. Ihm war nicht bekannt, daß das Neue Testament keinen einzigen Text enthält, den Jesus selber geschrieben oder offenbart bekommen hat. Vielmehr sind die neutestamentarischen Schriften das Ergebnis einer geschichtlichen Entwicklung, die sich über ein Jahrhundert hingezogen hat. Mohammed war am Anfang seiner Prophetenkarriere der Meinung, daß es sich beim NT um eine Offenbarung handelt, die das Alte Testament bestätigt und die mit der koranischen Belehrungen identisch ist. Dieselbe Verkennung der historischen Tatsachen geht auch aus Vers 30 der Sure 19 hervor. Dort gibt Allah (bzw. der Koran) Jesus sogar ein Buch und läßt ihn ausdrücklich zum Propheten werden:

Sure 19, Vers 30: Er (Jesus) sprach: „Siehe, ich bin Allahs Diener. Gegeben hat Er mir das Buch und Er machte mich zum Propheten.

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Italien, Januar 2015: Vier muslimische Immigranten
zerstören Maria-Skulptur und urinieren darüber

Gemäß R. Paret hatte Mohammed zu den Christen lange Zeit ein entspannteres Verhältnis als zu den Juden: „Zusammenfassend (und vergröbernd) könnte man etwa sagen, daß er die Juden wegen ihrer Unbotmäßigkeit gegen Gott und aus anderen Gründen moralisch verurteilt, zuweilen auch verachtet und gehaßt hat, daß er dagegen die Christen wegen gewisser dogmatischer Behauptungen und Fehlschlüssen rügen zu müssen glaubte.“ (ebenda, Seite 141):

Sure 5, Vers 82: Wahrlich, du wirst finden, daß unter allen Menschen die Juden und die, welche Allah Götter zur Seite stellen, den Gläubigen am meisten Feind sind, und du wirst finden, daß den Gläubigen diejenigen, welche sprechen: „Wir sind Nazarener“, am freundlichsten gegenüberstehen. Solches, dieweil unter ihnen Priester und Mönche sind, und weil sie nicht hoffärtig sind.

Gemäß Allah machen sich die Christen allerdings, indem sie, wie die Heiden auch, „Allah Götter zur Seite stellender schlimmsten aller möglichen Sünden schuldig: schirk Alles kann Er in seiner Huld verzeihen, außer diesem:

Sure 4, Vers 48: Siehe, Allah vergibt nicht, daß man Ihm Götter beigesellt; doch verzeiht Er, was außer diesem ist, wem Er will. Und wer Allah Götter beigesellt, der hat eine gewaltige Sünde ersonnen.

Die Strafe fällt sehr unangenehm aus:

Sure 4, Vers 56: Siehe, wer da Unsre Zeichen verleugnet, den werden Wir im Feuer brennen lassen. Sooft ihre Haut gar ist, geben Wir ihnen eine andre Haut, damit sie die Strafe schmecken. Siehe Allah ist mächtig und weise.

Wie ist das möglich? Wie kann die Wertschätzung der Lehre der Christen als mögliches Vorbild für den Propheten selbst (wie oben empfohlen) so grundlegend in ihr Gegenteil gekippt sein? Es ist die in Vers 48 aus Sure 4 erwähnte Beigesellung, die vom Sinn her allerdings falsch verstandene Lehre der Dreifaltigkeit, die den Zorn Allahs und somit die Abwendung des Propheten provozierte.

► Trinität im Koran

Die Unterscheidung (Sure 3, Verse 2 – 80)

Ein Ereignis im Leben des Propheten, welches ihm die Unterschiedlichkeit seiner Lehre zum Christentum klar vor Augen geführt haben muß beschreibt Ibn Ishaq. Danach wurde Mohammed am Anfang seiner Zeit in Medina von sechzig Christen einer Karawane aus Nadjran im Nordjemen besucht. Deren Anführer soll ein begüterter, hoch angesehener und belesener Mann mit Namen Abu Haritha gewesen sein: Als sie aufbrachen, um sich zu Mohammed zu begeben, setzte sich Abu Haritha auf sein Maultier, und neben ihm ritt sein Bruder Kur, da stolperte Abu Harithas Maultier und Kur sagte: „Möge der Entfernte straucheln!“ Er meinte damit Mohammed. Aber Abu Haritha sagte: „Mögest du straucheln!“ Kur fragte: „Und warum, mein Bruder?“ „Weil er der Prophet ist, den wir längst erwartet haben.“ antwortete Abu Haritha. Da fragte Kur: „Und was hält dich fern von ihm, wenn du das weißt?“ Er antwortete: „Das Verfahren unserer Leute gegen uns, indem sie uns geehrt und geadelt und bereichert haben, die wollen Mohammed nicht folgen, und wenn ich es täte, würden sie uns alles entziehen, was du siehst.“ (Gustav Weil: Das Leben Mohammeds, 1. Band, Verlag J.B. Metzler, 1864, Seite 297f)

Weiter: „Als die Christen aus Nadjran nach Medina kamen, gingen sie zu Mohammed in die Moschee, als er das Nachmittagsgebet verrichtete … Mohammed redete Abu Haritha an, welcher ein Christ war, nach dem Glauben des Kaisers (von Byzanz), obgleich sie in manchen Punkten nicht miteinander übereinstimmten. Sie sagten, wie alle Christen, Jesus ist Gott, ein Sohn Gottes, und der dritte von drei. Sie bewiesen, daß er Gott ist, indem er die Toten belebte, die Kranken heilte, Verborgenes offenbarte, aus Lehm etwas wie einen Vogel schuf, und ihm etwas einhauchte, wodurch es zum wirklichen Vogel wurde – alles dies auf Befehl Gottes, damit es den Menschen als Zeichen diene. Sie bewiesen, daß er ein Sohn Gottes war, indem kein Vater von ihm bekannt ist, und er schon in der Wiege sprach, was kein Menschensohn vor ihm getan. Sie bewiesen ferner, daß er der Dritte von drei ist, nämlich Gott, Christus und Maria, indem es heißt: „Während doch, wenn Gott einzig wäre, es heißen müßte: „Ich habe getan, beschlossen, befohlen, geschaffen.“ … Als die beiden Priester so mit Mohammed gesprochen hatten, forderte er sie auf, muslime zu werden. Sie sagten: „Wir sind längst Gott ergeben.“ Da sagte Mohammed: „Ihr lügt, wäret ihr muslime, so würdet ihr nicht behaupten, Gott habe einen Sohn, und nicht das Kreuz anbeten, und kein Schweinefleisch essen … dann offenbarte Allah, um diese Reden zu widerlegen den Anfang der Sura Al Amran (Sure 3) bis über achtzig Verse derselben …“

