Einführung in die islamische Prädestinationslehre

Aussagen zur islamischen Prädestinationslehre (vollständige Vorherbestimmung des menschlichen Lebens durch Allah) werden im Koran, in der sunna und in der exegetischen Literatur erschöpfend abgehandelt. In all diesen Quellen wird das eigentliche Thema der Vorherbestimmung eng verknüpft mit weiteren Konzepten wie:

  • – die himmlischen Bücher
    – Allahs Allmacht
    – Allahs Fügung und Führung al-qadar
    – die Botschaften an alle Nationen
    – die Irreleitung von Ungläubigen
    – das Gericht am Jüngsten Tag
    – die Abrogation
    – etc.

Ein grobes Verständnis dieser Vorstellungen und Glaubenselemente ist nötig, um in das Wesen der islamischen Prädestinationslehre eindringen zu können. Die weiterführenden Links sind am Ende dieses Kapitels aufgelistet.

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Einen allerersten Überblick liefert ein hadith – Beleg aus der authentischen Sammlung von  Umar ibn al-Khattab. Er war ein Gefährte Mohammeds und der zweite „rechtgeleitete“ Kalif. Dieser Überlieferungstext (hadith) beinhaltet Belehrungen, die Allah anläßlich des Bekenntnisschwures der Nachkommen Adams abgegeben hat. Die Episode selber findet sich unter dem Link:

Jeder Mensch trägt die Erinnerung an Allah in sich

Im erwähnten hadith ist es Mohammed, der seinen Zuhörern Allahs Belehrungen anläßlich des Bekenntnisschwures übermittelt. Er wurde darüber offenbar vom Allmächtigen selber informiert:

„Allah zeigte dann auf einige der Nachkommen, welche Er aus Adam und seinen Kindern hervorgebracht hatte, dabei sagte Er: ’Ich habe diese Leute für das Paradies erschaffen und sie werden die Taten der Leute des Paradieses vollbringen.’ Danach zeigte Er auf den Rest und sagte: ’Ich habe diese Leute für das Höllenfeuer erschaffen und sie werden die Taten der Bewohner der Hölle vollbringen.’ Als der Prophet dies sagte, fragte einer der Gefährten: ’O Gesandter Allahs, was ist denn der Sinn, gute Taten zu vollbringen?’ Der Prophet antwortete: ’Wahrlich, wenn Allah einen Seiner Diener für das Paradies erschaffen hat, hilft Er ihm, die Taten der Leute des Paradieses zu tun, solange, bis er eine solche Tat vollbringt und stirbt. Dann setzt Er ihn wegen dieser Tat ins Paradies. Wenn Er aber einen Menschen für das Höllenfeuer erschaffen hat, hilft Er ihm, die Taten der Bewohner der Hölle zu erfüllen, solange, bis dieser eine solche vollbringend stirbt, dann wirft Er ihn deswegen ins Feuer.’“

(aus der authentischen Überlieferung von Umar Ibn al-Khattab, gesammelt von Abu Dawud, at-Tirmindhi und Ahmad, in: Hasan, Ahmad, Sunan Abu Dawud, Band 3, Seite 1318, Nr. 4686) (Quelle Seite 35)

Die Aussage dieses hadiths ist so einfach wie eindeutig. Das Leben, insbesondere die Errettung ins Paradies bzw. die Verdammung ins Höllenfeuer ist von Allah vorherbestimmt: „Ich habe diese Leute für das Paradies erschaffen. bzw. „Ich habe diese Leute für das Höllenfeuer erschaffen“. Allah verliert niemals die Allmacht über Seine Schöpfung bzw. über das Leben eines Menschen, denn Er „hilft ihm, die Taten der Leute des Paradieses zu tun“ bzw. „die Taten der Bewohner der Hölle zu erfüllen“.

Seine absolute Herrschaftsgewalt bleibt unangetastet: er prädestiniert das Leben eines jeden Menschen wie ein Drehbuch und sieht dann zu, daß dieses auch entsprechend erfüllt wird.

Das ganze dogmatische Spektrum zur islamischen Prädestinationslehre ist nachzulesen unter:

Die himmlischen Bücher
Die Mutter der Schrift

Allahs Allmacht
Prädestination und freier Wille
Allahs Fügung und Führung (al-qadar)
► Allahs umfassende Prädestination – die dogmatischen Konsequenzen

Die Entstehungsgeschichte der  Verse über den vorherbestimmten Unglauben
Die Botschaften an alle Nationen und der Koran: die letzte Botschaft
Die bisherigen Botschaften
Die Strafgerichte der Völker – die Straflegenden

► 
Die Irreleitung
Allah bestimmt, wer gläubig werden kann
Allah erschafft den Unglauben und die Ungläubigen
Allah bestimmt, wer überhaupt gläubig werden kann
Allah erschafft Gut und Böse, Glauben und Unglauben

Das Jüngste Gericht

Abrogation  

 

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