Zusammenstellung der Verse zum “Heiligen Krieg” im Koran:

H.P. Raddatz subsumiert die Einmaligkeit des islamischen Gewaltdogmas folgendermaßen: “In keiner anderen Kultur, geschweige denn Religion findet sich die Kodifizierung von Mord, Raub, Versklavung und Tributabpressung als religiöse Pflicht. In keiner anderen Religion findet sich die geheiligte Legitimation von Gewalt als Wille Gottes gegenüber Andersgläubigen, wie sie der Islam als integralen Bestandteil seiner Ideologie im Koran kodifiziert und in der historischen Praxis bestätigt hat. Nicht zuletzt findet sich kein Religionsstifter, dessen Vorbildwirkung sich wie bei Muhammad nicht nur auf die Kriegsführung, sondern auch auf die Liquidierung von Gegnern durch Auftragsmord erstreckte.(Hans Peter Raddatz: Von Allah zum Terror?, Herbig, München, 2002, Seite 71)

Wie herausgearbeitet wurde, umfasst die “Anstrengung für den Glauben” wesentlich mehr Konzepte als nur gerade dasjenige zur direkten Gewaltanwendung.

► jihad

Wir beschränken uns hier auf die Aufzählung von Versen, die in direktem Zusammenhang mit dem “Heiligen Krieg” und seiner Legitimation stehen. Zusätzlich zur Übersetzung von Max Henning finden Sie jeden Vers noch von Rudi Paret übersetzt. (Digitale Bibliothek: Der Koran, übersetzt von Rudi Paret, Verlag W. Kohlhammer)

Ferner ist jedem Vers die Interpretation aus einem exegetischen Werk beigegeben. Solche Bücher heißen in der islamischen Theologie ► Tafsir.

Exegetische Erklärungen sind für das Verständnis vieler koranischer Offenbarungen oft unerläßlich. Ohne daß gewiße Verse in ihrem historischen Bezug erläutert werden, sind sie schlicht nicht verstehbar. Die hier verwendete Sammlung ist:

Tafsir al-Jalalayn

Das Werk „Tafsir al-Jalalayn“ ist eines der wichtigsten Interpretationen (tafsirs) für das Studium des Korans. Es wurde von den beiden „Jalals“– von Jalal al-Din al-Mahalli († AD 1459) und seinem Schüler Jalal al- Din al-Suyuti († AD 1505) verfertigt. Das Werk wird im Allgemeinen als eines der am leichtesten zugänglichen Koranexegesen betrachtet weil es stilistisch einfach gehalten und in einem Band gesammelt ist.

Quelle: Tafsir al-Jalalayn, Dar Ibn Katheer, Damascus, 1999

Um die Bedeutung wichtiger Verse vertieft herauszuarbeiten wurden bei Bedarf auch noch Kommentare von R. Paret und A. Th. Khoury sowie eine Erläuterung aus dem exegetischen Werk von Ibn Abbas angefügt.

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In der ► Zusammenfassung wurde dargestellt, daß die meisten Verse zu Gewaltanwendung schon von ihrem Wortlaut her als überzeitlich gültige und absolut zu befolgende Gebote zu verstehen sind. Auch die Klassifizierung der Taten und Sprüche Mohammeds in den authentischen hadith-Sammlungen beweisen, daß in der islamischen Dogmaentwicklung Gewalt zur Glaubensverbreitung einen zentralen Platz einnimmt.

► sunnah und hadith


Sure 2: „Die Kuh“ offenbart in Medina

Sure 2, Vers 190: Und bekämpft in Allahs Pfad, wer euch bekämpft; doch übertretet nicht, indem ihr zuerst den Kampf beginnt; siehe, Allah liebt nicht die Übertreter.

Sure 2, Vers 190: Und kämpft um Gottes willen gegen diejenigen, die gegen euch kämpfen! Aber begeht keine Übertretung (indem ihr den Kampf auf unrechtmäßige Weise führt)! Gott liebt die nicht, die Übertretungen begehen.

Tafsir al-Jalalayn 2,190: Nachdem es dem Propheten im Jahre der Schlacht von Hudaybiya  verunmöglicht wurde, eine Pilgerfahrt zur Kaaba zu unternehmen, schloss er einen Vertrag mit den Ungläubigen. In diesem wurde verfügt, daß sie ihm erlaubten, im folgenden Jahr zurückzukehren, während sie Mekka für 3 Tage freigeben würden. Als nun Mohammed und seine Getreuen (im darauf folgenden Jahr) mit den Vorbereitungen für die Umkreisung der Kaaba (umra) fertig waren, kam jedoch die Sorge auf, daß die Quraisch (Mekkaner) sich nicht an diesen Vertrag halten und sie angreifen könnten. Es war den Muslimen zuwider, sich allenfalls in ein Scharmützel verwickeln zu müssen, während sie sich im Immunitätsbereich der Pilger (des heiligen Bezirkes „al-haram“) befinden; zumal sich dies ja während der heiligen Monate abspielte. In der Folge wurde dieser Vers offenbart: „Und kämpft um Gottes willen gegen diejenigen, die gegen euch kämpfen! Aber begeht keine Übertretung (indem ihr den Kampf auf unrechtmäßige Weise führt)! Gott liebt die nicht, die Übertretungen begehen.“ Diese Auflage wurde durch den Koranvers 9,1 über die Immunität (bara’a) abrogiert: „Schuldlosigkeit sei von Allah und Seinem Gesandten denjenigen von den Götzendienern, mit denen ihr einen Vertrag geschlossen habt.“, oder auch durch die untenstehende Aussage des Propheten:


Sure 2, Vers 191: Und erschlagt die Ungläubigen, wo immer ihr auf sie stoßt, und vertreibt sie, von wannen sie euch vertrieben; denn Verführung zum Unglauben ist schlimmer als Totschlag. Bekämpft sie jedoch nicht bei der heiligen Moschee, es sei denn, sie bekämpfen euch in ihr. Greifen sie euch jedoch an, dann schlagt sie tot. Also ist der Lohn der Ungläubigen.

Sure 2, Vers 191: Und tötet sie (d.h. die heidnischen Gegner), wo (immer) ihr sie zu fassen bekommt, und vertreibt sie, von wo sie euch vertrieben haben! Der Versuch (Gläubige zum Abfall vom Islam) zu verführen ist schlimmer als Töten. Jedoch kämpft nicht bei der heiligen Kultstätte (von Mekka) gegen sie, solange sie nicht (ihrerseits) dort gegen euch kämpfen! Aber wenn sie (dort) gegen euch kämpfen, dann tötet sie! Derart ist der Lohn der Ungläubigen.

Tafsir al-Jalalayn 2,191: Dieser Vers wurde nach der Eroberung von Mekka offenbart: Und schlagt sie tot wo immer ihr sie findet und vertreibt sie von wo (Mekka) sie euch vertrieben haben. Bekämpft sie aber nicht in der Nähe der heiligen Moschee, beziehungsweise innerhalb des heiligen Bezirks außer wenn sie euch dort angreifen sollten. Dies ist es, wovor ihr euch so sehr gefürchtet habt: Wenn sie euch also dort angreifen, schlagt sie tot. Ihre Aufmüpfigkeit und ihre Götzenanbetung sind schlimmer und ernster als wenn sie von euch erschlagen werden, selbst wenn sie sich im heiligen Bezirk befinden oder die Immunität des Pilgerstatus innehaben. Solches Töten und Vertreiben ist die Vergeltung für die Ungläubigen.


Sure 2, Vers 192: So sie jedoch ablassen, siehe, so ist Allah verzeihend und barmherzig.

Sure 2, Vers 192: Wenn sie jedoch (mit ihrem gottlosen Treiben) aufhören (und sich bekehren), so ist Gott barmherzig und bereit zu vergeben.

Tafsir al-Jalalayn 2,192: Wenn sie jedoch von ihrem Unglauben Abstand nehmen und Muslime werden, wird Allah wahrhaftig verzeihend und barmherzig zu ihnen sein.


Sure 2, Vers 193: Und bekämpfet sie, bis die Verführung zum Unglauben aufgehört hat, und der Glaube an Allah da ist.

Sure 2, Vers 193: Und kämpft gegen sie, bis niemand (mehr) versucht, (Gläubige zum Abfall vom Islam) zu verführen, und bis nur noch Gott verehrt wird! Wenn sie jedoch (mit ihrem gottlosen Treiben) aufhören (und sich bekehren), darf es keine Übertretung geben (d.h. dann sind alle weiteren Übergriffe untersagt), es sei denn gegen die Frevler.

Tafsir al-Jalalayn 2,193: Bekämpft sie bis es keinen Aufstand und kein Götzendienen mehr gibt, bis die Religion und jeglicher Gottesdienst für Allah allein existieren und keine anderen (Götter) neben Ihm angebetet werden. Wenn sie danach von ihrem Unglauben absehen, greift sie nicht an – worauf wird mit folgenden Worten hingewiesen wird: Es soll keine Feindschaft, keine Bekämpfungstaktiken wie Totschlag etc. außer gegen die Frevler geben. Diejenigen welche sich zurückhalten sind keine Bösewichte und ihnen sollte dementsprechend auch keine Feindschaft entgegengehalten werden.


Sure 2, Vers 194: Der heilige Monat – für den heiligen Monat und für die heiligen Stätten Vergeltung! Wenn sich einer wider euch erhebt, erhebt euch wider ihn, so wie er sich wider euch erhob, und fürchtet Allah und wisset, daß Allah mit den Gottesfürchtigen ist.

Sure 2, Vers 194: Der heilige Monat (diene zur Vergeltung) für den heiligen Monat! Auch die heiligen Stätten fallen unter (das Gesetz der) Wiedervergeltung. Wenn nun einer gegen euch Übergriffe begeht (indem er den Landfrieden bricht?), dann zahlt ihm mit gleicher Münze heim! Und fürchtet Gott! Ihr müßt wissen, daß er mit denen ist, die (ihn) fürchten.

Tafsir al-Jalalayn 2,194: Der heilige Monat (diene zur Vergeltung) für den heiligen Monat. Genauso wie sie euch währenddessen bekämpfen tötet sie im heiligen Monat. – Eine Antwort auf die Erwägung  der Muslime bezüglich des folgenschweren Charakters dieser Sache: Heilige oder sakrosankte Angelegenheiten verlangen nach gleichgewichtiger Vergeltung. Wenn gegen sie verstoßen wird, wenn also irgend einer euch angreift, entweder im heiligen Bezirk, während eines Reinigungsrituals oder generell während der heiligen Monate dann könnt ihr sie auf dieselbe Art und Weise angreifen. (Die Reaktion der Muslime wird als „Angreifen“ bezeichnet weil sie ihrer Form nach einer Aggression gleicht.) Fürchtet Allah, wenn ihr euch rächt und auch wenn ihr der Aggression widersteht und wisset, daß Allah mit den Gottesfürchtigen ist, ihnen hilft und sie unterstützt.


Sure 2, Vers 195: Und spendet in Allahs Weg und stürzt euch nicht mit eigener Hand ins Verderben; und tut Gutes, denn siehe, Allah liebt die Gutes Tuenden.

Sure 2, Vers 195: Und spendet (für den Krieg) um Gottes willen! Und stürzt euch nicht ins Verderben! Und seid rechtschaffen! Gott liebt die Rechtschaffenen.

Tafsir al-Jalalayn 2,195: Und spendet in Allahs Weg indem ihr Ihm Mittels heiligem Kampf oder ähnlichen Handlungen gehorcht. Legt weder eure Hände in den Schoss noch werft euch in euer eignes Verderben indem ihr Spenden für Jihad zurückhält oder ihn (den heiligen Kampf) ein für alle Mal aufgebt. Denn dies bietet eurem Feind einen Vorteil über euch. Seid tugendhaft im Spenden etc.; denn Allah liebt die Tugendhaften indem Er sie belohnt.


Sure 2,  Vers 216: Vorgeschrieben ist euch der Kampf, doch ist er euch ein Abscheu. Aber vielleicht verabscheut ihr ein Ding, das gut für euch ist, und vielleicht liebt ihr ein Ding, das schlecht für euch ist; und Allah weiß, ihr aber wisset nicht.

Sure 2, Vers 216: Euch ist vorgeschrieben, (gegen die Ungläubigen) zu kämpfen, obwohl es euch zuwider ist. Aber vielleicht ist euch etwas zuwider, während es gut für euch ist, und vielleicht liebt ihr etwas, während es schlecht für euch ist. Gott weiß Bescheid, ihr aber nicht.

Tafsir al-Jalalayn 2,216: Obwohl es euch zuwider ist, weil es mit Anstrengung verbunden ist, wird euch trotzdem verpflichtend vorgeschrieben, daß ihr die Ungläubigen zu bekämpfen habt. Es könnte ja sein, daß euch eine Sache zuwider ist, welche eigentlich gut für euch ist oder daß ihr etwas liebt, das schlecht für euch ist. Denn die Seele neigt zu Bedürfnissen, welche ihre Vernichtung verursachen können und sie weist religiöse Verpflichtungen, welche ihr Glück bringen würden, ab. Obwohl ihr vielleicht abgeneigt seid zu kämpfen, könntet ihr trotzdem viel Gutes wie z.B. Sieg, Kriegsbeute, Martyrium oder sonstige Belohnung darin finden. Wenn ihr jedoch den Kampf zurückweist, obwohl ihr es (das Kämpfen) eigentlich gerne tun würdet, wird euch viel Übles erwarten. Vielleicht werdet ihr dann unterjocht oder arm werden und die Belohnung wird euch verweigert. Allah weiß, was gut für euch ist aber ihr wisst es nicht. Also bemüht euch das zu tun was Er euch gebietet. 


Sure 2,  Vers 217: Sie werden dich befragen nach dem Kampf im heiligen Monat. Sprich: “Kämpfen in ihm ist schlimm; aber Abwendigmachen von Allahs Weg und Ihn und die heilige Moschee verleugnen und sein Volk daraus vertreiben, ist schlimmer bei Allah; und Verführung ist schlimmer als Totschlag.“ Und sie werden nicht eher aufhören, euch zu bekämpfen, als bis sie euch von eurem Glauben abtrünnig machten, so sie dies vermögen. Wer sich aber von euch von seinem Glauben abtrünnig machen lässt und als Ungläubiger stirbt, deren Werke sind verderblich hienieden und im Jenseits, und des Feuers Gefährten sind sie und verweilen ewig darinnen.

Sure 2, Vers 217: Man fragt dich nach dem heiligen Monat, (nämlich) danach, (ob es erlaubt ist) in ihm zu kämpfen. Sag: In ihm Kämpfen ist ein schweres Vergehen (w. wiegt schwer). Aber (seine Mitmenschen) vom Weg Gottes Abhalten – und nicht an ihn Glauben -, und (Gläubige) von der heiligen Kultstätte (Abhalten), und deren Anwohner daraus Vertreiben, (all das) wiegt bei Gott schwerer. Und der Versuch, (Gläubige zum Abfall vom Islam) zu verführen, wiegt schwerer als Töten. Und sie (d.h. die Ungläubigen) werden nicht aufhören, gegen euch zu kämpfen, bis sie euch von eurer Religion abbringen – wenn sie (es) können. Und diejenigen von euch, die sich (etwa) von ihrer Religion abbringen lassen und (ohne sich wieder bekehrt zu haben) als Ungläubige sterben, deren Werke sind im Diesseits und im Jenseits hinfällig. Sie werden Insassen des Höllenfeuers sein und (ewig) darin weilen.

Tafsir al-Jalalayn 2,217: Also sandte der Prophet Truppen auf den ersten Beutezug und zwar unter dem Kommando von Abd Allah bin Jahsh. Sie kämpften gegen die Götzendiener und töteten Ibn al-Hadrami im heiligen Monat Rajab in der Annahme, daß sie am letzten Tag des Vormonats Jumada al-thani gehandelt hätten. Nun verspotteten die Ungläubigen sie, weil sie das Kämpfen im heiligen Monat als rechtsgültig erklärt hatten. Also ließ Allah folgendes verlauten: Sie fragen euch wegen des Kampfverbots während des heiligen Monats und weshalb ihr es aufgehoben habt. Sagt ihnen, daß das Kämpfen im heiligen Monat eine ernste Sache ist und eine schreckliche Sünde. Aber Menschen vom Weg Allahs, von Seiner Religion abzuhalten, nicht an Ihn zu glauben und die Gläubigen von der heiligen Moschee in Mekka fernzuhalten und sie sowie ihren Propheten davonzujagen, ist bei weitem ernster und schrecklicher. Aus Allahs Sicht ist eure Aufmüpfigkeit und euer Götzendienen schlimmer als das Morden während des heiligen Monats. Oh ihr Gläubigen, die Götzendiener werden nicht aufhören euch zu bekämpfen bis ihr euch von eurer Religion abwendet, falls ihnen dies (je) gelingen wird. Aber wer auch immer von eurer Religion abfällt und im Unglauben stirbt, dem werden seine guten Taten im Diesseits und im Jenseits annulliert. Sie werden nichts wert sein und keine Belohnung erbringen. Die Abtrünnigen werden – außer sie finden wieder zum rechten Glauben zurück* – ewiglich im Höllenfeuer verweilen müssen.

* In diesem Falle werden laut al-Shafi’i die ursprünglichen guten Taten wie z.B. die Pilgerfahrt nach Mekka nicht annulliert, müssen demzufolge also nicht wiederholt werden und es wird ihnen Belohnung dafür verheißen.


Sure 2, Vers 218: Siehe sie, die da glauben und auswandern und streiten in Allahs Weg, sie mögen hoffen auf Allahs Barmherzigkeit, denn Allah ist verzeihend und barmherzig.

Sure 2, Vers 218: Diejenigen (aber), die glauben, und diejenigen, die ausgewandert sind und um Gottes willen Krieg geführt (w. sich abgemüht) haben, dürfen auf die Barmherzigkeit Gottes hoffen. Gott ist barmherzig und bereit zu vergeben.

Tafsir al-Jalalayn 2,218: Die Kämpfer, die auf dem Beutezug von Abd Allah bin Jahsh teilgenommen hatten nahmen an, daß sie zwar von der Sünde des Mordens während des heiligen Monates befreit worden seien, daß sie jedoch (später) keine Belohnung dafür bekommen würden. Deshalb wurde folgendes offenbart: Wahrlich, diejenigen welche glauben und die welche ihr Heimatland verlassen und eifern in Allahs Weg um Seine Religion zu verherrlichen, sie dürfen mit Allahs Mitgefühl, Seiner Belohnung, Seiner Vergebung und Seiner Gnade rechnen.


Sure 2, Vers 244: Und kämpfet in Allahs Weg und wisset, daß Allah hörend und wissend ist.

Sure 2, Vers 244: Und kämpft um Gottes willen! Ihr müßt wissen, daß Gott (alles) hört und weiß.

Tafsir al-Jalalayn 2,244: Also kämpft in Allahs Weg um Seine Religion zu verherrlichen und wisset, daß Er eure Reden hört, um eure Machenschaften weiß und Er es euch entsprechend vergelten wird.


Sure 2, Vers 245: Wer ist’s, der Allah ein schönes Darlehen leiht? Er wird’s ihm verdoppeln um viele Male. Und Allah schließt und öffnet die Hand, und zu ihm müsst ihr zurück.

Sure 2, Vers 245: Wer will Gott ein gutes Darlehen geben (indem er gute Werke tut), damit er es ihm (bei der Abrechnung am jüngsten Tag) vervielfache? Gott teilt (je nachdem) knapp und reichlich zu (ganz wie er will). Und zu Ihm werdet ihr (dereinst) zurückgebracht.

Tafsir al-Jalalayn 2, 245: Wer will Allah reinen Herzens ein namhaftes Darlehen geben und sein Hab und Gut für die Sache des mächtigen und majestätischen Allahs einsetzen damit Er es auf ein vielfaches vermehre? Wie wir gleich sehen werden, kann dieses Darlehen zehn bis siebenhundert Mal (oder mehr) verdoppelt werden. Allah kann seine Unterstützung für jemanden knapp halten um ihn herauszufordern oder Er kann jemand mit Großzügigkeit überschütten um ihn zu prüfen. Zu Ihm werdet ihr nach eurer Auferstehung ins Jenseits zurückkehren, dort wird Er eure Taten vergelten.


Sure 3: „Das Haus Imran“  offenbart in Medina

Sure 3, Vers 13: Es ward euch ein Zeichen in zwei Haufen, die aufeinander stießen. Ein Haufen kämpft in Allahs Weg, und der andere war ungläubig. Sie sahen sie als zweimal soviel als sie selber mit sehendem Auge. Und Allah stärkt mit seiner Hilfe, wen Er will. Siehe hierin ist wahrlich eine Lehre für die Verständigen.

Sure 3, Vers 13: Ihr hattet ein Zeichen an zwei Scharen, die (im Kampf) aufeinandertrafen: eine Schar, die um Gottes willen kämpfte, und eine andere, ungläubige, die sie (d.h. die Gläubigen) nach dem Augenschein für zweimal so viel ansahen wie sie (selber waren, während sie in Wirklichkeit zahlenmäßig noch stärker waren). Gott stärkt mit seiner Hilfe, wen er will. Das ist ein Grund zum Nachdenken für diejenigen, die Einsicht haben.

Tafsir al-Jalalayn 3,13: Es gab bereits ein Zeichen, ein Beispiel für euch; zwei Haufen, zwei Truppen stießen aufeinander am Tage der Schlacht zu Badr. Eine Seite – nämlich der Prophet uns seine Gefährten – kämpfte in Allahs Weg und gehorchte Ihm; sie zählten 313 Mann und die meisten von ihnen waren Fußsoldaten. Sie besaßen lediglich zwei Pferde, sechs Rüstungen und acht Schwerter. Auf der anderen Seite waren die Ungläubigen und obwohl fast 1000 an der Zahl, wurden sie getäuscht und bezeugten, die Menge der Muslime wäre fast doppelt so groß wie die ihre gewesen. Allah gewährte den Muslimen den Sieg obwohl sie viel weniger Krieger zählten; denn Allah bestärkt, Er unterstützt und verhilft zum Sieg wem immer Er will. Wahrlich, dieser Bericht ist eine Lektion für Menschen, welche über eine Vision und Besonnenheit verfügen. Warum lasst ihr euch davon also nicht mahnen und werdet gläubig?


Sure 3, Vers 142: Oder wähnt ihr, einzugehen in das Paradies, ohne daß Allah die Glaubensstreiter unter euch und die Standhaften erkannte?

Sure 3, Vers 142: Oder meint ihr, ihr würdet (dereinst) ins Paradies eingehen, ohne daß Gott vorher diejenigen von euch, die (um seinetwillen) Krieg geführt (w. sich abgemüht) haben, (als solche) in Erfahrung gebracht hat, und (ohne daß er) diejenigen in Erfahrung gebracht hat, die geduldig sind?

Tafsir al-Jalalayn 3,142: Glaubt ihr wirklich (obwohl dem natürlich nicht so ist!), ihr könntet einfach so ins Paradies eintreten ohne daß Allah wirklich und wahrhaftig in Erfahrung bringt, wer von euch (in Allahs Weg) geeifert und gekämpft, und wer in schwierigen Zeiten Geduld an den Tag gelegt hat?


Sure 3, Vers 151: Wahrlich, Wir werden in die Herzen der Ungläubigen Schrecken werfen, darum daß sie neben Allah Götter setzten, wozu Er keine Ermächtnis niedersandte; und ihre Wohnstätte wird sein das Feuer, und schlimm ist die Herberge der Ungerechten.

Sure 3, Vers 151: Wir werden denen, die ungläubig sind, Schrecken einjagen (zur Strafe) dafür, daß sie (dem einen) Gott (andere Götter) beigesellt haben, wozu er keine Vollmacht herabgesandt hat. Das Höllenfeuer wird sie (dereinst) aufnehmen – ein schlimmes Quartier für die Frevler!

Tafsir al-Jalalayn 3,151: Die Ungläubigen wollten, nach ihrem Sieg bei Uhud und nachdem sie schon auf dem Weg nach Mekka waren wieder, zurückkommen und die Muslime vernichten und auslöschen Aber Allah hat dies verhindert, indem Er in ihre Herzen Schrecken warf. Wegen ihrer Beigesellung, weil sie Allah andere Götzen zur Seite gestellt haben, wofür Er keinen Ermächtigung gegeben hat und keinerlei Unterstützung für ihren Götzendienst – deshalb wird die Heimstätte der Ungläubigen das Feuer sein und der Rastplatz für Frevler und Götzenanbeter.


Sure 3, Vers 157: Und wahrlich, so ihr im Wege Allahs erschlagen werdet und sterbet, wahrlich, Verzeihung von Allah und Barmherzigkeit ist besser, als was ihr zusammenscharrt.

Sure 3, Vers 157: Und wenn ihr um Gottes willen getötet werdet oder sterbet, so ist (jedenfalls) Vergebung und Barmherzigkeit von Gott (wie sie dereinst den Gläubigen gewährt wird) besser als (all) das, was man (im Diesseits an Geld und Gut) zusammenbringt.

Tafsir al-Jalalayn 3,157: Und wenn ihr in Allahs Weg erschlagen werdet oder wenn ihr sterbet während ihr euch für die heilige Sache anstrengt, sind Allahs Vergebung für eure Sünden und Seine Gnade besser als das, was ihr in dieser Welt zusammenrafft.


Sure 3, Vers 158: Und wahrlich, wenn ihr sterbet oder erschlagen werdet, werdet ihr zu Allah versammelt.

Sure 3, Vers 158: Und wenn ihr sterbet oder getötet werdet, so werdet ihr (jedenfalls dereinst) zu Gott versammelt werden.

Tafsir al-Jalalayn 3,158: Und wenn ihr also sterbet oder erschlagen werdet, ob nun beim heiligen Eifern oder bei einer andere ehrbaren Aktivitäten, werdet ihr bei Allah und keinem anderen außer Ihm versammelt werden und Er wird’s euch vergelten.


Sure 3, Vers 166: Und was euch betraf am Tage des Zusammenstosses der beiden Haufen, das geschah mit Allahs Erlaubnis, und damit Er die Gläubigen erkenne und auch erkennte die Heuchler. Und gesprochen ward zu ihnen: „Heran! Kämpfet in Allahs Weg!“ oder „Wehrt ab!“ Sie aber sprachen: „Wenn wir wüssten zu kämpfen, wahrlich, wir wären euch gefolgt!“ Einige von ihnen waren an jenem Tage dem Unglauben näher als dem Glauben.

Sure 3, Vers 166: Und was euch am Tag, da die beiden Haufen aufeinander stießen, (als Unglück) traf, geschah mit Gottes Erlaubnis. Auch wollte er (auf diese Weise) die Gläubigen (als solche) erkennen.