Darin weist der Allmächtige darauf hin, daß Er die Lehre der Christen nun richtig stellt, indem Er jetzt „die Unterscheidung“ herabsendet, „d.h. das, welches zwischen Wahrheit und Trug unterscheidet, in Dingen, über welche in Bezug auf Christus und andere eine entgegengesetzte Ansicht herrscht.“ (ebenda, Seite 299):

Sure 3, Vers 2: Allah – es gibt keinen Gott außer Ihm, dem Lebendigen, dem Ewigen.
Sure 3, Vers 3: Herabgesandt hat Er auf dich das Buch der Wahrheit, bestätigend, was ihm vorausging. Und herabsandte Er die Tora und das Evangelium zuvor als eine Leitung für die Menschen und sandte nun die Unterscheidung.
Sure 3, Vers 4: Siehe die, welche Allahs Zeichen verleugnen, für sie ist strenge Strafe. Und Allah ist mächtig, ein Rächer.
Sure 3, Vers 5: Siehe Allah – nicht ist Ihm verborgen ein Ding auf Erden und im Himmel.
Sure 3, Vers 6: Er ist’s, der euch bildet in den Mutterschößen, wie Er will. Es gibt keinen Gott außer Ihm, dem Mächtigen, dem Weisen!

Der Inhalt ist zusammengefaßt folgender:

– Die Versicherung des Jüngsten Tages und des Endgerichtes, wo alle Ungläubigen abgeurteilt und der Feuerspein übergeben werden während die Gläubigen ins Paradies eingehen.
– Der Versicherung und Bezeugung Allahs, daß es neben Ihm keinen anderen Gott gibt.
– Das Verbot an die Gläubigen, sich Ungläubige zu Freunden zu nehmen.
– Das absolute Gehorsamsgebot für die Gläubigen.
– Die muslimische Version der Empfängnis Marias und deren Begleitumstände.
– Die muslimische Version vom Tod Jesu und seiner Auferstehung.
– Die Aufforderung an die Christen, sie sollen Allah dienen und keine Götter neben Ihm annehmen, keine Lügen aussprechen, obschon sie dies wissen und nicht mit ihren Zungen die Schrift verdrehen.
– Sie sollen wieder zur Reinheit ihrer eigenen Schrift zurückkehren und damit muslime werden.

Gemäß Bericht von Ibn Ishaq, wußten die Christen ganz genau, daß Mohammed Recht hatte. Sie zogen sich zur Beratung zurück und teilten ihm anschließend mit: „Wir finden es gut für dich, nicht zu verfluchen, wir lassen dich in deinem Glauben, wir bleiben bei dem unsrigen.“ (ebenda, Seite 304) Nachdem Mohammed all die empfangenen Offenbarungen den Christen ad hoc vorgetragen hatte, forderte Allah, sprechend durch Seinen Propheten, die Christen noch zu einer Art gegenseitigem Fluchgebet auf. Damit wurde sichergestellt, daß die Lügner – die Vertreter des falschen Glaubens – Allahs Fluch treffen wird: „Denjenigen aber, welche mit dir über ihn (Jesus) streiten, nachdem was Ich dir über ihn geoffenbart habe, sage: „Wir wollen unsere Söhne und eure Söhne, unsere Frauen und eure Frauen, uns selbst und euch selbst herbeirufen, und eine Verwünschung aussprechen und Gottes Fluch über die Lügner herabrufen.“

Die Begegnung mit den Christen der jemenitischen Karawane hat dem Propheten die Unterschiedlichkeit der beiden Lehren also verdeutlicht. Hier stellte sich nun ein gravierendes Problem: Mohammed hatte sich bisher auf Berichte und Belehrungen des Alten und Neuen Testamentes berufen, wenn auch teilweise in stark lokalkolorierter und laienhafter Form.

Seine Version der Schriften mußte richtig sein, denn er hatte daraus religiöse Inhalte generiert und eine Lehre gemacht. Er konnte sein bisher entwickeltes Dogma nicht einfach umkippen. Er mußte es verteidigen. R. Paret schreibt, daß der Prophet in dieser frühen Zeit in Medina eigentlich noch Gelegenheit gehabt hätte, „über das Judentum als Ganzes und über viele Einzelheiten der biblischen Geschichte genauere Erkundigungen einzuziehen und seine bisherigen, auf Grund einer mangelhaften Orientierung gewonnenen Ansichten in einigen Punkten zu korrigieren … Er fand sich wohl dazu bereit, sein Wissen um den Inhalt der früheren Offenbarungsreligionen zu ergänzen. Aber von seiner – objektiv betrachtet – fehlerhaften Ansicht über gewisse heilsgeschichtliche Grundtatsachen ist er nicht mehr abgegangen. Und das ist verständlich. Wer sich im fünften Jahrzehnt seines Lebens unter vielerlei Kämpfen und Anfeindungen ein weltanschauliches System zurechtgedacht und mit der Leidenschaftlichkeit des Rechtgläubigen auch nach außen hin vertreten hat, wird im sechsten Jahrzehnt kaum mehr so elastisch sein, um sich – auf Grund eines neu oder genauer erkannten Sachverhaltes – eines Besseren belehren zu lassen.“

Und weiter: „Die Übernahme und Aneignung von Stoffen christlicher und jüdischer Herkunft birgt ein psychologisches Problem in sich. Schon die heidnischen Mekkaner haben daran Anstoß genommen.“ (ebenda, Seite 63f)

So sah sich Mohammed gezwungen, die Unterschiedlichkeit seiner Lehre zu verteidigen. Es blieb ihm also gar nichts anderes übrig, als die Schrift der Christen und ihre daraus gezogenen Lehren als unwahr zu erklären.:

Sure 3, Vers 69: Ein Teil vom Volk der Schrift möchte euch verführen, doch verführen sie nur sich selber und wissen es nicht.
Sure 3, Vers 70: O Volk der Schrift, weshalb verleugnet ihr die Zeichen Allahs, wo ihr sie doch bezeugt?
Sure 3, Vers 71: O Volk der Schrift, weshalb kleidet ihr die Wahrheit in Lüge und verbergt die Wahrheit wider euer Wissen?

 

Verfälschung der Schrift

T. Nagel skizziert im folgenden Zitat die in Sure 3, Vers 78 gemachte Behauptung der Verfälschung der Schrift, die ja eben die im vorangehenden Kapitel beschriebene „Unterscheidung“ nötig machte:

Sure 3, Vers 78: Und siehe, wahrlich ein Teil ist unter ihnen, der mit seinen Zungen die Schrift verkehrt, damit ihr es für einen Teil der Schrift haltet, während es nicht zur Schrift gehört. Und sie sprechen: „Es ist von Allah“; jedoch ist es nicht von Allah, und sie sprechen eine Lüge wider Allah, obwohl sie es wissen.

und die nach Mohammeds Tod ausformulierte islamische Argumentation, wonach die koranische Botschaft deshalb gültiger sei, weil „sie nicht durch viele Hände gegangen“ sei: „Diese jetzt ergangene Offenbarung (der Koran) zeichnet sich gegenüber den älteren durch einen unschätzbaren Vorzug aus: Wie sie jetzt vorgetragen wird, fließt sie unmittelbar und rein aus der göttlichen Eingebung. Die Juden und Christen sind dagegen gezwungen, auf schriftliche Aufzeichnungen zurückzugreifen, die bereits durch viele Hände gegangen sind und daher den ursprünglichen Inhalt des Gotteswortes nur getrübt oder gar entstellt bewahren. Aus der Unmittelbarkeit, mit der die Offenbarung Mohammed zuströmt, leitet sich die ungleich höhere Autorität des an ihn ergangenen und von ihm vorgetragenen Wortes ab. Das vom Propheten Allahs vorgetragene Wort ist im Streit mit den Schriftbesitzern deshalb in jedem Fall das bessere Argument.“ (T. Nagel: Der Koran, Seite 130, Verlag C.H. Beck, München, 2002).

Wie ist nun eine Schriftverfälschung möglich, wo die Christen doch dieselbe Offenbarung erhalten haben? Sure 2, Vers 159 und 160 bestätigen Allahs Wissen um die Verfälschung der Schrift:

Sure 2, Vers 159: Diejenigen, die verheimlichen, was wir an klaren Beweisen und Rechtleitung hinabgesandt haben, nachdem wir es den Menschen in der Schrift klargemacht haben, werden von Gott verflucht und von allen denen, die überhaupt verfluchen können,
Sure 2, Vers 160: ausgenommen diejenigen, die umkehren und sich bessern und klarmachen was ihnen offenbart worden ist, anstatt es zu verheimlichen. Ihnen wende ich mich gnädig wieder zu. Ich bin ja der Gnädige und Barmherzige.     (Übersetzung nach R. Paret)

Auch Vers 48 aus Sure 5 bestätigt die Verfälschung:

Sure 5, Vers 48: Und Wir sandten hinab zu dir das Buch der Wahrheit, bestätigend, was ihm an Schriften vorausging, und Amen darüber sprechend. Darum richte zwischen ihnen nach dem, was Allah hinabsandte, und folge nicht ihren Gelüsten, abweichend von der Wahrheit, die zu dir gekommen. Jedem von euch gaben Wir eine Norm und eine Heerstrasse.

Gemäß diesem Vers Wir sandten hinab zu dir das Buch der Wahrheit, bestätigend, was ihm an Schriften vorausging ist der Koran eigentlich die Bestätigung dessen, was schon früher offenbart wurde. Die Christen sollen also die ursprüngliche Wahrheit in Form einer Offenbarung erhalten haben. Wie T. Nagel ausführt, geht die islamische Doktrin davon aus, daß die Schriften der „Schriftbesitzer“ pervertiert worden sind, und zwar, wie wir sehen werden so sehr, daß von der ursprünglichen Botschaft fast nichts mehr übrig geblieben ist.

Auch in folgendem Vers weist Allah auf die Verfälschung der Schrift hin und fordert die Christen ultimativ auf, an die jetzige Offenbarung zu glauben, da sie identisch sei mit dem was den Christen ursprünglich überbracht wurde. Widrigenfalls will Er den Christen die „Gesichter auszuwischen und sie ihren Hinterteilen gleich machen oder euch verfluchen„:

Sure 4, Vers 47: O ihr, denen die Schrift gegeben ward, glaubet an das, was Wir hinabsandten, bestätigend was ihr habt, bevor Wir (eure) Gesichter auswischen und sie ihren Hinterteilen gleich machen oder euch verfluchen wie Wir die Sabbatgesellschaft verfluchen. Und allahs Befehl ward vollzogen.

Interessanterweise haben die Christen jedoch ausgerechnet die Stelle, wo Mohammed angeblich angekündigt wird nicht aus ihren Schriften entfernt.