Sure 3, Vers 167: Und er wollte (auf diese Weise) diejenigen erkennen, die heucheln. Man sagte zu ihnen: ‘Kommt her und kämpft um Gottes willen oder wehrt (wenigstens die Feinde) ab!’ Sie sagten: ‘Wenn wir wüssten, daß es zu (einem regelrechten) Kampf kommen wird, würden wir euch folgen.’ An jenem Tag waren sie dem Unglauben näher als dem Glauben. Ihre Äußerungen widersprechen (eben) dem, was sie im Herzen haben. Aber Gott weiß sehr wohl, was sie (in sich) verborgen halten.

Tafsir al-Jalalayn 3,166: Und was euch bei Uhud am Tage, als die zwei Haufen aufeinander stießen geschah, wurde auf Wunsch Allahs willentlich veranlasst, damit Er die wahren Gläubigen an ihrem Verhalten erkennen könne. Er wollte auch die Heuchler auf frischer Tat ertappen und denjenigen welchen – als sie dem Kampfe entflohen – gesagt wurde: “Kommt jetzt und kämpft in Allahs Weg oder verteidigt uns gegen den Feind indem ihr wenigstens die Zahl unserer Mitstreiter vergrößert, wenn ihr schon nicht kämpfen wollt.“ Sie aber antworteten: “Wenn wir gewusst hätten wie auf geschickte Art und Weise zu kämpfen, so wären wir euch gefolgt.“ Allah stellte sie jedoch als Lügner bloß und sprach: “An jenem Tage waren diese indem sie die Gläubigen im Stich ließen dem Unglauben näher als dem Glauben. Davor waren sie – zumindest äußerlich betrachtet – dem Glauben näher; sie sprachen jedoch mit ihrem Mund, was nicht in ihrem Herzen war. Auch wenn sie gewusst hätten wie zu kämpfen, wären sie euch doch nicht gefolgt.“ Allah weiß am besten, was an Heuchelei sie verbergen.


Sure 3, Vers 195: Und es antwortet ihnen der Herr: “Siehe, Ich lasse nicht verloren gehen das Werk des Wirkenden unter euch, sei es Mann oder Weib; die einen von euch sind von den andern. Und diejenigen, die da auswanderten und aus ihren Häusern vertrieben wurden und in Meinem Wege litten und kämpften und fielen – wahrlich, bedenken will Ich ihre Missetaten, und wahrlich, führen will Ich sie in Gärten, durcheilt von Bächen; als Lohn von Allah – bei Ihm ist der schönste Lohn.

Sure 3, Vers 195: Da erhörte sie ihr Herr (mit den Worten): Ich werde keine Handlung unbelohnt lassen (w. verloren gehen lassen), die einer von euch begeht, (gleichviel ob) männlich oder weiblich. Ihr gehört (ja als Gläubige) zueinander (ohne Unterschied des Geschlechts). Darum werde ich denen, die um meinetwillen ausgewandert und aus ihren Häusern vertrieben worden sind und Ungemach erlitten haben, und die gekämpft haben und (dabei) getötet worden sind, ihre schlechten Taten tilgen, und ich werde sie in Gärten eingehen lassen, in deren Niederungen (w. unter denen) Bäche fließen. (Das soll ihre) Belohnung von Seiten Gottes (sein). Bei Gott wird man (dereinst) gut belohnt.

Tafsir al-Jalalayn 3,195: Und Allah erhört ihre Fürbitte indem er verlauten lässt: “Ich werde sicherstellen, daß die harte Arbeit von keinem Mitstreiter umsonst war; ob ihr nun Männer oder Frauen seid ist egal. Ihr seid gleichgestellt; wenn es um die Belohnung eurer (rühmlichen) Taten geht, werde Ich euch beide nicht vernachlässigen.“ Als Umm Salama den Propheten fragte, warum im Zusammenhang mit der Auswanderung (hijra) die Frauen nicht erwähnt würden, wurde folgende Antwort offenbart: „Und diejenigen welche von Mekka nach Medina ausgewandert sind und aus ihren Häusern vertrieben wurden, sowie die welche für Meine Sache, für Meine Religion die Ungläubigen bekämpft haben und verletzt oder totgeschlagen wurden, wahrlich Ich werde sie von ihren bösen Taten freisprechen und in Vergebung hüllen. Ich werde sie in Meinen von Bächen durchflossenen Gärten willkommen heißen.“ Dies soll Allahs Dank sein! Und bei Ihm finden wir die schönste Belohnung und Vergeltung.


Sure 4: „Die Weiber“ offenbart in Medina

Sure 4, Vers 71: Oh ihr, die ihr glaubt, seid auf der Hut und rücket in Trupps aus oder rücket aus in Masse.

Sure 4, Vers 71: Ihr Gläubigen! Seid (vor dem Feind) auf eurer Hut! Und rückt in Trupps aus, oder (alle) zusammen (aber laßt euch nicht als Einzelgänger überraschen)!

Tafsir al-Jalalayn 4,71: Oh ihr Gläubigen seid auf der Hut vor eurem Feind und nehmt euch in Acht vor ihm. Dann bereitet euch vor und macht euch auf, ihn zu bekämpfen – ob ihr dies nun als Gesamttrupp oder als einzeln aufeinander folgende Kampfgruppen bewerkstelligt.


Sure 4, Vers 74: Und so soll kämpfen in Allahs Weg, wer das irdische Leben verkauft für das Jenseits. Und wer da kämpft in Allahs Weg, falle er oder siege er, wahrlich dem geben Wir gewaltigen Lohn.

Sure 4, Vers 74: Diejenigen aber, die das diesseitige Leben um den Preis des Jenseits verkaufen, sollen um Gottes willen kämpfen. Und wenn einer um Gottes willen kämpft, und er wird getötet – oder er siegt -, werden wir ihm (im Jenseits) gewaltigen Lohn geben.

Tafsir al-Jalalayn 4,74: Allah, der Erhabene sagt:“ Lasst diejenigen, welche ihr diesseitiges Leben für dasjenige im Jenseits verkaufen wollen für meine Sache kämpfen um meine Religion zu veredeln. Denn wer in meinem Weg eifert und totgeschlagen wird, stirbt als Märtyrer oder als einer welcher seinen Feind als Eroberer überwältigt hat. Ihm werden Wir großen Lohn (eine wahrhaft üppige Belohnung) geben.“


Sure 4, Vers 75: Und was ist euch, daß ihr nicht kämpfet in Allahs Weg und für die Schwachen unter den Männern und die Weiber und die Kinder, die da sprechen: „Unser Herr, führe uns hinaus aus dieser Stadt voll tyrannischer Bewohner, und gib uns von Dir her einen Beschützer, und gib uns von Dir her einen Helfer?“

Sure 4, Vers 75: Warum wollt ihr (denn) nicht um Gottes willen und (um) der Unterdrückten (willen) kämpfen, (jener) Männer, Frauen und Kinder, die (in Mekka zurückbleiben mussten und) sagen: ‘Herr! Bring uns aus dieser Stadt hinaus, deren Einwohner frevlerisch sind, und schaff uns deinerseits einen Freund und einen Helfer’?

Tafsir al-Jalalayn 4,75: Wo fehlt es euch denn, daß ihr nicht kämpfen wollt? Es gibt nichts was euch daran hindern würde, in Allahs Weg zu kämpfen um die unterdrückten Männer, Frauen und Kinder welche von den Ungläubigern verfolgt und an ihrer Auswanderung gehindert werden zu befreien. Ibn Abbas sagte: “Meine Mutter und ich waren unter denen, welche Allah anflehten, daß Er uns aus dieser Stadt Mekka, in welcher nichts als ungläubige Bösewichte leben herausführen und uns einen Beschützer ernennen soll – jemand der sich unserer Sache annimmt und uns gegen sie verteidigt.“ Allah erhörte ihre Fürbitte und ermöglichte manchen die Flucht während andere zurückblieben bis Mekka schließlich erobert wurde. Als Beschützer (der Zurückgebliebenen) setzte der Prophet Attab b. Asid ein, welcher in der Folge Vergeltung für diejenigen suchte, welchen Unrecht angetan worden war.


Sure 4, Vers 76: Wer da glaubt, kämpft in Allahs Weg, und wer da nicht glaubt, kämpft im Weg des Tagut. So bekämpfet des Satans Freunde. Siehe, des Satans List ist schwach.

Sure 4, Vers 76: Diejenigen, die gläubig sind, kämpfen um Gottes willen, diejenigen, die ungläubig sind, um der Götzen willen. Kämpft nun gegen die Freunde des Satans! Die List des Satans ist schwach.

Tafsir al-Jalalayn 4,76: Diejenigen welche glauben, kämpfen in Allahs Weg und die Ungläubigen sind der falschen Gottheit Satan treu. Kämpft deshalb gegen Satans Freunde, gegen diejenigen, welche seine Religion unterstützen und ihr werdet sie besiegen mit der Kraft welche ihr von Allah bezieht. Wahrlich die Verschwörung Satans gegen die Gläubigen ist schwach und entbehrt jeglicher Substanz. Sie kann sich nicht mit Allahs Aushecken von Plänen gegen die Ungläubigen messen.


Sure 4, Vers 77: Sahst du nicht auf die, zu denen gesprochen ward: „Hemmt eure Hände vom Kampf und verrichtet das Gebet und zahlet die Armenspende?“ Doch wenn ihnen der Kampfvorgeschrieben wird, dann fürchtet ein Teil von ihnen die Menschen, wie sie Allah fürchten, ja noch mehr, und sprechen: „Unser Herr, warum schreibst Du uns den Kampf vor und verziehst nicht mit uns bis zum nahen Termin?“ Sprich: „Der Niesbrauch der Welt ist winzig und das Jenseits ist besser für die Gottesfürchtigen; und nicht sollt ihr um eines Dattelkerns Fädchen Unrecht erleiden.“

Sure 4, Vers 77: Hast du nicht jene gesehen, zu denen man (anfänglich) sagte: ‘Haltet eure Hände (vom Kampf) zurück und verrichtet das Gebet und gebt die Almosensteuer’? Als ihnen dann (später) vorgeschrieben wurde, zu kämpfen, fürchtete auf einmal ein Teil von ihnen die Menschen, wie man Gott fürchtet, oder (gar) noch mehr. Und sie sagten: ‘Herr! Warum hast du uns vorgeschrieben, zu kämpfen? Würdest du uns doch (wenigstens) für eine kurze Frist Aufschub gewähren!’ Sag: Die Nutznießung des Diesseits ist kurz bemessen. Und das Jenseits ist für die, die gottesfürchtig sind, besser. Und euch wird (dereinst bei der Abrechnung) nicht ein Fädchen Unrecht getan.

Tafsir al-Jalalayn 4,77: Habt ihr nicht von denen gehört, welchen gesagt wurde sie sollten nicht gegen die Ungläubigen kämpfen obwohl ihnen Unrecht angetan worden war? Sie waren eine Gruppe von Gefährten des Propheten und ihnen wurde ursprünglich vorgeschrieben, daß sie zu beten sowie Almosen zu geben hätten. Aber als ihnen dann befohlen wurde den Kampf aufzunehmen fürchtete sich ein Teil von ihnen vor den Ungläubigen und dem (potentiellen) Tod durch deren Hand mehr als vor der Bestrafung Allahs. Ihre Furcht vor dem Feind war also stärker als ihre Gottesfurcht. Zu Tode erschrocken sagten sie: “Allah, warum hast Du uns vorgeschrieben zu kämpfen? Warum können wir nicht bis zu einem späteren Zeitpunkt damit warten?“ Sagt ihnen, daß das Genießen der Welt und was darin enthalten ist unbedeutend und vergänglich ist. Das Jenseits, das Paradies hingegen ist besser für denjenigen, welcher die Züchtigung Allah fürchtet indem er es vermeidet Ihm Ungehorsam zu leisten. Ihm wird bei der Abrechnung nicht einmal das Äquivalent eines einzigen Dattelfädchens oder Dattelkernhäutchens von seinen (rühmlichen) Taten abhanden kommen. Also: eifert in Allahs Weg.


Sure 4, Vers 84: So kämpf in Allahs Weg; nur du sollst dazu gezwungen werden; und sporne die Gläubigen an. Vielleicht hemmt Allah die Kühnheit der Ungläubigen, denn Allah ist gewaltiger an Kühnheit und gewaltiger an Züchtigen.

Sure 4, Vers 84: Kämpfe nun um Gottes willen! Du hast (dereinst) nur die Last für deine eigenen Handlungen zu tragen. Und feure die Gläubigen (zum Kampf) an! Vielleicht wird Gott die Gewalt derer, die ungläubig sind, (vor euch) zurückhalten (so daß sie euch nichts anhaben können). Gott verfügt über mehr Gewalt und kann schrecklicher bestrafen (als irgendwer auf der Welt).

Tafsir al-Jalalayn 4,84: Also kämpfe in Allahs Weg, oh Mohammed, du bist nur für dich selber verantwortlich. Sorge dich nicht um der anderen willen, welche es nicht vermögen, dir beizustehen. Mit anderen Worten: du sollst kämpfen auch wenn du allein bist, denn dir ist der Sieg versprochen. Und sporne die Gläubigen an, feure sie zum Kampfe an und mach, daß sie ihn (den Kampf) herbeisehnen. Vielleicht wird Allah die Macht der ungläubigen Krieger hemmen, denn Allah ist mächtiger als diese und härter im Züchtigen und Bestrafen. Der Prophet antwortete: „Bei dem in wessen Hand meine Seele ruht, ich werde aufbrechen und kämpfen, auch wenn ich allein bin.“ Also brach er mit 70 berittenen Kriegern zum ersten Scharmützel bei Badr auf, wo Allah die Macht der Ungläubigen hemmte indem Er Schrecken in ihre Herzen warf und Abu Sofian am Erfolg hinderte. (Vergleiche Vers 3: 151)


Sure 4, Vers 89: Sie wünschen, daß ihr ungläubig werdet, wie sie ungläubig sind, und daß ihr ihnen gleich seid. Nehmet aber keinen von ihnen zum Freund, ehe sie nicht auswanderten in Allahs Weg. Und so sie den Rücken kehren, so ergreifet sie und schlagt sie tot, wo immer ihr sie findet; und nehmet keinen von ihnen zum Freund oder Helfer.

Sure 4, Vers 89: Sie möchten gern, ihr wäret (oder: würdet) ungläubig, so wie sie (selber) ungläubig sind, damit ihr (alle) gleich wäret. Nehmt euch daher niemand von ihnen zu Freunden, solange sie nicht (ihrerseits) um Gottes willen auswandern! Und wenn sie sich abwenden (und eurer Aufforderung zum Glauben kein Gehör schenken), dann greift sie und tötet sie, wo (immer) ihr sie findet, und nehmt euch niemand von ihnen zum Freund oder Helfer!

Tafsir al-Jalalayn 4,89: Sie sehnen sich danach und wünschen, daß ihr ungläubig wie sie seid damit ihr euch im Unglauben vereinen könnt. Also wählt keine Freunde aus ihresgleichen Kreisen und vereint euch nicht mit ihnen auch wenn sie äußerliche Zeichen des Glaubens manifestieren. Nur wenn sie ausziehen in Allahs Weg, wenn sie also eine wirkliche Auswanderung vornehmen, würde dies ihren Glauben bezeugen. Wenn sie sich jedoch abwenden und auf ihren alten Wegen beharren so nehmt sie gefangen und schlagt sie tot wo immer ihr sie findet. Nehmt keinen von ihnen zum Schirmherrn um mit ihm zu verkehren oder als Helfer damit er euch gegen den Feind beistehe.


Sure 4, Vers 90: Ausser denen, die zu einem Volke kommen, mit dem ihr ein Bündnis habt, oder zu euch kommen, dieweil ihre Brüste beklommen sind, wider euch zu kämpfen, oder ihr eigenes Volk zu bekämpfen. So Allah es wollte, wahrlich, Er hätte ihnen Macht über euch gegeben, und sicherlich hätten sie wider euch gekämpft. Wenn sie jedoch von euch scheiden, ohne euch zu bekämpfen, und euch Frieden anbieten, so gibt euch Allah keinen Weg wider sie.

Sure 4, Vers 90: (Kämpft gegen sie) mit Ausnahme derer, die zu Leuten gelangen, mit denen ihr in einem Vertragsverhältnis steht, oder die (in friedlicher Absicht) zu euch gekommen sind, nachdem sie davor zurückscheuten (w. nachdem ihre Brust beengt war), gegen euch oder ihre (eigenen) Leute zu kämpfen. – Wenn Gott gewollt hätte, hätte er ihnen Gewalt über euch gegeben, und dann hätten sie gegen euch (mit Erfolg) gekämpft. – Wenn sie sich (nun) von euch fernhalten und nicht gegen euch kämpfen und euch ihre Bereitschaft erklären, sich (künftig) friedlich zu verhalten (und keinen Widerstand mehr zu leisten), gibt euch Gott keine Möglichkeit, gegen sie vorzugehen.

Tafsir al-Jalalayn 4,90: Kämpft gegen alle außer gegen diejenigen, mit welchen ihr ein Bündnis habt und mit denen ein Schutzversprechen eurerseits besteht (ähnlich wie dies der Prophet mit Hilal b. Uwaymir al-Aslami vereinbart hatte) und auch nicht gegen Leute, die bei solchen Verbündeten Schutz suchen. Kämpft ebenso nicht gegen diejenigen, welche mit Beklemmung in der Brust zu euch kommen, niedergeschlagen ­­– ob sie nun auf der Seite ihrer Leute stehen oder ob sie gegen diese kämpfen indem sie zu euch halten – die also weder die ihren noch euch bekämpfen. Mischt euch weder in ihre Angelegenheiten ein, noch nehmt sie gefangen oder schlagt sie tot. Diese und folgende Aussagen wurden (später) vom „Schwertvers“ abrogiert. Hätte Allah gewollt, hätte Er sie beeinflusst und ihre Herzen gestärkt damit sie euch sicherlich bekämpfen würden. Allah sah jedoch davon ab und warf dafür Schrecken in ihre Herzen. Wenn sie sich euch also weder annähern noch euch bekämpfen, sie euch jedoch Aussöhnung und Frieden anbieten und sich fügen dann erlaubt euch Allah nicht, daß ihr in irgendeiner Weise gegen sie vorgeht, sie gefangen nehmt oder sie totschlägt.


Sure 4, Vers 91: Andre werdet ihr finden, welche mit euch und mit ihrem Volke in Frieden leben wollen. Sooft diese in Empörung zurückfallen, sollen sie in ihr umgekehrt werden. Und so sie sich nicht von euch trennen noch euch Frieden anbieten und ihre Hände hemmen, so nehmet sie und schlagt sie tot, wo immer ihr auf sie stoßet. Und über sie haben Wir euch offenkundige Macht gegeben.

Sure 4, Vers 91: Ihr werdet andere finden, die (zwar) vor euch und vor ihren (eigenen) Leuten Sicherheit haben wollen. (Aber) jedes Mal, wenn sie wieder (?) der Versuchung ausgesetzt sind, werden sie in ihr zu Fall gebracht (?). Und wenn sie sich nicht von euch fernhalten und euch (nicht) ihre Bereitschaft erklären, sich (künftig) friedlich zu verhalten, und ihre Hände (nicht vom Kampf gegen euch) zurückhalten, dann greift sie und tötet sie, wo (immer) ihr sie zu fassen bekommt! (Zum Vorgehen) gegen Leute dieser Art haben wir euch offenkundige Vollmacht gegeben.

Tafsir al-Jalalayn 4,91: Ihr werdet andere finden, welche es sich wünschen vor euch in Sicherheit zu sein indem sie euch Glauben vortäuschen. Sie wünschen es jedoch auch, sicher vor ihrem eigenen Volk zu sein indem sie in Unglauben leben wenn sie wieder zu ihm zurückkehren. Speziell seien hier die Stämme der Asad und der Ghatafan erwähnt: wenn man sie zum Aufstand und zum Götzendienst aufruft, werden sie stets davon überwältigt und begeben sich auf die übelsten Irrwege. Wenn sie sich euch also annähern ohne vom Kämpfen abzusehen noch euch Frieden anzubieten oder ihre Hände von euch lassen, so nehmt sie gefangen und schlagt sie tot wo immer ihr sie findet. Wir (Allah) haben euch eine klare Vollmacht erteilt und euch in Bezug auf ihren Verrat ein deutliches Zeichen gegeben, sie totzuschlagen oder gefangen zu nehmen.


Sure 4, Vers 94: O ihr, die ihr glaubt, so ihr auszieht in Allahs Weg, so machet einen Unterschied, und sprechet nicht zu jedem, der euch Frieden anbietet: “Du bist kein Gläubiger”, in eurem Trachten nach dem Gewinn des irdischen Lebens. Bei Allah ist reiche Beute. Also waret ihr zuvor, doch Allah war gnädig gegen euch. Darum machet einen Unterschied; siehe, Allah kennt euer Tun.

Sure 4 Vers 94: Ihr Gläubigen! Wenn ihr um Gottes willen (auf einem Kriegszug) unterwegs seid, dann passt genau auf und sagt nicht zu einem, der euch den Heilsgruß entboten hat: ‘Du bist kein Gläubiger’, wobei ihr (unter dem Vorwand, einen Ungläubigen vor euch zu haben und ihn bekämpfen zu müssen) den Glücksgütern des diesseitigen Lebens nachgeht! Gott bietet (euch) doch genug (andere) Möglichkeiten, Beute zu machen. So (d.h. beutegierig und auf irdische Glücksgüter eingestellt) seid ihr früher gewesen (als ihr noch Heiden waret). Aber dann hat euch Gott Gnade erwiesen (indem er euch dem Glauben zugeführt und euren Blick auf das Jenseits gerichtet hat). Passt also genau auf (und begeht keine solchen Missgriffe)! Gott ist wohl darüber unterrichtet, was ihr tut.

Tafsir al-Jalalayn 4,94: Das Folgende wurde offenbart als eine Gruppe von Begleitern des Propheten einem Mann vom Stamme der Sulaym begegnete, welcher mit einer Schafherde vorüberging und ihnen einen Friedensgruß entbot. Sie nahmen an, er habe sie nur aus Angst dergestalt begrüßt, töteten ihn und bemächtigten sich der Schafherde: Oh ihr Gläubigen, wenn ihr also unterwegs seid und in Allahs Weg eifert, seid scharfsichtig und bezeichnet nicht jemanden als einen Ungläubigen der euch einen Friedensgruß (al-salam) entbietet oder sich euch unterwirft indem er das Glaubensbekenntnis (shahada) bezeugt (welches ja ein Hinweis darauf ist, daß er ein Muslim ist). Sagt nicht, daß er nur aus Angst um sein Leben und Hab und Gut so gehandelt habe, damit ihr ihn dann töten könnt, weil ihr nach den vergänglichen Besitztümern dieses Lebens, sprich nach dem Genuss der Beute, trachtet. Bei Allah findet ihr reichlich Beute, also befreit euch von dem Bedürfnis, einen solchen Mann seines Besitzes wegen zu töten. So wart ihr früher als euer Leben und euer Besitz einfach nur durch das Aussprechen des Glaubensbekenntnisses geschützt waren. Allah zeigte sich jedoch großzügig indem Er euch für euren Glauben und eure Aufrichtigkeit bekannt gemacht hat. Seid also umsichtig, damit ihr nicht einen Gläubigen umbringt oder diejenigen, welche sich bekehren wollen so behandelt, wie euch widerfahren ist. Wahrlich, Allah kennt euer Tun und wird es euch vergelten.


Sure 4, Vers 95: Und nicht sind diejenigen Gläubigen, welche daheim ohne Bedrängnis sitzen, gleich denen, die in Allahs Weg streiten mit Gut und Blut. Allah hat die, welche mit Gut und Blut streiten, im Rang über die, welche daheim sitzen, erhöht. Allen hat Allah das Gute versprochen; aber den Eifernden hat Er vor den daheim Sitzenden hohen Lohn verheißen,

Sure 4, Vers 95: Diejenigen Gläubigen, die daheim bleiben (statt in den Krieg zu ziehen) – abgesehen von denen, die eine (körperliche?) Schädigung (als Entschuldigungsgrund vorzuweisen) haben -, sind nicht denen gleich(zusetzen), die mit ihrem Vermögen und mit ihrer eigenen Person um Gottes willen Krieg führen (w. sich abmühen). Gott hat diejenigen, die mit ihrem Vermögen und mit ihrer eigenen Person Krieg führen, gegenüber denjenigen, die daheim bleiben, um eine Stufe höher bewertet (w. ausgezeichnet). Aber einem jeden (Gläubigen, ob er daheim bleibt oder Krieg führt) hat Gott das (Aller)beste (d.h. das Paradies) versprochen. Doch hat Gott die Kriegführenden gegenüber denen, die daheim bleiben, mit gewaltigem Lohn ausgezeichnet,

Tafsir al-Jalalayn 4,95: Gläubige, welche zuhause sitzen und nicht in Allahs Weg eifern – außer sie haben eine Verletzung oder Behinderung wie z.B. eine chronische Krankheit oder Blindheit – sind denen, welche mit Gut und Blut in Allahs Weg eifern nicht ebenbürtig. Allah bevorzugt diejenigen, welche mit Gut und Blut in Seinem Weg eifern im Vergleich zu denen, welche aufgrund einer Verletzung zuhause bleiben. Obwohl auch letztere einen (kleineren) Verdienst aufweisen denn beide haben ja dieselbe Absicht. Allah zollt jedoch denjenigen den größeren Verdienst, welche den (heiligen) Kampf ausgeführt haben. Er versprach beiden Gruppen den allerbesten Lohn – das Paradies – obwohl Er diejenigen bevorzugt, welche in Allahs Weg eifern gegenüber denen welche ohne Verletzung zuhause bleiben. Ersteren wird ein großer Lohn zuteil, …


Sure 4, Vers 96: Rangstufen von Ihm und Vergebung und Barmherzigkeit; denn Allah ist nachsichtig und barmherzig.

Sure 4, Vers 96: (mit besonderen) Rangstufen (die sie) von ihm (im Paradies zugewiesen bekommen) und Vergebung und Barmherzigkeit. Gott ist barmherzig und bereit zu vergeben.

Tafsir al-Jalalayn 4,96: und verschiedene Rangstufen in Ehre werden von Ihm (zugewiesen), sowie Vergebung und Gnade. Wahrlich, Allah gewährt Seinen Freunden ewig währende Vergebung und ist gnadenreich gegenüber denen, welche Ihm gehorchen.


Sure 4, Vers 97: Siehe, diejenigen, welche wider sich gesündigt haben, nahmen die Engel fort und sprachen zu ihnen: “Wozu gehört ihr?” Sie sprachen: “wir sind die Schwachen im Land.” Sie sprachen: “Ist nicht Allahs Land weit genug, daß ihr hättet auswandern können in das selbe?” Und jene, … ihre Behausung ist Dschahannam, und schlimm ist die Fahrt dorthin:

Sure 4, Vers 97: Zu denen, die (zu Lebzeiten durch ihre Weigerung, sich offen zum Islam zu bekennen) gegen sich selber gefrevelt haben, sagen die Engel, wenn sie sie abberufen: ‘In was für Umständen waret ihr (denn zu euren Lebzeiten, daß ihr nicht gläubig geworden seid)?’ Sie sagen: ‘Wir waren (überall) im Land unterdrückt (und konnten es deshalb nicht wagen, uns zum Glauben zu bekennen).’ Sie (d.h. die Engel) sagen: ‘War (denn) die Erde Gottes nicht weit (genug), so daß ihr darauf hättet auswandern (und in der neuen Umgebung als Gläubige leben) können?’ Diese (Schwächlinge) wird die Hölle aufnehmen – ein schlimmes Ende! -

Tafsir al-Jalalayn 4,97: Folgendes wurde bezüglich einer Gruppe von Menschen offenbart, welche sich zwar zum Islam bekehrten aber nicht (von Mekka) auswanderten. Sie wurden in der Schlacht von Badr zusammen mit den Ungläubigen totgeschlagen. Die Todesengel werden denen, die sündigten, indem sie bei den Ungläubigen blieben und es versäumten hatten auszuwandern, vorwurfsvoll sagen: “Was war euer Problem? Wie waren die Umstände bezüglich eurer Religion?“ Sie werden Ausreden finden und sagen: “Wir wurden unterdrückt und konnten unsere Religion in Mekka nicht durchsetzen.“ Die Engel werden vorwurfsvoll antworten: “Hat es denn nicht genug Platz auf Allahs Erde, daß ihr vom Orte der Ungläubigen anderswo hin hättet auswandern können, wie dies andere auch getan haben?“ Allah, der Erhabene sagt dazu: Sollen sie in der Hölle wohnen; ein schlimmes Ende nimmt die Fahrt dorthin.


Sure 4, Vers 98: Ausser den Schwachen unter den Männern und Frauen und Kindern, die sich nicht zu helfen vermögen und nicht des Weges geleitet sind.

Sure 4, Vers 98: Ausgenommen die unterdrückten Männer, Frauen und Kinder, die über keine Möglichkeit verfügen (sich aus Mekka wegzustehlen) und (aus Hilflosigkeit) auf dem Weg (den sie eingeschlagen haben) nicht rechtgeleitet sind.

Tafsir al-Jalalayn 4,98: Ausgenommen (sind) die Unterdrückten unter ihnen, die Männer, Frauen und Kinder welche nicht in der Lage sind, einen Plan zu ersinnen, welche keine Kraft haben, auszuwandern und weder Wegleitung noch Mittel besitzen, ins Land der Ausgewanderten zu ziehen.


Sure 4, Vers 99: Ihnen verzeiht Allah vielleicht, denn Allah ist nachsichtig und verzeihend.

Sure 4, Vers 99: Denen wird Gott vielleicht verzeihen. Gott ist bereit, Nachsicht zu üben und zu vergeben.

Tafsir al-Jalalayn 4,99: Denen wird Allah vielleicht verzeihen, denn Er ist immer bereit, Nachsicht zu üben und zu vergeben.


Sure 4, Vers 100: Und wer auswandert in Allahs Weg, wird auf der Erde manche Zuflucht und Hilfsmittel finden. Und wer sein Haus verlässt und zu Allah und Seinem Gesandten auswandert, und der Tod ereilt ihn dann, dessen Lohn fällt Allah zu; und Allah ist verzeihend und barmherzig.

Sure 4, Vers 100: Wenn einer um Gottes willen auswandert, findet er auf der Erde viel Gelegenheit, sich (aus seiner bisherigen Umgebung) zurückzuziehen, und Spielraum (genug). Und wenn einer sein Haus verlässt, um zu Gott und seinem Gesandten auszuwandern, und ihn hierauf der Tod ereilt (w. erreicht), fällt es Gott anheim, ihn zu belohnen. Gott ist barmherzig und bereit zu vergeben.

Tafsir al-Jalalayn 4,100: Wer in Allahs Weg auswandert, wird auf Erden viele Zufluchtsstätten, viele Gebiete wo Auswanderer wohnen und eine Fülle an Vorkehrungen antreffen. Wer immer sein Haus verlässt indem er zu Allah und Seinem Gesandten auswandert und er wird unterwegs vom Tode überrascht – wie dies z.B. Junda b. Damra al-Laythi passiert ist – seine Belohnung liegt bei Allah und wird von Ihm festgelegt. Er ist wahrhaftig vergebend und voll Gnade ewiglich.


Sure 4, Vers 104
Und erlahmet nicht in der Verfolgung des Volkes der Ungläubigen; leidet ihr, siehe, so leiden sie, wie ihr leidet. Ihr aber erhoffet von Allah, was sie nicht erhoffen; und Allah ist wissend und weise.

Sure 4, Vers 104: Und laßt nicht nach (in eurer Bereitschaft), den Feind aufzusuchen (und zum Kampf zu stellen)! Wenn ihr (unter den Beschwerden des Krieges) zu leiden habt, so hat er (ebenso darunter) zu leiden wie ihr. Ihr aber habt von Seiten Gottes zu erhoffen, was er nicht zu erhoffen hat. Gott weiß Bescheid und ist weise.

Tafsir al-Jalalayn 4,104: Nachdem sie von der Schlacht bei Uhud zurückgekommen waren, sandte der Prophet eine Gruppe seiner Getreuen aus, um Abu Sofian und seine Helfer zu finden. Sie (waren aber nicht willens und) beklagten sich über ihre Verletzungen. Folgendes wurde darauf offenbart: seid nicht ohnmächtig und schwach, wenn es darum geht, den Feind – die Ungläubigen – zu suchen, zu verfolgen und zu bekämpfen. Wenn ihr unter Wundschmerzen zu leiden habt, so sind auch sie auf dieselbe Art am leiden. Sie scheuen sich jedoch nicht davor zurück, euch zu bekämpfen. Ihr jedoch erhoffet von Allah den Sieg und die Belohnung für etwas was ihnen nicht vergönnt ist. Weil ihr also diesen Vorteil habt, solltet ihr williger sein (zu kämpfen) als sie. Allah ist allwissend und handelt weise auf all seinen Wegen.


Sure 5: „Der Tisch“ offenbart in Medina

 

Sure 5, Vers 34: Ausser jenen, welche bereuen, bevor ihr sie in eurer Gewalt habt. Und wisset, daß Allah verzeihend und barmherzig ist.

Sure 5, Vers 34: Ausgenommen diejenigen, die umkehren, (noch) bevor ihr Gewalt über sie habt. Ihr müsst wissen, daß Gott barmherzig ist und bereit zu vergeben.

Tafsir al-Jalalayn 5,34: Außer der Kriegshetzer und Wegelagerer, welche bereuen bevor ihr sie gefangen genommen habt. Denn wisse, daß Allah ihnen ihre Missetaten vergibt, Er ist barmherzig zu ihnen. Es besagt jedoch nirgends in diesem Vers, daß diese Verbrecher nicht den Bestrafungen der von Menschen gemachten Gesetzen ausgeliefert werden sollen, sondern es werden ihnen lediglich, wenn sie bereuen, die von Allah vorgeschriebenen Züchtigungen (hudud) erlassen. Ich bin dieser Meinung und kenne niemand anderen, der dieses Thema aufgegriffen hat. Und Allah weiß es (sowieso) am besten. Eine Person, welche also ein Mörder und auch ein Dieb ist, soll getötet und es sollen ihm seine Extremitäten wechselseitig abgehackt werden. Er soll jedoch nicht (auch noch) gekreuzigt werden. Dies ist die vernünftigere von den zwei Ansichten al-Shafiis. Die Reue (des Verbrechers) nützt ihm jedoch nichts, wenn er einmal von den Obrigkeiten festgenommen worden ist. Dies ist ebenso die vernünftigere von zwei Meinungen welche al-Shafii vertritt.


Sure 5, Vers 35: O ihr, die ihr glaubt, fürchtet Allah und trachtet nach Vereinigung mit Ihm und streitet in Allahs Weg; vielleicht ergeht es euch wohl.

Sure 5, Vers 35: Ihr Gläubigen! Fürchtet Gott und trachtet danach, ihm nahe zu kommen, und führet um seinetwillen Krieg (w. müht euch um seinetwillen ab)! Vielleicht wird es euch (dann) wohl ergehen.

Tafsir al-Jalalayn 5,35: O ihr Gläubigen, fürchtet Allah, fürchtet Seine Züchtigungen indem ihr Ihm gehorcht und trachtet danach, (ebenso andere) Mittel als Gehorsam zu finden, damit ihr Ihm näher kommen könnt. Eifert in Seinem Weg um Seine Religion zu veredeln auf daß ihr gedeiht und triumphiert.


Sure 5, Vers 54: O ihr, die ihr glaubt, wenn sich einer von euch von seinem Glauben abkehrt, wahrlich, dann erhebt Allah ein Volk, daß er liebt und das ihn liebt, demütig vor den Gläubigen, stolz wider die Ungläubigen, streitend in Allahs Weg und nicht fürchtend den Tadel des Tadelnden. Das ist Allahs Huld, Er gibt sie, wem Er will, und Allah ist weltumfassend und wissend.

Sure 5, Vers 54: Ihr Gläubigen! Wenn sich jemand von euch von seiner Religion abbringen lässt (und ungläubig wird, hat das nichts zu sagen). Gott wird (zum Ersatz dafür) Leute (auf eure Seite) bringen, die er liebt, und die ihn lieben, (Leute) die den Gläubigen gegenüber bescheiden sind, jedoch die Ungläubigen ihre Macht fühlen lassen, und die um Gottes willen kämpfen (w. sich abmühen) und sich (dabei) vor keinem Tadel fürchten. Das ist die Huld Gottes. Er gibt sie, wem er will. Gott umfasst (alles) und weiß Bescheid.

Tafsir al-Jalalayn 5,54: O ihr Gläubigen wer von euch von seiner Religion abfällt, d.h. wer seiner Religion den Rücken kehrt und in den Unglauben zurückfällt – dies ist eine Bekanntmachung dessen, wovon Allah wusste daß es in der Zukunft stattfinden würde; einige der Gläubigen verließen nämlich den Glauben, nachdem der Prophet gestorben war – Allah wird gewiss an eurer Stelle andere finden, welche Er liebt und die Ihn lieben. Al Hakim erzählt in seiner sahih (Sammlung), daß der Prophet, indem er auf Abu Musa al-Ashari zeigte gesagt habe: „Es gibt Leute wie diesen.“ Sie sind demütig und einfühlsam gegenüber den anderen Gläubigen sowie streng und hart gegenüber den Ungläubigen. Sie eifern in Allahs Weg und fürchten den Tadel der Tadelnden nicht auf dieselbe Weise, wie die Heuchler den Tadel der Ungläubigen fürchten. Diese Beschreibung deutet auf Allahs Fülle hin; Er gibt wem Er will. Aus Allah (strömt) überfließende Fülle; Er kennt diejenigen, welche Seine Belohnung verdienen.


Sure 8: „Die Beute“ offenbart in Medina

Sure 8, Vers 12: Als Dein Herr den Engeln offenbarte: „Ich bin mit euch, festigt drum die Gläubigen. Wahrlich in die Herzen der Ungläubigen werfe ich Schrecken. So haut ein auf ihre Hälse und haut ihnen jeden Finger ab.“

Sure 8, Vers 12: (Damals) als dein Herr den Engeln eingab: Ich bin mit euch. Festigt diejenigen, die gläubig sind! Ich werde denjenigen, die ungläubig sind, Schrecken einjagen. Haut (ihnen mit dem Schwert) auf den Nacken und schlagt zu auf jeden Finger von ihnen!

Tafsir al-Jalalayn 8,12: Als euer Herr die Engel, welche die Muslime unterstützten ermunterte, sagte Er folgendes: „Ich halte zu euch mit Unterstützung und siegreicher Hilfe. Festigt die Gläubigen, helft ihnen und überbringt ihnen diese guten Nachrichten. Ich werde Angst und Schrecken in die Herzen der Ungläubigen werfen. Schlagt sie also über ihre Nacken, auf ihren Kopf und all ihre Finger.“ Das bedeutet, daß auf die Extremitäten ihrer Hände und Füße eingeschlagen werden soll. Wenn einer auf den Kopf eines Ungläubigen schlägt, dann soll er von seinem Rumpf getrennt wegrollen noch bevor das Schwert ihn getroffen hat. Der Prophet warf eine Handvoll Kieselsteine gegen die Götzendiener und jeder einzelne von ihnen wurde in seinen Augen getroffen. So wurden sie besiegt.


Sure 8, Vers 13: Solches, darum daß sie gegen Allah und Seinen Gesandten widerspenstig waren. Wer aber widerspenstig gegen Allah und Seinen Gesandten ist – siehe, so ist Allah streng im Strafen.

Sure 8, Vers 13: Das (wird ihre Strafe) dafür (sein), daß sie gegen Gott und seinen Gesandten Opposition getrieben haben (?). Wenn jemand gegen Gott und seinen Gesandten Opposition treibt (?), (muss er dafür büßen). Gott verhängt schwere Strafen.

Tafsir al-Jalalayn 8,13: Sie werden dergestalt bestraft, weil sie mit Allah und Seinem Gesandten stritten und sich ihnen widersetzt haben. Wer immer mit Allah und Seinem Gesandten streitet, wahrlich ihm wird die strengste Vergeltung Allahs zuteil werden.


Sure 8, Vers 15: O ihr, die ihr glaubt, so ihr auf die schlachtbereiten Ungläubigen stoßet, so wendet ihnen nicht den Rücken.

Sure 8. Vers 15: Ihr Gläubigen! Wenn ihr mit den Ungläubigen in Gefechtsberührung kommt, dann kehret ihnen nicht den Rücken!

Tafsir al-Jalalayn 8,15: O ihr die glaubt; wenn ihr auf die Ungläubigen stößt, welche sich aufgrund ihrer großen Zahl nur langsam vorwärts bewegen können, kehrt ihnen nicht den Rücken und flieht.


Sure 8, Vers 16: Und wer ihnen an jenem Tage den Rücken kehrt, außer, er wende sich ab zum Kampf oder zum Anschluss zu einem Trupp, der hat sich Zorn von Allah zugezogen und seine Herberge ist Dschahannam, und schlimm ist die Fahrt dorthin.

Sure 8, Vers 16: Wer ihnen alsdann den Rücken kehrt – und sich dabei nicht (nur) abwendet, um (wieder)zu kämpfen, oder abschwenkt (um) zu einer (anderen) Gruppe (zu stoßen und sich dort am Kampf zu beteiligen) -, der verfällt dem Zorn Gottes, und die Hölle wird ihn (dereinst) aufnehmen. Ein schlimmes Ende!

Tafsir al-Jalalayn 8,16: Wer ihnen den Rücken kehrt am Tage der Auseinandersetzung – außer er dreht sich nur um, damit er sich für eine neue Kampfrunde vorbereiten kann oder er wendet die Flucht als Trick an um erneut anzugreifen oder er schließe sich zwecks Verstärkung einer anderen Gruppe von Muslimen an ­– der hat wahrlich Allahs Zorn auf sich geladen und wird in der Hölle verweilen, das Ende einer schrecklichen Reise. Diese Drohung gilt jedoch nur solange als die Anzahl der Ungläubigen nicht doppelt so groß ist wie die der Gläubigen.


Sure 8, Vers 39: Und kämpfet wider sie, bis kein Bürgerkrieg mehr ist und bis alles an Allah glaubt. Stehen sie ab, siehe, so sieht Allah ihr Tun.“

Sure 8, Vers 39: Und kämpft gegen sie, bis niemand (mehr) versucht, (Gläubige zum Abfall vom Islam) zu verführen, und bis nur noch Gott verehrt wird! Wenn sie jedoch (mit ihrem gottlosen Treiben) aufhören (und sich bekehren), so durchschaut Gott wohl, was sie tun.

Tafsir al-Jalalayn 8,39: Und bekämpft sie bis ihre Rebellion und ihr Götzendienst ein Ende nehmen, und bis die Religion Allah allein gehört und keine anderen (Götter) mehr verehrt werden. Falls sie sich aber weigern, von ihrem Unglauben abzufallen, wahrlich Allah sieht was sie tun und Er wird ihnen entsprechend heimzahlen.


Sure 8, Vers 45: O ihr, die ihr glaubt, so ihr auf eine Schar treffet, stehet fest und gedenket häufig Allahs; vielleicht ergeht es euch wohl.

Sure 8, Vers 45: Ihr Gläubigen! Wenn ihr mit einer Gruppe von Ungläubigen zusammentrefft (und es zum Kampf kommt), dann seid standhaft und gedenket Gottes ohne Unterlaß!

Tafsir al Jalalayn 8,45: O ihr, die ihr glaubt, wenn ihr auf eine Gruppe von Ungläubigen stoßt, steht aufrecht und zusammen und bekämpft sie und flieht nicht und zieht euch nicht zurück und gedenkt Allahs und bittet Ihn um Sieg, so daß ihr obsiegt und triumphiert.


Die Vernichtung der Banu Quraiza

Erläuterungen zu den Versen 55 – 62:

In der Biographie Mohammeds werden die Verse 55 – 62 von Sure 8 der Vernichtung des jüdischen Stammes der Banu Quraiza zugeordnet. R. Paret schreibt: “Bell hält es für so gut wie sicher, daß die Verse 55-62 auf den Grabenkrieg (627) zu beziehen sind (I, S. 161: »with its reference to those who always break their covenant, i.e. the Quraiza, who are to be so dealt with as to terrify those behind them, and others with whom peace is to be made if they incline to it, i.e. the Quraish and their allies whom Muhammad tried to by off by negotiation«)”. (Digitale Bibliothek, Rudi Paret, Der Koran, Kommentar zu Sure 9, S. 191, Verlag W. Kohlhammer)


Sure 8, Vers 55: Siehe, schlimmer als das Vieh sind bei Allah die Ungläubigen, die nicht glauben:

Sure 8, Vers 55: Als die schlimmsten Tiere gelten bei Gott diejenigen, die ungläubig sind und (auch) nicht glauben werden (?) (oder: und (um alle Welt) nicht glauben wollen?),

Tafsir al-Jalalayn 8,55: Folgendes wurde bezüglich der Banu Quraiza offenbart: Gemäß Allahs Ansicht sind die schlimmsten Viecher die undankbaren (Menschen) welche nicht glauben,


Sure 8, Vers 56: Die, so du einen Bund mit Ihnen machst, jedes Mal den Bund brechen und nicht gottesfürchtig sind.

Sure 8, Vers 56: (besonders) diejenigen von ihnen, mit denen du eine bindende Abmachung eingegangen hast, und die dann jedes Mal (wenn es darauf ankommt) ihre Abmachung in gottloser Weise (w. ohne gottesfürchtig zu sein) brechen.

Tafsir al-Jalalayn 8,56: … (es sind) diejenigen, mit welchen ihr einen Vertrag abgeschlossen habt, auf daß sie die Götzendiener nicht unterstützen und die jedes Mal, wenn sie ein Bündnis eingegangen sind es sofort wieder brechen. Sie sind nicht gottesfürchtig in ihrem Verrat.

Kommentar von A. Th. Khoury: “Die Verse sind gegen den jüdischen Stamm der Quraiza, der sich bei der Schlacht von Badr untreu erwiesen hat. Der Koran warnt hier all jene, die gleich dem Quraiza-Stamm sich von der Vertragstreue wegstehlen wollen. Es geht wahrscheinlich um die kritische Situation zu Beginn des Grabenkrieges.” (A. Th. Khoury, Der Koran, Übersetzung und Kommentar, Band 7, 1996, Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh, Seite 255)


Sure 8, Vers 57: Und so du sie im Krieg gefangen nimmst, verscheuche mit ihnen (nämlich durch die Strafen, die du über sie verhängst) ihr Gefolge; vielleicht lassen sie sich mahnen.

Sure 8, Vers 57: Wenn du sie nun im Krieg zu fassen bekommst, dann verscheuche mit ihnen diejenigen, die hinter ihnen dreinkommen! Vielleicht werden sie sich (dann) mahnen lassen (d.h. verfahre derart mit ihnen, daß diejenigen, die nach ihnen kommen, es zum warnenden Beispiel nehmen und nicht denselben Irrweg einschlagen)!

Tafsir al-Jalalayn 8,57: Wenn ihr also auf sie stößt und sie im Kriegsgetümmel findet, so behandelt sie solcherart – indem ihr ein Exempel statuiert und sie (gewaltig) bestraft – daß ihre Kämpfer in den hinteren Reihen auseinanderstieben und sich zerstreuen. (Damit sie sich erinnern und diesem Beispiel Beachtung schenken.)


Sure 8, Vers 58: Und so du Verräterei von deinem Volke befürchtest, erweise ihm das gleiche. Siehe, Allah liebt nicht die Verräter.

Sure 8, Vers 58: Und wenn du von (gewissen) Leuten Verrat fürchtest, dann wirf ihnen (den Vertrag) ganz einfach (?) hin! Gott liebt diejenigen nicht, die Verrat begehen.

Tafsir al-Jalalayn 8,58: Und wenn ihr – gewisse Anzeichen wahrnehmend – euch vor Verrat von Seiten derjenigen mit welchen ihr einen Vertrag abgeschlossen habt, fürchtet, so kehrt den Spieß um und löst ihr Bündnis in Fairness auf. Das heißt, informiert sie darüber (über die Auflösung des Vertrags), damit beide Parteien im Bilde sind; denn sonst könnten sie ja euch des Vertragbrechens beschuldigen. Wahrlich, Allah liebt die Vertragsbrecher nicht.


Sure 8, Vers 59: Und denke nicht, daß die Ungläubigen gewinnen; sie vermögen Allah nicht zu schwächen.

Sure 8, Vers 59: Und diejenigen, die ungläubig sind, sollen ja nicht meinen, sie würden (uns) davonlaufen (w. sie würden das Rennen machen?). Sie können sich (unserem Zugriff) nicht entziehen.

Tafsir al-Jalalayn 8,59: Folgendes wurde bezüglich denen offenbart, welchen es gelungen war, am Tage der Schlacht bei Badr zu fliehen: Verunmögliche es, oh Mohammed, daß die Ungläubigen annehmen, sie hätten Allah übertroffen und seien Ihm entkommen. Wahrlich, sie können sich nicht davonmachen und Ihm entkommen.


Sure 8, Vers 60: So rüstet wider sie, was ihr vermögt an Kräften und Roßehaufen, damit in Schrecken zu setzen Allahs Feind und euern Feind und andre außer ihnen, die ihr nicht kennt, Allah aber kennt. Und was ihr auch spendet in Allahs Weg, Er wird es euch wiedergeben, und es soll euch kein Unrecht geschehen.

Sure 8, Vers 60: Und rüstet für sie, soviel ihr an Kriegsmacht und Schlachtrossen (aufzubringen) vermögt, um damit Gottes und eure Feinde einzuschüchtern, und andere außer ihnen, von denen ihr keine Kenntnis habt, (wohl) aber Gott! Und wenn ihr etwas um Gottes willen spendet, wird es euch (bei der Abrechnung im Jenseits) voll heimgezahlt. Und euch wird (dabei) nicht Unrecht getan.

Tafsir Ibn Abbas 8,60: Bereitet euch vor mit allen euch zu Verfügung stehenden Mitteln wie Waffen und angebundenen weiblichen Pferden, welche bereit sind zu kämpfen, gegen die Banu Quraiza zu ziehen. Damit ihr auf diese Weise (mit den Pferden) den Feind Allahs – inklusive anderen neben den Banu Quraiza und allen Arabern – erschreckt und terrorisiert bezüglich ihrer Religion und sie tötet. Es wurde gesagt, daß sich dies auch auf die Ungläubigen unter den dschinn (Geister) bezieht, welche ihr nicht kennt und von denen ihr auch nicht wissen könnt, wie groß ihre Zahl ist. Allah aber kennt sie und ihre Menge. Und was ihr auch spendet in Allahs Weg indem ihr Ihm gehorcht, ob es sich nun um Waffen oder Pferde handelt, es wird euch voll und ganz zurückbezahlt werden. Euch wird kein Unrecht geschehen; in dieser Vergeltung werdet ihr nicht zu kurz kommen.

Tafsir al Jalalayn 8,60: Was ihr immer an (Streit)Kräften zur Verfügung habt, bereitet euch vor ‚sie’ zu bekämpfen. Der Prophet sagte, daß ‚sie’ sich auf die ‚Bogenschützen’ und angebundenen („für den Weg Allahs zurückgehaltenen“) Pferde beziehe. Damit ihr auf diese Weise den Feind Allahs und euren Feind, die Ungläubigen Mekkas sowie angewandte Orte die ihr nicht kennt (im Gegensatz zu den Heuchlern und den Juden die ihr kennt), die aber Allah bekannt sind, erschreckt und terrorisiert. Und was ihr auch spendet in Allahs Weg, die Vergeltung dafür wird euch voll und ganz zurückbezahlt werden und es soll euch kein Unrecht geschehen; ihr werdet nicht zu kurz kommen.

Kommentar von A. Th. Khoury: Zum Versabschnitt “und andere außer ihnen, die ihr nicht kennt”: erläutert Khoury: “Diese heimlichen Feinde sind entweder die Heuchler oder die Widersacher in den eigenen Reihen.”(A. Th. Khoury, Der Koran, Übersetzung und Kommentar, Band 7, 1996, Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh, Seite 259)

Die beiden oben stehenden exegetischen Ausführungen ergänzen sich bezüglich derjenigen Gruppierungen, die zu bekämpfen sind. Sogar ungläubige Geister werden als Gefahr für die Umma genannt, ohne daß allerdings die Art und Weise ihres schädlichen Einflusses genauer spezifiziert würde. Der Kampf soll nicht nur den Banu Quraiza gelten, vielmehr wird die Aufforderung “Allahs Feind und euern Feind in Schrecken zu setzen” generalisiert.


Sure 8, Vers 61: Sind sie aber zum Frieden geneigt, so sei auch du ihm geneigt und vertrau auf Allah, siehe, Er der Hörende, der Wissende.

Sure 8, Vers 61: Und wenn sie (d.h. die Feinde) sich dem Frieden zuneigen, dann neige (auch du) dich ihm zu (und laß vom Kampf ab)! Und vertrau auf Gott! Er ist der, der (alles) hört und weiß.

Tafsir al-Jalalayn 8,61: Und wenn sie zum Frieden neigen, dann tut dies auch und schließt einen Vertrag mit ihnen. Ibn Abbas sagte: ’Obiges wurde vom Schwertvers (9:5) abrogiert.’ – Mujahid hingegen meinte: ’ Diese Verfügung kann nur in Bezug auf die Menschen der Schrift angewendet werden, denn sie wurde für die Banu Quraiza offenbart.’ – Verlasst euch auf Allah und vertraut Ihm. Wahrlich, Er ist es, der die Worte hört und die Handlungen wahrnimmt.