► Ankündigung Mohammeds in der Bibel

Was umfaßt denn überhaupt die „fehlerhafte“ biblische Überlieferung? Um diese Frage zu beantworten, macht es Sinn, die von der Bibel abweichenden Lehren des Koran kurz (und vereinfachend) zu beleuchten: im letzteren stehen teilweise stark veränderte Prophetengeschichten und es wurden welche hinzugefügt, die in der Bibel nicht erwähnt werden. Zudem wird sowohl eine andere Version des Kreuzestodes als auch eine andere Auffassung von Trinität vertreten. Darüber hinaus enthält das heilige Buch der muslime vor allem genaue Regeln betreffend den erlaubten und verbotenen Speisen, dem Ritus des Gebetes, den Almosen, der Wallfahrt zur Kaaba und dem Fasten. Ferner wird der Umgang mit Sklaven, der sexuelle Mißbrauch von weiblichen Kriegsgefangenen, die Zeitehe (mut’a) die Steinigung von Ehebrechern, die Blutrache, die Ungleichbehandlung der Frau sowie das Erb- Straf- und Scheidungsrecht geregelt. Die unbedingte Forderung zum Einsatz für den Glauben „mittels Gut und Blut“ („Heiliger Krieg“) ► jihaddie Verpflichtung, Apostaten und Kritiker des Islam umzubringen, die Anweisungen zu Schutzgelderpressung und Verteilung der Kriegsbeute wie auch die Hetze gegen die „Heuchler“ und Juden runden das Register der Gebote ab.

► dhimmitude und Schutzgelderpressung
 Beten Christen und muslime den gleichen Gott an? 

Man kann feststellen:

Die Schriften der Christen unterscheiden sich von den koranischen Lehren grundsätzlich und in ihrer Substanz.

Denn zu den oben aufgeführten Themen steht im Neuen Testament entweder nichts oder etwas dem Koran diametral Widersprechendes. Alle oben erwähnten Glaubensinhalte und Gebote wären somit also in den Schriften der Christen verfälscht oder entfernt und durch eine völlig andere Lehre ersetzt worden. 

Um die Haltlosigkeit des Vorwurfes der Schriftverfälschung zu illustrieren wollen wir einmal unterstellen, daß die Botschaft, die Jesus verkündet und vorgelebt hat tatsächlich ursprünglich des gleichen Inhalts gewesen sei wie die koranische, die an Mohammed Jahrhunderte später wieder ergangen ist. Die evangelischen Lehren wären also von allem Anfang an vollständig pervertiert und dann niedergeschrieben worden. Eine unhaltbare Annahme.

Bleibt auch noch die Frage, weshalb die Lehren Jesu nahezu vollständig hätten umgeschrieben werden sollen: es ist kein Sinn erkennbar.

Der koranische Vorwurf der Schriftverfälschung ist nicht nur unpräzise, was den Umfang der den „Schriftbesitzern“ angelasteten Verfälschungen angeht, er ist vor allem auch inhaltlich absurd und aussichtslos. Was aber auch im Zusammenhang mit der Behauptung der Schriftverfälschung sichtbar wird ist der unbedingte Dominanzanspruch des Islam.

Als „Beispiel“ von Korruption der Bibel sei noch der nachfolgende Kampfbefehl aufgeführt, von dem im Koran behauptet wird, er hätte schon im Evangelium gestanden. Folgen wir dem Theorem der Schriftverfälschung, ist er von den Christen aus ihrer Schrift entfernt worden.

Sure 9, Vers 111: Siehe Allah hat von den Gläubigen ihr Leben und ihr Gut für das Paradies erkauft. Sie sollen kämpfen in Allahs Weg und töten und getötet werden. Eine Verheißung hierfür ist gewährleistet in der Tora, im Evangelium und im Koran; und wer hält seine Verheißung getreuer als Allah? Freut euch daher des Geschäfts, das ihr abgeschlossen habt; und das ist eine große Glückseligkeit.

Wie dargelegt, unterscheiden sich die Lehren viel grundsätzlicher, als „die Unterscheidung“ in Sure 3 glauben macht. Insbesondere beinhaltet die islamische Lehre durch all die oben aufgeführten Bestimmungen mit Gesetzescharakter eine Vielzahl von präzise ausformulierten Geboten, die einer christlichen Ethik klar widersprechen.

Die „Mutter der Schrift“

Jetzt aber, wo die Differenz eindeutig festgestellt war, mußte der Prophet den Beweis für die Richtigkeit der Offenbarung Allahs liefern. Wie? Woher nahm Mohammed denn die Gewißheit, daß seine Lehre die letztwahre und gültige ist?

Folgende Verse sind der Beweis:

Sure 43, Vers 4: Und siehe, es ist die Mutter der Schrift bei Uns – wahrlich ein hohes, ein weises.

Sure 56, Vers 77: Siehe, es ist wahrlich ein edler Koran
Sure 56, Vers 78: In einem verborgenen Buch.
Sure 56, Vers 79: Nur die Reinen sollen ihn berühren!
Sure 56, Vers 80: Eine Hinabsendung von dem Herrn der Welten!

Sure 85, Vers 21: Ja, es ist ein ruhmvoller Koran
Sure 85, Vers 22: Auf verwahrter Tafel.

Dazu R. Paret: „Die Vorstellung, daß Offenbarung und heilige Schrift irgendwie zusammengehören, hat sich bei Mohammed im Laufe der Zeit immer mehr festgesetzt … Und aus dieser These, daß alle Offenbarung dem Inhalt nach identisch sei, ergab sich schließlich als letzte Folgerung die Vorstellung von einer bei Gott befindlichen Urschrift, aus der jeweils einzelne Teile, in arabische Sprache umgesetzt, „eingegeben“ oder „herabgesandt“ werden.“ (ebenda, Seite 60)

Es handelt sich bei dieser „Urschrift“ um die bei Allah aufbewahrte, schriftlich fixierte „Mutter der Schrift“, das Original des Korans.

Die Feststellung einer sich seit Anbeginn bei Allah befindlichen Mutter der Schrift, welche die vollständige und korrekte Botschaft enthält (das heißt alle Verse, die Mohammed zu offenbaren hatte) impliziert, daß die Korruption der Testamente durch die Juden und Christen Teil des göttlichen Planes war. Sonst hätten sie nicht korrigiert werden müssen – durch koranische Verse, welche ja seit Ewigkeit dafür vorgesehen waren, herniedergesendet zu werden um eben die biblische Verfälschung richtigzustellen.

Lesen Sie zur koranischen Vorstellung der Urschrift, der „immerwährenden Steintafel hoch über dem siebten Himmel“ – die eng mit der islamischen Lehre der Prädestination verwoben ist – folgende Kapitel:

 Die himmlischen Bücher
► Prädestination und freier Wille

Der einige Gott

Gemäß Koran waren die Rechtgläubigen schon vor Mohammeds Sendung muslime. Dies belegt unter anderen Sure 27, wo die Geschichte von König Salomon erzählt wird. Auch er war ein offenbar ein muslim. Er ließ der Königin von Saba, deren Volk abgeirrt war und die Sonne anbetete, einen Brief überbringen, in welchem er ihr androhte:

Sure 27, Vers 31: Erhebt euch nicht wider mich, sondern kommt als Muslime zu mir.

In gleicher Weise werden die alttestamentarischen Propheten von Allah für Seinen Glauben vereinnahmt:

Sure 5, Vers 44: Siehe, hinabgesandt haben Wir die Tora, in der sich eine Leitung und ein Licht befinden, mit der die Propheten, welche Muslime waren, die Juden richteten; und die Rabbiner und Lehrer richteten nach dem Buche Allahs, was ihrer Hut anvertraut ward und das sie bezeugten. Drum fürchtet nicht die Menschen, sondern fürchtet Mich und verkaufet nicht Meine Zeichen um geringen Preis. Und wer nicht richtet nach dem, was Allah hinabgesandt hat – das sind Ungläubige.

Auch die Jünger Jesu werden posthum zu muslimen gemacht, Allah erzählt, wie Er zu ihnen gesprochen hat:

Sure 3, Vers 52: Und als Jesus ihren Unglauben wahrnahm, sprach er: „Welches sind meine Helfer zu Allah hin?“ Es sprachen die Jünger: „Wir sind Allahs Helfer; wir glauben an Allah, und bezeug, daß wir Muslime sind … „

Sure 5, Vers 111: Und als Ich den Jüngern inspirierte: „Glaubet an Mich und an Meinen Gesandten“ Sie sprachen: „Wir glauben, und sei Du Zeuge, daß wir Muslime sind.“

Folgerichtig läßt der Koran Mohammed zu den Christen sprechen:

Sure 21, Vers 108: Sprich: „Mir ward nur offenbart, daß euer Gott ein einiger Gott ist. Wollt ihr drum Muslime sein?“

Sure 2, Vers 139: Sprich: „Wollt ihr mit uns rechten über Allah, wo Er unser und euer Herr ist? Wir haben unsere Werke, und ihr habt eure Werke, und wir sind aufrichtig zu Ihm.“

Es hat, in logischer Schlußfolgerung, immer schon nur den einen Gott gegeben, und das ist der muslimische Allah. Und den beten anscheinend auch die Christen an.

► Beten Christen und muslime den gleichen Gott an?

Sie tun dies aber in Verkennung des richtigen Glaubens. muslime sollen diesen Gott um Hilfe anflehen, wenn Christen Äußerungen von sich geben. Ihre Reden müssen derartig verwerflich sein, daß der Rechtgläubige göttlichen Beistand braucht:

Sure 21, Vers 112: Sprich: „Mein Herr, richte Du in Wahrheit!“ Und unser Herr ist der Erbarmer, der um Hilfe wider eure Äußerungen Anzuflehende.

 

 

Die gleiche Botschaft

Wie wir gesehen haben, war Mohammed anfänglich der Meinung, seine Lehre wäre in Übereinstimmung mit den Botschaften, die schon vor ihm offenbart wurden:

Sure 3, Vers 84: Sprich: „Wir glauben an Allah und was auf uns herabgesandt ward, und was herabgesandt ward auf Abraham und Ismael und Isaak und Jakob und die Stämme, und was gegeben ward Moses und Jesus und den Propheten von ihrem Herrn; wir machen keinen Unterschied zwischen einem von ihnen, und Ihm sind wir ergeben.

Allah gebietet Seinen Gläubigen sogar noch in Medina, die Schriften der „Schriftbesitzer“ genau so zu beachten wie den Koran:

Sure 4, Vers 136: O ihr, die ihr glaubt, glaubet an Allah und Seinen Gesandten und an das Buch, das Er auf Seinen Gesandten herabgesendet hat, und die Schrift, die Er zuvor herabkommen ließ. Wer nicht glaubt an Allah und Seine Engel und die Schriften und Seine Gesandten und an den Jüngsten Tag, der ist weit abgeirrt.

Mohammed verstand den Unterschied zwischen Christentum und Judentum nicht. Dazu R. Paret: „Der Prophet hatte ursprünglich sowohl das Judentum als auch das Christentum als gleichberechtigte, im wesentlichen identische und mit dem Islam übereinstimmende Religionen anerkannt, wurde dann aber von Juden und Christen in dieser seiner Voraussetzung enttäuscht und mußte nunmehr versuchen, die tatsächlichen Gegebenheiten mit seinem heilsgeschichtlichen Weltbild in Einklang zu bringen.“ (ebenda, Seite 140)

Dazu sandte Allah verschiedene Ergänzungen hernieder. Mohammed hatte, wenn auch in starker Abweichung, dieselben biblischen Legenden und Gestalten verwendet wie die Juden und Christen, daraus aber eine völlig andere Lehre entwickelt. Logischerweise mußten also die „Leute der Schrift“ ihre Offenbarung umgeschrieben, und dann daraus ein falsches Glaubenssystem abgeleitet haben.

Die Verstrickung, die sich durch die Behauptung von der Gleichheit der Lehren ergibt, läßt sich in der Tat nur dadurch auflösen, daß Mohammed behauptet, alle Bücher der „Leute der Schrift“ müßten (mindestens ursprünglich) dasselbe enthalten haben, was auch im Koran steht.