Sure 8, Vers 62: Und so sie dich betrügen wollen, so ist Allah dein Genüge. Er ist’s, der dich mit Seiner Hilfe stärkt und mit den Gläubigen,

Sure 8, Vers 62: Aber wenn sie dich betrügen wollen, dann laß dir an Gott genügen, – (an) ihm, der dich mit seiner Hilfe und mit den Gläubigen gestärkt,

Tafsir al-Jalalayn 8,62: Und falls sie es wünschen euch zu hintergehen indem sie eine Friedensvereinbarung treffen nur um sich zum Krieg gegen euch zu rüsten, dann soll Allah euch genügen. Er ist es, der euch mit seiner Hilfe und mit (derjenigen) der Gläubigen gestärkt hat;


Sure 8, Vers 65: O du Prophet feuere die Gläubigen zum Kampfe an, sind auch nur zwanzig Standhafte unter euch, sie überwinden zweihundert, und so unter euch hundert sind, so überwinden sie tausend der Ungläubigen, dieweil sie ein Volk ohne Einsicht sind.

Sure 8, Vers 65: Prophet! Feure die Gläubigen zum Kampf an! Wenn unter euch zwanzig sind, die Geduld (und Ausdauer) zeigen, werden sie über zweihundert, und wenn unter euch hundert sind, werden sie über tausend von den Ungläubigen siegen. (Das geschieht diesen) dafür, daß es Leute sind, die keinen Verstand haben.

Tafsir al-Jalalayn 8,65: Oh Prophet, ermahne die Gläubigen und feure sie zum Kampf gegen die Ungläubigen an. Wenn zwanzig von euch standhaft sind können sie zweihundert besiegen. Und wenn ihr hundert Mann stark seid, so könnt ihr tausend Ungläubige überwältigen, denn es mangelt ihnen (gewiss) an Verstand. Als die Anzahl der kriegsbereiten Muslime anwuchs, wurde dieser Vers mit folgenden Worten Allahs abrogiert: …


Sure 8, Vers 66: Nunmehr hat es euch Allah leicht gemacht, denn Er weiß, daß in euch Schwachheit ist. Und so unter euch hundert Standhafte sind, überwinden sie zweihundert; und so unter euch tausend sind, überwinden sie zweitausend mit Allahs Erlaubnis. Und Allah ist mit den Standhaften.

Sure 8, Vers 66: Jetzt (aber) hat Gott euch Erleichterung gewährt. Er weiß ja, daß unter euch Schwachheit vorkommt. Wenn nun unter euch hundert sind, die Geduld (und Ausdauer) zeigen, werden sie – mit Gottes Erlaubnis – über zweihundert, und wenn unter euch tausend sind, werden sie über zweitausend siegen. Gott ist mit denen, die geduldig sind.

Tafsir al-Jalalayn 8,66: … nun hat Allah eure Last erleichtert denn Er weiß, daß es Schwäche unter euch gibt welche es verunmöglicht, daß ihr zehnmal so viele Feinde bekämpfen könnt. Wenn es also hundert standhafte unter euch gibt, so können sie zweihundert überwinden; und wenn es tausend gibt, so können sie zweitausend überwinden, so Allah will. (Mit anderen Worten: bekämpft die doppelte Anzahl von Feinden und seid standhaft gegen sie.) Und Allah wird standhaft in seiner Unterstützung sein.


Sure 8, Vers 67: Noch vermochte kein Prophet Gefangene zu machen, ehe er nicht auf Erden gemetzelt. Ihr wollt die Güter dieser Welt, Allah aber das jenseits, und Allah ist mächtig und weise.

Sure 8, Vers 67: Kein Prophet darf (Kriegs)gefangene haben (und sie gegen Lösegeld freigeben), solange er nicht (die Gegner überall) im Landvollständig niedergekämpft hat. Ihr wollt die Glücksgüter des Diesseits, aber Gott will (für euch) das Jenseits. Er ist mächtig und weise.

Tafsir al-Jalalayn 8,67: Folgendes wurde offenbart als der Prophet und seine Getreuen ihre Kriegsgefangenen von Badr aufteilten: Es ziemt sich nicht für einen Propheten, daß er Kriegsgefangene nimmt solange er nicht alle Ungläubigen im Land niedergemetzelt hat. Oh ihr Gläubigen, indem ihr Beute verteilt trachtet ihr nach den vergänglichen Gütern und dem kurzlebigen Gewinn des Diesseits, währendem sich Allah für euch das Jenseits mit seinen Belohnungen wünscht, falls ihr jene (die Kriegsgefangenen) umbringt. Er ist mächtig und weise. – Dieser Vers wurde später abrogiert und mit seinen Worten (47,4) ersetzt: die Kriegsgefangenen sollen entweder durch Gnade freigelassen oder losgekauft werden.


Sure 8, Vers 68: Wäre nicht eine Schrift von Allah zuvorgekommen, so hätte euch für das, was ihr nahmt, gewaltige Strafe betroffen.

Sure 8, Vers 68: Wenn es nicht eine Bestimmung (w. Schrift) von Gott gäbe, die bereits vorliegt, würdet ihr hinsichtlich dessen, was ihr (an Lösegeld für die Gefangenen?) eingeheimst habt (oder: was ihr (den Gefangenen ab)genommen habt?), eine gewaltige Strafe erleiden.

Tafsir al-Jalalayn 8,68: Wäre nicht vorher ein Befehl von Allah offenbart worden welcher besagt, daß es erlaubt ist, Beute zu ergattern und Kriegsgefangene zu nehmen, so wäret ihr auf schreckliche Weise dafür bestraft worden, was ihr euch an Lösegeld angeeignet habt.


Sure 8, Vers 69: So esset von dem, was ihr erbeutetet, was erlaubt ist und gut. Und fürchtet Allah; siehe, Allah ist nachsichtig und barmherzig.

Sure 8, Vers 69: Zehrt (w. Esst) nun von dem, was ihr erbeutet habt, soweit es erlaubt und gut ist! Und fürchtet Gott! Er ist barmherzig und bereit zu vergeben.

Tafsir al-Jalalayn 8,69: Nun esst von dem Geplünderten was erlaubt und gut ist. Fürchtet Allah, denn Er ist wahrlich vergebend und voll Gnade.


Sure 8, Vers 70: O du Prophet, sprich zu den Gefangenen in euren Händen: “So Allah Gutes in euren Herzen erkennt, wird Er verzeihen. Denn Allah ist verzeihend und barmherzig.”

Sure 8, Vers 70: Prophet! Sag zu den (Kriegs)gefangenen, die ihr in eurer Gewalt habt: “Wenn Gott an eurem Herzen etwas Gutes findet (w. weiß) (und ihr geneigt seid, den Islam anzunehmen), wird er euch etwas Besseres geben als das, was euch (ab)genommen worden ist, und wird euch vergeben. Gott ist barmherzig und bereit zu vergeben.”

Tafsir al-Jalalayn 8,70: Oh Prophet; sag deinen Gefangenen folgendes: ’Falls Allah irgendeinen Funken von Glauben oder aufrichtiger Frömmigkeit in euren Herzen entdeckt, wird Er euch reicher belohnen als das was von euch erbeutet wurde. Er wird es in dieser Welt auf ein Vielfaches vermehren, Er wird euch im Jenseits belohnen und eure Sünden vergeben. Wahrlich; Allah ist vergebend und voll Gnade.’


Sure 8, Vers 71: Und so sie Verrat an dir üben wollen, so haben sie schon zuvor an Allah Verrat geübt. Er gab sie deshalb in eure Gewalt, und Allah ist wissend und weise.

Sure 8, Vers 71: Wenn sie aber Verrat an dir üben wollen (braucht man sich nicht zu wundern).
Schon) vorher haben sie Gott gegenüber treulos gehandelt, worauf er (euch) Gewalt über sie gegeben hat. Gott weiß Bescheid und ist weise.

Tafsir al-Jalalayn 8,71: Wenn die Gefangenen euch also mit Worten zu verraten suchen; sie haben Allah schon vorgängig (vor der Schlacht zu Badr) betrogen. Er hat euch dann (bei Badr) die Vollacht erteilt, sie abzuschlachten und gefangen zu nehmen. Also lasst sie ähnliches erwarten, falls sie euch erneut verraten wollen. Allah kennt seine Geschöpfe und ist weise im Handeln.


Sure 8, Vers 72: Siehe, diejenigen, welche glauben und ausgewandert sind und mit Gut und Blut in Allahs Weg stritten und dem Propheten Herberge und Hilfe gewährten, die sollen sein eines des andern Verwandter. Und jene, welche glauben, aber nicht auswanderten, die sollen in nichts in Verwandtschaft mit euch stehen, ehe sie nicht ausgewandert sind. So die euch aber in Sachen des Glaubens um Hilfe angehen, so liegt es euch ob, ihnen zu helfen, außer gegen ein Volk, zwischen dem und euch ein Bündnis besteht. Und Allah schaut euer Tun.

Sure 8, Vers 72: Diejenigen, die glauben und ausgewandert sind und mit ihrem Vermögen und in eigener Person um Gottes willen Krieg geführt (w. sich abgemüht) haben, und diejenigen, die (ihnen) Aufnahme gewährt und Beistand geleistet haben, die sind untereinander Freunde. Zu denen aber, die glauben und nicht ausgewandert sind, steht ihr in keinem Freundschaftsverhältnis, solange sie nicht (ebenfalls) ausgewandert sind. Doch wenn sie euch im Hinblick auf die Religion (des Islam, zu der sie sich ebenso bekennen wie ihr) um Beistand bitten, seid ihr verpflichtet, Beistand zu leisten, es sei denn (sie bitten euch um Hilfe) gegen Leute, mit denen ihr in einem Vertragsverhältnis steht.Gott durchschaut wohl, was ihr tut.

Tafsir al-Jalalayn 8,72: Wahrlich diejenigen welche gläubig waren und auswanderten, mit Gut und Blut in Allahs Weg eiferten sowie die Helfer welche dem Prophet und seinen Getreuen Zuflucht gewährten, diese sind miteinander verbündet durch gegenseitige Unterstützung und Teilen des erworbenen Gutes. Gegenüber denjenigen, welche zwar glauben aber nicht ausgewandert sind habt ihr keine Verpflichtung, ein Bündnis einzugehen. Zudem müsst ihr weder Gut noch Beute mit ihnen teilen, bis sie ausgewandert sind. – Folgendes abrogiert jedoch das Vorausgegangene: wenn sie euch aber um Unterstützung in Sachen der Religion bitten dann ist es eure Pflicht, ihnen gegen die Ungläubigen beizustehen, außer wenn da schon ein früheres Bündnis oder Vertrag zwischen euch und (diesen Ungläubigen) besteht. In diesem Fall unterstützt sie (die noch nicht ausgewanderten Gläubigen) nicht, damit ihr nicht zu Vertragsbrechern werdet, denn Allah sieht all euer Handeln.


Sure 8, Vers 73: Und die Ungläubigen sind auch einer des anderen Verwandter; so ihr dies nicht tut, entsteht Aufruhr im Land und großes Verderben.

Sure 8, Vers 73: Und diejenigen, die ungläubig sind, sind (ihrerseits) untereinander Freunde. Wenn ihr es nicht tut (d.h. wenn ihr euch nicht dementsprechend verhaltet), wird es (überall) im Land Versuchung (zum Abfall vom Glauben?) und großes Unheil geben.

Tafsir al-Jalalayn 8,73: Und die Ungläubigen sind miteinander verbündet, sie unterstützen sich gegenseitig und teilen ihr geistiges Erbe. Also gibt es nichts Gemeinsames zwischen euch und ihnen. Wenn ihr euch aber nicht mit den anderen Gläubigen verbündet und eure Beziehung zu den Ungläubigen abbrecht gibt es Rebellion und großes Verderben im Land. Der Unglaube wird zunehmen und der Islam schwach werden.


Sure 8, Vers 74: Die Gläubigen aber, welche auswanderten und in Allahs Weg stritten und dem Propheten Herberge und Hilfe gewährten, das sind die Gläubigen in Wahrheit. Ihnen gebührt Verzeihung und großmütige Versorgung.

Sure 8, Vers 74: Diejenigen, die glauben und ausgewandert sind und um Gottes willen Krieg geführt (w. sich abgemüht) haben, und diejenigen, die (ihnen) Aufnahme gewährt und Beistand geleistet haben, das sind die wahren Gläubigen.Sie haben (dereinst) Vergebung und vortrefflichen Unterhalt (zu erwarten).

Tafsir al-Jalalayn 8,74: Diejenigen, welche gläubig waren, auswanderten und in Allahs Weg eiferten, sowie diejenigen, welche ihnen Zuflucht und Hilfe gewährten; dies sind die wahrhaft Gläubigen. Ihnen werden im Paradies Vergebung und großzügige Vorkehrungen zuteil.


Sure 8, Vers 75: Und die, welche hernach gläubig wurden und auswanderten und mit euch stritten, auch diese gehören zu euch. Und die Blutsverwandten sind einer des anderen nächsten Verwandten. Dies ist in Allahs Buch; siehe, Allah weiß alle Dinge.

Sure 8, Vers 75: Und diejenigen, die nachträglich gläubig geworden und ausgewandert sind und mit euch zusammen Krieg geführt (w. sich abgemüht) haben, gehören zu euch. Aber die Blutsverwandten stehen einander am (aller)nächsten. (Das ist) in der Schrift Gottes (festgelegt) (oder: (So ist es) von Gott bestimmt). Gott weiß über alles Bescheid.

Tafsir al-Jalalayn 8,75: Und diejenigen, welche nach den ersten Gläubigen und Auswanderer Muslime wurden, später dann aber ebenso ausgewanderten und mit euch in Allahs Weg eiferten, sie gehören zu euch, oh Muhagirun (Ausgewanderten) und Ansar (Helfer). Blutsverwandte sind sich jedoch bezüglich des Erbgutes näher als diejenigen, welche aufgrund der gemeinsamen Religion und der (erfolgten) Auswanderung miteinander verwandt sind. Dies wurde ja im letzten Vers erwähnt und es ist im immerwährenden Buch Allahs festgehalten. Wahrlich Allah ist allwissend; dies schließt Seine Weisheit bezüglich der Erbgesetze mit ein.


Sure 9: „Die Reue“ offenbart in Medina

Der Beginn der Expansion

Ab 629 wendete sich das Kriegsglück klar zu Gunsten Mohammeds. Entsprechend dem erfreulichen imperialen Erfolg, der Seinem Gesandten beschieden war, offenbarte Allah neue Anweisungen und Interpretationen zum aktuellen Geschehen. Klar erkennbar ist in diesen göttlichen Botschaften der Wille, Seinem Gesandten mit den nötigen Handlungsanweisungen den Rücken zu stärken damit er die Ungläubigen, wenn sie sich nicht bekehren wollen, effizient bekriegen oder unterwerfen kann.

Erläuterungen zu den Versen 1 – 37:

Die Verse 1 – 37 von Sure 9 beziehen sich auf verschiedene geschichtliche Ereignisse; eine genaue Datierung der Offenbarungen ist oft nicht möglich, weshalb R. Paret in seinem Korankommentar schreibt: R. Bell unterzieht in seiner Abhandlung Muhammad’s Pilgrimage Proclamation (Journal of the Royal Asiatic Society 1937, S. 233-244) den Abschnitt 9,1-37 einer scharfsinnigen Analyse. Er kommt zu dem Ergebnis, daß zwei verschiedene Proklamationen miteinander verquickt sind:

   1. die Aufkündigung des Vertrags von Hudaibiya (vor der Eroberung von Mekka)
   2. die Proklamation während der Wallfahrt vom Jahr 630 (kurz nach der Eroberung, nicht, wie sonst angenommen wird, vom Jahr 631).

Zu 1. rechnet er die Verse 1. 4. 7 a. 8. 13-15. 17f., zu 2. die Verse 1. 3 a. 7. 12. 14-16. 19-22. 25-28. Die Verse 2 und 5 nimmt er mit Vers 36 a zusammen, und zwar in der Reihenfolge 36 a. 2. 5. (Kommentar zu Sure 9: Der Koran, S. 193 Verlag W. Kohlhammer) und kommt zum Schluss: “Im übrigen ist von vornherein zuzugeben, daß vieles dunkel bleibt”. (Digitale Bibliothek, Rudi Paret, Der Koran, Kommentar zu Sure 9, S. 193) Verlag W. Kohlhammer)

In der Tat bleibt bezüglich Datierung der Verse Einiges unklar, auch wenn man sie im Bemühen, Klarheit zu schaffen neu gruppiert – eine Arbeit die, wie wir gesehen haben, für das Verständnis des Korans ja auch andernorts unumgänglich ist. Es ist für einzelne Verse zwar eine Zuordnung zu einem spezifischen Ereignis möglich, aber der Zeitpunkt der Offenbarung ist trotzdem nicht mit Sicherheit bestimmbar. So beziehen sich die Verse 25 bis 27 auf die Schlacht bei Hunain; der Zeitpunkt ihrer Übermittlung kann jedoch nicht genau festgelegt werden.

Die Offenbarungen beinhalten also, nebst Interpretationen von kriegerischen Ereignissen, allgemeinen Belehrungen zu Glaubenstreue und dem verwerflichen Charakter aller Ungläubigen zwei wesentliche Themen:

1.  Die Aufhebung aller Verträge mit den Ungläubigen
2.  Die Einführung der Schutzgelderpressung

1. Die Aufhebung aller Verträge mit den Ungläubigen (Lossagung = bara’a)

Eine der beiden Forderungen aus den Offenbarungen Allahs in Sure 9, 1 – 37 ist diejenige nach der vollständigen Islamisierung der Ungläubigen. Verträge und Abmachungen werden gebrochen, geltende Bestimmungen abrogiert und ersetzt durch:

Vers 2
Vers 4
Vers 5   (Schwertvers)

Durch die erwähnten Befehle in Vers 2, 4 und 5, die den bedingungslosen Kampf beinhalten werden also alle vertraglichen Abmachungen, welche die Muslime mit Mekkanern, Beduinen oder “Schriftbesitzern” eingegangen sind hinfällig. Gemä
ß Tafsir al-Jalalayn soll spätestens 4 Monate nach Beginn des Monats Shawwal allgemeiner Kriegszustand herrschen.

J.C. Bürgel datiert diese “Stunde Null”, die “Lossagung” auf das Jahr 631 und führt die Verse 1 bis 5 als Belege auf. Damit ist das islamische Prinzip des immerwährenden expanisven Kampfes definitiv institutionalisiert und legitimiert:Unterwerfung forderte der Gesandte Gottes schließlich global in einer Verlautbarung, die 631 während der Wallfahrt nach Mekka verlesen wurde und in Form einer Offenbarung am Anfang von Sure 9 erhalten ist. Es ist die sogenannte “Lossagung” (bara’a), die Ankündigung aller mit den Polytheisten aus taktischen Gründen auf Zeit geschlossene Verträge. Den Bewohnern der arabischen Halbinsel wird eine Frist von vier Monaten eingeräumt, um das Land zu verlassen oder aber Umkehr zu tun, d.h. den Islam anzunehmen. Danach aber seien sie vogelfrei und es drohe ihnen gnadenloser Kampf.“ (Johann Christoph Bürgel, Allmacht und Mächtigkeit, München, Verlag C.H. Beck, 1991, Seite 76)

2. Die Einführung der Schutzgelderpressung

Ferner fällt in diese Periode des Wirkens Mohammeds, die durch zunehmenden Erfolg und starke Expansion gekennzeichnet ist, die Verurteilung der Christen und Juden mit der Forderung von Allah, dieselbigen totzuschlagen oder mindestens zu bekämpfen Vers 30 Auch die Einführung der Schutzgelderpressung, die für Millionen von „Schriftbesitzern“ in den kommenden Jahrhunderten eine Existenz in Entrechtung und Erniedrigung bedeutete, wurde jetzt eingeführt ► Vers 29

Einerseits verlangt der Koran von Allah, daß er die „Schriftbesitzer” totschlagen oder mindestens bekämpfen soll. Andererseits sollen sie der Schutzgelderpressung unterworfen werden. Die Anweisungen sind untereinander inkompatibel und ein klassisches Beispiel für die Widersprüchlichkeit des Koran:Einsicht in die Logik des Korans gewinnen wir aus einer großen Zahl ihm innewohnender Widersprüche. Oberflächlich gesehen löst der Koran diese Widersprüche indem er sich der „Abrogation“ bedient. Dies bedeutet, daß der später geschriebene Vers den früheren ersetzt.“

Es handelt sich hier um divergierende Gebote. Man müsste, unterzieht man die beiden Verse einer logischen Analyse zum Schluß kommen, daß einer der Verse ungültig ist. Es wurde aber keiner abrogiert – ein schönes Beispiel für die Dualität der koranischen Offenbarung. Ebenso wenig wurde die als Beweis für die islamische Toleranz von islamischen Apologeten unermüdlich zitierte Aufforderung des Propheten aus der mekkanischen Zeit, den “Schriftbesitzern” “mit Weisheit und schöner Ermahnung” zu begegnen:

Sure 16, Vers 125: Lade ein zum Weg Deines Herrn mit Weisheit und schöner Ermahnung; und streite mit ihnen in bester Weise. Siehe, Dein Herr weiß am besten, wer von Seinem Wege abgeirrt ist, und Er kennt am besten die Rechtgeleiteten.

aufgehoben.In Tat und Wahrheit jedoch wird der Koran von den Muslimen als das perfekte Wort Allahs betrachtet und somit gelten beide Verse als heilig und wahr. Der spätere Vers ist zwar „besser“ aber der frühere kann auch nicht falsch sein, weil Allah ja perfekt ist. Dies ist die Grundlage für den Dualismus. Beide Verse sind „richtig“. Beide Seiten dieses Widerspruches sind unter dem Gesichtswinkel dieser dualistischen Logik wahrhaftig. Die Umstände bestimmen, welcher Vers gerade benützt wird.

Das Studium des politischen Islam


Sure 9, Vers 1: Schuldlosigkeit sei von Allah und Seinem Gesandten denjenigen von den Götzendienern, mit denen ihr einen Vertrag geschlossen habt.

Sure 9, Vers 1: Eine Aufkündigung (des bisherigen Rechtsverhältnisses und Friedenszustandes) (oder: eine Schutzerklärung) von Seiten Gottes und Seines Gesandten (gerichtet) an diejenigen von den Heiden (d.h. von denen, die (dem einen Gott andere Götter) beigesellen), mit denen ihr eine bindende Abmachung eingegangen habt (oder, nach Frants Buhl: (gerichtet an die heidnische Welt, jedoch nicht) an diejenigen von den Heiden, mit denen ihr eine bindende Abmachung eingegangen habt): -

Tafsir al-Jalalayn 9,1: Dies ist eine Schutzerklärung von Allah und seinem Gesandten an die Götzendiener mit welchen ihr einen Vertrag geschlossen habt für eine unbestimmte Zeit oder für eine Zeitspanne von weniger oder mehr als vier Monaten; die Aufhebung dieses Vertrages erfolgt gemäss Allahs Anweisung:


Sure 9, Vers 2: Ziehet deshalb im Lande vier Monate lang umher und wisset, daß ihr Allah nicht zuschanden machen könnt und daß Allah die Ungläubigen zuschanden macht.

Sure 9, Vers 2: Zieht nun vier Monate (unbehelligt) im Land umher! Ihr müsst aber wissen, daß ihr euch dem Zugriff Gottes nicht werdet entziehen können, und daß Gott die Ungläubigen (früher oder später) zuschanden machen wird;

Tafsir al-Jalalayn 9,2:O ihr Götzendiener, zieht für vier Monate frei und sicher im Land umher – beginnend im Monat Shawwal, im Wissen was bald kommen wird – denn nachher wird es keine Sicherheit mehr geben für euch, und wisset, es gibt kein Entrinnen vor Allah. Das heisst, ihr werdet Seiner Bestrafung nicht entgehen denn Allah entwertet die Ungläubigen.“ Er entwürdigt sie in dieser Welt indem Er sie umbringen lässt und im Jenseits schickt Er sie ins Höllenfeuer.


Sure 9, Vers 3: Und eine Ankündigung sei von Allah und Seinem Gesandten an die Menschen am Tag der grösseren Pilgerfahrt, daß Allah los und ledig der Götzendiener ist, ebenso wie sein Gesandter. Und so ihr Busse tut, so ist’s besser für euch, kehrt ihr jedoch den Rücken, so wisset, daß ihr Allah nicht zuschanden machen könnt. Und verheisse den Ungläubigen schmerzliche Strafe.

Sure 9, Vers 3: und eine Aussage von Seiten Gottes und seines Gesandten an die Leute (allesamt, veröffentlicht) am Tag der großen Wallfahrt (des Inhalts), daß Gott und sein Gesandter der Heiden ledig sind (und ihnen für nichts mehr garantieren). – Wenn ihr euch nun bekehrt, ist das besser für euch. Wenn ihr euch aber abwendet (und die Botschaft des Islam weiter ablehnt), müsst ihr wissen, daß ihr euch dem Zugriff Gottes nicht werdet entziehen können. Und verkünde denen, die ungläubig sind, (daß sie dereinst) eine schmerzhafte Strafe (zu erwarten haben)! -

Tafsir al-Jalalayn 9,3: Eine Verkündigung (erfolgte) von Allah und Seinem Gesandten am Tage der großen Wallfahrt, am Tage des Opfers, daß Allah und Sein Gesandter nun frei von Ihrer Verpflichtung und von den Verträgen gegenüber den Götzendienern seien. Noch im selben Jahre 9 der Hijra sandte der Prophet Ali aus, welcher diese Verse am Tage des Opfers zu Mina verkündete. Laut Bukhari fügte er noch hinzu, daß es von diesem Jahr an den Ungläubigen nicht mehr erlaubt sein würde, eine Pilgerfahrt zu unternehmen oder den heiligen Bezirk nackt zu umwandeln. „Es ist vorteilhafter für euch, wenn ihr euren Unglauben bereut. Wenn ihr euch jedoch vom (rechten) Glauben abwendet, dann wisset, daß ihr Allah nicht entgehen könnt. Informiert also die Götzendiener, daß auf sie schmerzliche Strafe wartet; entweder Abschlachten oder Gefangennahme im Diesseits und das Höllenfeuer im Jenseits.“


Sure 9, Vers 4: Ausgenommen sind jedoch diejenigen der Götzendiener, mit denen ihr einen Vertrag geschlossen habt und die es hernach in nichts fehlen liessen und noch keinem wider euch beistanden. Ihnen gegenüber müsst ihr den Vertrag bis zu der (ihnen bewilligten) Frist halten. Siehe Allah liebt die Gottesfürchtigen.