Ch. Schirrmacher schreibt dazu: „Auch die Vorhaltungen gegen die Christen wuchsen, gegründet vor allem auf deren Weigerung, seinen Sendungsanspruch zu bejahen. Vorwürfe, die sich schließlich zu einer generellen Ablehnung der christlichen Gemeinschaft entwickelten deren Lehrauffassungen von Mohammed als falsch und durch den Koran überwunden interpretiert wurden. Es war Mohammeds feste Überzeugung, eigentlich keine neue Offenbarung, sondern nur die eine Botschaft des Islam erneut und unverfälscht zu verkünden, wie sie schon von allen Propheten, begonnen mit Adam, immer wieder gepredigt worden war. Deshalb mußte die fehlende Anerkennung seiner Person und die „falsche“, von seiner Botschaft abweichende Auslegung der Schrift den Juden und Christen als schuldhaftes Versäumnis angelastet werden.“ Ursula Spuler-Stegemann (Hg), Feindbild Christentum im Islam, Herder, 2004, Seite 19f)

Zu diesem Thema finden wir auch eine Stelle in der Sirat Rasul Allah nach Ibn Ishaq, welcher berichtet, daß in Medina einige Juden zu Mohammed kamen und fragten, an welche Gesandten er glaube. Mohammed sagte: „Ich glaube an Gott, an das, was uns offenbart worden ist, so wie an das, was Abraham, Ismael, Isak, Jakob und den Stämmen offenbart worden ist, ferner was Moses, Christus und anderen Propheten gegeben worden ist, wir machen keinen Unterschied zwischen ihnen, und sind gottergeben.“ Als er auch Christus erwähnte, leugneten sie sein Prophetentum und sagten: „Wir glauben nicht an Christus und an den, welcher an ihn glaubt. Hierauf offenbarte Allah folgenden Vers:(ebenda, Seite 294)

Sure 5, Vers 68: Sprich: „O Volk der Schrift, ihr fußet auf nichts, ehe ihr nicht erfüllet die Tora und das Evangelium und was hinabgesandt ward zu euch von eurem Herrn.“ Und wahrlich, vermehren wird vielen von ihnen, was hinabgesandt ward zu dir von Deinem Herrn, die Widerspenstigkeit und den Unglauben; und betrübe dich nicht über die Ungläubigen.

Mohammed hatte, gemäß Ibn Ishaq, mit oben erwähntem Vers 68 aus Sure 5 geantwortet, womit er die Juden aushebelte, weil sie Christus nicht anerkennen. Wahre Gläubige haben jedoch die Botschaft aller Gesandten anzuerkennen, eigentlich aber nur die von Mohammed überbrachte Lehre, denn sie ist die einzige, die nicht verfälscht und unvollständig ist:

Sure 4, Vers 150: Siehe die, welche nicht an Allah glauben und an Seine Gesandten und einen Unterschied machen wollen zwischen Allah und Seinen Gesandten und sprechen: „Wir glauben an einige und glauben an andere nicht“, und einen Weg dazwischen einschlagen wollen.
Sure 4, Vers 151: Jene sind die wahren Ungläubigen, und den Ungläubigen haben wir schändende Strafe bereitet.
Sure 4, Vers 152: Die aber an Allah glauben und an Seine Gesandten und zwischen keinem von ihnen einen Unterschied machen, wahrlich, jenen werden Wir ihren Lohn zahlen; und Allah ist verzeihend und barmherzig.

Die obigen drei Verse sind ein weiterer Hinweis auf die – allerdings irrtümliche – Annahme, Judentum, Christentum und Islam enthielten, wenn nicht verfälscht oder mißverstanden, eigentlich die gleiche Botschaft. Damit wird der Unterschied von Islam, „richtigem“ Judentum und „richtigem“ Christentum aufgehoben. Folgerichtig bestätigt Allah die Verurteilung der Christen – die ja eigentlich muslime sind, wenn sie ihren eigenen Glauben nur zutreffend verstünden, und die Vervollständigung und Korrektur durch die koranische Lehre annähmen – in weiteren Versen:

Sure 3, Vers 4: Siehe die, welche Allahs Zeichen verleugnen, für sie ist strenge Strafe. Und Allah ist mächtig, ein Rächer.

Sure 2, Vers 159: Siehe, sie die etwas verbergen von dem, was Wir herabsandten an deutlichen Zeichen und Leitung, nach dem, was wir deutlich kundtaten den Menschen in der Schrift, verfluchen wird sie Allah, und verfluchen werden sie die Fluchenden.

Sure 6, Vers 159: Siehe, diejenigen, die ihren Glauben spalteten und zu Sekten wurden, mit ihnen hast du nichts zu schaffen. Ihre Sache steht Allah anheim. Alsdann wird Er ihnen verkünden, was sie getan.

Sure 8, Vers 22: Siehe, schlimmer als das Vieh sind bei Allah die Tauben und Stummen, die nicht begreifen.
Sure 8, Vers 23: Und hätte Allah etwas Gutes in ihnen gekannt, wahrlich, Er hätte sie hören lassen. Aber hätte Er sie auch hören lassen, wahrlich, sie hätten sich abgekehrt und weggewendet.

Außerkraftsetzung und Versuchung

Was sollen muslime nun mit den „Schriftbesitzern“ und ihrer verfälschten Lehre machen? Gemäß Vers 48 aus Sure 5 sind die Gläubigen dazu angehalten, nicht den Gelüsten der Christen abweichend von der Wahrheit zu folgen:

Sure 5, Vers 48: Und Wir sandten hinab zu dir das Buch der Wahrheit, bestätigend, was ihm an Schriften vorausging, und Amen darüber sprechend. Darum richte zwischen ihnen nach dem, was Allah hinabsandte, und folge nicht ihren Gelüsten, abweichend von der Wahrheit, die zu dir gekommen. Jedem von euch gaben Wir eine Norm und eine Heerstrasse.

In Sure 5, Vers 15, wird noch prägnanter gefordert, unpassende Gebote doch einfach zu übergehen

Sure 5, Vers 15: O Volk der Schrift, nunmehr ist Unser Gesandter zu euch gekommen, euch vieles von der Schrift kundzutun, was ihr verbargt, und um vieles zu übergehen. Gekommen sind nunmehr zu euch von Allah ein Licht und ein klares Buch.

Es ist folgerichtig, daß die muslime ausdrücklich davor gewarnt werden, sich mit Juden oder Christen zu befreunden, ja sogar angehalten sind, sie zu hassen – es droht Versuchung und innerer Aufruhr:

► Ein Gläubiger soll keinen Ungläubigen zum Freund nehmen
► fitna
► Allah haßt die Ungläubigen er zürnt ihnen und verflucht sie

Sure 3, Vers 28: Nicht sollen sich die Gläubigen die Ungläubigen zu Beschützern nehmen, unter Verschmähung der Gläubigen. Wer solches tut, der findet von Gott in nichts Hilfe – außer ihr fürchtet euch vor ihnen. Beschützen aber wird euch Allah selber, und zu Allah geht die Heimkehr.

Sure 60, Vers 4: Ihr hattet ein schönes Beispiel an Abraham und den Leuten bei ihm, da sie zu ihrem Volk sprachen: „Siehe, wir haben nichts mit euch und mit dem, was ihr außer Allah anbetet, zu schaffen. Wir verleugnen euch, und zwischen uns und euch ist Feindschaft und Haß für immerdar entstanden, bis ihr an Allah allein glaubt.“ …

Ein muslim, der diese Gebote übertritt, gewärtigt am Jüngsten Tag die verdiente Strafe:

Sure 4, Vers 144: O ihr, die ihr glaubt, nehmt nicht die Ungläubigen zu Freunden vor den Gläubigen. Wollt ihr etwa Allah offenkundige Gewalt über euch geben?

Abdul Aziz Ibn Baz (1910 – 1999), ehemaliger offizieller Staatsrechtsgutachter Saudi-Arabiens und einer der einflußreichsten Gelehrten des sunnitischen Islams im zwanzigsten Jahrhundert, reagierte auf Zeitungsartikel, in denen behauptet wurde, der Islam hasse die Juden nicht, sondern respektiere alle „himmlischen Religionen“ mit folgenden Worten:

„Sowohl der Koran, als auch die Überlieferung und der islamische Konsens (der Gelehrten) stimmen darüber ein, daß Muslime die Ungläubigen, wie die Juden, die Christen und alle Polytheisten hassen müssen. Muslime dürfen diese weder mögen noch sie als Freunde haben:

Sure 5, Vers 51: O ihr, die ihr glaubt, nehmt euch nicht die Juden und Christen zu Freunden, sie sind untereinander Freunde, und wer von euch sie zu Freunden nimmt, siehe, der ist von ihnen. Siehe, Allah leitet nicht die ungerechten Leute.

Es gibt viele solcher Koranverse und sie alle sagen in klaren Worten, daß Muslime die Ungläubigen, wie die Juden, die Christen und alle Polytheisten hassen und sich ihnen gegenüber auf feindliche Art verhalten müssen, bis diese lediglich an Allah glauben.“

Quellen: http://www.binbaz.org.sa/mat/8336 Zeitschrift des Instituts für Islamfragen Nr. 2/2010, Seite 38, VTR, Nürnberg

Mission und Schutzgelderpressung

In Mekka war es noch geboten, Christen, Juden und auch Ungläubige friedlich zum neuen Glauben einzuladen.

►  Aufruf zur Annahme des Islam (da’wa)

Sure 31, Vers 23: Wer aber ungläubig ist, dessen Unglauben bekümmere dich nicht; zu Uns ist ihre Rückkehr, und verkünden wollen Wir ihnen ihr Tun. Siehe, Allah kennt das Innerste der Brüste.

Sure 42, Vers 15: Und darum lade ein und verhalte dich wohl, wie dir geheißen ward, und folge nicht ihren Gelüsten und sprich: „Ich glaube an das Buch, das Allah hinabgesandt hat, und geheißen ward mir, gerecht zwischen euch zu richten. Allah ist unser Herr und euer Herr; uns sind unsere Werke und euch sind eure Werke; kein Streit sei zwischen uns und euch. Allah wird uns versammeln, und zu Ihm ist der Heimgang.“

Einer in diesem Zusammenhang am häufigsten bemühter Koranvers, welcher islamische Toleranz gegenüber anderen Glaubensbekenntnissen demonstrieren soll, findet sich in:

Sure 2, Vers 256: „Es soll kein Zwang sein im Glauben. Klar ist nunmehr unterschieden das Recht vom Irrtum; und wer den Tagut (Unglaube) verleugnet, und an Allah glaubt, der hält sich an der stärksten Handhabe, in der kein Spalt ist; und Allah ist hörend und wissend.“

R. Paret vergleicht diesen Vers mit folgenden Versen gleicher Aussage:

Sure 10, Vers 99: „Und wenn Dein Herr gewollt hätte, so würden alle auf der Erde insgesamt gläubig werden. Willst du etwa die Leute zwingen, gläubig zu werden?“

Sure 12, Vers 103: „Und die meisten Menschen, wie sehr du es auch begehrst, glauben nicht.“

Sure 16, Vers 37: „Wenn du, o Mohammed, auch ihre Leitung begehrst, siehe, so leitet Allah doch die, welche Er irreführen will, und sie finden keinen Helfer.“

und kommt zum Schluß: „Der Passus soll demnach nicht besagen, daß man niemand zum Glauben zwingen darf (wie nach der üblichen Deutung), sondern daß man niemand dazu zwingen kann; das heißt, er predigt nicht Toleranz, sondern weist darauf hin, daß der Bekehrungseifer des Propheten infolge der menschlichen Verstocktheit weitgehend zur Erfolglosigkeit verurteilt ist.“ (Digitale Bibliothek: R. Paret, Der Koran, Kommentar zu Sure 2, S. 1212, Verlag W. Kohlhammer).

So viel zur Situation in Mekka. ► Islamische Toleranz

Im oben zitiertem Vers 15 aus Sure 42 gebietet Allah Seinem Propheten betreffend den Christen gerecht zwischen euch zu richten.Was Gerechtigkeit ist, müßte Mohammed ja auf Grund der an ihn ergangenen Offenbarung wissen. Allein – der koranische Gerechtigkeitsbegriff unterliegt, entsprechend der Entwicklung der Vita des Propheten, einer fortwährenden Veränderung. Die von Allah festgelegte und von Seinem Propheten umgesetzte Gerechtigkeit ist, wie in den oben erwähnten Versen aus der mekkanischen Periode, eine andere als sie in Medina sein wird.