Sure 9, Vers 4: Ausgenommen diejenigen von den Heiden, mit denen ihr eine bindende Abmachung eingegangen habt, und die euch hierauf in nichts (von euren vertraglichen Rechten) haben zu kurz kommen lassen und niemanden gegen euch unterstützt haben. Ihnen gegenüber müsst ihr die mit ihnen getroffene Abmachung vollständig einhalten, bis die ihnen zugestandene Frist abgelaufen ist (w. Für sie vollendet ihre Abmachung bis zu ihrer Frist!). Gott liebt die, die (Ihn) fürchten.

Tafsir al-Jalalayn 9,4: Ausgenommen diejenigen von den Heiden, mit denen ihr Verträge abgeschlossen habt und die ihren Verpflichtungen bezüglich sämtlichen Bedingungen treu geblieben sind und die den Ungläubigen in keiner Weise beigestanden sind noch sie gegen euch unterstützt haben. Ehret euer Bündnis mit ihnen bis die Frist abgelaufen ist, zu welcher ihr euch bereiterklärt. Wahrlich, Allah liebt die Ihn fürchten indem sie sich an Verträge halten.


Sure 9, Vers 5: Sind aber die heiligen Monate verflossen, so erschlaget die Götzendiener, wo ihr sie findet, und packet sie und belagert sie und lauert ihnen in jedem Hinterhalt auf. So sie jedoch bereuen und das Gebet verrichten und die Armensteuer zahlen, so lasst sie ihres Weges ziehen. Siehe, Allah ist verzeihend und barmherzig.

Sure 9, Vers 5: Und wenn nun die heiligen Monate abgelaufen sind, dann tötet die Heiden, wo (immer) ihr sie findet, greift sie, umzingelt sie und lauert ihnen überall auf! Wenn sie sich aber bekehren, das Gebet verrichten und die Almosensteuer geben, dann laßt sie ihres Weges ziehen! Gott ist barmherzig und bereit zu vergeben.

Tafsir al-Jalalayn 9,5: Wenn jedoch die heiligen Monate vorbei sind und die Zeitspanne des Aufschubes somit abgelaufen ist, so schlachtet die Heiden wo immer ihr sie findet, ob dies nun in einer gesetzlich erlaubten oder in einer heiligen Periode stattfindet. Lauert ihnen auf wo immer sie sich zu befinden pflegen, schnappt sie, nehmt sie gefangen und sperrt sie in ihre Burgen und Befestigungen bis sie keine andere Wahl haben als getötet zu werden oder den Islam anzunehmen. Wenn sie sich jedoch bekehren lassen, das Gebet verrichten und die Almosensteuer bezahlen so lasst sie frei und mischt euch nicht in ihre Angelegenheiten. Allah ist vergebend und voll Gnade gegenüber denen, welche bereuen.


Sure 9, Vers 6: Und so einer der Götzendiener dich um Zuflucht angeht, so gewähre ihm Zuflucht, auf daß er Allahs Wort vernimmt. alsdann lass ihn die Stätte seiner Sicherheit erreichen. Solches, weil sie ein unwissend Volk sind.

Sure 9, Vers 6: Und wenn einer von den Heiden dich um Schutz angeht, dann gewähre ihm Schutz, damit er das Wort Gottes hören kann! Hierauf lass ihn (unbehelligt) dahin gelangen, wo er in Sicherheit ist! Dies (sei ihnen zugestanden) weil es Leute sind, die nicht Bescheid wissen.

Tafsir al-Jalalayn 9,6: Wenn also einer von den Götzendienern euren Schutz sucht und sich seines Lebens sicher fühlen will, gewähret ihm dies auf daß er das Wort Allahs, den Koran, vernehme. Dann, falls er sich noch immer nicht hat bekehren lassen, begleitet ihn in die Sicherheit der Behausungen seines Volkes damit er das Vernommene überdenken kann. Sie sind ein Volk das die Religion Allahs nicht versteht. Also muss man sie zwingen, den Koran zu hören damit sie sich mit dieser Religion vertraut machen können.


Sure 9, Vers 7: Wie können aber die Götzendiener mit Allah und Seinem Gesandten in ein Bündnis treten, ausser jenen, mit denen ihr bei der heiligen Moschee einen Vertrag schlosset? Und solange sie euch treu bleiben, so haltet ihnen Treue. Siehe, Allah liebt die Gottesfürchtigen.

Sure 9, Vers 7: Wie sollte es denn für die Heiden (w. für die, die (dem einen Gott andere Götter) beigesellen) bei Gott und bei seinem Gesandten ein Bundesverhältnis (?)(oder: ein (bindendes) Versprechen?) geben (das ihnen gegenüber einzuhalten wäre) – ausgenommen (für) diejenigen, mit denen ihr bei der heiligen Kultstätte (in Mekka) eine bindende Abmachung eingegangen habt? Sofern diese (w. sie) euch Wort halten, müsst (auch) ihr ihnen Wort halten.Gott liebt die, die (Ihn) fürchten.

Tafsir al-Jalalayn 9,7: Wie können die Ungläubigen einen Vertrag mit Allah und Seinem Gesandten haben? Sie können dies nicht weil sie nicht an Allah und Seinen Gesandten glauben. Außer denjenigen mit welchen ihr bei der heiligen Moschee einen Vertrag abgeschlossen habt, handeln sie auf verräterische Weise. Wir sprechen hier von den Quarisch, für welche vorher am Tage der Zusammenkunft von al- Hudaibiya eine Ausnahme gemacht wurde. (9,4) Solange sie euch treu sind, sich an den Vertrag halten und ihn nicht brechen, seid ihnen auch treu und haltet euer Versprechen. Wahrlich, Allah liebt die Ihn fürchten: der Prophet hielt sich an den Vertrag mit den Quarisch bis diese ihn selber brachen indem sie die Banu Bakr gegen die Chuzaiten unterstützten.


Sure 9, Vers 8: Wie, wo sie, wenn sie euch besiegten, weder Blutsbande noch Bündnis halten würden? Mit eurem Munde stellen sie euch zufrieden, ihre Herzen jedoch sind euch abgeneigt, und die Mehrzahl von ihnen sind Frevler.

Sure 9, Vers 8: Wie (sollten die Heiden so etwas beanspruchen können), wo sie doch, wenn sie die Oberhand über euch bekommen, in Hinsicht auf euch weder Bindung noch Verpflichtung einhalten? Mit ihren Äußerungen (w. mit ihrem Mund) stellen sie euch zufrieden. Aber im Grunde ihres Herzens nehmen sie eine ablehnende Haltung ein (w. ihr Herz lehnt ab). Und die meisten von ihnen sind Frevler.

Tafsir al-Jalalayn 9,8: Wie können sie Verträge abschließen wenn sie sich, falls sie die Oberhand über euch gewinnen und euch übervorteilen, nicht an etwelche Bindung, Verwandtschaft, Abkommen oder Vertrag mit euch halten? Vielmehr werden sie euch schaden soviel sie können indem sie mit ihren Zungen schmeichelnde Worte sprechen währenddessen sie in ihren Herzen verweigern, ihren Worten treu zu bleiben. Die meisten von ihnen sind verwerfliche Vertragsbrecher.


Sure 9, Vers 9: Sie verkaufen Allahs Zeichen um einen winzigen Preis und machen von Allahs Weg abwendig; siehe böse ist ihr Tun.

Sure 9, Vers 9: Sie haben die Zeichen Gottes verschachert (w. gegen einen geringen Preis eingehandelt) und (ihre Mitmenschen) von seinem Weg abgehalten. Schlimm ist, was sie getan haben.

Tafsir al-Jalalayn 9,9: Sie haben mit den Zeichen Allahs, dem Koran einen geringen Preis dieser Welt gekauft, d.h. sie unterließen es, ihnen (den Zeichen) zu folgen, bevorzugten jedoch Leidenschaft und Lust und hielten ihre Mitmenschen von Seinem Weg und Seiner Religion ab. Wahrlich, schlimm ist was sie zu tun pflegen.


Sure 9, Vers 10: Sie halten einem Gläubigen gegenüber weder Blutsbande noch Bündnis; und sie, sie sind die Übertreter.

Sure 9, Vers 10: Sie halten hinsichtlich eines Gläubigen weder Bindung noch Verpflichtung. Das sind die, die Übertretungen begehen.

Tafsir al-Jalalayn 9,10: Sie respektieren weder Blutsbande noch Abkommen gegenüber den Gläubigen; sie sind die Übertreter.


Sure 9, Vers 11: So sie jedoch bereuen und das Gebet verrichten und die Armensteuer zahlen, so sind sie eure Brüder im Glauben.

Sure 9, Vers 11: Wenn sie sich nun bekehren, das Gebet verrichten und die Almosensteuer geben, sind sie (damit) eure Glaubensbrüder (geworden). Wir setzen die Verse (w. Zeichen) auseinander für Leute, die Bescheid wissen.

Tafsir al-Jalalayn 9,11: Wenn sie jedoch (ihren Unglauben) bereuen, das Gebet verrichten und die Almosensteuer bezahlen dann sind sie eure Glaubensbrüder. Und wir nehmen die Zeichen (Verse) auseinander und erklären sie den Leuten, welche verständig sind und darüber nachdenken.


Sure 9, Vers 12: Und so sie nach dem Vertrag ihren Eid brechen und euren Glauben höhnen, so bekämpfet die Führer des Unglaubens. Siehe in ihnen ist keine Treue. Vielleicht stehen sie ab.

Sure 9, Vers 12: Wenn sie aber, nachdem sie eine Verpflichtung eingegangen haben, ihre Eide brechen und hinsichtlich eurer Religion ausfällig werden, dann kämpft gegen (sie) die Prototypen des Unglaubens! Für sie gibt es keine Eide. Vielleicht hören sie (wenn ihr den Kampf gegen sie eröffnet, mit ihrem gottlosen Treiben) auf.

Tafsir al-Jalalayn 9,12: Wenn sie aber ihren Eid brechen und ihre Verträge verletzen – nachdem sie diese mit euch geschlossen haben – sowie eure Religion angreifen und sie verleumden, dann bekämpft die Führer der Ungläubigen, ihr jeweiliges Oberhaupt. Wahrlich, sie haben keinen verbindlichen Eid, keine Bündnisse um von ihrem Unglauben Abstand zu nehmen.


Sure 9, Vers 13: Wollt ihr nicht kämpfen wider ein Volk, das seinen Eid brach, und das da plant, den Gesandten zu vertreiben, und die zuerst mit euch den Streit angefangen haben? Fürchtet ihr sie etwa? Doch Allah ist würdiger, von euch gefürchtet zu werden, so ihr gläubig seid.

Sure 9, Vers 13: Wollt ihr nicht gegen Leute kämpfen, die ihre Eide gebrochen und den Gesandten am liebsten vertrieben hätten, wobei sie (ihrerseits) zuerst mit euch (Feindseligkeiten) anfingen? Fürchtet ihr sie denn? Ihr solltet eher Gott fürchten, wenn (anders) ihr gläubig seid.

Tafsir al-Jalalayn 9,13: Wollt ihr nicht gegen ein Volk kämpfen, welches eidbrüchig ist, seine Verträge verletzt hat und plante, den Gesandten aus Mekka zu vertreiben? Sie diskutierten nämlich in einer Stammesratssitzung, den Kampf mit euch aufzunehmen und sie kämpften auch mit den Banu Bekr gegen eure Verbündeten, die Chuzaiten. Was hindert euch also daran, sie zu bekämpfen? Habt ihr Angst vor ihnen? Allah ist es mehr Wert, eure Furcht zu erwecken falls ihr versäumt, sie zu bekämpfen.


Sure 9, Vers 14: Bekämpfet sie; Allah wird sie strafen durch eure Hände und sie mit Schmach bedecken und wird euch Sieg über sie verleihen und wird heilen die Herzen eines gläubigen Volks.

Sure 9, Vers 14: Wenn ihr gegen sie kämpft, wird Gott sie durch euch bestrafen, sie zuschanden machen, euch zum Sieg über sie verhelfen und Leuten, die gläubig sind, innere Genugtuung verschaffen (w. die Brust heilen)

Tafsir al-Jalalayn 9,14: Bekämpft sie und Allah wird sie züchtigen. Er wird sie durch eure Hände töten, wird sie erniedrigen und sie durch Gefangennahme und Unterjochung demütigen. Er wird euch den Sieg über sie erteilen und die Herzen derjenigen heilen, welche gläubig sind und den Schaden der ihnen zugefügt worden ist wiedergutmachen. Damit sind die Chuzaiten gemeint.


Sure 9, Vers 15: Und hinwegnehmen wird Er den Zorn ihrer Herzen. Und Allah kehrt sich zu, wem Er will, und Allah ist wissend und weise.

Sure 9, Vers 15: und den Groll, den sie in ihrem Herzen (gegen die Ungläubigen) hegen, dahinschwinden lassen. Gott wendet sich (gnädig) wieder zu, wem er will. Er weiß Bescheid und ist weise.

Tafsir al-Jalalayn 9,15: Und Er wird Wut und Trauer aus ihren Herzen entfernen. Wie wir am Beispiel von Abu Sofyan sehen können, sucht sich Allah unter denen, welche zum Islam zurückkehren aus, zu wem Er sich in seiner Vergebung hinwendet. Allah ist wissend; weise.


Sure 9, Vers 16: Und wähnt ihr, ihr würdet verlassen sein, und daß Allah noch nicht diejenigen kennt, die da stritten von euch und außer Allah und Seinem Gesandten und den Gläubigen keinen zum Freund annahmen? Und Allah kennt euer Tun.

Sure 9, Vers 16: Oder meint ihr, daß ihr (in Ruhe) gelassen werdet, ohne daß Gott vorher diejenigen von euch in Erfahrung gebracht hat, die (um seinetwillen) Krieg geführt (w. sich abgemüht) und niemand außer Gott und seinem Gesandten und den Gläubigen sich zum Freund genommen haben? Gott ist wohl darüber unterrichtet, was ihr tut.

Tafsir al-Jalalayn 9,16: Oder habt ihr gemeint, daß ihr in Ruhe gelassen werdet wenn Allah noch nicht durch eure Taten vergewissert wurde, welche von euch aufrichtig in Seinem Weg geeifert und keinen engen Freund als Vertrauten oder Verbündeten außer Allah, seinem Gesandten und den anderen Gläubigen genommen haben? Wenn es mit anderen Worten noch nicht klar geworden ist, welches die Aufrichtigen (in dieser ausschließlich erwähnten Art und Weise) sind. Allah ist gewahr was ihr tut.


Sure 9, Vers 19: Setzt ihr etwa das Tränken des Pilgers und den Besuch der heiligen Moscheen gleich dem, der da glaubt an Allah und den Jüngsten Tag, und der da eifert in Allahs Weg? Nicht sind sie gleich vor Allah; und Allah leitet nicht das sündige Volk.

Sure 9, Vers 19: Wollt ihr denn die Tränkung der Pilger und die Instandhaltung der heiligen Kultstätte gleich bewerten, wie wenn jemand an Gott und den jüngsten Tag glaubt und um Gottes willen Krieg führt (w. sich abmüht)? Bei Gott gelten sie nicht gleich(viel). Gott leitet das Volk der Frevler nicht recht.

Tafsir al-Jalalayn 9,19: Glaubt ihr denn, daß es dasselbe ist, ob nun einer die Pilger mit Wasser versorgt, die heilige Moschee instand hält oder ob er an Allah und das Jüngste Gericht glaubt und in Seinem Weg eifert? Aus Allahs Sicht sind die beiden Verhaltensweisen nicht ebenbürtig in ihrem Verdienst. Und Allah leitet nicht die Frevler und Ungläubigen. (Dies wurde offenbart um Behauptungen wie sie z.B. al-Abbas aufgestellt hat, zu widerlegen.)


Sure 9, Vers 20: Diejenigen, welche gläubig wurden und auswanderten und in Allahs Weg eiferten mit Gut und Blut, nahmen die höchste Stufe bei Allah ein. Und sie, sie sind die Glückseligen.

Sure 9, Vers 20: Diejenigen, die glauben und ausgewandert sind und mit ihrem Vermögen und in eigener Person um Gottes willen Krieg geführt haben, stehen bei Gott in höherem Ansehen (w. sind bei Gott gewaltiger an Rang) (als die anderen). Ihnen wird (großes) Glück zuteil.

Tafsir al-Jalalayn 9,20: Diejenigen, welche glauben und auswanderten um in Allahs Weg mit Gut und Blut zu eifern nehmen eine höhere Rangordnung bei Ihm ein als die anderen. Sie sind es welche triumphieren und Gutes erreichen werden.


Sure 9, Vers 21: Es verheißt ihnen Ihr Herr Barmherzigkeit von Ihm und Wohlgefallen, und Gärten sind ihnen, in denen beständige Wonne.

Sure 9, Vers 21: Ihr Herr verkündet ihnen (aus dem Schatz seiner Gnade) (w. von sich) Barmherzigkeit und Wohlgefallen, und (daß ihnen) Gärten (zuteil werden), in denen sie beständig Wonne empfinden,

Tafsir al-Jalalayn 9,21: Ihr Herr verheißt ihnen Gnade und Glückseligkeit; für sie werden Gärten (bereit sein) in welchen immerwährende Wonnen herrschen.


Sure 9, Vers 22: Verweilen sollen sie in ihnen ewig und immerdar. Siehe, Allah, bei ihm ist gewaltiger Lohn.

Sure 9, Vers 22: und in denen sie ewig weilen werden. Bei Gott gibt es (dereinst) gewaltigen Lohn.

Tafsir al-Jalalayn 9,22: Dort werden sie für immer wohnen; wahrlich bei Allah finden sie gewaltigen Lohn.


Sure 9, Vers 23: O ihr, die ihr glaubt, sehet weder in euren Vätern noch in euren Brüdern Freunde, so sie den Unglauben dem Glauben vorziehe; und wer von euch sie zu Freunden nimmt, das sind Ungerechte.

Sure 9, Vers 23: Ihr Gläubigen! Nehmt euch nicht eure Väter und eure Brüder zu Freunden, wenn sie den Unglauben dem Glauben vorziehen! Diejenigen von euch, die sich ihnen anschließen, sind die (wahren) Frevler.

Tafsir al-Jalalayn 9,23: Folgendes wurde bezüglich denen offenbart, welche sich wegen Familie und Geschäft weigerten, auszuwandern: Oh ihr Gläubigen, nehmt nicht euren Vater oder Bruder zum Freund, falls sie es bevorzugen ungläubig zu bleiben. Wer von euch solche zu Freunden macht, ist ein Frevler.


Sure 9, Vers 24: Sprich: “So eure Väter und eure Söhne und eure Brüder und eure Weiber und eure Sippe und das Gut, das ihr erworben, und die Ware, deren Unverkäuflichkeit ihr befürchtet, und die Wohnungen, die euch Wohlgefallen, euch lieber sind als Allah und sein Gesandter und das Eifern in seinem Weg, so wartet, bis Allah mit seinem Befehl kommt.” Und Allah leitet nicht die Frevler”

Sure 9, Vers 24: Sag: Wenn eure Väter, eure Söhne, eure Brüder, eure Gattinnen und eure Sippe, (Herden)besitz, den ihr gewonnen habt, Handel, dessen Niedergang ihr fürchtet (oder: Ware, von der ihr fürchtet, daß sie unverkäuflich wird), und Wohnungen, die euch gefallen, euch lieber sind als Gott und sein Gesandter und Kriegführen (w. sich Abmühen) um Gottes willen, dann wartet (nur) ab, bis Gott mit seiner Entscheidung kommt! Gott leitet das Volk der Frevler nicht recht.

Tafsir al-Jalalayn 9,24: Sprich: „Wenn eure Väter, eure Söhne, eure Brüder, eure Frauen, eure Sippe und eure Verwandten sowie das Besitztum welches ihr euch angeeignet habt und eure Ware über die ihr euch sorgt, daß sie nicht mehr länger verkauft werden kann und eure Häuser, welche ihr liebt, euch wichtiger sind als Allah, Sein Gesandter und das Eifern in Seinem Weg; daß euch dies alles davon abgehalten hat, auszuwandern und euch für solches abzumühen, dann wartet bis Allah euch seinen Befehl erbringt. (Dies ist als Drohung zu verstehen.) Und Er leitet das frevlerische Volk nicht.“


Sure 9, Vers 25: Wahrlich, schon half euch Allah auf vielen Kampfgefilden und am Tag von Hunain, als ihr stolz waret auf eure Menge. Doch sie frommte euch nichts; und eng ward euch die Erde bei ihrer Weite; alsdann kehrtet ihr den Rücken zur Flucht.

Sure 9, Vers 25: Gott hat euch (doch) an vielen Orten zum Sieg verholfen, (so) auch am Tag von Hunain, (damals) als eure (große) Menge euch gefiel (und euch selbstsicher machte). Sie half euch aber nichts, und euch wurde angst und bange. Hierauf kehrtet ihr den Rücken (um zu fliehen).

Tafsir al-Jalalayn 9,25: Allah hat euch schon auf vielen Schlachtfeldern unterstützt wie z.B. bei Badr oder gegen die Banu Quraiza und die Banu Nadir. Erinnert euch an den Tag der Schlacht zu Hunain – einem Tal zwischen Mekka und Ta’if – als ihr gegen die Hawazin angetreten seid; dies ereignete sich während des Monates Shawwal im Jahre 8 nach der Auswanderung (Hijra). Ihr wart derart erfreut über eure große Zahl (die Muslime zählten 12000 und die Ungläubigen 4000) von Kriegern daß ihr sagtet: ’Wir werden heute nicht aufgrund unserer geringen Anzahl besiegt werden.’ Es hat euch jedoch nichts genützt: trotz der Weite der Erde wurde euch eng zumute und ihr konntet in eurer großen Furcht keinen Ort der Zuflucht finden. In der Folge habt ihr euch abgewendet, euch zurückgezogen und euch auf die Flucht begeben. Der Prophet auf seinem weißen Esel blieb jedoch standhaft; lediglich al-Abbas stand ihm zur Seite während der berittene Abu Sofyan (auf den Feind) losstürmte.


Sure 9, Vers 26: Alsdann sandte Allah Seine Gegenwart (sakina) auf Seinen Gesandten und auf die Gläubigen nieder und sandte Heerscharen hernieder, die ihr nicht sahet, und strafte die Ungläubigen. Und das ist der Lohn der Ungläubigen.

Sure 9, Vers 26: Dann sandte Gott seine Sakina auf seinen Gesandten und auf die Gläubigen herab, und er sandte (zu eurer Unterstützung) Truppen, die ihr nicht sahet, (vom Himmel) herab und bestrafte die Ungläubigen. Das ist der Lohn derer, die ungläubig sind.

Tafsir al-Jalalayn 9,26: Alsdann sandte Allah Seinen Geist des Friedens ► Sakina herab und beruhigte Seinen Gesandten sowie die Gläubigen. Nachdem al-Abbas vom Propheten beauftragt worden war, die Gläubigen zurückzurufen, begannen diese erneut zu kämpfen. Allah schickte obendrein noch seine himmlischen Heerscharen aus – welche unsichtbar waren – und Er züchtigte die Ungläubigen durch Abschlachten und Gefangennahme. Solcherart war deren Vergeltung.


Sure 9, Vers 27: Alsdann kehrt sich Allah hernach zu, wem Er will, denn Allah ist verzeihend und barmherzig.

Sure 9, Vers 27: Hierauf, nachdem dies (alles) geschehen ist (und nunmehr der Vergangenheit angehört), wendet sich Gott (gnädig) wieder zu, wem er will. Er ist barmherzig und bereit zu vergeben.

Tafsir al-Jalalayn 9,27: Allah wird nachher denjenigen unter den Ungläubigen vergeben welchen Er will; falls diese den Islam annehmen. Er ist vergebend und voll Gnade.


Sure 9, Vers 28: O ihr, die ihr glaubt, siehe, die Götzendiener sind unrein. Drum sollen sie sich nicht nach diesem ihrem Jahr der heiligen Moschee nähern. Und so ihr dadurch Armut befürchtet, so wird euch Allah sicherlich, so Er will, aus Seinem Überfluss versorgen; siehe, Allah ist wissend und weise.

Sure 9, Vers 28: Ihr Gläubigen! Die Heiden sind (ausgesprochen) unrein. Daher sollen sie der heiligen Kultstätte nach dem jetzigen Jahr nicht (mehr) nahe kommen. Und wenn ihr (etwa) fürchtet (deswegen) zu verarmen (macht ihr euch unnötig Sorgen): Gott wird euch durch seine Huld (auf andere Weise) reich machen (und schadlos halten), wenn er will. Gott weiß Bescheid und ist weise.

Tafsir al-Jalalayn 9,28: Oh ihr Gläubigen, die Götzendiener sind wahrhaftig unrein. Sie sind schmutzig aufgrund ihrer inneren Niederträchtigkeit. Lasst sie also nicht an die heilige Moschee ran; lasst sie nicht ins innere Heiligtum nach ihrem Jahr, dem 9. Jahr der Auswanderung. Falls ihr befürcht, ihr könntet aufgrund der Einstellung des Handels mit ihnen verarmen, Allah wird euch sicherlich aus Seiner Fülle bereichern wenn Er dies will. – Tatsächlich tat Er dies dann in der Folge mit Eroberungsfeldzügen und der Auferlegung der Schutzgeldsteuer (Gizya). Allah ist wissend und weise.


Sure 9, Vers 29: Kämpfet wider jene von denen, welchen die Schrift gegeben ward, die nicht glauben an Allah und an den Jüngsten Tag und nicht verwehren, was Allah und sein Gesandter verwehrt haben, und nicht bekennen das Bekenntnis der Wahrheit, bis sie den Tribut aus der Hand gedemütigt entrichten.

Sure 9, Vers 29: Kämpft gegen diejenigen, die nicht an Gott und den jüngsten Tag glauben und nicht verbieten (oder: für verboten erklären), was Gott und sein Gesandter verboten haben, und nicht der wahren Religion angehören – von denen, die die Schrift erhalten haben – (kämpft gegen sie), bis sie kleinlaut aus der Hand Tribut entrichten!

Tafsir al-Jalalayn 9,29: Kämpft gegen diejenigen, welche nicht an Allah und das Jüngste Gericht glauben – denn sonst würden sie ja auf den Propheten gehört haben – und welche nicht verbieten, was Allah und Sein Gesandter verboten haben (z.B. Wein) und welche nicht der strengen Religion der Wahrheit, die alle anderen Religionen für null und nichtig erklärt, nämlich dem Islam, anhängen. (Bekämpft) also diejenigen, welchen die Schrift gegeben wurde – gemeint sind hier die Juden und Christen – bis sie unterworfen werden und willfährig gegenüber der Amtsgewalt des Islam sowie bereit sind, aus ihren eigenen Händen das Schutzgeld (Gizya), die jährliche Steuer welche ihnen auferlegt wurde, zu entrichten.


Sure 9, Vers 30: Und es sprechen die Juden: “Uzair ist Allahs Sohn.” Und es sprechen die Nazarener: “Der Messias ist Allahs Sohn.” Solches ist das Wort ihres Mundes. Sie führen ähnliche Reden wie die Ungläubigen von zuvor. Allah schlag sie tot! Wie sind sie verstandeslos!

Sure 9, Vers 30: Die Juden sagen: ”Uzair (d.h. Esra) ist der Sohn Gottes.” Und die Christen sagen: “Christus ist der Sohn Gottes.” Das sagen sie nur so obenhin. Sie tun es (mit dieser ihrer Aussage) denen gleich, die früher ungläubig waren. Diese gottverfluchten Leute (Gott bekämpfe sie)! Wie können sie nur so verschroben sein!

Tafsir al-Jalalayn 9,30: Die Juden sagen, daß Ezra der Sohn Gottes sei und die Christen behaupten, daß der Messias Jesus der Sohn Gottes sei. Das sind Äußerungen aus ihrem Mund, für welche sie keine Unterstützung finden. Im Gegenteil, es sind Behauptungen von frühren Ungläubigen unter ihren Vorfahren und sie äffen diese lediglich nach. Möge Allah sie angreifen und verfluchen! Wie sind sie doch auf Abwege geraten! und haben sich von der Wahrheit abgewendet, obwohl sie sich durch (unsere) Beweisführung eines anderen hätten belehren lassen können.


Sure 9, Vers 31: Sie nehmen ihre Rabbinen und Mönche neben Allah und dem Messias, dem Sohn der Maria, zu Herren an, wo ihnen doch allein geboten ward, einem einzigen Gott zu dienen, ausser dem es keinen Gott gibt. Preis Ihm (Er steht hoch) über dem, was sie neben ihn setzen.

Sure 9, Vers 31: Sie haben sich ihre Gelehrten und Mönche sowie Christus, den Sohn der Maria, an Gottes Statt zu Herren genommen. Dabei ist ihnen (doch) nichts anderes befohlen worden, als einem einzigen Gott zu dienen, außer dem es keinen Gott gibt. Gepriesen sei er! (Er ist erhaben) über das, was sie (ihm an anderen Göttern) beigesellen.

Tafsir al-Jalalayn 9,31: Sie nahmen ihre Rabbiner, die Schriftgelehrten unter den Juden und ihre Mönche, die Frommen unter den Christen als Herren neben Allah – ihnen dienend machten sie zum Gesetz, was Allah verbot und verbieten das, was Er zum Gesetz erklärt hat – sowie auch den Messias, Marias Sohn obwohl ihnen dies in der Tora und im Evangelium nicht befohlen wurde. Ihnen wurde vielmehr auferlegt, nur den einen Gott anzubeten; Ehre sei Ihm als Bestätigung Seiner Transzendenz erhaben über denen welche sie Ihm zur Seite stellen.


Sure 9. Vers 32: Verlöschen wollen sie Allahs Licht mit ihrem Munde; aber Allah will allein Sein Licht vollenden, auch wenn es den Ungläubigen zuwider ist.

Sure 9, Vers 32: Sie wollen das Licht Gottes ausblasen (?) (w. mit ihrem Mund auslöschen). Aber Gott will sein Licht unbedingt in seiner ganzen Helligkeit erstrahlen lassen – auch wenn es den Ungläubigen zuwider ist.

Tafsir al-Jalalayn 9,32: Sie wünschen Allahs Licht, Sein Gesetz und Seine Beweismittel mit ihren Zungen – mit dem was sie über Ihn sagen – auszulöschen. Allah weist all dies zurück; er perfektioniert und manifestiert Sein Licht obwohl sich die Ungläubigen dagegen sträuben.


Sure 9, Vers 33: Er ist’s, der entsandt hat Seinen Gesandten mit der Leitung und der Religion der Wahrheit, um sie sichtbar zu machen über jede andere Religion, auch wenn es den Ungläubigen zuwider ist.

Sure 9, Vers 33: Er ist es, der seinen Gesandten mit der Rechtleitung und der wahren Religion geschickt hat, um ihr zum Sieg zu verhelfen über alles, was es (sonst) an Religion gibt – auch wenn es den Heiden (d.h. denen, die (dem einen Gott andere Götter) beigesellen) zuwider ist.

Tafsir al-Jalalayn 9,33: Er ist es, welcher Seinen Gesandten Mohammed mit der Leitung und der Religion der Wahrheit geschickt hat. Auf daß er sie manifestiere, damit sie über jede andere Religion welche sich ihr entgegensetzt vorherrsche, obwohl sich die Ungläubigen dagegen sträuben.


Sure 9, Vers 34: O ihr, die ihr glaubt, siehe, wahrlich viele der Rabbinen und Mönche fressen das Gut der Leute unnütz und machen abwendig von Allahs Weg. Aber wer da Gold und Silber aufspeichert und es nicht spendet in Allahs Weg, ihnen verheisse schmerzliche Strafe.

Sure 9, Vers 34: Ihr Gläubigen! Viele von den Gelehrten und Mönchen bringen die Leute in betrügerischer Weise um ihr Vermögen und halten (ihre Mitmenschen) vom Weg Gottes ab. Denjenigen nun, die Gold und Silber horten und es nicht um Gottes willen spenden, verkünde (daß sie dereinst) eine schmerzhafte Strafe (zu erwarten haben),

Tafsir al-Jalalayn 9,34: Oh ihr Gläubigen, viele der Rabbiner und Mönche nehmen das Geld der Leute durch falsche Machenschaften an, wie z.B. Sühnegeld, und halten sie auf diese Weise vom Weg Allahs, von Seiner Religion ab. Und diejenigen, welche Gold und Silber anhäufen und es nicht in Allahs Weg investieren, Ihm also nicht geben, was Ihm an Almosen und milden Gaben zusteht; sagt ihnen, daß schmerzliche Züchtigung auf sie wartet.


Sure 9, Vers 35: An einem Tage soll es in Dschahannams Feuer glühend gemacht werden, und gebrandmarkt werden sollen damit ihre Stirnen, Seiten und Rücken: „Das ist’s, was ihr aufspeichertet für eure Seelen; so schmecket, was ihr aufspeichertet.“

Sure 9, Vers 35: am Tag (des Gerichts), da es (d.h. das gehortete Gold und Silber) im Feuer der Hölle erhitzt wird und ihnen Stirn, Seite und Rücken damit gebrandmarkt werden (während zu ihnen gesagt wird): Das ist das, was ihr für euch gehortet habt. Nun bekommt ihr es (leibhaftig) zu spüren.

Tafsir al-Jalalayn 9,35: Am Tage, wenn (Brandeisen) im Hollenfeuer erhitzt werden damit ihre Stirn, ihre Seiten und Rücken gebrandmarkt und versengt werden, wird auch ihre Haut gedehnt werden, bis alles, was sie an Gold und Silber angehäuft haben darauf Platz hat. Es wird ihnen gesagt werden: „Dies ist was ihr für euch selbst gehamstert habt, schmeckt nun, was ihr da angehäuft habt, schmeckt die Vergeltung.“


Sure 9, Vers 36: Siehe, die Anzahl der Monate bei Allah sind zwölf Monate, in dem Buche Allahs, an dem Tage, da Er die Himmel und die Erde erschuf. Von ihnen sind vier heilig. Das ist der wahrhafte Glauben. Drum versündigt euch nicht in ihnen und bekämpfet die Götzendiener insgesamt, wie sie euch bekämpfen insgesamt, und wisset, daß Allah mit den Gottesfürchtigen ist.

Sure 9. Vers 36: Zwölf gilt bei Gott als die (richtige) Zahl der Monate. (Das ist) in der Schrift Gottes (bereits) am Tag, da er Himmel und Erde schuf (festgelegt worden) (oder: (So ist es) von Gott … bestimmt (worden)). Davon sind vier heilig. Das ist die richtige Religion. Frevelt nun in ihnen (d.h. in den vier heiligen Monaten) nicht gegen euch selber (indem ihr euch mit Sünde beladet)! Und kämpft allesamt(?) gegen die Heiden, so wie sie (ihrerseits) allesamt (?) gegen euch kämpfen! Ihr müsst wissen, daß Gott mit denen ist, die (ihn) fürchten.

Tafsir al-Jalalayn 9,36: Wahrlich, zwölf ist die Anzahl von Monaten pro Jahr. Dies steht bei Allah in seinem Buch geschrieben, welches von dem Tage an, da Er die Himmel und Erde erschuf immerwährend erhalten ist. Vier davon sind heilig und unverletzbar; dies macht die wahre und aufrechte Religion aus. Frevelt also nicht während der heiligen Monate, indem ihr ungehorsam seid, denn die Sündenlast ist größer darin. Das obige bedeutet aber auch, daß ihr während des ganzen Jahres nicht freveln sollt. Und bekämpft alle Götzendiener insgesamt während aller Monate genauso wie auch sie euch allesamt bekämpfen. Wisset, daß Allah mit denen ist, welche Ihn fürchten, Er hilft ihnen und unterstützt sie.


Sure 9, Vers 38: O ihr, die ihr glaubt, was war euch, daß, als zu euch gesprochen ward: „Ziehet hinaus in Allahs Weg“, ihr euch schwer zur Erde neigtet? Habt ihr mehr Wohlgefallen am irdischen Leben als am Jenseits? Aber der Niesbrauch des irdischen Lebens ist gegenüber dem Jenseits nur ein winziger.

Sure 9, Vers 38: Ihr Gläubigen! Warum laßt ihr den Kopf hängen, wenn zu euch gesagt wird: ›Rückt aus (und kämpft) um Gottes willen‹? Seid ihr (denn) mit dem diesseitigen Leben eher zufrieden als mit dem Jenseits? Die Nutznießung des diesseitigen Lebens hat (doch) im Hinblick auf das Jenseits nur wenig zu bedeuten.

Tafsir al-Jalalayn 9,38: Als der Prophet seine Männer anläßlich des Feldzuges geben die Byzantiner bei Tabuk zusammentrommelte und sie dies wegen der Mühsal und der extremen Hitze unter welcher sie zu leiden hätten zu beschwerlich fanden, wurde folgendes offenbart: „Oh ihr Gläubigen, was ist in euch gefahren, daß ihr, als euch aufgetragen wurde, Ziehet los auf dem Weg Allahs“ ihr jämmerlich auf dem Boden zusammengebrochen seid? (Diese Frage ist als Zurechtweisung gemeint.) Mit anderen Worten, ihr zögert, weil ihr abgeneigt seid, euch am Feldzug zu beteiligen und (lieber) sitzen bleibt. Seid ihr dem diesseitigen Leben und seinen Freuden mehr zugeneigt als der jenseitigen Glückseligkeit? Allerdings sind die Freuden des diesseitigen Lebens verglichen mit denjenigen des Jenseits gering und gehaltlos.


Sure 9, Vers 39: So ihr nicht ausziehet, wird Er euch strafen mit schmerzlicher Strafe und ein anderes Volk an eure Stelle setzen; und ihr schadet Ihm in nichts, denn Allah hat Macht über alle Dinge.

Sure 9, Vers 39: Wenn ihr nicht ausrückt, läßt er euch eine schmerzhafte Strafe zukommen und ein anderes Volk eure Stelle einnehmen, und ihr könnt ihm (wenn er das tut) nichts anhaben (w. einen Schaden zufügen). Gott hat zu allem die Macht.

Tafsir al-Jalalayn 9,39: Wenn ihr euch nicht mit dem Propheten auf diesen Feldzug begebt, wird Allah euch mit schrecklicher Züchtigung strafen und Er wir euch mit einem anderen Volk austauschen und sie anstelle von euch aussenden. Und ihr werdet weder Allah noch Seinem Propheten schaden, wenn ihr Mohammed nicht helft, zum Sieg zu gelangen. Wahrlich, Allah wird Seine Religion zum Sieg führen, denn Er hat Gewalt über alle Dinge; dies schließt eine siegreiche Religion und deren Prophet mit ein.


Sure 9, Vers 41: Ziehet aus, leicht und schwer bewaffnet, und eifert mit Gut und Blut in Allahs Weg. Solches ist besser für euch, so ihr es begreifet.

Sure 9, Vers 41: Rückt leichten oder schweren Herzens (?) (oder: mit leichtem Gepäck oder mit schwerer Rüstung?, oder: klein und groß?) (zum Kampf) aus und führet mit eurem Vermögen und in eigener Person um Gottes willen Krieg (w. müht euch … ab)! Das (zu) tun ist besser für euch, wenn (anders) ihr (richtig zu urteilen) wisst.

Tafsir al-Jalalayn 9,41: Schreitet von dannen, leicht und schwer! Was bedeutet, daß ihr voller Energie sein könnt oder nicht, stark oder schwach, reich oder arm. Dies wurde jedoch vom Vers 9,91 abrogiert. (Die Schwachen sollen nicht bemängelt werden …) Es ist jedoch besser für euch, wenn ihr mit Gut und Blut in Allahs Weg eifert. Wenn ihr bloß wüsstet wie viel besser dies für euch ist, würdet ihr nicht so leicht schwach werden.


Sure 9, Vers 44: Nicht werden dich um Erlaubnis bitten die, welche an Allah glauben und an den Jüngsten Tag, nicht zu eifern mit Gut und Blut; und Allah kennt die Gottesfürchtigen.

Sure 9, Vers 44: Diejenigen, die an Gott und den jüngsten Tag glauben, bitten dich nicht um Dispens (von der Verpflichtung), mit ihrem Vermögen und in eigener Person Krieg zu führen (w. sich abzumühen). Gott weiß Bescheid über die, die (ihn) fürchten.

Tafsir al-Jalalayn 9,44: Diejenigen, welche an Allah und das Jüngste Gericht glauben werden euch nicht um Erlaubnis bitten, vom Eifern mit Gut und Blut verschont zu werden. Allah kennt die Frommen.


Sure 9, Vers 73: O du Prophet, führe Krieg gegen die Ungläubigen und Heuchler und verfahre hart mit ihnen. Und ihre Herberge ist Dschahannam, und schlimm ist die Fahrt dorthin.

Sure 9, Vers 73: Prophet! Führe Krieg gegen die Ungläubigen und die Heuchler (oder: Setze den Ungläubigen und den Heuchlern heftig zu) und sei hart gegen sie! Die Hölle wird sie (dereinst) aufnehmen, – ein schlimmes Ende!

Tafsir al-Jalalayn 9,73: Oh Prophet, kämpfe mit dem Schwert gegen die Ungläubigen und mit Worten maßgebender Beweisführung gegen die Heuchler; verfahre hart mit ihnen mit Tadel und Abneigung (gegen sie). Denn ihre Bleibe wird die Hölle sein, ein übler Ort und das Ende einer schlimmen Reise.


Sure 9, Vers 81: Es freuten sich die in ihren Wohnungen Zurückgebliebenen, dem Gesandten Allahs zuwider gehandelt zu haben, und hatten keine Lust, mit Gut und Blut in Allahs Weg zu eifern und sprachen: „Ziehet nicht aus in der Hitze.“ Sprich: „Dschahannams Feuer ist heißer.“ O sie es doch begriffen!

Sure 9. Vers 81: Diejenigen, die zurückgelassen worden sind (anstatt ins Feld mitgenommen zu werden), freuen sich darüber, daß sie hinter dem Gesandten Gottes (oder: im Gegensatz zum Gesandten Gottes) (der seinerseits ausgerückt ist) daheim geblieben sind. Es ist ihnen zuwider,mit ihrem Vermögen und in eigener Person um Gottes willen Krieg zu führen (w. sich abzumühen), und sie sagen: ‘Rückt (doch) nicht in der Hitze aus!’ Sag: Das Feuer der Hölle ist heißer (als die Sommerhitze, in der dieser Feldzug stattfindet). Wenn sie doch Verstand annehmen würden!

Tafsir al-Jalalayn 9,81: Diejenigen, welche dem Feldzug nach Tabuk fernblieben, freuten sich, daß sie hinter dem Propheten zurückgeblieben waren und keine Lust verspürten, in Allahs Weg mit Gut und Blut zu eifern. Sie sagten untereinander: „Ziehet nicht aus nicht in dieser Hitze um euch dem Kampfe anzuschließen.“ – Sag: „Das Höllenfeuer ist heißer als das Klima von Tabuk und es ist wichtiger sich dagegen zu schützen, indem ihr nicht zurückbleibt. Wenn ihr dies verstehen würdet, so währet ihr nicht zurückgeblieben.“


Sure 9, Vers 83: Und so dich Allah heimkehren lässt zu einer Anzahl von ihnen und sie dich um Erlaubnis bitten hinauszuziehen, so sprich: „Nimmerdar sollt ihr ausziehen und nimmerdar sollt ihr mit mir wider den Feind kämpfen. Siehe, es gefiel euch das erste Mal daheim zu sitzen, und so sitzet daheim mit den Dahintengebliebenen.

Sure 9, Vers 83: Wenn Gott dich nun (vom Kriegszug) zu einer Gruppe von ihnen zurückkehren lässt und sie dich dann (bei der Veranstaltung eines neuen Feldzugs) um Erlaubnis bitten, (mit dir) ausziehen zu dürfen, dann sag: Ihr werdet niemals mit mir ausziehen und gegen einen Feind kämpfen. Ihr waret zuerst (w. ein erstes Mal) damit zufrieden, daheim zu bleiben. Bleibt nun (auch jetzt) daheim (zusammen) mit denen, die (wegen körperlicher Gebrechen oder dergleichen) zurückbleiben!

Tafsir al-Jalalayn 9,83: Wenn ihr also, so Allah will, von Tabuk zu einer Gruppe von Heuchlern welche in Medina blieben zurückkehrt, und sie fragen euch um Erlaubnis an einem nächsten Feldzug teilzunehmen, dann sagt ihnen: „Ihr werdet niemals mit uns ausziehen und an unserer Seite gegen den Feind kämpfen. Euch war es genug, das erste Mal nicht mitzumachen, also bleibt nun weiterhin den militärischen Kampagnen fern wie die Frauen, Kinder und andere.“


Sure 9, Vers 86: Und da eine Sure hinabgesandt ward des Inhalts: „Glaubet an Allah und streitet mit Seinem Gesandten“, baten die Begüterten unter ihnen und sprachen: „Lass uns bei den Daheim-Sitzenden.

Sure 9, Vers 86: Und wenn eine Sure herabgesandt wird (des Inhalts): Glaubet an Gott und führet mit seinem Gesandten (gegen die Ungläubigen) Krieg (w. müht euch … ab), bitten dich diejenigen von ihnen, die wohlhabend sind, um Dispens und sagen: ‘Lass uns mit denen (zusammen) sein, die daheim bleiben!’

Tafsir al-Jalalayn 9,86: Und wenn eine Sure, d.h. ein Teil des Korans offenbart wird der besagt, daß ihr an Allah glauben und mit Seinem Gesandten eifern sollt, dann distanziert ihr Wohlhabenden euch und sagt: „Lasst uns zurückbleiben mit denen die zuhause sitzen.“


Sure 9, Vers 88: Jedoch der Gesandte und die Gläubigen bei ihm eifern mit Gut und Blut, und sie – das Gute wird ihnen zum Lohn, und sie – ihnen wird’s wohl ergehen.

Sure 9, Vers 88: Aber der Gesandte und diejenigen, die mit ihm glauben, führen mit ihrem Vermögen und in eigener Person Krieg (oder: haben … Krieg geführt, w. sich abgemüht). Ihnen kommen (dereinst) die guten Dinge zu, und ihnen wird es wohl ergehen.

Tafsir al-Jalalayn 9,88: Der Gesandte und seine mit ihm glaubenden Getreuen eifern mit Gut und Blut: für sie sind in diesem Leben und im Jenseits gute Dinge bereitet; sie sind die Erfolgreichen und die Triumphierenden.


Sure 9, Vers 111: Siehe Allah hat von den Gläubigen ihr Leben und ihr Gut für das Paradies erkauft. Sie sollen kämpfen in Allahs Weg und töten und getötet werden. Eine Verheißung hierfür ist gewährleistet in der Tora, im Evangelium und im Koran; und wer hält seine Verheißung getreuer als Allah? Freut euch daher des Geschäfts, das ihr abgeschlossen habt; und das ist eine große Glückseligkeit.

Sure 9, Vers 111: Gott hat den Gläubigen ihre Person und ihr Vermögen dafür abgekauft, daß sie das Paradies haben sollen. Nun müssen sie um Gottes willen kämpfen und dabei töten oder (w. und) (selber) den Tod erleiden. (Dies ist) ein Versprechen, das (einzulösen) ihm obliegt, und (als solches) Wahrheit (?) (so wie es) in der Thora, im Evangelium und im Koran (verzeichnet ist). Und wer würde seine Verpflichtung eher halten als Gott? Freut euch über (diesen) euren Handel, den ihr mit ihm abgeschlossen habt (indem ihr eure Person und euer Vermögen gegen das Paradies eingetauscht habt)! Das ist dann das große Glück.

Tafsir al-Jalalayn 9,111: Tatsächlich hat Allah von den Gläubigen ihr Leben und Hab und Gut gekauft, auf daß sie es einsetzen in Gehorsam zu Ihm – indem sie z.B. in Seinem Weg eifern – damit ihnen ein Platz im Paradies gewährleistet ist. Sie werden kämpfen in Allahs Weg und töten und getötet werden. Dies ist ein Versprechen welches durch Ihn in der Torah, in der Bibel und im Koran gegeben ist, und wer erfüllt seinen Vertrag besser als Allah? Niemand kann dies besser als Allah. Freut euch nun über euren abgeschlossenen Handel, denn er ist der allerhöchste Triumph der euch das letztendliche Ziel sichern wird.


Sure 9, Vers 120: Es ziemt sich nicht für die Bewohner von Al-Madina, noch für die sie umgebenden Wüstenaraber, hinter dem Gesandten Allahs zurückzubleiben und ihr Leben dem seinigen vorzuziehen. Dies (ist so), weil weder Durst noch Mühsal noch Hunger sie auf Allahs Weg erleiden, auch betreten sie keinen Weg, der die Ungläubigen erzürnt, noch fügen sie einem Feind Leid zu, ohne daß ihnen ein verdienstliches Werk angeschrieben würde. Wahrlich, Allah läßt den Lohn derer, die Gutes tun, nicht verloren gehen.  (Übersetzung M.A. Rassoul)

Sure 9, Vers 120: Die Bewohner von Medina und die Beduinen (die ihre Wohnsitze) in ihrer Umgebung haben dürfen nicht vom Feldzug mit dem Gesandten Gottes zurückbleiben und sich ihm abgeneigt zeigen (oder: an sich selber mehr hängen als an ihm?). Dies deshalb, weil sie weder um Gottes willen Durst, Mühsal oder Hunger zu leiden haben noch einen Einfall machen (?), der den Groll der Ungläubigen hervorruft, noch auch einem Feind (irgendwie) Abbruch tun, ohne daß ihnen dafür eine rechtschaffene Tat gutgeschrieben würde. Gott bringt diejenigen, die tun, was recht ist, nicht um ihren Lohn.

Tafsir al-Jalalayn 9,120: Die Bewohner von Medina und die Beduinen, welche in dieser Gegend wohnen, dürfen nicht hinter Allahs Gesandten zurückbleiben, wenn er sich auf einen Feldzug begibt. Sie sollten nicht ihr Leben gegenüber seinem bevorzugen, indem sie sich vor solcherart Mühsal drücken, welcher sich der Prophet selbst aussetzt. Das Verbot zurückzubleiben besteht deshalb, weil sie (wenn sie zurückbleiben) weder Durst, Plackerei noch Hunger in der Sache für Allah behelligt. Auch treten sie weder auf einen Weg, der die Ungläubigen erzürnt noch erlangen sie einen Gewinn von den Feinden Allahs sei es durch Abschlachtung, Gefangennahme oder Plünderung ohne daß es für sie als verdienstvolles Werk aufgeschrieben würde für das sie belohnt werden. Sicherlich läßt Allah den Lohn der Tugendhaften nicht verlorengehen, vielmehr belohnt Er sie.

Sure 9, Vers 121: Und sie spenden auch keine Spende, sei es eine kleine oder große, und durchqueren kein Wadi, das ihnen nicht aufgezeichnet wird, auf daß Allah das beste ihrer Werke ihnen lohne.

Sure 9, Vers 121: Und sie geben weder eine kleine noch eine große Spende, und sie überqueren (im Kampf gegen die Ungläubigen) kein Tal, ohne daß es ihnen gutgeschrieben würde, damit Gott ihnen dereinst ihre besten Taten vergelte (ohne ihre schlechten Taten anzurechnen).

Tafsir al-Jalalayn 9,121: Sie geben für die Sache Allahs nichts aus, weder etwas kleines wie zum Beispiel eine einzige Dattel oder etwas Großes, noch überqueren sie ein Tal während eines Marsches. Aber es ist als gerechtes Entgelt aufgeschrieben, daß Allah sie für ihre Anstrengung mit dem Besten belohnen würde.


Sure 9, Vers 122: Und nicht sollen die Gläubigen insgesamt ausziehen. Von jeder Schar von ihnen soll eine Abteilung nicht ausziehen, um einander in der Religion zu belehren und um ein Volk, wenn es zu ihnen heimkehrt, zu warnen, auf der Hut zu sein.

Sure 9, Vers 122: Und die Gläubigen können unmöglich geschlossen ausrücken. Warum rückt dann aber nicht von jeder Abteilung von ihnen wenigstens eine Gruppe aus, damit sie (d.h. die Leute dieser Gruppe) sich in der Religion (des Islam) unterweisen lassen und ihre Leute (vor der Strafe Gottes?) warnen, wenn sie zu ihnen zurückkommen? Vielleicht werden sie sich dann in acht nehmen (und Buße tun).

Tafsir al-Jalalayn 9,122: Als der Prophet daran war, einen Stoßtrupp auszusenden – nachdem gewisse Muslime dafür getadelt worden waren, daß sie zurückbleiben wollten – zogen allesamt von dannen, sodaß folgendes offenbart wurde: Es müssen nicht alle Gläubigen zusammen auf einen Raubzug gehen. Warum ziehen nicht von jeder Gruppe, von jedem Stamm ein gewisses Kontingent auf einen Feldzug, währenddem andere zurückbleiben, um die Religion weiter zu lernen. Dann können sie die Regeln aus dem eben gelernten an die vom Raubzug Nachhausekehrenden weitergeben und sie vor Allahs Bestrafung warnen, damit sie Seinen Befehlen und Verboten nachkommen.

Ibn Abbas meinte, daß sich dieser Vers spezifisch auf Razzien beziehe, währenddessen der vorangegangene Vers sämtlichen Gläubigen verbot, zurückzubleiben, wenn der Prophet selber am der betreffenden Kriegszug teilnahm.