Es liegt ein klassisches Beispiel von ► Abrogation vor: In der frühern mekkanischen Periode gebietet Allah seinem Propheten noch, Christen und Juden als Glaubensbrüder anzunehmen, in der späteren mekkanischen Zeit soll er nicht offen mit ihnen (und den polytheistischen Mekkanern) streiten sondern sie lediglich zum neuen Glauben einladen. In Medina werden Christen (und Juden) dann zu Bürgern zweiter Klasse, zu Schutzbefohlenen (dhimmis) gemacht, die nur überleben können und dürfen, wenn sie sich der Tributerpressung unterwerfen: „bis sie den Tribut aus der Hand gedemütigt entrichten.“

Sure 9, Vers 29: Kämpfet wider jene von denen, welchen die Schrift gegeben ward, die nicht glauben an Allah und an den Jüngsten Tag und nicht verwehren, was Allah und Sein Gesandter verwehrt haben, und nicht bekennen das Bekenntnis der Wahrheit, bis sie den Tribut aus der Hand gedemütigt entrichten.

Damit wurde eine Dreiklassengesellschaft installiert:

  • – Rechtgläubige (muslime)
    – Schriftbesitzer (Christen, Juden, Zoroastrier)
    – Ungläubige (Animisten, Buddhisten, Hindus, Taoisten, Atheisten etc.)

► dhimmitude und Schutzgelderpressung
► Der „wirkliche“ Mohammed, islamische Dualität und die absolute Unterwerfung

Islamische Toleranz divergiert mit dem seit der Aufklärung geltenden und in der Erklärung der Menschenrechte definierten Toleranzbegriff grundsätzlich. Er wird auf eine eigene Weise definiert: Schriftbesitzer werden als Schutzbefohlene innerhalb der islamischen Gemeinde geduldet, solange sie sich der Schutzgelderpressung unterwerfen, Ungläubige hingegen sollen liquidiert werden.

Allahs Offenbarung gipfelt dann in direkter Verfluchung:

Sure 9, Vers 30: Und es sprechen die Juden: „Uzair (Esra) ist Allahs Sohn“ Und es sprechen die Nazarener: „Der Messias ist Allahs Sohn.“ Solches ist das Wort ihres Mundes. Sie führen ähnliche Reden wie die Ungläubigen von zuvor. Allah schlag sie tot! Wie sind sie verstandeslos!

In diesem Vers wird den Juden unterstellt, sie würden den Propheten Esra für Gottes Sohn halten. Das ist inhaltlich falsch, auch wenn diese Behauptung in einer göttlichen Offenbarung herniederkommt. Im Übrigen wird hier deutlich, daß nicht nur Offenbarungen Allahs in die Endredaktion des Korans Eingang gefunden haben sondern auch die Bitte Mohammeds, Allah solle die Juden und Christen totschlagen.

Die dramatische Friedfertigkeit und enorme Toleranz des Islam kommt unter anderem auch durch Kirchenschändungen (Bild: Syrien 2012) zum Ausdruck.

Epilog

Wir sind betreffend Fehlerhaftigkeit der christlichen (und jüdischen) Lehre mit drei verschiedenen Aussagen konfrontiert:

  • – Sie haben ihre Schriften verfälscht.
  • – Was in ihren Schriften überliefert ist, wird, wo nötig, durch anders lautende koranische Botschaften berichtigt und außer Kraft gesetzt.
  • – Alle Monotheisten beten Allah an, Christen und Juden tun dies aber auf der Basis einer pervertierten und unvollständigen Lehre.

Im Übrigen ist es völlig irrelevant, welche Inhalte verfälscht wurden. Denn der letztendlich gültige göttliche Wille wird ja nun durch Mohammed verkündet:

Sure 5, Vers 19: O Volk der Schrift, gekommen ist nunmehr zu euch Unser Gesandter, euch aufzuklären über das Ausbleiben der Gesandten, damit ihr nicht sagt: „Zu uns kommt weder ein Freudenbote noch ein Warner.“ Und gekommen ist nun zu euch ein Freudenbote und ein Warner, und Allah hat Macht über alle Dinge.

Gemäß koranischer Aussage hat das „Volk der Schrift“ also einen defizitären Glauben, der mit der Ankunft des Islam als überholt und sinnentleert zu betrachten ist:

Sure 3, Vers 110: Ihr seid die beste Gemeinde, die für die Menschen entstand. Ihr heißet was Rechtens ist und ihr verbietet das Unrechte und glaubet an Allah. Und wenn das Volk der Schrift geglaubt hätte, wahrlich, es wäre gut für sie gewesen! Unter ihnen sind Gläubige, aber die Mehrzahl von ihnen sind Frevler.

Der Islam bezieht einen wesentlichen Teil seiner Raison d’être daraus, andere Religionen für sich in Beschlag zu nehmen, sie umzudeuten und die Auslöschung oder Unterwerfung ihrer Vertreter zu fordern.

Das Einmalige am islamischen Dogma ist nicht die Überzeugung, die allein selig machende Wahrheit zu verkünden. Das hat der Islam mit anderen Religionen gemein. Das Einmalige am islamischen Dogma ist, daß es sowohl Christentum als auch Judentum usurpiert, für sich vollständig in Beschlag nimmt, sie gleichsam aushöhlt und die ihnen je innewohnende eigene Botschaft annulliert. Das dazu verwendete Mittel ist die Diffamierung dieser Religionen und ihrer Vertreter indem letztere als begriffsstutzige, bösartige und von Allah irregeleitete Kreaturen dargestellt werden, an welchen die wunderbaren neuen Offenbarungen stets erfolglos abtropfen.

► Das Bild des Ungläubigen (kafir) im Islam
► Wie Muslime Christen sehen – Teil 1
Wie Muslime Christen sehen – Teil 2

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