Sure 9, Vers 123: O ihr, die ihr glaubt, kämpft wider die Ungläubigen an euren Grenzen, und wahrlich, lasset sie die Härte in euch verspüren. Und wisset, daß Allah mit den Gottesfürchtigen ist.

Sure 9, Vers 123: Ihr Gläubigen! Kämpftgegen diejenigen von den Ungläubigen, die euch nahe sind (d.h. die mit ihren Wohnsitzen an euer Gebiet angrenzen)! Sie sollen merken, daß ihr hart sein könnt. Ihr müsst wissen, daß Gott mit denen ist, die (ihn) fürchten.

Tafsir al-Jalalayn 9,123: Oh ihr Gläubigen bekämpft zuerst die Heiden welche euch am nächsten stehen und dann die in der zweiten Reihe. Zeigt ihnen eure Strenge und Härte indem ihr sie schroff behandelt. Wisset, daß Allah die Frommen unterstützt und ihnen hilft, daß sie siegreich sind.


Sure 22: „Die Pilgerfahrt” offenbart in Mekka

Sure 22, Vers 39: Gewähr ist denen gegeben, die bekämpft wurden, derweil ihnen Gewalt angetan ward; und siehe, wahrlich, Allah hat Macht ihnen beizustehen.

Sure 22, Vers 39: Denjenigen, die (gegen die Ungläubigen) kämpfen (so nach einer abweichenden Lesart; im Text: die bekämpft werden), ist die Erlaubnis (zum Kämpfen) erteilt worden, weil ihnen (vorher) Unrecht geschehen ist. – Gott hat die Macht, ihnen zu helfen.

Tafsir al-Jalalayn 22,39: Erlaubnis wurde denen welche kämpfen, d.h. den Gläubigen, erteilt, daß sie sich wehren. Dies ist der erste Vers der im Zusammenhang mit dem „Eifern in Allahs Weg“ (jihad) offenbart wurde. Ihnen ist seitens der Ungläubigen Unrecht geschehen und wahrhaftig ist Allah in der Lage ihnen zu helfen.


Sure 22, Vers 40: Jene, die schuldlos aus ihren Wohnungen vertrieben wurden, nur weil sie sprechen: “Unser Herr ist Allah.” Und wofern nicht Allah den einen Menschen durch die anderes wehrte, wahrlich, so wären Klöster, Kirchen, Bethäuser und Moscheen, in denen Gottes Name so häufig genannt wird, zerstört. Und wem Allah helfen will, dem hilft Er wahrlich. Siehe, Allah ist stark und mächtig.

Sure 22, Vers 40: (Ihnen) die unberechtigterweise aus ihren Wohnungen vertrieben worden sind, nur weil sie sagen: Unser Herr ist Gott. – Und wenn Gott nicht die einen Menschen durch die anderen zurückgehalten hätte (indem er ihnen aus ihren eigenen Reihen Widersacher entstehen ließ), wären (überall) (Einsiedler)Klausen, Kirchen, Synagogen (?) (w. (Stätten der liturgischen) Gebete) und (andere?) Kultstätten, in denen (allen) der Name Gottes ohne Unterlass (w. viel) erwähnt wird, zerstört worden. Aber bestimmt wird Gott denen, die ihm helfen, (ebenfalls) helfen. Er ist stark und mächtig.

Tafsir al-Jalalayn 22,40: Betreffend jenen, welche unberechtigterweise aus ihren Häusern vertrieben wurden: ihre Ausweisung geschah ohne Grund, sie sagten lediglich: ’Unser Herr ist Allah’, was ja richtig ist. Und hätte nicht Allah veranlasst, daß manche (aufrührerische) Menschen von anderen zurückgehalten wurden, Vernichtung hätte in den Klöstern (für Mönche), in Kirchen (für Christen), in Synagogen (für Juden) und in Moscheen (für Muslime) – also überall da, wo der Name Gottes unermüdlich wiederholt wird – gewütet und dann hätten die Gottesdienste nicht mehr stattfinden können. Sicherlich wird Allah denen helfen, welche Ihn und Seine Religion unterstützen. Allah ist wahrhaftig stark und beherrscht Seine Schöpfung; Er ist mächtig und unbesiegbar in Bezug auf Sein Herrschaftsgebiet und seine Kraft;


Sure 22, Vers 58: Und jene, welche in Allahs Weg auswanderten und alsdann fielen oder starben, wahrlich, die wird Allah mit schöner Versorgung versorgen. Denn siehe, Allah, wahrlich, Er ist der beste Versorger.

Sure 22, Vers 58: Und diejenigen, die um Gottes willen ausgewandert sind und hierauf (im Kampf) getötet werden oder (eines friedlichen Todes) sterben, denen wird Gott bestimmt einen schönen Unterhalt bescheren. Er kann am besten bescheren.

Tafsir al-Jalalayn 22, 58: Und diejenigen, welche auf dem Wege Allahs von Medina nach Mekka auswanderten und dabei erschlagen wurden oder starben wird Er gut versorgen, das heißt mit dem Eintritt ins Paradies. In der Tat ist Allah der beste Versorger, der hervorragendste aller Geber.


Sure 29: “Die Spinne” offenbart in Mekka

Sure 29, Vers 6: Und wer da eifert in Allahs Weg (wer gegen die Ungläubigen kämpft), der eifert zu seinem eigenen Besten. Siehe, Allah bedarf wahrlich nicht der Welten.

Sure 29, Vers 6: Und wer sich (um Gottes willen) abmüht (d.h. Kriegsdienst leistet?), tut das zu seinem eigenen Vorteil. Gott ist auf niemand in der Welt angewiesen.

Tafsir al-Jalalayn 29,6: Und wer sich abmüht im Krieg oder gegen die Versuchungen der eigenen Seele, der tut dies für sein eigenes Wohl. Denn der Gewinn welchen er für diese Anstrengung ernten wird ist sein eigener und nicht derjenige Allahs. Wahrlich Allah ist unabhängig von den Geschöpfen sämtlicher Welten, ob dies nun Menschen, Geister (jinn) oder Engel sind, Er braucht ihre Verehrung nicht.


Sure 29, Vers 7: Und diejenigen, welche glauben und das Rechte tun, wahrlich, nehmen wollen wir ihnen ihre Sünden und wollen sie nach ihren besten Taten belohnen.

Sure 29, Vers 7: Denen, die tun, was recht ist, werden wir (dereinst) ihre schlechten Taten tilgen und ihre besten Taten vergelten.

Tafsir al-Jalalayn 29,7: Und diejenigen, welche glauben und Gerechtes vollbringen, ihnen werden Wir sicherlich ihre Missetaten vergeben und ihre besten Handlungen vergelten.


Sure 33: „Die Verbündeten” offenbart in Medina

Sure 33, Vers 20: Sie glaubten, daß die Verbündeten nicht abziehen würden; und kämen die Verbündeten wiederum, dann würden sie lieber bei den Arabern in der Wüste leben wollen und Nachrichten von euch einziehen. Wären sie aber bei euch gewesen, nur wenig hätten sie gekämpft.

Sure 33, Vers 20: Sie meinen, die Gruppen (von Verbündeten der Mekkaner) seien nicht weggegangen. Aber(?) wenn die Gruppen (wieder) kommen (sollten?), wünschten sie wohl, sie wären unter den Beduinen in der Steppe und würden (dort) Erkundigungen über euch einziehen (statt selber in Medina anwesend zu sein). Und wenn sie unter euch wären, würden sie sich im Kampf nur wenig beteiligen.

Tafsir al-Jalalayn 33,20: Sie nehmen an, daß die Verbündeten der Ungläubigen noch nicht nach Mekka abgezogen sind weil sie sich vor ihnen fürchten. Und wenn sie ein zweites Mal kommen sollten, so wären sie wohl lieber in die Wüste geblieben und hätten von den Beduinen Neuigkeiten betreffend euch und euren Scharmützeln mit den Ungläubigen eingeholt. Und wenn sie dieses zweite Mal mit euch wären, würden sie wohl nur wenig kämpfen. Vielmehr würden sie, aus Angst (von euch) verschmäht zu werden, nur so tun, als kämpften sie.


Sure 33, Vers 25: Und es trieb Allah die Ungläubigen in ihrem Grimm zurück; sie erlangten keinen Vorteil; und Allah genügte den Gläubigen im Streit, denn Allah ist stark und mächtig.

Sure 33, Vers 25: Und Gott schickte die Ungläubigen mit(samt) ihrem Groll zurück, ohne daß sie (von ihrem Unternehmen) einen Vorteil gehabt (w. etwas Gutes erreicht) hätten. Und er verschonte die Gläubigen damit,zu kämpfen. Gott ist stark und mächtig.

Tafsir al-Jalalayn 33,25: Und Allah trieb die Ungläubigen, bez. ihre Verbündeten in ihrer Wut zurück ohne daß sie etwas (Gutes) erreicht hätten und ihr Wunsch nach einem Sieg über die Gläubigen in Erfüllung gegangen wäre. Und Allah verschonte die Gläubigen vom Kämpfen indem Er den Wind und die Engel auf die Feinde losließ. Wahrlich, Allah ist stark das Gewünschte hervorzubringen und mächtig wenn Er sich durchsetzen will.


Sure 33, Vers 26: Und er veranlasste diejenigen vom Volke der Schrift, die ihnen halfen, von ihren Kastellen herabzusteigen, und warf Schrecken in ihre Herzen. Einen Teil erschlugt ihr und einen Teil nahmt ihr gefangen.

Sure 33, Vers 26: Und er ließ diejenigen von den Leuten der Schrift, die sie (d.h. die Ungläubigen) unterstützt hatten, aus ihren Burgen herunterkommen und jagte ihnen Schrecken ein, so daß ihr sie (in eure Gewalt bekamet und) zum Teil töten, zum Teil gefangen nehmen konntet.

Tafsir al-Jalalayn 33,26: Und Er trieb die Leute der Schrift, die Banu Quraiza, welche die Ungläubigen unterstützt hatten, aus ihren Befestigungen und warf Schrecken in ihre Herzen. In der Folge erschlugt ihr manche von ihnen (die Krieger) und nahmt andere gefangen, wie z.B. die Kinder.


Sure 33, Vers 27: Und Er gab euch zum Erbe ihr Land und ihre Wohnungen und ihr Gut und ihr Land, das ihr nie betratet. Und Allah hat Macht über alle Dinge.

Sure 33, Vers 27: Und er gab euch ihr Land, ihre Wohnungen und ihr Vermögen zum Erbe, und (dazu) Land, das ihr (bis dahin noch) nicht betreten hattet. Gott hat zu allem die Macht.

Tafsir al-Jalalayn 33,27: Und Er veranlasste, daß ihr deren Land, Güter und Häuser erben konntet. Er machte ihren Reichtum zu eurer Beute und auch das Land der Juden von Khaybar (das ihr noch nicht betreten habt und das ihr nach dem Land der Banu Quraiza erobert habt.) Allah ist fähig, alles zu bewerkstelligen, seien es Eroberungen oder einfach Unterstützung für die Gläubigen.


Sure 47: „Muhammad” offenbart in Medina

Sure 47, Vers 4: Und wenn ihr die Ungläubigen trefft, dann herunter mit dem Haupt, bis ihr ein Gemetzel unter ihnen angerichtet habt; dann schnüret die Bande. Und dann entweder Gnade hernach oder Loskauf, bis der Krieg seine Lasten niedergelegt hat. Solches! Und hätte Allah gewollt, wahrlich, Er hätte selber Rache an ihnen genommen; jedoch wollte Er die einen von euch durch die anderen prüfen. Und diejenigen, die in Allahs Weg getötet werden, nimmer leitet Er ihre Werke irre.

Sure 47, Vers 4: Wenn ihr (auf einem Feldzug) mit den Ungläubigen zusammentrefft, dann haut (ihnen mit dem Schwert) auf den Nacken! Wenn ihr sie schließlich vollständig niedergekämpft habt, dann legt (sie) in Fesseln, (um sie) später entweder auf dem Gnadenweg oder gegen Lösegeld (freizugeben)! (Haut mit dem Schwert drein) bis der Krieg (euch) von seinen Lasten befreit (w. bis der Krieg seine Lasten ablegt) (und vom Frieden abgelöst wird)! Dies (ist der Wortlaut der Offenbarung). Wenn Gott wollte, würde er sich (selber) gegen sie helfen. Aber er möchte (nicht unmittelbar eingreifen, vielmehr) die einen von euch (die gläubig sind) durch die anderen (die ungläubig sind) auf die Probe stellen. Und denen, die um Gottes willen (w. auf dem Weg Gottes) getötet werden (Variante: kämpfen), wird er ihre Werke nicht fehlgehen lassen (so daß sie damit nicht zum Ziel kommen würden).

Tafsir al-Jalalayn 47,4: Wenn ihr also Ungläubige im Kampfe trefft, so tötet sie indem ihr ihnen den Kopf abschlägt. Nachdem ihr sie dann gründlich dezimiert habt, lasst den Rest leben, nehmt sie gefangen und fesselt sie eng. Hernach zeigt ihnen Gnade, lasst sie entweder bedingungslos frei oder gegen Lösegeld oder im Austausch mit muslimischen Gefangenen bis der Krieg oder besser gesagt die sich daran beteiligenden Krieger ihre schwere Last d.h. die schwergewichtigen Waffen und anderes Material abgelegt haben. Dies wird der Fall sein, wenn die Ungläubigen sich entweder ergeben oder einen Vertrag abschließen. – Der letzte Abschnitt beschreibt nun tatsächlich den Grund, warum die Muslime sich zusammenscharen, töten und Gefangene nehmen sollen: Und wenn Allah gewünscht hätte, Er hätte ohne jegliches Kämpfen selber Rache an ihnen nehmen können. Er hat es euch jedoch befohlen. Denn Er beabsichtigte, einige von euch zu testen, indem Er sie gegen Ungläubige in den Kampf geschickt hat damit die Getöteten unter euch ins Paradies kommen, währenddessen die anderen im Höllenfeuer landen werden. Und die unter euch, welche getötet wurden oder hart in Allahs Weg gekämpft haben ihre Werke werden nicht vergeudet werden, Er wird sie nimmer für null und nichtig erklären. Dieser Vers wurde am Tage der Schlacht zu Uhud offenbart, als es schon viele Toten und Verwundeten gab.


Sure 47, Vers 20: Und es sprechen die Gläubigen: „Warum wird keine Sure herab gesendet?“ Aber wenn eine unverbrüchliche Sure herab gesendet und in ihr der Kampf verkündet wird, siehst du die, in deren Herzen Krankheit ist, dich anschauen mit dem Blick eines vom Tod Überschatteten.

Sure 47, Vers 20: Die Gläubigen sagen: ‘Warum ist (denn zur Entscheidung der Angelegenheit) keine Sure herabgesandt worden?’ Wenn dann aber eine (eindeutig) bestimmte Sure herabgesandt wird und darin vom Kampf (gegen die Ungläubigen) die Rede ist, siehst du, daß diejenigen, die in ihrem Herzen eine Krankheit haben, auf dich schauen wie einer, der vor Tod(esangst beinahe) ohnmächtig wird. Wehe ihnen(?)!

Tafsir al-Jalalayn 47,20: Und die Gläubigen, die sich am Kampfe beteiligen wollen fragen: „Warum ist keine Sure offenbart worden?“ (… in welcher von der Pflicht des Eiferns in Allahs Weg die Rede ist.) Wenn dann aber eine endgültige, nicht abrogierte Sure erscheint und in ihr diese Pflicht erwähnt ist, dann sehen diejenigen in deren Herzen die Krankheit des Zweifels wohnt, d.h. die Heuchler, euch mit dem Blick eines Mannes an der gerade dabei ist, kurz vor seinem Tode in Ohnmacht zu fallen. Dies ist so, weil sie Angst und Abneigung gegen das Kämpfen verspüren. Jedoch besser für sie wäre eine Prüfung wie folgt:


Sure 47, Vers 31: Und wahrlich, Wir wollen euch heimsuchen, bis wir die Eifernden im Kampf unter euch erkennen und die Standhaften; und Wir wollen das Gerücht von euch prüfen.

Sure 47, Vers 31: Und wir werden euch bestimmt auf die Probe stellen, um diejenigen von euch, die (um unseretwillen) Krieg führen (w. sich abmühen), und die geduldig sind, in Erfahrung zu bringen, und um ausfindig zu machen, wie es mit euch steht.

Tafsir al-Jalalayn 47,31: Wir werden euch ganz bestimmt prüfen (und auf die Probe stellen) und euch befehlen, daß ihr am Eifern in Allahs Weg und in anderen Belangen teilnehmt bis Wir die äußeren Zeichen derjenigen welche Eifern in Allahs Weg, und auch derjenigen, welche standhaft im Eifern und in anderen Angelegenheiten sind erkennen. Wir werden eure Leistungen betreffend Gehorsam, Ungehorsam und Eifer einschätzen und bekannt geben.


Sure 47, Vers 32: Siehe, diejenigen, welche ungläubig sind und von Allahs Weg abwendig machen und sich vom Gesandten trennen, nachdem ihnen die Leitung deutlich gemacht, nimmer fügen sie Allah ein Leid zu, und vereiteln wird Er ihre Werke.

Sure 47, Vers 32: Diejenigen, die ungläubig sind, (ihre Mitmenschen) vom Weg Gottes abhalten und gegen den Gesandten Opposition treiben(?), nachdem ihnen die Rechtleitung (durch den Islam) klar geworden ist, können (damit) Gott keinen Schaden zufügen. Er wird vielmehr ihre Werke hinfällig machen.

Tafsir al-Jalalayn 47,32: Wahrlich, diejenigen welche ungläubig sind und von Allahs Weg, vom Pfad der Wahrheit absehen und die welche sich dem Gesandten widersetzen und gegen ihn kämpfen obwohl ihnen die Führung (gemeint ist „Allahs Weg“) klar geworden ist, sie werden Allah in keiner Weise verletzen. Er wird jedoch veranlassen, daß sie in ihren Werken versagen, Er wird diese – als Beispiel sei freiwilliges Almosen geben genannt – für ungültig erklären und sie werden im Jenseits keine Belohnung finden. Dieser Vers wurde entweder im Zusammenhang mit den mekkanischen Teilnehmern an der Schlacht zu Badr welche die Hungernden mit Esswaren versorgten oder aber bezüglich der jüdischen Stämme der Qurayza und Nadir offenbart.


Sure 47, Vers 35: Werdet daher nicht matt und ladet sie nicht ein zum Frieden, während ihr die Oberhand habt; denn Allah ist mit euch, und nimmer betrügt Er euch um eure Werke.

Sure 47, Vers 35: Laßt nun (in eurem Kampfwillen) nicht nach und ruft (die Gegner) nicht (vorzeitig) zum Frieden, wo ihr doch (letzten Endes) die Oberhand haben werdet! Gott ist mit euch und wird euch nicht um (den Lohn) eure(r) Werke bringen.

Tafsir al-Jalalayn 47,35: Zögert also nicht, noch werdet schwach und ruft den Frieden aus. Falls ihr auf die Ungläubigen stößt, bietet ihnen keinen Waffenstillstand an, wenn ihr die Oberhand habt, wenn ihr Sieger und Unterdrücker seid, denn Allah ist mit euch. Er hilft und unterstützt euch, Er wird die Belohnung für euren Einsatz weder einschränken noch kurz halten.


Sure 47, Vers 36: Das irdische Leben ist nur ein Spiel und ein Scherz, und so ihr glaubt und gottesfürchtig seid, wird Er euch euren Lohn geben. Er fordert nicht euer (ganzes) Gut von euch.

Sure 47, Vers 36: Das diesseitige Leben ist (doch) nur Spiel und Zerstreuung. Wenn ihr glaubt und gottesfürchtig seid, gibt Gott (w. er) euch euren Lohn und verlangt von euch nicht euer Hab und Gut.

Tafsir al-Jalalayn 47,36: Das Leben in dieser Welt, das heisst die ausschließliche Beschäftigung mit ihr ist nichts als Spiel und Zeitvertreib. Aber wenn du glaubst und dir Allahs und des jenseitigen Lebens bewußt bist, wird Er dir deinen Lohn geben und wird dafür nicht deinen ganzen Reichtum einfordern, sondern nur einen Teil davon, nämlich die (für den Jihad) notwendigen Almosen.


Sure 47, Vers 37: So Er es von euch forderte und euch darum bedrängte, so würdet ihr geizig sein, und Er würde eure Bosheiten zum Vorschein bringen.

Sure 47, Vers 37: Gesetzt den Fall, Er würde es von euch verlangen und euch drängen (es herzugeben), würdet ihr (damit) geizen, und Er würde euren Groll an den Tag bringen.

Tafsir al-Jalalayn 47,37: Selbst wenn Er es einfordern würde, indem Er dich ständig darum bedrängte wärst du knauserig. Dieser Geiz würde deine Boshaftigkeit gegen den Islam zum Vorschein bringen.


Sure 47, Vers 38: Siehe, ihr seid diejenigen, die eingeladen werden, zu spenden in Allahs Weg, und die einen von euch sind geizig; wer aber geizig ist, ist nur geizig wider sich selber. Und Allah ist der Reiche, und ihr seid die Armen. Und wenn ihr euch abwendet, so wird Er euch mit einem anderen Volk vertauschen. Alsdann werden sie nicht gleich euch sein.

Sure 47, Vers 38: Ihr werdet da aufgerufen, um Gottes willen (w. auf dem Weg Gottes) Spenden zu geben. Nun gibt es unter euch welche, die geizig sind. Wer aber geizig ist, ist es zu seinem eigenen Nachteil. Gott ist derjenige, der reich (oder: auf niemand angewiesen) ist. Ihr aber seid die Armen. Wenn ihr euch abwendet (und der Heilsbotschaft kein Gehör schenkt), läßt er ein anderes Volk eure Stelle einnehmen. Die werden dann nicht so sein, wie ihr (zeitlebens gewesen seid, vielmehr dem Ruf zum Heil Folge leisten).

Tafsir al-Jalalayn 47,38: Ho, ihr alle! Ihr seid aufgerufen, für Allahs Weg (Jihad) das zu spenden, was euch vorgeschrieben wurde. Aber unter euch gibt es Leute, die knauserig sind. Aber die Geizigen sind nur geizig gegen die eigene Seele. Allah ist unabhängig, Er braucht eure Almosen nicht, ihr aber seid bedürftig, Seiner bedürftig. Und wenn ihr euch vom Gehorsam abwendet, wird Er euch einfach gegen ein anderes Volk eintauschen: Er ersetzt euch durch ein anderes Volk, Er wird dieses Volk an eure Stelle setzen. Und sie werden nicht ungehorsam sein wie ihr, sondern Seinen Geboten folgen. Barmherzig und erhaben ist Er.


Sure 48: „Der Sieg” offenbart in Medina

Sure 48, Vers 16: Sprich zu den Dahintengebliebenen von den Arabern: “Ihr sollt gerufen werden zu einem Volk von grossem Mut; ihr sollt mit ihnen kämpfen oder sie werden Muslime. Und wenn ihr gehorcht, wird euch Allah schönen Lohn geben; wenn ihr jedoch den Rücken kehret, wie ihr ihn zuvor gekehrt habt, wird Er euch mit schmerzlicher Strafe strafen.

Sure 48, Vers 16: Sag zu denjenigen Beduinen, die zurückgelassen worden sind: Ihr werdet (demnächst) zu einem (Kriegs)Volk aufgerufen werden, das über eine gewaltige Kampfkraft verfügt. Ihr werdet gegen sie zu kämpfen haben, es sei denn, sie ergeben sich (ohne es erst zum Kampf kommen zu lassen) (oder: es sei denn, sie nehmen den Islam an). Wenn ihr dann gehorchet (und der Aufforderung zum Kampf Folge leistet), gibt Gott euch einen schönen Lohn. Wenn ihr euch aber abwendet, wie ihr das vorher getan habt (als ihr zum Zug nach Mekka bzw. al-Hudaybiya aufgerufen wurdet), lässt er euch eine schmerzhafte Strafe zukommen.

Tafsir al-Jalalayn 48,16: Sagt zu denjenigen Beduinen, welche, wie erwähnt, zurückgelassen wurden damit sie geprüft werden: „Ihr werdet demnächst aufgerufen, gegen ein Volk mit gewaltiger Kampfeskraft – es könnten damit der Stamm der Banu Hanifa , die Bewohner von al-Yamama oder aber die Perser oder Byzantiner gemeint sein – anzutreten. Ihr werdet sie entweder bekämpfen oder sie werden sich ergeben, bevor es zum Kampf kommen wird. Wenn ihr also dem Befehl gehorcht sie zu bekämpfen, wird Allah euch eine große Belohnung geben. Wenn ihr euch jedoch wie gehabt abwendet, so wird Er euch aufs schmerzlichste züchtigen.“


Sure 48, Vers 28: Er ist’s, der Seinen Gesandten mit der Leitung und der Religion der Wahrheit entsandt hat, um sie über jeden anderen Glauben siegreich zu machen. Und Allah genügt als Zeuge.

Sure 48, Vers 28: Er ist es, der Seinen Gesandten mit der Rechtleitung und der wahren Religion geschickt hat, um ihr zum Sieg zu verhelfen über alles, was es sonst noch an Religion gibt. Gott genügt dafür als Zeuge.

Tafsir al-Jalalayn 48,28: Er ist es der Seinen Gesandten mit der Leitung und der Religion der Wahrheit geschickt hat auf daß sie alle andern Religionen besiege. Zu dem oben gesagten genügt Allah als Zeuge und Er, der Erhabene verkündet:


Sure 48, Vers 29: Mohammed ist der Gesandte Allahs, und seine Anhänger sind strenge wider die Ungläubigen, barmherzig untereinander. Du siehst sie sich verneigen und niederwerfen, Huld begehrend von Allah und Wohlgefallen. Ihre Merkzeichen auf ihren Angesichtern sind die Spur der Niederwerfung. Solches ist ihr Gleichnis in der Thora und im Evangelium: Sie sind gleich einem Samenkorn, welches seinen Sprößling treibt und stark werden läßt; dann wird er dick und richtet sich empor auf seinem Halm, dem Sämann zur Freude: Auf daß sich die Ungläubigen über sie ärgern. Verheißen hat Allah denen von ihnen, die da glauben und das Rechte tun, Verzeihung und gewaltigen Lohn.

Sure 48, Vers 29: Mohammed ist der Gesandte Gottes. Und diejenigen, die mit ihm gläubig sind, sind den Ungläubigen gegenüber heftig, unter sich aber mitfühlend. Du siehst, daß sie sich verneigen und niederwerfen im Verlangen danach, daß Gott ihnen Gunst erweisen und Wohlgefallen haben möge. Es steht ihnen auf der Stirn geschrieben, daß sie sich im Gebet oft niederwerfen. So werden sie in der Thora beschrieben. Und im Evangelium werden sie mit Getreide verglichen, dessen Triebe Gott hervorkommen und immer stärker werden läßt, worauf es verdickt und aufrecht auf den Halmen steht, zur Freude derer, die vorher die Saat ausgestreut haben, so daß Gott mit ihnen den Groll der Ungläubigen hervorruft, Gott hat denjenigen von ihnen, die glauben und tun, was recht ist, Vergebung und gewaltigen Lohn versprochen.

Tafsir al-Jalalayn 48,29: Mohammed ist der Gesandte Allahs und seine engsten Gefährten unter den Gläubigen gehen mit Härte gegen die Ungläubigen vor; sie lassen keine Gnade walten. Unter sich haben sie jedoch Zuneigung, Sympathie und Barmherzigkeit für einander bereit wie dies zwischen einem Vater und seinem Sohn üblich ist. Man kann beobachten, wie sie sich verneigen und sich im Gottesdienst niederwerfen weil sie Allahs Segen und Belohnung begehren. Die Zeichen ihrer Andersartigkeit sind auf ihren Gesichtern abzulesen: es ist ein Licht das ausstrahlt; daran wird man im Jenseits diejenigen erkennen, welche sich im Diesseits stets niedergeworfen (Markierung auf der Stirn, d.h. der Staub des Bodens, Anm. des Übersetzers) haben. Diese Beschreibung findet sich auch in der Thora und im Neuen Testament. Sie (die Gefährten) sind gleich einem Samenkorn, das zu einem Sprößling heranwächst, sie stärken und nähren ihn und helfen ihm, auf daß er kräftig, aufrecht und verwurzelt auf seinem Stamm stehe, zur Freude derjenigen welche es (das Samenkorn) auf Grund seiner Schönheit gepflanzt hatten. Die Gefährten – möge Allah sich ihrer erfreuen – werden solcherart beschrieben. Am Anfang waren sie ja nur wenige und schwach. Aber dann vermehrten sie sich; sie erstarkten rundum und wurden von Ihm zum Ärgernis der Ungläubigen gemacht. Allah hat den Gläubigen, welche wahrhafte Heldentaten vollbringen, den Gefährten Mohammeds, Vergebung und großartige Belohnung – das Paradies – versprochen. Beides wird auch an die Nachfolger verteilt werden, wie dies schon in anderen Versen bestätigt wurde.


Sure 49: „Die Gemächer” offenbart in Medina

Sure 49, Vers 9: Und wenn zwei Parteien der Gläubigen miteinander streiten, so stiftet Frieden unter ihnen; und wenn sich die eine gegen die andere vergeht, so kämpfet gegen die, welche sich verging, bis sie zu Allahs Befehl zurückkehrt. Und wenn sie zurückkehrt, so stiftet Frieden unter ihnen in Billigkeit und übt Gerechtigkeit. Siehe Allah liebt die Gerechtigkeit Übenden.

Sure 49, Vers 9: Und wenn zwei Gruppen von den Gläubigen einander bekämpfen, dann stiftet Frieden zwischen ihnen! Wenn dann aber die eine der anderen (immer noch) Gewalt antut, dann kämpft gegen diejenige, die gewalttätig ist, bis sie wiedereinlenkt(?) und sich der Entscheidung Gottes fügt! Wenn sie dann wiedereinlenkt, dann stiftet zwischen den beiden (endgültig) Frieden, wie es recht und billig ist, und laßt Gerechtigkeit walten! Gott liebt die, die gerecht handeln.

Tafsir al-Jalalayn 49,9: Wenn also zwei verschiedenen Gruppen von Gläubigen einen Streit miteinander anfangen, stiftet Frieden zwischen ihnen. Und wenn die eine Gruppe die andere angreift, so kämpft gegen die Aggressoren bis sie sich wieder der Autorität und der Wahrheit Allahs unterordnen. Wenn sie dann zurückgefunden haben, (so sollen sie sich wieder miteinander versöhnen.) Dieser Vers bezieht sich auf folgendes Ereignis: als der Prophet auf einem Esel reitend an Ibn Ubayy vorbeizog, war das Tier gerade am urinieren, weshalb sich Ibn Ubayy die Nase zuhielt. Darauf meinte Ibn Rawaha: „Bei Allah, der Urin des Esels riecht süßer als dein Moschus(Parfüm).“ Worauf sich die beiden Sippschaften in die Haare gerieten und mit Fäusten, Sandalen und Palmwedeln aufeinander einschlugen.


Sure 49, Vers 15: Gläubige sind nur die, welche an Allah und seinen Gesandten glauben und hernach nicht zweifeln und die mit Gut und Blut in Allahs Weg eifern. Das sind die Wahrhaftigen.

Sure 49, Vers 15: Die (wahren) Gläubigen sind diejenigen, die an Gott und seinen Gesandten glauben und hierauf nicht (wieder unsicher werden und) Zweifel hegen, und die mit ihrem Vermögen und in eigener Person um Gottes willen Krieg führen (w. sich abmühen). Sie sind es, die es ehrlich meinen (oder: die die Wahrheit sagen, wenn sie sich als Gläubige bezeichnen).

Tafsir al-Jalalayn 49,15: Die wahren Gläubigen sind diejenigen, welche ihrem Glaubensbekenntnis treu sind – wie Er im folgenden genauestens erklärt – die also an Allah und Seinen Gesandten glauben, nie an ihrem Glauben zweifeln und mit ihrem Vermögen und ihre Seele in seinem Weg eifern. Ihre Anstrengung beweist ihre Aufrichtigkeit im Glauben. Sie sind es, welche wahrhaftig in ihrem Glauben sind und nicht diejenigen, welche sagen: „wir glauben“, von denen aber nichts weiter als ihre Unterwerfung unter die Religion ersichtlich ist.


Sure 57: „Das Eisen” offenbart in Mekka oder Medina

Vers 57, Vers 10: Und was ist euch, daß ihr nicht spendet in Allahs Weg, wo Allah das Erbe der Himmel und der Erde ist? Nicht ist unter euch gleich, wer vor dem Siege spendet und kämpft – diese nehmen höhere Stufen ein als jene, welche hernach spenden und kämpfen. Allen aber verheißt Allah das Beste; und Allah weiß was ihr tut.

Sure 57, Vers 10: Warum wollt ihr (denn) nicht um Gottes willen (w. auf dem Weg Gottes) Spenden geben, wo doch (dereinst) das Erbe von Himmel und Erde an Gott (allein) fällt? Diejenigen von euch, die schon vor dem Erfolg Spenden gegeben und gekämpft haben, sind (den anderen) nicht gleich(zusetzen). Sie nehmen einen höheren (w. gewaltigeren) Rang ein als diejenigen, die (erst) nachträglich Spenden gegeben und gekämpft haben. Aber allen (auch denen, die erst nachträglich gespendet und gekämpft haben) hat Gott das (Aller)beste (d.h. das Paradies) versprochen. Er ist wohl darüber unterrichtet, was ihr tut.

Tafsir al-Jalalayn 57,10: Und warum solltet ihr nicht, nachdem ihr gläubig geworden seid, in Allahs Weg spenden, weil Ihm ja schließlich das Gesamterbe der Himmel und der Erde mit allem was darin enthalten ist, gehört? Er wird schlussendlich sowieso all euren Reichtum erhalten, allerdings ohne die (zusätzliche) Belohnung für das Eifern in Seinem Weg. Wenn ihr euch anderseits angestrengt hättet, so wäret ihr belohnt worden. Diejenigen von euch welche vor dem Sieg gegen die Mekkaner eiferten und kämpften sind ranghöher als diejenigen, welche dies erst im Nachhinein getan haben. Aber beiden Gruppen hat Allah den besten Preis versprochen; das Paradies. Allah nimmt euer Tun wahr und Er wird es euch entsprechend vergelten.


Sure 59: „Die Auswanderung” offenbart in Medina

Sure 59, Vers 2: Er ist es, welcher die Ungläubigen vom Volk der Schrift aus ihren Wohnungen zu der ersten Auswanderung trieb. Ihr glaubtet es nicht, daß sie hinausziehen würden, und sie glaubten, daß ihre Burgen sie vor Allah schützen würden. Da aber kam Allah zu ihnen, von wannen sie es nicht vermuteten, und warf Schrecken in ihre Herzen. Sie verwüsteten ihre Häuser mit ihren eigenen Händen und den Händen der Gläubigen. Darum nehmt es zum Exempel, ihr Leute von Einsicht!

Sure 59, Vers 2: Er ist es, der diejenigen von den Leuten der Schrift, die ungläubig sind (gemeint sind die jüdischen Banu Nadir in Medina) aus ihren Wohnungen vertrieben hat, zur ersten (diesseitigen?) Versammlung (an den Ort ihrer Verbannung). (Eine zweite Versammlung wird sie dereinst in die Hölle bringen(?).) Ihr glaubtet nicht, daß sie wegziehen würden. Und sie meinten, ihre Befestigungen würden sie vor Gott schützen. Da kam Gott (mit seiner Gewalt) über sie, ohne daß sie damit rechneten, undjagte ihnen Schrecken ein, worauf sie eigenhändig und mit Hilfe (w. mit den Händen) der Gläubigen ihre Häuser zerstörten. Denkt (darüber) nach, (ihr alle) die ihr Einsicht habt!

Tafsir al-Jalalayn 59,2: Er ist’s, der die ungläubigen Menschen der Schrift – in diesem Falle den jüdischen Stamm der Nadir – von ihren Behausungen in Medina vertrieben und somit ihr erstes Exil nach Syrien veranlasst hat. Später dann, während Umar Kalif war, wurden sie ja nach Khaybar verbannt. Ihr Gläubigen habt nicht darauf vertraut, daß sie abziehen würden und sie andererseits wähnten sich in ihren Befestigungen vor Allah und seinen Züchtigungen sicher. Sein Kommando und Seine Züchtigung kamen jedoch von unerwarteter Seite, nämlich von euch. Er warf Schrecken in ihre Herzen, indem Er deren Oberhaupt, Ka’b b. al-Ashraf ermorden und ihre Behausungen zerstören ließ. Sie taten dies eigenhändig und ihr Gläubigen halft tatkräftig mit, um dann nachher zu ergattern, was an Wertvollem wie z.B. Holz etc. zu finden war. Seid also achtsam, die ihr Augen im Kopf habt.


Sure 60: “Die Geprüfte” offenbart in Medina

Sure 60, Vers 1: O ihr, die ihr glaubt, nehmt nicht Meinen Feind und euren Feind zu Freunden. Ihr zeigt ihnen Liebe, wiewohl sie an die Wahrheit, die zu euch gekommen, nicht glauben. Sie treiben den Gesandten und euch aus, darum daß ihr an Allah euren Herrn glaubt. Wenn ihr auszieht zum Kampf in Meinem Weg und im Trachten nach meinem Wohlgefallen und ihr ihnen insgeheim Liebe zeigt, dann weiß Ich sehr wohl, was ihr verbergt und was ihr zeigt. Und wer von euch dies tut, der ist abgeirrt vom ebenen Pfad.

Sure 60, Vers 1: Ihr Gläubigen! Nehmt euch nicht meine und eure Feinde zu Freunden, indem ihr ihnen (eure) Zuneigung zu erkennen gebt, wo sie doch nicht an das glauben, was von der Wahrheit (der Offenbarung) zu euch gekommen ist, und den Gesandten und euch (nur darum aus Mekka) vertrieben haben (w. vertreiben), daß ihr an Gott, euren Herrn, glaubt! (Nehmt sie nicht zu Freunden) wenn (anders) ihr in der Absicht, um meinetwillen Krieg zu führen (w. euch abzumühen), und im Streben nach meinem Wohlgefallen ausgezogen seid! Wie könnt ihr ihnen heimlich (eure) Zuneigung zu verstehen geben (w. (Aussagesatz): Ihr gebt ihnen heimlich (eure) Zuneigung zu verstehen), wo ich doch weiß, was ihr geheim haltet, und was ihr bekannt gebt? Wenn einer von euch das tut, ist er (damit endgültig) vom rechten Weg abgeirrt.

Tafsir al-Jalalayn 60,1: Oh ihr Gläubigen nehmt weder meinen noch euren Feind zum Freund. (Es sind hier die ungläubigen Mekkaner gemeint.) Ihr habt ihnen den Plan des Propheten, sie anzugreifen preisgegeben, welchen er euch anvertraut hat, geheim zu halten. Weil Zuneigung zwischen euch und ihnen besteht, wollt ihr ihn (den Plan) verraten. Hatib bin Abi Balta’a schickte ihnen eine entsprechende Nachricht, denn er hat Kinder und andere nahe Verwandte unter den Götzendienern. Der Prophet allerdings wurde von Allah darüber informiert und es gelang ihm, den Boten mit der Nachricht abzufangen. Hatibs Entschuldigung für seine Aktion wurde vom Propheten akzeptiert. Wahrlich, sie glauben nicht an die Wahrheit, d.h. an die Religion des Islam und den Koran, die zu euch gekommen sind, sondern vertrieben den Gesandten und euch aus Mekka und unterdrückten euch, weil ihr an Allah, euern Herrn glaubt. Wenn ihr also auszogt um in meinem Weg zu eifern und mich zu erfreuen, so nehmt sie nicht zu Freunden. Heimlich hegt ihr jedoch Zuneigung zu ihnen, Ich aber sehe wohl, was ihr verbergt und was ihr bekennt. Und wer immer von euch die Neuigkeiten des Propheten hintenherum weitergibt ist wahrlich vom rechten Pfad abgekommen, er hat den Pfad der Führung (den Mittelweg) verpasst.

Kommentar von A. Th. Khoury zu Sure 60, Vers 1: “Nach der islamischen Tradition geht es um einen gewissen Hatib bin Abi Balta’a, der ein treuer Ausgewanderter war und beim Sieg von Badr mit den Muslimen gekämpft hatte, der jedoch Kontakte mit den Qurayschiten Mekkas aufnahm, um bei widrigen Umständen den in Mekka verbliebenen Angehörigen Schutz zu sichern. Mohammed habe ihn nicht verurteilt, aber der Koran hat solche Verbindungen verboten.” (A. Th. Khoury, Der Koran, Übersetzung und Kommentar, Band 11, 1996, Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh, Seite 84)


Sure 60, Vers 8: Nicht verbietet euch Allah gegen die, die nicht in Sachen des Glaubens gegen euch gestritten oder euch aus euren Häusern getrieben haben, gütig und gerecht zu sein. Siehe, Allah liebt die gerecht Handelnden.

Sure 60, Vers 8: Gott verbietet euch nicht, gegen diejenigen pietätvoll und gerecht zu sein, die nicht der Religion wegen gegen euch gekämpft, und die euch nicht aus euren Wohnungen vertrieben haben. Gott liebt die, die gerecht handeln.

Tafsir al-Jalalayn 60,8: Allah verbietet euch nicht, diejenigen von den Ungläubigen anständig zu behandeln und mit ihnen auf gerechte Weise umzugehen welche euch nicht aufgrund eurer Religion bekämpft und euch von euren Behausungen vertrieben haben. Dieser Vers wurde vor dem Befehl die Ungläubigen zu bekriegen offenbart. Gewiss liebt Allah die Gerechten.

Kommentar von A. Th. Khoury zu Sure 60, Vers 8: “Wie dieser Vers zu verstehen ist, ist unter den muslimischen Kommentatoren umstritten:

  • Hasan al-Basri: Es betrifft nur diejenigen, die ein Abkommen mit dem Propheten hatten und dieses Abkommen nicht verletzt hatten.
  • Mudjahid: Das sind die, die geglaubt haben, aber nicht ausgewandert sind.
  • Es ging um die Frauen und die Kinder, welche ja am Kampf nicht teilnehmen.

  • Es ging darum, den Willen zum Frieden zu bekräftigen; aber nach der Eroberung Mekkas verlor dieser Vers weine Gültigkeit

  • Ibn Zayd: Das galt für die Zeit der Anfänge, der Vers wurde später durch den Befehl, sie zu bekämpfen (9,5) aufgehoben

  • Für die meisten Kommentatoren steht der Vers fest, er wurde nicht aufgehoben”

(A. Th. Khoury, Der Koran, Übersetzung und Kommentar, Band 11, 1996, Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh, Seite 86)


Sure 60, Vers 9: Allah verbietet euch nur mit denen, die euch in Sachen des Glaubens bekämpftund euch aus euren Wohnungen vertrieben und bei eurer Vertreibung geholfen haben, Freundschaft zu machen. Und wer mit ihnen Freundschaft macht, das sind die Ungerechten.

Sure 60. Vers 9: Er verbietet euch nur, euch denen anzuschließen, die der Religion wegen gegen euch gekämpft, und die euch aus euren Wohnungen vertrieben oder (w. und) bei eurer Vertreibung mitgeholfen haben. Diejenigen, die sich ihnen anschließen, sind die (wahren) Frevler.

Tafsir al-Jalalayn 60,9: Allah verbietet euch sich diejenigen zu befreunden, welche euch aufgrund eurer Religion bekämpften, euch aus euren Behausungen vertrieben oder andere bei letzterem Unterfangen unterstützt haben. Wer immer Freundschaft schließt mit ihnen, dies sind die Ungerechten.


Sure 61: „Die Schlachtordnung” offenbart in Medina

Sure 61, Vers 4: Siehe, Allah liebt diejenigen, welche in Seinem Weg in Schlachtordnung kämpfen, als wären sie ein gefestigter Bau.

Sure 61, Vers 4: Gott liebt diejenigen, die um seinetwillen in Reih und Glied kämpfen (und) fest (stehen) wie eine Mauer (w. wie wenn sie ein fest gefügter Bau wären).

Tafsir al-Jalalayn 61, 4: Allah liebt, unterstützt und ehrt diejenigen, welche in Seinem Weg in einer Schlachtordnung kämpfen wie wenn sie ein stabiles Bauwerk wären dessen Bestandteile nahtlos zusammengefügt sind.


Sure 61, Vers 10: O ihr, die ihr glaubt, soll ich euch zu einer Ware leiten, die euch von einer schmerzlichen Strafe errettet?

Sure 61, Vers 10: Ihr Gläubigen! Soll ich euch zu einem Handel weisen, der euch (dereinst) von einer schmerzhaften Strafe erretten wird.

Tafsir al-Jalalayn 61,10: Oh ihr Gläubigen soll Ich euch einen Handel erweisen, der euch dereinst von schmerzlicher Züchtigung befreien wird? Es scheint, sie hätten mit ‚Ja’ geantwortet, denn Er offenbarte darauf folgendes: …


Sure 61, Vers 11: Glaubet an Allah und seinen Gesandten und eifert in Allahs Weg mit Gut und Blut. Solches ist gut für euch, so ihr es wisset.

Sure 61, Vers 11: (Dann rate ich euch:) Ihr müsst an Gott und seinen Gesandten glauben und mit eurem Vermögen und in eigener Person um Gottes willen Krieg führen (w. euch abmühen). Das ist besser für euch, wenn (anders) ihr (richtig zu urteilen) wisst.

Tafsir al-Jalalayn 61,11: ihr sollt an Allah und Seinen Gesandten glauben und an diesem Glauben festhalten indem ihr in Seinem Weg mit Gut und Blut eifert. Dies ist besser für euch; und falls ihr verständig seid, so handelt folgerichtig.


Sure 61, Vers 12: Er wird euch eure Sünden verzeihen und euch in Gärten führen, durcheilt von Bächen, und in gute Wohnungen in Edens Gärten. Das ist die grosse Glückseligkeit.

Sure 61, Vers 12: (Wenn ihr das tut) dann vergibt er euch (dereinst) eure Schuld und lässt euch in Gärten eingehen, in deren Niederungen (w. unter denen) Bäche fließen, und in gute Wohnungen in den Gärten von Eden. Das ist (dann) das große Glück.

Tafsir al-Jalalayn 60,12: Wenn ihr also dementsprechend handelt, wird Er euch eure Sünden vergeben. Er wird euch in von Bächen durchflossenen Gärten willkommen heißen und euch erfreuliche Wohnungen im Paradies anbieten. Dies ist der höchste Triumph.


Sure 61, Vers 13: Und andre Dinge wird Er euch geben, die auch lieb sind – Hilfe von Allah und nahem Sieg! Und verkünde Freude den Gläubigen.

Sure 61, Vers 13: Und (noch) ein anderer (Handel?), der euch lieb ist (oder: (noch) etwas anderes(?), was euch lieb ist), (steht euch in Aussicht): Hilfe von Gott und ein nahe (bevorstehnde)r Erfolg. Bring den Gläubigen gute Nachricht!

Tafsir al-Jalalayn 60,13: Und Er wird euch eine weitere Gnade erweisen, welche ihr liebt: Hilfe von Ihm und nahen Sieg. Teilt diese frohe Botschaft von Unterstützung und Sieg den anderen Gläubigen mit.


Sure 66: „Das Verbot” offenbart in Medina

Sure 66, Vers 9: “O Prophet, eifere im Streit wider die Ungläubigen und die Heuchler und sei hart wider sie, denn ihre Wohnung ist Dschahannam, und schlimm ist die Fahrt dorthin.”

Sure 66, Vers 9: Prophet! Führe Krieg gegen die Ungläubigen und die Heuchler (oder: Setze den Ungläubigen und Heuchlern heftig zu) und sei hart gegen sie! Die Hölle wird sie (dereinst) aufnehmen – ein schlimmes Ende!

Tafsir al-Jalalayn 66,9: Oh Prophet! Kämpfe mit dem Schwert, mit der Zunge und schlagender Beweisführung gegen die Ungläubigen und die Heuchler, sei streng mit ihnen im Tadel und Hass. Denn ihre Bleibe wird die Hölle sein, das Ende einer schrecklichen Reise.


Sure 73: „Der Verhüllte” offenbart in Mekka

Sure 73, Vers 20: Siehe, dein Herr weiß, daß du stehst zum Gebet nahe zwei Dritteile der Nacht oder ihre Hälfte oder ein Dritteil, wie auch ein Teil derer, die bei dir sind. Denn Allah misset die Nacht und den Tag. Er weiß, daß ihr sie nimmer berechnet, und kehrt sich zu euch. So leset ein bequemes Stück vom Koran. Er weiß, daß unter  euch Kranke sind und andre im Land reisen im Trachten nach Allahs Huld und andre in Allahs Weg kämpfen. So leset ein bequemes Stück von ihm und verrichtet das Gebet und entrichtet die Armenspende und leihet Allah ein schönes Darlehen. Und was ihr für euch vorausschickt an Gutem, ihr werdet es finden bei Allah. Das ist am besten und bringt den reichsten Lohn. Und bittet Allah um Verzeihung; siehe, Allah ist verzeihend und barmherzig.

Sure 73, Vers 20: Dein Herr weiß, daß du gegen zwei Drittel der Nacht oder die halbe Nacht oder ein Drittel davon stehst und betest, du und eine Gruppe von denen, die mit dir sind. Aber (man kann das nicht allzu genau nehmen, auch wenn ihr die ehrliche Absicht habt, diese Gebetszeiten einzuhalten.) Gott (allein) bestimmt (Maß und Ziel von) Tag und Nacht. Er wußte von vornherein, daß ihr es )d.h. das Zeitmaß der nächtlichen Gebetsübungen) nicht genau abzählen würdet. Und so hat er sich euch gnädig wieder zugewandt. Rezitiert nun aus dem Koran, was euch leichtfällt (d.h. so viel, wie ihr ohne Überanstrengung leisten könnt) nachdem ihr nicht imstande seid, die nächtlichen Gebetsübungen in ihrer ganzen Länge durchzuführen! Er wußte von vornherein, daß es unter euch einige geben würde, die krank sind, und andere, die im Land draußen unterwegs sind im Verlangen danach, daß Gott ihnen Gunst erweise, und wieder andere, die um Gottes willen kämpfen. Daher rezitiert aus dem Koran, was euch leichtfällt! Aber verrichtet das Gebet, gebt die Almosensteuer und gebt indem ihr gute Werke tut Gott ein gutes Darlehen! Was ihr für euch im Irdenleben vorweg an Gutem tut, werdet ihr dereinst bei Gott besser und höher belohnt (gewaltiger an Lohn) vorfinden. Und bittet Gott um Vergebung (für eure Sünden)! Gott ist barmherzig und bereit zu vergeben.

Tafsir al-Jalalayn 73.20: Dein Herr weiß gewiß, daß du weniger als 2/3 der Nacht der Gebetswache widmest oder manchmal auch nur die Hälfte oder 1/3 davon – seine nächtliche Gebetswache wie es hier dargestellt ist, ist in Übereinstimmung damit, was ihm am Anfang dieser Sure auferlegt wurde – zusammen mit einer Gruppe deiner Gefährten.

Die Gebetswache von einigen der Gefährten auf diese Weise zeigt auf, daß sie ihm (Mohammed) nacheiferten. Manche von ihnen waren nicht in der Lage einzuschätzen, wie lange sie in der Nacht gebetet hatten und wie viele nächtliche Stunden noch verblieben; so hielten sie ihre Gebetswache aus Vorsicht während der ganzen Nacht. Dies taten sie über ein Jahr lang mit geschwollenen Füssen bis Allah diese Angelegenheit für sie klärte. Er, der Erhabene, sagt: „Allah ist stets am Messen/hat stets den Überblick; Er zählt die Nacht und den Tag. Er weiß, daß du nicht in der Lage sein wirst, die Länge der Nacht zu messen. So darfst du also deine Gebetswache in der Zeitspanne verrichten, welche dafür vorgeschrieben ist, außer du bleibst die ganze Nacht auf was schwierig für dich ist. So hat Er Mitleid mit dir und erlaubt dir, zu dem zurückzukehren was leichter für dich ist. Zitiere so viel aus dem Koran wie möglich und während des Gebetes bete so viel wie möglich. Er (Allah) versteht, daß manche von euch krank sind während andere im Land herumreisen und Allahs Belohnung sowie Seine Vorkehrung im Handel oder anderswie suchen, während andere wiederum für die Sache Allahs kämpfen. Für jede diese drei erwähnten Gruppen ist es schwierig, die nächtliche Gebetswache aufrecht zu erhalten, so hat Allah die Dinge für sie erleichtert, indem Er auferlegt was machbar ist. Später wurden diese Vorschriften durch die fünf täglichen Gebete abrogiert. So rezitiere also so viel wie möglich wie oben beschrieben und führe die obligatorischen Gebete aus sowie spende Almosen. Obendrein leihe Allah durch die Güte deines Herzens eine stattliche Leihe zusätzlich zu dem was du aufgrund deines Vermögens an Almosen zu geben verpflichtet bist. Denn was auch immer an Gutem du für dein Seelenheil vorausschickst, du wirst herausfinden daß dies in Bezug auf Allah besser ist, als was du zurückgelassen hast und es wird dir größere Belohnung bringen. Und Suche die Vergebung Allahs; wahrlich, Allah ist vergebend und voller Güte gegenüber seinen Gläubigen.

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